¯\_(ツ)_/¯
@nblr das ist mir eine viel zu undemokratische Haltung. Die Politik ist immer auch ein Spiegel der Gesellschaft - die Politik sind immer auch ein bisschen wir. Von ihr nichts zu erwarten, ist ein Ausklinken aus der Idee der Demokratie für mich. Unvorstellbar deswegen.
Dazu kommt: Alle anderen Protestformen werden von den Medien ignoriert. Die in diesem Land die vierte Gewalt darstellen.
Ich kann mich gut aufregen - aber zuerst über die Politik, dann die Medien und irgendwann kommt die LG.
@Kadda @nblr In einer Demokratie sollte die Politik ein Spiegel der Gesellschaft sein. Das Parteisystem und der "Dienstweg" ordentlicher Politikerkarrieren stellen durch ihre soziologischen Strukturen einen veritablen Filter dar und konditionieren das Personal. Wenn man einen echten Spiegel der Gesellschaft wollte, müsste man die Besetzung der Parlamente auslosen.
@Kadda @nblr In einer Demokratie sollte die Politik ein Spiegel der Gesellschaft sein. Das Parteisystem und der "Dienstweg" ordentlicher Politikerkarrieren stellen durch ihre soziologischen Strukturen einen veritablen Filter dar und konditionieren das Personal.
Wenn man einen echten Spiegel der Gesellschaft wollte, müsste man die Besetzung der Parlamente auslosen.
@Kadda @nblr Wir haben es zur Zeit in der Politik mit einem regelrechten "Bootstrapping"-Problem zu tun:
Damit wir den für eine ordentliche Demokratie erforderlichen Bildungsstand erreichen sind erstmal erhebliche Investitionen in das Schul- und Ausbildungsystem erforderlich. Das Sozialgefüge muss wieder-/aufgebaut werden. Aber diese Entscheidungen müssen von der Politik getragen werden, die dazu aber nicht in der Lage ist, solange es am Bildungsstand und Sozialgefüge mangelt.
@nblr Wenn ich mir anschaue, was bei Corona aus den Öffentlich-Rechtlichen kam und was aus den Nischen, waren die Öffentlich-Rechtlichen erstaunlich gut.
Auch die Selbstkontrolle funktioniert — nicht perfekt, aber deutlich besser als bei den privaten.
Eine der Plattformen, bei denen ich dachte "ja, informierte Nische! So soll das!" hat inzwischen (leider) gezeigt, wie wertvoll der explizitem Auftrag der Öffentlich-Rechtlichen doch ist: https://www.draketo.de/politik/nachdenkseiten-abschiedsbrief
@ArneBab @nblr @Kadda Bei den ÖRR würde ich mir halt mal wünschen, wenn die "Präsentation" der Formate etwas – äh – ansprechender wäre. Mediathek ist ja schön und gut, aber die ÖRRs sind halt nach wie vor im "lineares Programm"-Denken verhaftet.
Was ich mir wünsche wäre so eine Art Öffentlicher Mediendienst (vgl. C3-VOC) den z.B. kommunale Theater nutzen können, aber auch freie Kunstschaffende ("independent Filme") um damit Richtig Gutes produzieren zu können.
@ArneBab @nblr @Kadda Ausserdem fände ich es mal gut, wenn das, woran sich die Gegener des ÖRR eigentlich stören, den Beitragsservice (dessen MX bis letztes Jahr immer noch auf mail.gez.de gezeigt hat *hrhr*), abschaffen würde.
Die ursprüngliche Begründung für das Beitragssystem (sicher stellen von Staatsferne und unabhängige Berichtserstattung) wurde ja durch die Propagandatrolle auf YT & Co ad absurdum geführt.
Zweckgebundene Steuer in einen transparenten Medienfond und gut.
@datenwolf Youtube hat für mich das Gegenteil gezeigt: dass eine private Plattform ohne festgelegten gesellschaftlichen Auftrag diese Aufgaben eben nicht erfüllen kann.
