Wie könnte eine robuste #Wirtschaft in der #Klimakrise aussehen?

Hier ein Entwurf. Kurzfassung: an alle Menschen gleiche CO2e-#Rationen als Zweitwährung, welche von Betrieben zur Produktion genutzt werden. Dazwischen: freier Markt, welcher die CO2e-Emission für Produkte minimiert und ihren Preis einstellt. Nur Außenhandel und CO2e-Extraktion/Speicherung unterliegen dabei einer konkreten Kontrolle.

Doch zunächst: welche Bedingungen sollte ein solches Wirtschaftssystem mindestens erfüllen?

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1. Es muss sich *intrinsisch* innerhalb planetarer Grenzen bewegen, d.h. vorgegebene CO2e-Budgets einhalten, und zwar nicht durch äußere, in ihrer Wirkung schwer vorhersagbare Instrumente, sondern automatisch: als eingebaute Randbedingung.

2. Es muss sozial gerecht sein, d.h. ohne dass Reiche Armen ohne deren Zustimmung essentielle Lebensressourcen wegkaufen können: ein erfüllbares Grundrecht auf Ressourcen.

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3. Es muss freien Wettbewerb zur Maximierung von Kosten- und Ressourceneffizienz ermöglichen, dabei staatliches Mikromanagement möglichst vermeiden und keine ausufernde Bürokratie benötigen: Selbstorganisation und Skalierbarkeit.

4. Es muss sich kontinuierlich einführen lassen, d.h. zunächst ohne große Brüche und dann durch die Veränderung von Parametern bis hin zur vollständigen Transformation aus dem Ist-Zustand heraus: Evolution statt Revolution.

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5. Es muss auch in Interaktion und Handel mit traditionell verbleibenden Wirtschaftsräumen funktionieren, ohne diese aber auszubeuten oder das Ressourcenproblem auf sie zu verlagern: Kompatibilität mit der Außenwelt.

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Folgende Komponenten können zusammen meiner Meinung nach diese Bedingungen erfüllen (s. Skizze):

I. Ein digitales, zentrales Zahlungssystem. Jede natürliche Person im Wirtschaftsraum erhält ein kostenloses Konto für zwei Zahlungsmittel: traditionelles Geld auf der einen Seite (z.B. €) und eine einzuführende Emissionswährung andererseits (hier C genannt, z.B. 1C = 1 kg CO2e). Darüber hinaus erhalten weitere Teilnehmer (z.B. Unternehmen) Konten, evtl. mit kleinen Gebühren (in €).

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Ausschließlich Konten natürlicher Personen erhalten eine monatliche Ration an C. Zwischen beliebigen Konten sind kostenlose Überweisungen beliebiger Mengen an (€,C) möglich, mit der Einschränkung, dass C-Guthaben immer positiv sein müssen: es gibt keine negativen Salden. Das dafür nötige Clearing gegen “double spending” ist einfach, schnell (mindestens im Minutentakt) und energieeffizient, da es nur eine einzige zentrale Bank und Datenbank gibt.

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Die Gesamtmenge überwiesener C-Rationen entspricht der politisch-wissenschaftlich festgelegten Monatsemission des Wirtschaftsraumes, minus staatlicher Budgets für essentielle Infrastruktur und Starthilfen für Unternehmen (s.u.).

Privatbanken haben hier nur eingeschränkte Verdienstmöglichkeiten. Es gibt keine Kredite im Sinne von Schaffung von neuem C, denn Kredite müssen zu 100% mit vorhandenem C gedeckt sein - Zinsen sind nur in Form von € möglich, aber nicht in C.

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Unternehmen können Produkte herstellen und Dienstleistungen anbieten und legen die Preise hierfür nicht nur in € frei fest, sondern zusätzlich auch in C. Sie selbst unterliegen aber der Randbedingung, für Vorprodukte und Energieaufwand ebenfalls auch in C zahlen zu müssen. Dieser Umstand zieht sich durch jede Lieferkette, bis definierte Quellen und Senken von CO2e oder Außenhandel angetastet werden, welche gesondert staatlich reguliert werden:

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CO2e-Quelle 1: Extraktion fossiler Energieträger innerhalb des Wirtschaftsraumes, oder andere Aktivitäten, welche zu einer CO2e-Emission führen. Jede solche Extraktion / Aktivität wird monatlich gemeldet und evtl. geprüft. Eine entsprechende Menge an C wird dabei an die kontrollierende Instanz (C-Kontrolle) überwiesen. Der nötige Betrag in C kann logischerweise nur durch Handel (Rohstoff gegen € und C) erworben werden und setzt so C-Minimalpreise für die verkauften Rohstoffe fest.

