Ich werde einfach nie verstehen, wie man sich mehr über die Letzte Generation aufregen kann, als über das Versagen der Politik.
¯\_(ツ)_/¯
@Kadda von “der Politik” erwarte ich nichts. Recht emotionslos. Gelegentlich kann man sich freuen wenn was gutes bei rum kommt. Wenn Aktivisten jedoch einem Anliegen das mir sehr wichtig ist einen Bärendienst erweisen, indem sie aus all dem was möglich ist, ohne Not schwer zu vermittelnde Aktionsformen ergreifen, dann ärgert mich das.
Inzwischen zwar auch immer weniger, weil ich langsam damit klar komme, dass Menschen allgemein halt nicht doll klug sind, aber immer noch mehr als Politikversagen.

@nblr das ist mir eine viel zu undemokratische Haltung. Die Politik ist immer auch ein Spiegel der Gesellschaft - die Politik sind immer auch ein bisschen wir. Von ihr nichts zu erwarten, ist ein Ausklinken aus der Idee der Demokratie für mich. Unvorstellbar deswegen.

Dazu kommt: Alle anderen Protestformen werden von den Medien ignoriert. Die in diesem Land die vierte Gewalt darstellen.

Ich kann mich gut aufregen - aber zuerst über die Politik, dann die Medien und irgendwann kommt die LG.

@Kadda @nblr In einer Demokratie sollte die Politik ein Spiegel der Gesellschaft sein. Das Parteisystem und der "Dienstweg" ordentlicher Politikerkarrieren stellen durch ihre soziologischen Strukturen einen veritablen Filter dar und konditionieren das Personal.

Wenn man einen echten Spiegel der Gesellschaft wollte, müsste man die Besetzung der Parlamente auslosen.

@Kadda @nblr Aber die Ereignisse der letzten 3 Jahre haben in mir ernsthafte Zweifel aufkommen lassen, ob ein echter 1:1 Spiegel der Gesellschaft – so wie sie zur Zeit existiert – überhaupt wünschenswert ist. Damit Demokratie überhaupt funktioniert ist ein gewisser Bildungsstand – im Sinne Humboldt'scher Erkenntnis – notwendig, den unser aktuelles Schulsystem nicht zu vermitteln in der Lage ist.

@Kadda @nblr Wir haben es zur Zeit in der Politik mit einem regelrechten "Bootstrapping"-Problem zu tun:

Damit wir den für eine ordentliche Demokratie erforderlichen Bildungsstand erreichen sind erstmal erhebliche Investitionen in das Schul- und Ausbildungsystem erforderlich. Das Sozialgefüge muss wieder-/aufgebaut werden. Aber diese Entscheidungen müssen von der Politik getragen werden, die dazu aber nicht in der Lage ist, solange es am Bildungsstand und Sozialgefüge mangelt.

@datenwolf @Kadda Ein schwer zu lösendes Problem. Deswegen sind Initiativen wie Chaos-macht-Schule oder der Verstehbahnhof wichtig, weil sie nicht nur - wie z.b. die Tafeln - eine Versorgungslücke schließen, nicht nur Menschen mit krisenwichtigen skills ausstatten, sondern auch Werte vermitteln und positiv auf das Sozialgefüge wirken.