#GINIX – das #Göttingen Instrument for #Nano-#Imaging with #Xrays
ist unser¹ #Röntgen-#Mikroskop am Hamburger #Synchrotron PETRA III beim @DESY.

Seit 2011 fahren wir meistens zwei Mal im Jahr für jeweils einige Wochen zum Experiment, um (i) grundlegende Experimente zu wagen, (ii) die Bildgebungsmethoden zu verbessern und erweitern sowie (iii) hochauflösende Daten für unsere Kollaborationspartner zu gewinnen.

¹Arbeitsgruppe Prof. Tim Salditt,
https://www.uni-goettingen.de/saldittlab

Institut für Röntgenphysik - Salditt Gruppe - Georg-August-University Göttingen

Website of the Georg-August-University Göttingen

Georg-August Universität Göttingen
Die GINIX ist das Ergebnis der Doktorarbeit von Sebastian Kalbfleisch (anschließend an der Hard X-Ray Nanoprobe, NSLS-II in New York, jetzt an der #NanoMAX in Lund), und nutzt Röntgen-#Wellenleiter (leitende Kanäle von unter 100 #Nanometer Größe über eine Länge von wenigen Millimetern), um die Röntgenstrahlung zu filtern, und ermöglicht uns 2D- und 3D-Daten hoher Bildqualität zu gewinnen – auch für nur schwach wechselwirkende biologische Materie.
Die Bildgebung mittels Wellenleiter nutzt das Prinzip der #Holographie [Gabor, 1948]: die Lichtwelle durchdringt das Objekt – dabei wird ortsabhängig die Phasenlage beeinflusst – und interferiert mit sich selbst. Dadurch können nicht nur „Schattenbilder“ (primärer Kontrast der #Röntgenaufnahmen im Krankenhaus), sondern auch „unscharf wirkende #Beugungsmuster“ vom Detektor aufgenommen werden. Am Computer wird aus diesen Daten dann z.B. die #Elektronendichte der zu untersuchenden Probe errechnet.
Aktuell sieht es so aus: das Instrument steht in der Strahlposition, aber der Probenturm ist noch nicht zusammengesetzt. Hier stehen für morgen noch einmal interferometrische Messungen zur Stabilität und Positionstreue an.
Auf die Profile links unten im Bild wird eine Motorisierung und ein Röntgendetektor installiert; die Umbauarbeiten dazu gehen ebenfalls morgen weiter.
Ein Blick von "hinten":
Mittig nach unten verlassen die gestreuten #Röntgen-#Photonen die GINIX in einem evakuierten Flugrohr; der #Detektor wartet dann sehnsüchtig in einem Abstand von fünf Metern.
Wir nutzen sowohl hybride Pixel-Detektoren mit analog-digitaler Elektronik in jedem Pixel, als auch #sCMOS-Detektoren mit einem #Szintillator.
Die #Daten strömen dann, je nach Messung, mit bis zu 30 Gigabyte pro Minute zu den Steuerrechnern im Detektorrack und weiter ins DESY-#Rechenzentrum.
Leicht schräger Blick über das Flugrohr zur Ginix.
Rechts an der Wand zahlreiche #Versorgungsleitungen, etwa um zu untersuchende Proben in bestimmten Atmosphären zu studieren; ein Hinweisschild an der GINIX weist auf die 100 Experimente (handschriftlich mittlerweile 100+4+1*2 ergänzt) hin. Auf dem Dach der Einhausung zahlreiche #Controller für Motoren, seitlich hängt ein Monitor, darunter steht ein mobiles Rack.
Von links oben laufen zahlreiche #Kabel über einen #Schwenkarm zum Aufbau.

#Sicherungskasten für einen winzigen Teil des Experimentes.
Die gelben Klappen sind die Schikanen: Hier haben wir die Möglichkeit, Schlauche, Kabel und Rohre durch ein "Loch in der Strahlenschutzwand" zu schmuggeln.

Die Klappen sind auf beiden Seiten der Wand, von oben zugänglich; dann führt man die Leitungen in einer großen Schlaufe nach unten durch einen schmalen Spalt. Regelmäßig wird überprüft, dass keine ionisierende Strahlung durch die Schikane entweichen kann.

Es gibt zwei Arten von Schikanen: Nutzerschikanen kann man selber öffnen (dafür muss ein Sicherheitsschlüssel abgezogen werden, mit dem die Strahlfreigabe erlischt) – und die "echten". Dafür braucht man ein Papierformular, eine schriftliche Bestätigung – und dann kommt das Werkzeug vorbei.