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CO2e-Quelle 2: Import CO2e-enthaltender (Vor-)Produkte von außerhalb des Wirtschaftsraumes. Hierfür muss der entsprechende Betrag an C an die C-Kontrolle abgegeben werden. Die schwierige Schätzung, wie viel C in einem Produkt steckt, wird erleichtert durch die innerhalb des Systems selbst gebildeten C-Preise. Deren Durchschnitt könnte man als Startpunkt nutzen, oder Korrelationen zwischen Produkt(ions)merkmalen und C-Preisen - oder detailliertere Berechnungen.

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CO2e-Senke 1: Speicherung von CO2e innerhalb des Wirtschaftsraumes. Jede Entfernung von CO2e aus dem System (etwa durch Moore, Wälder, CCS...) wird von der C-Kontrolle mit dem entsprechenden Betrag an C belohnt und kann weiter verkauft werden. Es muss aber sichergestellt werden, dass CO2e dauerhaft gespeichert wurde; jede spätere Freisetzung kostet wieder C.

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CO2e-”Senke” 2: Export CO2e-haltiger Produkte, Rohstoffe, oder entsprechende Aktivitäten. Zum Kauf eines CO2e-haltigen Produktes muss ein Händler ja erst C an den Verkäufer gezahlt haben, um es dann außerhalb des Wirtschaftsraumes wieder zu verkaufen. Dieses kann es z.B. von anderen Teilnehmern durch Handel in € erhalten, aber nicht von Außerhalb. Je nach C-Preis wird Export also teuer. Explizites Eingreifen durch C-Kontrolle ist hier nicht nötig.

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II. Eine staatliche €-C Tauschbörse. Der C-Preis entsteht frei durch Angebot und Nachfrage und ist nicht gedeckelt. Jede Partei kann ohne Gebühren handeln, jedoch gibt es ein Frequenzlimit (z.B. 1-minütiger globaler Takt für den Preis), um unproduktiven Hochfrequenzhandel zu verhindern. Die Infrastrukturkosten trägt der Staat (s.u.). In C sparsame Menschen können Einkommen aus dem Verkauf gewinnen und umgekehrt.

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III. Zentralbank. Diese ermöglicht das Transaktionssystem und regelt die Zirkulation von C. Sie gibt ein monatliches Gesamtbudget an C aus, welches transparent einem politischen Emissions(reduktions-)plan folgt. Ein Teil dieses Budgets fliest in C-Infrastrukturausgaben (“infra”), der Rest als Direktzahlung an die Menschen des Wirtschaftsraumes. Zu infra gehören Ausfall-Kompensationen und Starthilfen für Unternehmen (s.u.), aber auch staatliche C-Ausgaben für Aufträge an Unternehmen.

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Es gibt bei der Transformation ein Henne-Ei-Problem: wie können Unternehmen Produkte produzieren und für Energie und Vorprodukte mit C bezahlen, wenn sie zu Beginn noch kein C durch eigenen Verkauf erworben haben? Hierzu sollten die Budgets zeitversetzt verteilt und eingesammelt werden, etwa ein paar Monate nur Verteilung und erst danach mit der C-Kontrolle beginnen. Außerdem könnte ein neues Unternehmen gefördert oder ein insolventes mit C gerettet werden.

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Generell können tatsächliche Abgaben in C auch fließend eingeführt werden, etwa beginnend mit 10% der tatsächlichen Menge und erst im Anpassungsprozess auf 100% gesteigert. Andererseits wird das staatlich ausgezahlte C-Budget auf nahezu 0 C zusteuern müssen, um planetare Grenzen einzuhalten. Hierfür müssen also mit der Zeit die CO2e-Senken zur einzigen Quelle des C-Budgets werden und die staatlichen Auszahlungen verschwinden (Kreislaufsystem).

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Danke fürs Lesen bis hierher. Bin dankbar für Kommentare, Fragen und Diskussionen!

P.S.: mir sind inzwischen Teile dieser Idee auch von anderen begegnet, etwa von Volker Plass in der Wiener Zeitung. Aber in der Gesamtheit habe ich bisher kein kohärentes Konzept gesehen – ich wäre sehr an ähnlichen Modellen interessiert.