Die GEZ ist deswegen immernoch wichtig, weil dadurch Staatsferne für ein Programm mit explizitem Informationsauftrag gesichert wird. Wir brauchen eher noch stärkere Trennung der jeweils aktuellen Regierung von den ÖRR.
Was ich wichtig fände wäre die komplette Verbannung von Werbung aus dem ÖRR ⇒ Unabhängigkeit.
@datenwolf Worauf ich hoffe sind die Pläne für mehr creativecommons-Lizensierung der Inhalte der ÖRR.
Und was ich mir wünsche ist ein Ende der unsäglichen Depublikationspflicht — wenn sie endlich CC lizensieren, werde ich das halt selbst in die Hand nehmen (weil ich das dann darf). @nblr @Kadda
@ArneBab @nblr @Kadda Genau das meine ich doch. YT hat doch geradezu gezeigt, dass das Argument "Staatsferne → Qualität & keine Propaganda" hinfällig ist.
Das Problem mit dem Beitragsservice ist, dass sich da ein intransparenter Klüngelsumpf gebildet hat, der das Ganze politisch sehr angreifbar macht. Das wirst Du auch nicht mit "mehr GEZ" los.
Ausserdem haben die ihre Datenbestände nicht richtig im Griff (für Sie getestet).
@datenwolf Nein, Youtube ist eine Privatfirma mit Gewinn (=Zeit binden) als einzigem echten Ziel. Youtube hat gezeigt, dass Privatmedien nicht ausreichen. Die Lektion sollten wir für die Zeitungen auch endlich lernen …
(und wir brauchen nicht "mehr GEZ", sondern "Werbung raus" — die Werbung macht höchstens 1€ aus und ist nach offizieller Begründung drin, weil sonst bestimmte Personengruppen für Werbung ja gar nicht erreichbar wären ⇒ "ja, genau, das ist doch der Punkt!")
@datenwolf Frag dich mal, wie dick der Klüngelsumpf bei Youtube ist. Die zeigen das nur nicht. Du merkst es, wenn du dir anschaust, wie scheinbar beliebig Youtuber demonetarisiert werden:
Wann immer ihre Inhalte einem der größeren Werbekunden nicht passen ⇒ Klüngel, aber legal, weil "sind ja unsere Kunden, denen wir eure Aufmerksamkeit ganz legal verkaufen".
@datenwolf Ich will nicht, dass jemand Geld dafür zahlen kann, dass ich etwas sehe.
Das ist nämlich Propaganda, ganz legal gelenkt durch die, die Geld dafür ausgeben.
Ich will selbst die Leute bezahlen, die erstellen, was ich konsumiere (und mache das auch; über Patreon, liberapay und manchmal sogar SEPA — danke @tazgetroete und @shinmera ! )
ublock origin hilft auf youtube gegen viele der Exzesse, reicht aber nicht.
@ArneBab @nblr @Kadda Ich glaube Du misverstehst mich: Auf YT läuft so viel Propaganda und auf den Privaten so viel Schrott, dass die Realität gezeigt hat, dass die immanente Staatsferne von YT und Privat eben kein Garant für Propagandafreiheit ist.
Der ÖRR der prinzipbedingt wesentlich näher am Staat dran ist dagegen produziert ein wesentlich neutraleres Programm.
@datenwolf da habe ich dich wirklich falsch verstanden, ja 🙂
Ich sehe da zwei Dimensionen:
- Staatsferne
- Gesellschaftlicher Auftrag
Die reine Staatsferne ohne Auftrag funktioniert nicht, das haben die privaten hinlänglich gezeigt.
Der Gesellschaftliche Auftrag ohne Staatsferne funktioniert allerdings auch nicht, weil dann die aktuelle Regierung zu viel Zugriff hat.
Sobald der Finanzminister sagen kann „wenn ihr das bringt, ist nächstes Jahr euer Geld weg“ fehlt Staatsferne.
