@kattascha Es ist auch gefährlich, weil es allen Weirden Leuten vermittelt: die Demokraten sind gegen euch.
- Wrestling-Fans? Demokraten finden euch weird.
- Spielt immernoch Super Nintendo? Demokraten finden euch weird.
- Jeden Sonntag beim Nascar-Racing? Demokraten finden euch weird.
Das kann massiv nach hinten losgehen.
Es sagt allen mit fragilem Selbstbild, dass sie bei Demokraten nicht willkommen sind. Und davon gibt es viele.
Oder mit den Simpsons gesagt:
https://youtu.be/XKtIcMsv1mo?t=134
Ich denke, genau das tut es nicht.
Die Assoziationen gehen da eher in die Richtung "schwach" und "creepy", und setzen eben genau an der normbrechenden Übergriffigkeit vieler Republikaner an.
Ich denke nicht, dass die Verwendung in dem Fall so austauschbar verstanden werden kann, dass sich damit auf einmal Wrestling-Fans angesprochen fühlen.
Nachvollziehbar find ich, dass du "weird" eher positiv besetzt siehst, und das durch so ne Verwendung Schaden nehmen könnte.
Ich denke, die Demokraten haben da schon aus dem "Deplorables"-Fehlgriff gelernt, und nen Begriff genommen der insgesamt schwächer ist, aber gleichzeitig für die Republikaner extrem unsexy. Und dass das Publikum eben schon das ungesagte "creepy" hört, so wie der Begriff verwendet wird und worauf er sich bezieht, ist imho ein Bonus.
Aber gerade der Bauch-Polemik der Republikaner ne Bauch-Reaktion entgegenzusetzen ist glaub sehr wichtig.
Denke sowas bräuchte es auch viel mehr in Deutschland. Statt Faktenchecks und dem Beschäftigen mit deren Talkingpoints halt einfach das emotionale Abstempeln als eklige Unpersonen.
Ekelig ist da glaub genau richtig, und "ekelhAFD" auch sehr eingängig.
Für ne Partei die darüber fantasiert Kindern den Fingern in den Hintern zu stecken oder interne Vergewaltigungen mit vorgetäuschten Notrufen kaschiert mehr als nur angemessen.
@billiglarper habe einen passenden Überblick gefunden:
https://youtu.be/R7lDbmhrbHg?t=187
(Daily Show)
Das emotionale Abstempeln als eklige Unperson ist genau das, was die AfDer machen.
Und was im Video nicht stimmt ist die Aussage, dass es keine Verteidigung gibt.
Die Verteidigung ist „sie nennen uns weird, und sie werden euch weird nennen. Ihr seid Amerika, und sie hassen euch“.
Um das zu vermeiden, müssen Dems es schaffen, Reps zu spalten („nein auf die Art weird will ich nicht sein“).
Keine politische Strategie ist perfekt, sonst würden wir ja nur noch die sehen.
Aber der Begriff nimmt Faschos zwei Grundlagen, auf die sie immer wieder aufbauen: "Mehrheit" und "Stärke". Dass sie die schweigende Mehrheit hinter sich haben, und die Grünen und andere Gutmenschen Angst vor ihnen, ist ein wesentlicher Teil der Anziehungskraft. Und imho auch einer der Gründe warum rechte Splittergruppen (Lucke, Petri, Maaßen) so hart abstürzen. Zu unbedeutend und ignorierbar.
Und ja, es ist imho wichtig um Mainstream-Wahrnehmung zu kämpfen. Viele Nischen-Linke tun sich damit schwer, die gefallen sich ja in ihrer Außenseiterrolle. Aber letztlich ist das der Unterschied zwischen ner gesellschaftlichen Spaltung und ner Brandmauer. Zu betonen, dass die AfD die Assi-Ecke ist, ist wichtig. Und es ist auch wichtig, um Konservative zu erreichen.
Die Message sollte halt sein: "Wir leben halt alle in ner pluralistischen Gesellschaft. Wir sind unterschiedlich und nicht immer einer Meinung. Aber wir finden alle Kindesmissbrauchsfantasien, Vergewaltigungen, Hitlergrüße und SS-Verehrung eklig. Mit solche Creeps und deren Umfeld wollen wir nix zu tun haben."