Nachtrag: einige Folgerungen aus obigem System:

- Der Gesamtimport fossiler Energieträger oder CO2e-intensiver Produkte kann maximal dem ausgegebenen C-Gesamtbudget entsprechen. Es gibt keine Auslagerung der Emissionen in andere Länder.

- Exporte CO2e-intensiver Produkte speisen sich ebenfalls aus dem C-Budget. Wer z.B. Autos exportiert, reduziert damit die nutzbare Menge für alle Menschen im Inland.

- Menschen mit geringem Einkommen müssen sich nicht um Konkurrenz um Emissionsrechte sorgen. Im Gegensatz zum derzeitigen Emissionsrechtehandel besitzen sie die Rechte ja schon und können selbst entscheiden, ob sie durch C-Sparsamkeit und Verkauf von C ein €-Einkommen generieren. Aber niemand zwingt sie dazu.

@SciMihai

Danke für's Aufschreiben!

Darf ich denn wirklich einen kritischen Beitrag schreiben?

In 3/16 heißt es zB:
"4. Es muss sich kontinuierlich einführen lassen, d.h. zunächst ohne große Brüche und dann durch die Veränderung von Parametern bis hin zur vollständigen Transformation aus dem Ist-Zustand heraus: Evolution statt Revolution. "

Aber mehrmals sagst Du auch, es müsse ein CO2-Budget festgelegt und danach gewirtschaftet werden.
Kann es sein, dass Dein System, vor allem der Parameter "Evolution statt
Revolution", vor 20-30 Jahren noch eine Chance hatte, aber heute der Zug dafür längst abgefahren ist?
Jeder Monat kostet zZ global 1% vom 1.5º-Budget. Jeder Monat 1%.
Da dünkt mir der Evolutions-Parameter mit dem aufgezwungenen, neoliberalen Inkrementalismus sehr unrealistisch.

Kein Mensch braucht den Inkrementalismus. Die Briten haben's 1939-56 auch ohne gemacht.
Was ist denn der Grund dafür, dass Du diesen Anfangsparameter für Dein System gesetzt hast?

@anlomedad Danke, klar kannst du schreiben!

Zwei Gründe für den Kontinuitäts-Gedanken:

1. Psychologisch. Ich möchte sozusagen einen Fuß in die Tür bekommen für Politiker, die bei „Revolution“ sofort abschalten und an Bürger mit Mistgabeln denken. Hitler hatte den „Vorteil“, dass jedem die Konsequenz einer Invasion und Niederlage sofort klar war. Ein schon mitgedachter Checkpoint „Kontinuität“ ist also nötig für Leute, die die Brisanz nicht verstehen (wollen).

@anlomedad Dass am Ende die Parameter den Übergang eh eher auf Revolution stellen müssen (und dazu ist das System in der Lage), ist ein wichtiger Bestandteil. Aber es muss erst mal überhaupt erwogen werden.
@anlomedad
2. Technisch. Die C-Rationen müssen erst mal in der Wirtschaft verteilt werden, dazu braucht es einige Zyklen. Die Alternative wäre, willkürlich oder nach komplexen Regeln Rationen den Unternehmen zu schenken, und das ist ein Bürokratie-Fass ohne Boden und bringt endlose Gerechtigkeits-Diskussionen.

@SciMihai
2)
Durch den Vorschlag hindurch zieht sich scheinbar die Vorstellung, dass ein System kreiert werden muss, das länger als 15 Jahre oder so laufen soll.

Wie klima-realistisch ist das?
Das gesamte globale #CO2Budget bis 2100 wäre ja schon in 9 Jahren futsch.
Alles weg. Nix mehr da für Zement, Flug- und Schiffstransport oder Landwirtschaft oder Bergbau.
Wenn wir langsamer sind, weil wir Entscheidungen treffen und politisch pasiv oder aktiv unterstützen, die unsere Dekadenz heute wichtiger einschätzt als das Überleben, ist in 20 Jahren eh Sense. Mit der Einstellung läuft auch kein neues System mit C-Rationen länger als 20 Jahre mehr.

Und: bis 2030 müssen die C-Rationen halbiert worden sein. D.h. in Deutschland müssen auch schon alle Bürger auf 2.5t CO2 inklusive der staatl. Emission sein.
Weil ja der Welt-Durchschnitt 5t ist. Und sich Deutsche zum Ausgleich für mehr als 2.5tpc ab 2030 nahezu kein CO2 in ärmeren Ländern dazu kaufen können.
Genauer hab ich das hier errechnet: https://mst.mineown.de/@anlomedad/109692062942944972
Da bleibt pro Kopf nahezu nix in 2030, was von woanders her gekauft werden könnte.

