WOZU STAAT?
In den 1970er Jahren galt es unter Linken als ausgemacht, dass das "Sozialwesen" in der "bĂŒrgerlichen Gesellschaft" notwendig sei, um die Funktionen des #kapitalistischen Produktions und Reproduktionsprozesses samt AusbeutungsverhĂ€ltnissen und Profit Produktion zu gewĂ€hrleisten. Der bĂŒrgerliche Staat, so die damalige Vorstellung, hat als "Herz-Lungen-Mascine des Kapitals" diese SozialFUNKTION zu gewĂ€hrleisten. Man Unterschied bezĂŒglich Realisierung der
#SOZIALFUNKTION zwei "Varianten", eine eher restriktive (Thatcherismus, Reagonomics, Chicago Boys) und eine andere langfristige Variante (Sozialdemokratie). Beides Ausdruck bĂŒrgerlicher Herrschaftsformen.
Was damals unbeachtet blieb: Diese #sozialökonomische Analyse hat das
#Soziale, die
#Beziehungen, das
#Menschliche zu kurz gefasst bzw. im Kern gar nicht beschrieben.
Die bahnbrechenden Werke des französisch-litauischen Philosophen Emmanuel Lévinas waren gerade erschienen, nur sehr wenige verstanden damals seine Analysen.
Damals wurde noch kaum zur Kenntnis genommen, dass
#Beziehungen zum
#NĂ€chsten das Wichtigste sind,
also dem NĂ€chsten bedingungslos zu helfen,
fĂŒr ihn einfach Dazusein,
fĂŒreinander #Einzustehen,
#barmherzig,
#gĂŒtig,
#geschwisterlich zu handeln, dass dies alles den absoluten Kern des
#Menschlichen ausmacht.
Dem Staat, ob "bĂŒrgerlich-libertĂ€r", faschistisch oder stalinistisch kann auf diesem Hintergrund
(1) entweder die Aufgabe zukommen, die "Wolfsnatur" (Hobbes) des Menschen zu zÀhmen, Friede wÀre dann nur ein Waffenstillstand im Gleichgewicht des Schreckens. Oder
(2) ein gerechter Staat sein, der die bedingungslose Liebe zum NĂ€chsten angesichts vieler NĂ€chster geschwisterlich gerecht begrenzt.
Friede wÀre aus dieser Sicht ewig im Sinne Kants. Und nicht nur ein schnöder Waffenstillstand.
Mit diesem Staatskonzept lĂ€sst sich Politik neu realisieren. Nicht als GEGENKRAFT zu den Faschisten, es braucht dazu keine Kraftanstrengung, Gewalt braucht es beim Konzept des Hobbes'schen Wolfsstaates. Man kann die GĂŒte und Geschwisterlichkeit zulassen, einfach so, es braucht kein Training, es ist das eigentlich Menschliche im Menschen.
In einem gerechten Staat kann Hass nicht geduldet werden, sind #FlĂŒchtlinge HERZLICH willkommen, wird dem NĂ€chsten grosszĂŒgig gegeben, stehen echte FĂŒrsorge und der stĂ€ndige Ausbau des Sozialwesens im Mittelpunkt staatlichen Handelns. Der gerechte Staat wird echter Menschlichkeit gerecht.
Utopie? Ja klar. Wecken wir die Gesellschaft aus ihrem antiutopischen Schlaf! (Miguel #Abensour)