Durch diese "langfristigen" Durchführen haben wir vorgestern unsere Glasfaser neu verlegt; vergangenes Jahr wurden neue Gasrohre gelegt und in der Schikane verschweißt – sehr aufwändig, aber auch interessant.

Vor einem Jahr haben wir unser #Netzwerk upgegradet, insgesamt neun #Glasfaser-Leitungen habe ich durch die Experimentierhalle gelegt (Redundant zu drei Switchen, dazu an strategischen Orten aufgerollte Leitungen für Detektoren). Vergangene Woche kam ein weiterer #Detektor-Rechner – und eine Faser war zu kurz (bzw. der Rechner musste zu weit nach oben in das Rack).

Nach der Genehmigung also: Schikane öffnen, Dreier-Bündel zurückziehen und öffnen; abrollen; wieder sauber zusammenbündeln, durchziehen; Schikane schließen.

Jetzt ist alles wieder schön ordentlich und der Detektor ist angeschlossen.

Moench: Micropixel with enhanced pOsition rEsolution usiNg CHarge integration, https://www.psi.ch/en/lxn/moench

400 mal 400 Pixel, 25 µm; durch Ladungsmessung und ein „Auslaufen“ in Nachbarpixel sind sub-Pixel-Interpolation und Energieauflösung möglich.

MOENCH: Micropixel with enhanced pOsition rEsolution usiNg CHarge integration

MÖNCH is a novel hybrid silicon pixel detector based on charge integration and analog readout, featuring a challengingly 25 μm pixel pitch. It is a research project which aims to push the development of hybrid pixel detectors to its limits in terms of photon flux, position resolution, energy information and low energy detection. MÖNCH02 is a fully functional, small scale prototype of 4x4mm2, containing an array of 160x160 pixels, designed in UMC 110nm technology.

Paul Scherrer Institut (PSI)
Dank Röntgenfluoreszenz (#XRF) kann durch eine spektrale Messung die elementare Aufbau von Materie analysiert werden.
Ähnlich zur optischen #Fluoreszenz wird ein #Atom angeregt: Ein #Photon mit Energie oberhalb einer Absorptionsschale kann vom Atom absorbiert werden, woraufhin ein #Elektron die Hülle verlässt (Ionisation), oder auf eine energetisch höhere Bahn gebracht wird.

Wird der nun freie kernnahe Platz von einem der verbliebenen Elektronen eingenommen, kann die frei werdende Bindungsenergie in Form von Strahlung abgegeben werden – für K-Schalen mittlerer oder L-Schalen schwerer Elemente liegen die Energien typischerweise im Bereich weniger bis einige Dutzend keV; für leichte Elemente (Kohlenstoff, Sauerstoff) bei einigen hundert Elektronenvolt.

Werden diese Fluoreszenz-Photonen detektiert, lässt sich deren Energie messen.

Diese Energie ist zunächst eine intrinsische Eigenschaft des betrachteten Atoms (bzw. des Ionisationszustandes); aus dem gemessenen Spektrum kann somit auf die elementare Zusammensetzung einer Probe geschlossen werden.

Geschieht die Anregung mit einem fokussierten Röntgenstrahl, welcher die Probe abrastert, erhält man ein „Bild” – wobei jeder Punkt ein Spektrum enthält – und somit eine räumlich aufgelöste Verteilung der Elemente erhalten werden kann.

Wird anstelle der ausgesandten Fluoreszenz-Strahlung die #Absorption (#XAS, Röntgenabsorptionsspektroskopie) als Funktion der durchstimmbaren monochromatischen Primärstrahlung gemessen, lassen sich daraus weitere Details über die Nachbarschaft der Atome gewinnen.
So ist der Energiebereich in der Nähe einer Absorptionskante sensitiv auf den Bindungszustand der Atome; so lassen sich zum Beispiel die Oxidationsstufen von Eisen (vulgo „Rost”) quantitativ und räumlich aufgelöst vermessen. Auch Nachbaratome ohne direkte chemische Bindung haben einen Einfluss auf die Absorption, da die ausgesandten Fluoreszenzphotonen von diesen zurückgestreut werden können und zu Interferenzeffekten führen.

Das Abraster einer Probe, um die lokale Fluoreszenz zu messen, ist ein langwieriger Prozess; zudem wird viel Dosis im Objekt deponiert.

In der Publikation „Full-field x-ray fluorescence imaging using a Fresnel zone plate coded aperture“¹ haben Jakob Soltau und Kollegen gezeigt, wie sich die Fluoreszenz mit der direkten Bildgebung verbinden lässt – so können auch ohne Abrastern der Probe sogar (röntgen-)farbige Bilder gemessen werden.

¹ https://opg.optica.org/optica/fulltext.cfm?uri=optica-10-1-127&id=525418