Diese harte Grenze im CO2-Budget zieht natürlich ebenfalls den Inkrementalismus in Zweifel, den Du mit "mit Evolution statt Revolution" als Prämisse festgesetzt hast.
Inkrementalismus scheint mir besonders unverständlich. Du bist doch Physiker von Haus aus und verstehst das Konzept des Budgets und der anderen planetaren Grenzen? Gekoppelt mit der Prämisse, dass der Staat kein Mikromanagement betreiben solle, sondern der freie Markt den C-Preis regeln soll,
sind beide Prämissen – bewusst oder unbewusst – ideologisch motiviert und faktisch doch nicht argumentativ zu festigen.

anlomedad (@[email protected])

Ich setze ein Limit an: 1.9t /Mensch/Jahr an consumption-based CO2 in 2019 soll die Grenze sein, oberhalb der es schlicht nix zu verkaufen gibt. In 2019 lebten nach innerstaatlich produziertem #CO2 gerechnet 1.95 Milliarden Menschen unter 1.9t/Jahr. Aber was sie an embedded CO2 konsumieren, weil ihre nationale Industrie nur Schweizer Uhren und Finanzprodukte herstellt, aber schwere SUV importiert?... also diese reine Produktions-Kategorie ist hier eher nutzlos. Nach #Consumption-based CO2 aufsummiert ist n bissl schwieriger, weil dazu Daten fehlen von immerhin 660 Millionen Menschen, deren ProKopf Emission ohne den Import/Export zu berücksichtigen aber auch schon Ø 2t ist. Von denen lässt sich wohl eher nix mehr dazukaufen. Bleiben 2.71 Milliarden Menschen mit unter 1.9t Consumption-based CO2 in 2019. Wieviel ließe sich von denen dazukaufen, um in 2030 den globalen Fußabdruck auf 2.5t zu kriegen und auch die #SDG der UN #UNSDG nicht zu vernachlässigen? Sagen wir großzügig: pro Mensch, der in 2019 unter 1.9t war, könnten 0.3t in den großen Topf wandern, weil diese Menschen bis 2030 nicht 2.5t erreichen, sondern höchstens 2.2t? Bei 0.3t/Mensch kämen 813Mt zusammen, die ab 2030 grob (und großzügig für Global North) geschätzt jährlich zu verteilen wären. Diese 813Mt pro Jahr müssen dann auf 4.63 Milliarden Menschen verteilt werden, die in 2019 schon über 1.9t waren und ja alle bei höchstens 2.5t in 2030 sein dürfen, give or take. (3t pro Jahr ist auch noch in Ordnung. Dann muss es halt ab 2030 schneller gehen. Harrharr. So viel zu rein ideologisch motiviertem und für Menschen UND Wirtschaft nachweislich unnötigen Inkrementalismus, siehe England 1939-56...) Na. jedenfalls. Wenn sich 4.63 Milliarden Menschen die 813Mt CO2 pro Jahr teilen, kriegt jeder von ihnen 0.17t . Dann müssten Deutsche ab 2030 also auf 2.67t /Jahr sein. Alle. Auch Fritz Vahrenholt, Joe Käser, die Fußball-Nationalmannschaft, ihre Fans und Christian Lindner. (Alles Männer.. sorry. Frauen sind natürlich mit gemeint.) 2.67t/Jahr ab 2030 oder ganz, ganz nah da dran – UND "die Wirtschaft" funktioniert ab 2030 bereits so, dass weitere Emissionsreduzierung schon organisch unumgänglich geworden ist? Klar ist das zu schaffen. In 2016 waren die ärmeren 50% EU-Bürger auf 4t im consumption-based CO2, s. Diana Ivanova: "The unequal distribution of household carbon footprints in Europe and its link to sustainability", 2020 https://sci-hub.se/10.1017/sus.2020.12 Wenn wir's jetzt, heute, wie Churchill und die Briten damals machen, sinkt unser Konsum-CO2 schon sofort auf <= 5t pro Kopf. Dann bleiben noch 7 Jahre, um diese 5t zu halbieren durch Zubau von WEA und weiteren Konsum-Effizienzen. Pack ‘mers?! Auffi!

