Massenpsychologie?
Massenpsychologie gibt es auch ohne Faschismus, und unsere Unterhaltungsindustrie gehört dazu, in ihrem Starrummel und der verwirrenden und zerlegenden Vielfalt …
Wilhelm Reich war einer der frühen Musterschüler von Sigmund Freud in der Psychoanalyse, die allesamt wegen eigener Theorien abserviert wurden, er vor allem wegen seiner marxistischen Grundlagen und politischen Vorstellungen, den Faschismus psychologisch zu verstehen und aus der autoritären Sexualerziehung zu verstehen,
seine tragische Geschichte in den USA von der zweiten Bücherverbrennung dort und seinem Ende im Gefängnis, nach wohl verhängnisvollen Zusammenarbeiten mit den Atombehörden, die für die Auslöschung seiner öffentlichen Geschichte sorgten …
Der Ur-Faschismus
ist immer noch um uns, manchmal sehr unscheinbar gewandet. Es wäre für uns so viel leichter, träte jemand vor und verkündete: „Ich will ein zweites Auschwitz, ich will, daß die Braunhemden wieder durch unsere Städte marschieren.“ Das Leben ist nicht so einfach.
Der Ur-Faschismus kann in der unschuldigsten Verkleidung wieder auftreten. Wir haben die Pflicht, ihn zu entlarven und jedes seiner neueren Beispiele kenntlich zu machen.“… pressenza.com/de/2017/10/14-merkmale-des-ur-faschismus-nach-umberto-eco
Die Psychoanalyse hat sich weiter entwickelt
und zusammen mit den neueren Psychotherapien wie Gestalt auch neue Entwicklungen und Erkenntnisse veröffentlicht, doch fehlt ihre Stimme in der Öffentlichkeit:
Kritische Psychologie entstand, vereinfacht gesagt, aus der Frage, was ist ein gesunder Mensch, als die Ansammlungen von psychischen Befindlichkeiten, Begriffen und Krankheitszuschreibungen mit all ihren statistischen Wahrscheinlichkeiten all zu schwammig wurden … und was ist das Menschenbild außerhalb der Statistik?
Die Kritische Theorie wird in Täuschland in unserer nationalen Verkürzung oft auch als Frankfurter Schule aus den 1920er Jahren bezeichnet, mit Max Horkheimer, Theodor W. Adorno, Herbert Marcuse, Leo Löwenthal und Erich Fromm, emigrierte in die USA und wurde von den etablierten ärztlichen Kreisen in Deutschland weitgehend ignoriert.
Die internationalen Bewegungen beziehen sich mehr auf den Begriff aus der Reflexion von Marxismus und Psychoanalyse, wie er sich auch in der Pädagogik und anderen Therapieformen weiter entwickelte.
https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/kritische-theorie/8347
Seit den Veröffentlichungen der Mitscherlichs und Horst Eberhard Richter fehlt eine breiter verständliche gesellschaftliche Analyse der gegenwärtigen Entwicklungen zwischen der Macht des großen Geldes, das von Jachten aus handelt und regiert, unsere Systeme abkassiert und Ängste verbreitet:
„Wir glauben, was wir mögen“
und was wir nicht mögen, versuchen wir, auszublenden.
Prof. Dr. Stephanie Heinecke, Professorin für Kommunikationswissenschaft am 4.5.26 im Presseclub München zum Tag der Pressefreiheit 2026: Was ist wahr?
In der Vielfalt der Möglichkeiten wählen wir, was uns gefällt, so hat uns der Konsumismus erzogen.
Verdrängung als kollektives Verhalten beschrieben die beiden Mitscherlichs in den 1960ern und stießen in der dt. Öffentlichkeit als „Exilanten“, wie viele andere Rückkehrende auf mächtige Widerstände
Die „Unfähigkeit zu trauern“ der beiden PsychoanalytikerInnen Mitscherlich ist zu einem deutschen Charakter des unbewältigten Postfaschismus der ersten Jahrzehnte der Bundesrepublik – und im verzerrten / verzogenen Spiegel natürlich auch der DDR – geworden, dort mit der aktuellen Besatzungs-Erfahrung auf dem alten Trauma durch den Kapitalismus.
