@SciMihai
2)
Durch den Vorschlag hindurch zieht sich scheinbar die Vorstellung, dass ein System kreiert werden muss, das länger als 15 Jahre oder so laufen soll.
Wie klima-realistisch ist das?
Das gesamte globale #CO2Budget bis 2100 wäre ja schon in 9 Jahren futsch.
Alles weg. Nix mehr da für Zement, Flug- und Schiffstransport oder Landwirtschaft oder Bergbau.
Wenn wir langsamer sind, weil wir Entscheidungen treffen und politisch pasiv oder aktiv unterstützen, die unsere Dekadenz heute wichtiger einschätzt als das Überleben, ist in 20 Jahren eh Sense. Mit der Einstellung läuft auch kein neues System mit C-Rationen länger als 20 Jahre mehr.
Und: bis 2030 müssen die C-Rationen halbiert worden sein. D.h. in Deutschland müssen auch schon alle Bürger auf 2.5t CO2 inklusive der staatl. Emission sein.
Weil ja der Welt-Durchschnitt 5t ist. Und sich Deutsche zum Ausgleich für mehr als 2.5tpc ab 2030 nahezu kein CO2 in ärmeren Ländern dazu kaufen können.
Genauer hab ich das hier errechnet: https://mst.mineown.de/@anlomedad/109692062942944972
Da bleibt pro Kopf nahezu nix in 2030, was von woanders her gekauft werden könnte.
Diese harte Grenze im CO2-Budget zieht natürlich ebenfalls den Inkrementalismus in Zweifel, den Du mit "mit Evolution statt Revolution" als Prämisse festgesetzt hast.
Inkrementalismus scheint mir besonders unverständlich. Du bist doch Physiker von Haus aus und verstehst das Konzept des Budgets und der anderen planetaren Grenzen? Gekoppelt mit der Prämisse, dass der Staat kein Mikromanagement betreiben solle, sondern der freie Markt den C-Preis regeln soll,
sind beide Prämissen – bewusst oder unbewusst – ideologisch motiviert und faktisch doch nicht argumentativ zu festigen.