Mastodon
@anlomedad
Nur eine Teilantwort: Ich finde es wichtig, so früh wie möglich etwas einzuleiten und nicht auf die optimale Lösung zu warten. Etwa schon Rationen ausgeben, bevor die Wirtschaft ihre IT für C-Rationen umgestellt hat. Dann gibt es einen gold rush für die Rationen und Preise können sich automatisch einstellen, ohne dass ein nicht vorhandenes Bürokratiemonster Mikromanagement betreiben muss.
@anlomedad Die Leute denken sich, Oha, jetzt habe ich 2000C erhalten, und alleine Lebensmittel kosten vielleicht 500C. Da denke ich lieber zweimal über den Flug für 10kC nach.
@SciMihai Vorsicht vor dem CO2 Tunnelblick. Es sind bisher 9 planetare Grenzen etabliert wobei 5 schon überschritten sind. CO2 ist nur eines von vielen Problemen. Die erste Anforderung an ein neues Wirtschaftssystem muss sein dass es nicht mehr auf Wachstum angewiesen ist und in reichen Ländern #degrowth zulässt. Nur so kommen wir wieder in die planetaren Grenzen.
@jknodlseder
Wichtiger Punkt! Es würde das System komplexer machen, aber im Grunde lassen sich weitere Währungen hinzufügen. Landnutzung, Müll usw. Kann jeder damit haushalten, der schon mal Siedler von Catan o.ä. gespielt hat. Man müsste gucken, wie viele unterschiedliche Dinensionen wirklich nötig sind; z.B. hängt Landnutzung am Fleischkonsum durch Tierfutterimport doch wieder am CO2e, welches hier ja limitiert wäre. Wachstum wäre nur möglich durch Ressourcenreduktion.
@jknodlseder
Es gibt ja viele, die grünes Wachstum für möglich halten, oder zumindest so tun, um nichtgrünes Wachstum durchzudrücken. Ein System wie oben wäre der Realitätstest: ressourcenkorreliertes Wachstum wäre hier gar nicht möglich, unkorreliertes theoretisch schon. Dann kann sich niemand herausreden, wenn am Ende nur Schrumpfen als letzte Möglichkeit übrig bleibt.
@SciMihai
@anlomedad gesehen?
Ressourcen begrenzte Zuteilung.
Siehe auch Panorama ZDF mit Schellnhuber und 3t CO2.
@muenchengene
Ja gesehen, Reiner. Hab auch 2x kommentiert. Kannst Du die Kommis nicht sehen, wenn Du bis ans Ende von Mihais Thread scrollst/liest?
Ich könnte noch mehr kommentieren. Sollte es vll auch. Aber da mir der Vorschlag schon in seinen Prämissen unrealistisch gemessen am Nötiggewordenen dünkt (wie ich 2x kommentiert habe), spar ich mir den Gehirnschmalz, den Part der Durchführung zu kommentieren. Mihais Antworten auf die Kommis folgen auch einem völlig unreflektierten neoliberalen Duktus, sodass meine Mühe weder in Spaß noch in Nutzen münden würde.
@SciMihai
@muenchengene
Was war denn mit den 3t in Schellnhubers ZDF-Panorama? Ist mir grad nicht geläufig.
@SciMihai
@muenchengene @anlomedad Hm naja ich wollte eben nicht (nur) die linke Bubble ansprechen, sondern vor allem die Leute aus dem FDPCDU-Universum auf die vernünftige Seite holen, dazu muss man erst mal ihr Vokabular nutzen. Wenn du dir aber nicht mal die Mühe machen möchtest, auf meine Antworten einzugehen, weiß ich auch nicht weiter. Wie sollen denn 75% der Nicht-Grün-Wähler überzeugt werden, die bei der bloßen Erwähnung von „Kapital“ schon das Weite suchen?

@SciMihai
Proaktive faule Kompromisse als Vorschlag zur Diskussion stellen KANN gar nicht Mehrheiten für das Nötiggewordene generieren.

Außerdem bietest Du die faulen Kompromisse CDUFDP an – das sind die, die auf 1 Seite mit den fossilen Industrien wie RWE, Porsche & Co. stehen. Mit anderen Worten: es sind mörderische Psychopathen, die auch
Lügen als legitime Form von demokratischem Diskurs sehen.

Damit schließt Du rational denkende Wesen aus Deinem Diskursvorschlag per se aus.

Hast Du ja auch schon in dem Prämissen deutlich gemacht und in Deinen Antworten auf meine Kommis noch mal unterstrichen.