Psychoanalyse-Klassiker mit bestürzender Aktualität nach 87 Jahren wieder veröffentlicht
„Psychoanalytiker wie Stalinisten fanden 1933, gleichermaßen verblendet, auf Wilhelm Reichs Massenpsychologie des Faschismus keine andere Antwort, als diesen Autor zu ächten. Acht Jahrzehnte später taucht nun der lang verdrängte ’nationalsozialistische Untergrund‘ vor unseren Augen gespenstisch wieder auf. Da wird Reichs legendärer Originaltext von 1933 wieder gebraucht.“ Helmut Dahmer
Am 13. Januar 2020 ist im Psychosozial-Verlag Gießen die ursprüngliche Version von Wilhelm Reichs sozialwissenschaftlichem Hauptwerk erschienen – redigiert und mit einem umfangreichen Anhang versehen.
Reichs Buch ist zugleich ein Zeitzeugenbericht:
Ein marxistischer Psychoanalytiker jüdischer Herkunft erlebt, kommentiert und analysiert das Ende der Weimarer Republik und den Siegeszug des Nationalsozialismus. Darüber hinaus deckte Reich psychosoziale Grundzüge des internationalen Faschismus auf, die bis heute nichts an Brisanz verloren haben.
Informationen zum Buch: https://www.psychosozial-verlag.de/2940
„Bei der Rassentheorie komme es »nicht auf ihren rationalen Gehalt an«. Man könne »keinen Faschisten, der von der überragenden Wertigkeit seines Germanentums narzisstisch überzeugt ist, mit Argumenten beikommen«.
Dies schrieb der psychoanalytisches und marxistisches Denken verbindende Psychoanalytiker Wilhelm Reich im Sommer 1933. Seine unter den Bedingungen der existenziellen Bedrohung entstandene Studie überschrieb der Aktivist mit Massenpsychologie des Faschismus. Nun ist das Werk erstmals wieder in der Originalausgabe erschienen.“ https://www.juedische-allgemeine.de/kultur/einer-gegen-alle-3
»Die deutsche Arbeiterklasse hat eine schwere Niederlage erlitten. Der Faschismus hat gesiegt und baut seine Positionen mit allen verfügbaren Mitteln, in erster Reihe durch kriegerische Umbildung der Jugend, stündlich aus.«
Der Nationalsozialismus sei »unser Todfeind, aber wir können ihn nur schlagen, wenn wir seine Stärken richtig einschätzen und dies auch mutig aussprechen«, schreibt Reich.
In den 1960er Jahren gab es das Buch nur als „Raubdruck“ …
Unter der Überschrift „Anatomie des Wahns“ ist hier eine kurze Einführung gewesen …
Auf youtube sind große Auszüge anzuhören, wenn du die Geduld hast: https://www.youtube.com/watch?v=arim0U94oTA
Bei der Rosa Luxemburg-Stiftung im Gespräch: https://www.rosalux.de/mediathek/media/element/2547
Was die Massen zum Faschismus treibt: jacobin.de/artikel/wilhelm-reich-massenpsychologie-faschismus
Wilhelm Reichs Massenpsychologie des Faschismus (1933)
ist eine tiefgründige Untersuchung der psychosozialen Hintergründe des deutschen und internationalen Faschismus. Zugleich ist es ein Zeitzeugenbericht: Ein marxistischer Psychoanalytiker jüdischer Herkunft erlebt, kommentiert und analysiert das Ende der Weimarer Republik und den Siegeszug des Nationalsozialismus. Die hier dargestellte Sichtweise ist so nur noch in Reichs eigener späterer Version der Massenpsychologie (1946) nachzulesen – allerdings deutlich verändert, teils weniger klar formuliert, auf jeden Fall: weniger psychoanalytisch.
Reichs Originaltext von 1933 erscheint hier ergänzt um das Nachwort der zweiten Auflage von 1934 sowie versehen mit einem Glossar und einer biografisch-zeitgeschichtlichen Einordnung von Andreas Peglau.
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Im Kontext heutiger Bücher
neben der Flut der Forschungen und Schriften der Kritische Psychologie
Ein lüderliches Leben Portrait eines Unangepassten hg. Sigrid Standow Ernest Borneman
Anfänge von David Graeber und David Wengrow
#Faschismus #Sexualpädagogik #Psychoanalyse