Überschriften wie diese finde ich ein bisschen problematisch, weil die Grundwasserstände in NRW noch immer viel zu niedrig sind (das steht im Artikel weiter unten dann auch). Nach wie vor wird die Klimakrise in den Medien zu selten klar als das kommuniziert, was sie ist: die mit Abstand größte Bedrohung der Menschheit, deren Eindämmung die Bevölkerung von der Politik fordern müssen. Das geht nur, wenn möglichst vielen Menschen mitgeteilt wird, wie ernst die Lage ist.

https://www1.wdr.de/nachrichten/nrw-boden-trockenheit-wasser-100.html

Trockenheit in NRW: Böden haben sich von Dürre erholt

Die Dürren in den vergangenen Jahren haben die Böden in NRW ausgetrocknet. Durch den regenreichen Winter haben sie sich aber offenbar erholt - zumindest in den oberen Schichten.

wdr.de
@ralphruthe Ich befürchte, solange die Verantwortlichen bei den Redaktionen (und die Investoren bei den privaten Medien) zu der „nach mir die Sintflut“-Fraktion gehören, wird sich da wenig ändern.
Ungewöhnliche Dürre: Alarmstufe Rot in Südfrankreich

Mehrere südeuropäische Länder klagen über eine außergewöhnliche Trockenheit. Wasser ist teilweise ein knappes Gut. Im französischen Département Pyrenées Orientales wird nun zu drastischen Maßnahmen gegriffen.

tagesschau.de
@sadarex ja, die Franzosen merken es jetzt, wo das Problem akut ist. Wir Deutschen merken es, wenn es bei uns akut ist. Also momentan noch weiter so. Bloß keine schlechten Voraussagen machen oder sogar Maßnahmen ergreifen, die erst in einigen Jahren Wirkung zeigen. Könnte Zuschauer oder Geld und damit Wählerstimmen kosten.
Die Waldbrände in Kanada, Sibirien oder Frankreich werden, wenn überhaupt, auch nur im Abspann erwähnt.
@ralphruthe

@ralphruthe Ich finde auch Meldungen schlimm, die Regen als "schlechtes Wetter" während einer Dürre bezeichnen.

2018 als es nach 5 Monaten endlich mal regnete hier, war das ja "ganz schlimmes Wetter plötzlich".

@ralphruthe

Zustimmung: Die meisten Medien/Journalist:innen versagen vollständig. Ausnahmen (stellvertretend zu nennen: Annika Joeres) sind eine klitzekleine Minderheit oder ihre Berichte werden von verharmlosenden oder populistischen "unzumutbar"-Berichten überlagert.

Versagen auch, weil kaum thematisiert wird, wie viele Klimakrisenflüchtlingen es schon gibt und dass diese Zahl exorbitant zunehmen wird.

Es wird auch viel zu wenig aus anderen Staaten berichtet: Auswirkungen und Maßnahmen.

@ralphruthe

Vor allem, weil es einige Leute in Europa mittlerweile deutlich tagtäglich zu spüren bekommen:

```[…] Es geht auch um die zukünftigen Generationen, erklärt der Hydrologe Henri Got: "Wenn man zu viel Grundwasser aus dem Boden zieht, bilden sich Hohlräume, in die dann das Meerwasser eindringt. Und dieser Prozess ist unumkehrbar. Wenn das Grundwasser erstmal versalzen ist, ist es versalzen."

Ein Alptraum. […]```

https://www.tagesschau.de/ausland/europa/trockenheit-suedfrankreich-100.html (von heute)

Ungewöhnliche Dürre: Alarmstufe Rot in Südfrankreich

Mehrere südeuropäische Länder klagen über eine außergewöhnliche Trockenheit. Wasser ist teilweise ein knappes Gut. Im französischen Département Pyrenées Orientales wird nun zu drastischen Maßnahmen gegriffen.

tagesschau.de
@ralphruthe Ich suche schon eine Weile eine kurze, griffige Zusammenfassung "wie ernst die Lage ist", und da gibt es leider wenig.
@ralphruthe Einfach um jede Diskussion mal im Vorhinein auf den gleichen Faktenstand zu bringen.
@ralphruthe Bodenfeuchte und Grundwasser sind zwei Aspekte, schlimmer finde ich, dass vorrangig Jülich zitiert wird, die den Vergleichszeitraum schon auf die "klimawandel-geschädigten" letzten 11 Jahre verkürzt haben, was dennoch im Einstiegsabsatz als "langjähriger Schnitt" (um)gedeutet wird. @fzj warum macht ihr das? Der #WDR verharmlost daraufhin. Wir hatten doch mehrere Dürrejahre, die man sich nicht wieder wünscht, da finde ich die Betrachtung des Lanuv viel objektiver.
@isotopp
@ralphruthe Ja, das ist irreführend. Durch die GRACE-Mission konnte man messen, das Deutschland seit 2002 39 Milliarden Kubikmetern Wasser verloren gegangen sind. Das entspricht ungefähr 20% unseres Jahresverbrauchs. Über die absolute Wassermenge, also wieviel noch da ist kann die Mission leider keine Daten liefern.

@ralphruthe Hrm... Yeah, der "Dürremonitor Deutschland vom Helmholtz Zentrum für Umweltforschung" zeigt auch noch keine echte entspannung..

Im oberboden bis 25cm tiefe isses aktuell ganz ok .... aber die schichten darunter, um 1,8m, sehen immernoch fies aus:

Dürremonitor Deutschland - Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung UFZ

Aktuelle Information zu Trockenheit des Bodens in Deutschland