Auf diesem Level wird das Nötiggewordene noch nicht mal BEKANNT, weil Du Dich weiterhin indem verlogenen Dunstkreis der Psychopathen bewegen willst. Was nicht BEKANNT ist, kann keine Mehrheiten bekommen.
Also ist Dein Vorschlag Enabler für das verlogene, psychopathische, mörderische WeiterSo.

War sicher von Dir so nicht gemeint. Aber das ist dabei rausgekommen.

@muenchengene

@muenchengene @anlomedad Dann belege den „faulen Kompromiss“. Wenn man die Rationen im Modell innerhalb von 3 Monaten auf 1-2t / y setzt, ist man quasi sofort im von dir geforderten Überlebensmodus. Eventuell hattest du das noch nicht verstanden?

Es ist meiner Meinung nach sinnvoller, für etwas Konkretes zu kämpfen (Parameter = X) in einem wohldefinierten System, als für nebulöse Forderungen, von denen niemand weiß, wie man sie genau erreichen soll.

@muenchengene @anlomedad oder anders formuliert: mit den richtigen Parametern ist das Modell das perfekte trojanische Pferd für Neoliberale.

@SciMihai
Jaja. Was an 2.67t in 2030 für jeden Deutschen nebulös sein soll, weil nur 0.17t aus ärmeren Staaten überhaupt dazugekauft werden können, findest Du nicht weiter erklärenswert in Deiner Antwort.
Stattdessen wirfst Du mir vor, nebulöse Forderungen zu stellen.
Das sind Merz-Kommunikationsmethoden. Mir reicht's.
Du bist nicht nur auf Kompromiss mit den Psychopathen gepolt sondern stehst tatsächlich selbst auf neoliberale Lügen und ihre Durchsetzungsmethoden. Bye.

@muenchengene

@muenchengene @anlomedad
? Vielleicht einmal durchatmen und nicht immer gleich überall Feinde sehen?

Hast du gesehen, dass Emissionsrechte in meinem Modell *gar* nicht zugekauft werden können, also nicht mal 0,17t, sondern wirklich 0t?

Na ich bin nicht nachtragend und bleibe jedenfalls gesprächsbereit, wenn du es dir anders überlegen möchtest.

@SciMihai
Du hast doch gar nicht zu Ende durchdacht, was in Deinem System passiert auf dem Weg dahin, wenn alle Menschen in DE und EU bis 2030 auf 2.67t kommen.
Auf dem Weg dahin machen in Deinem System zB Transportunternehmen Pleite und dann bleiben Supermarktregale leer, weil die ganze Lieferkette kaputt ist.

Auch werden Millionen Menschen arbeitslos.
... usw usf.
Naja. Hab jetzt keinen Bock mehr auf so eine ideologische, neoliberale, undurchdachte Hampelei. Es ist Sonntag. Ich mach mir jetzt Pommes und Salat und dann guck ich Staffel 2 Broadchurch. Da haben ich und das Klima mehr von, als Deinem Mind weiter Gelegenheit zu geben, sich in der Online-Konver mit mir in althergebrachtem WeiterSo #Schlamm zu einzugraben.
@muenchengene

@anlomedad @muenchengene Ich finde es seltsam, eine auf das notwendige schrumpfende Krisenwirtschaft als neoliberal zu bezeichnen. Natürlich müssen die ressourcenverschwendenden Industrien aufhören, aber die überlebenswichtigen (auch Transport) bleiben doch, weil die Menschen für die entsprechenden Produkte und Dienstleistungen C reservieren; die Heftigkeit des Abbaus und den Grad der Anpassung regeln die Parameter. Wie soll es denn sonst gehen?

@muenchengene
Danke für den Hinweis, hatte ich verpasst. Es wirft genau die richtigen Fragen auf. Ich finde auch wie im Beitrag, dass Besteuerung (auch mit Klimageld) nicht genügend wirksam sein kann. Zum Klimageld hatte ich auch einmal grob gerechnet (sorry für den Twitter-Link: https://twitter.com/drmihai78/status/1513190457983045636?s=20 )

Panorama:
https://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2023/Das-Klima-und-die-Reichen,klimareiche100.html

Mihai Alevra @[email protected] on Twitter

“Gedanken zu #CO2Steuer und #Klimageld: Ist CO2-Bepreisung ein ausreichendes Instrument zur Emissionsreduktion, auch wenn noch CO2-neutrale Konsumalternativen fehlen? Schafft Klimageld da sozialen Ausgleich? Nach Herumspielen mit einem einfachen Modell habe ich Zweifel. 1|11”

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