@nblr @Kadda
@Kadda so wie man sich über Greta Thunberg aufregt statt über das Globalversagen in der Klimapolitik.
So wie einige erst über Zahnweh jammern, statt über ihr Zahnputzversagen?
@Kadda
Das liegt daran das Menschen oft Ursache und Wirkung nicht verstehen wollen.
Daher gibt es dann auch oft eine Täter - Opfer umkehr.
Oder anders gesagt diese Aussage:
"Warum hat sie sich nicht rechtzeitig getrennt? Dann ist es doch kein Wunder was ihr passiert ist!"
Oder:
Somit ist auch der Wähler "selbst Schuld" was "ihre" Politiker so treiben.😉
@Kadda das Versagen der Politik betrifft nur Future-Me
Protest der mich jetzt gerade aktuell beeinträchtigt ist viel schlimmer und greifbarer. /s
Aber das ist ja gerade das: ich verstehe es. Große Probleme ignorieren wollen ist total menschlich und vorhersehbar.
Ich sehe halt auch nicht dass es besser werden würde. Und das obwohl das ein Teil des Kernversprechens indirekter, parlamentarischer Demokratie war. :-/
@Kadda Weil deren Protest vom Problem ablenkt, statt es im Protest aufzugreifen.
https://jacobin.de/artikel/narzisstische-weltrettung-just-stop-oil-van-gogh-ines-schwerdtner/
@boreana "Die meisten Menschen haben es in ihrem Alltag noch nicht begriffen"
Die meisten haben es begriffen. Das Problem sitzt in den Ämtern, Parlamenten, Vorständen. Nicht im Firmenwagen auf dem Weg zur Baustelle.
Klebt euch in den Grunewald, vor das Kanzleramt, blockiert den Bundestag. Stört die, die am Drücker sind etwas wirklich zu verändern, nicht die, die nur alle vier Jahre wählen können und so viel verdienen um sich gerade so Plastikmüll und Kadaver getöteter Tiere leisten können.
@boreana "Aber das passiert nicht, weil die Masse nicht versteht, oder wahrhaben will, dass wir aufhören müssen, mit dieser Umweltzerstörung."
Doch. Und zwar gewaltig. Die Ottonormalverbraucherïnnen haben es verstanden. Das zeigt sich in den Wahlergebnissen, das zeigt sich in der öffentlichen Diskussion abseits der Yellowpress.
Aber sag mir mal klar und direkt ohne hohle Phrasen und Strohmänner, was denn die Ottonormalbürgerïnnen deiner Meinung nach machen sollen?
@boreana Das perfekte Beispiel für gefühlte Realität. Danke dir.
59% aller Deutschen (src: Forsa) sorgen sich, dass sich der Klimawandel immer häufiger und stärker durch Naturkatastrophen auf den Alltag auswirkt.
64% laut NDR Umfrage (Angst vor Klimafolgen), 57% laut EIB Forschung (Klimawandel als größtes Problem), 80% laut Yougov (Reduzierung von Konsum zum Klimaschutz), ... die Liste geht weiter.
@boreana Ach komm. Das klingt jetzt echt nur nach einer Ausrede, weil du dir ersparen möchtest auf Basis von Fakten zu diskutieren.
> "Kognitive Dissonanz" ist ein Begriff?
War genauso passiv aggressiv, aber ich habe, den Fakten zur liebe, drüber hinweggesehen.
@boreana
Du sagtest, die Menschen Interessiere das (noch) nicht, sie hätten den ernst nicht realisiert: Widerlegt.
Du sagtest, die Menschen würden weiterhin Wegwerfdeko kaufen, den Konsum nicht anpassen: Widerlegt.
Du springst von Strohmannargument zu Strohmannargument um nicht zugeben zu müssen, dass der Protest falsch ist, da er aus Mitstreiter, Gegner macht.
Aber schön, dass du die Diskussion ohne einen einzigen Nachweise deiner Behauptungen verlässt. Tschüss. Viel Erfolgt trotzdem.