Ich werde einfach nie verstehen, wie man sich mehr über die Letzte Generation aufregen kann, als über das Versagen der Politik.
¯\_(ツ)_/¯

@Kadda Weil deren Protest vom Problem ablenkt, statt es im Protest aufzugreifen.

https://jacobin.de/artikel/narzisstische-weltrettung-just-stop-oil-van-gogh-ines-schwerdtner/

Narzisstische Weltrettung

Die Klimabewegung wird nicht radikaler, wenn sie sich an Straßen klebt oder Gemälde mit Suppe bewirft. Sie wird strategisch ratloser.

JACOBIN Magazin
@marv Neee, der Protest lenkt genau auf das Problem: Die meisten Menschen haben es in ihrem Alltag noch nicht begriffen, wie sehr wir den Planeten an die Wand fahren und wie absolut irrelevant es in diesem Kontext ist, ob man pünktlich zum Bürojob kommt, oder im Tedi rechtzeitig Weihnachtsdeko kaufen kann, wenn der Jetstream abreißt. Die Diskussion um die Protestform ist wie ein Stellvertreterkonflikt. Darin entblößt sich die ganze Kognitive Dissonanz, die Ignoranz, der Klassismus.
@Kadda

@boreana "Die meisten Menschen haben es in ihrem Alltag noch nicht begriffen"
Die meisten haben es begriffen. Das Problem sitzt in den Ämtern, Parlamenten, Vorständen. Nicht im Firmenwagen auf dem Weg zur Baustelle.

Klebt euch in den Grunewald, vor das Kanzleramt, blockiert den Bundestag. Stört die, die am Drücker sind etwas wirklich zu verändern, nicht die, die nur alle vier Jahre wählen können und so viel verdienen um sich gerade so Plastikmüll und Kadaver getöteter Tiere leisten können.

@boreana stört die Lieferantïnnen der Bundestagskantine, den Zugang zu Nobel-Restaurants ... Lernt aus der Geschichte des Protests. Die Masse sinnfrei zu treffen und gegen sich zu bringen hat in den letzten 60 Jahren Klimaprotest absolut nichts gebracht. Es entfacht ein Kampf innerhalb der unteren Schichten, während sich die Verantwortlichen achselzuckend im warmen Parlament darüber unterhalten, wie man die Proteste aufhält statt zu handeln, weil ALLE Beteiligten die Diskussion verschieben.
@marv "Stört die, die am Drücker sind": Das wurde ja bereits probiert. Aber damit die Gestörten sich ändern, muss die Gesellschaft diesen Gestörten die Legitimität ihres Verhaltens aberkennen, in dem Moment, wo auf Umweltzerstörerisches Verhalten aufmerksam gemacht wird. Aber das passiert nicht, weil die Masse nicht versteht, oder wahrhaben will, dass wir aufhören müssen, mit dieser Umweltzerstörung.

@boreana "Aber das passiert nicht, weil die Masse nicht versteht, oder wahrhaben will, dass wir aufhören müssen, mit dieser Umweltzerstörung."

Doch. Und zwar gewaltig. Die Ottonormalverbraucherïnnen haben es verstanden. Das zeigt sich in den Wahlergebnissen, das zeigt sich in der öffentlichen Diskussion abseits der Yellowpress.

Aber sag mir mal klar und direkt ohne hohle Phrasen und Strohmänner, was denn die Ottonormalbürgerïnnen deiner Meinung nach machen sollen?

@marv Nicht still sein. So wie die Rechten sehr schnell laut sind und damit den Diskurs prägen, muss der Protest und die Empörung über im Kontext der Klimakatastrophe illegitimes Verhalten groß und laut und unnachgiebig sein und darf nicht nur aus der Klimabewegung kommen. Und dafür braucht es ein Aufrütteln und Aufklärung der großen Wählermassen, damit die Politik Handlungdruck bekommt. Ein Weg.

@boreana Das perfekte Beispiel für gefühlte Realität. Danke dir.

59% aller Deutschen (src: Forsa) sorgen sich, dass sich der Klimawandel immer häufiger und stärker durch Naturkatastrophen auf den Alltag auswirkt.

64% laut NDR Umfrage (Angst vor Klimafolgen), 57% laut EIB Forschung (Klimawandel als größtes Problem), 80% laut Yougov (Reduzierung von Konsum zum Klimaschutz), ... die Liste geht weiter.

@marv Das "Danke dir" hättest du dir echt sparen können. Ich bin raus.

@boreana Ach komm. Das klingt jetzt echt nur nach einer Ausrede, weil du dir ersparen möchtest auf Basis von Fakten zu diskutieren.

> "Kognitive Dissonanz" ist ein Begriff?
War genauso passiv aggressiv, aber ich habe, den Fakten zur liebe, drüber hinweggesehen.

@marv Du attestierst meine Argumenten "gefühlte Realität" ohne verstanden zu haben was ich meine. Sonst hättest du nicht als Antwort die Statistiken zitiert. Meine Frage war ernstgemeint, weil ich nicht annehmen wollte, dass jeder den Begriff kennt. Ich nahm an, dass deine Frage vorher auch aufrichtig war. Sorry, der Austausch führt für mich zu nichts.

@boreana
Du sagtest, die Menschen Interessiere das (noch) nicht, sie hätten den ernst nicht realisiert: Widerlegt.
Du sagtest, die Menschen würden weiterhin Wegwerfdeko kaufen, den Konsum nicht anpassen: Widerlegt.
Du springst von Strohmannargument zu Strohmannargument um nicht zugeben zu müssen, dass der Protest falsch ist, da er aus Mitstreiter, Gegner macht.

Aber schön, dass du die Diskussion ohne einen einzigen Nachweise deiner Behauptungen verlässt. Tschüss. Viel Erfolgt trotzdem.

@marv Ich bleibe dabei. Die meisten verstehen Klimawandel, aber haben noch nicht begriffen, wie dringend das Problem ist. Wir haben jahrZEHNTELang in Richtung Politik protestiert. Es gab rekordbrechende Demos, und es tut sich nichts. Es gab Protest bei Konzernen und Industrie. Wir müssen jetzt, als verzweifelte Maßnahme, auch jeden durchschnittlichen Mitmenschen aktivieren, weil es kein klassisches "NiceToHave"-Thema ist, sondern unter ALLEM liegt.

@boreana Eben doch. Die Menschen wissen es, das merkt man doch alleine daran, dass die Betroffenen ihre Motoren ausschalten wenn sie im Stau stehen weil sich wieder einmal irgendwelche Protestler vor die Stadtautobahn geklebt haben. Die Ottonormalbürgerïnnen können auch nichts dagegen unternehmen. Da hilft es nicht, diese Menschen auch noch im Alltag zu behindern und gegen sich aufzubringen.

Oder was denkst du, warum sich eben exakt die Betroffenen seit einem Jahr über den Protest aufregen?

@marv Die Leute kaufen immer noch Wegwerfdeko oder nutzen Mähroboter, weil "so schlimm kann es ja nicht sein, wenn ich es einfach kaufen kann".
"Kognitive Dissonanz" ist ein Begriff? Es ist dem Gehirn quasi energieeffizienter, das eigene Verhalten zu rechtfertigen, statt zu reflektieren. Die Leute die sich aufregen kommen ja nicht mal an den Punkt, wo sie in der Lage sind zu reflektieren, warum sie sich eigentlich so aufregen. Und worüber.