#longread "Gazaanse verslaggever ondersteunt vanuit Nederland Palestijnse collega's

Tweeënhalf jaar lang versloeg Hisham Zaqout als journalist de oorlog in Gaza. Hij is nu in Nederland om met zijn ervaring journalisten in conflictgebieden te helpen.

Dat doet hij door onderzoek te doen doen naar de overlevingsstrategieën van Palestijnse journalisten. Daarvoor kreeg hij een beurs van onderzoeksinstituut NIAS, dat een speciaal programma(opent in nieuw venster) heeft voor onderzoekers uit oorlogs- en conflictgebieden.

Zaqout kwam in februari naar Nederland. Hij is een van de drie Gazanen die via de rechter probeerde af te dwingen dat het ministerie van Buitenlandse Zaken hem zou helpen om zijn visum op te halen. Dat lag klaar in Jordanië, maar zonder hulp kwamen de drie Gaza niet uit. De bestuursrechter oordeelde dat Nederland hen niet hoefde te helpen.

Op Zaqout had die uitspraak geen effect meer, hij was net in Nederland aangekomen met hulp van Qatar. Zijn werkgever Al Jazeera heeft in de Qatarese hoofdstad Doha zijn hoofdkantoor."
.,,..,,.

https://nos.nl/artikel/2617518-gazaanse-verslaggever-ondersteunt-vanuit-nederland-palestijnse-collega-s

#gaza #palestine #journalism #journalist #press #netherlands #nederland

Gazaanse verslaggever ondersteunt vanuit Nederland Palestijnse collega's

Hisham Zaqout deed de afgelopen jaren verslag van de oorlog tussen Israël en Hamas. Met zijn ervaring wil hij collega's in conflictgebieden helpen.

It's a new long read! Read about one of my adventures which didn't go well at all. Not in the least.

https://www.fringe.com/why-monsoon-season-makes-coal-mine-canyon-so-terrifying/

#longread #arizona #adventure #photography

Eine einfache Methode, um Android-Apps auf Macs und PCs auszuführen

Natürlich darf man sich die Sinnfrage stellen: Warum könnte es gut sein, Android-Apps mit einem Desktop-Betriebssystem auszuführen? Die kurze Antwort lautet: Darum!

Oder etwas weniger kurz, weil Nerds sich seit jeher dafür einsetzen, dass alles überall läuft. Das plastischste Beispiel dafür ist das Spiel Doom, das auf Thermometern, elektronischen Schwangerschaftstests und weiss der Geier wo sonst noch läuft.

Triftige Gründe sind auch Nostalgie, Neugierde und manchmal sogar die richtige Arbeit. Es sind Situationen denkbar, bei denen eine App am Desktop nützlich wäre, die es für Windows und Mac OS nicht gibt.

Vor drei Jahren legte ich dar, wie sich Android-Apps unter Windows ausführen lassen. Das Windows Subsystem for Android funktioniert derzeit noch, obwohl Microsoft es vor zwei Jahren abkündigte. Taugt Android Studio als Ersatz? Das ist eine freie Entwicklungsumgebung von Google, die nicht nur für Windows, sondern ebenfalls für Mac und Linux existiert.

Sie ist für die Entwicklung von Android-Apps gedacht – und es könnte durchaus sein, dass wir dank Vibe-Coding dieses Feld unverbindlich erforschen möchten. Wir können die Anwendung indes ohne derlei Hintergedanken zum Betrieb existierender Apps benutzen.

Im «Device Manager» haben sich einige emulierte Telefone angesammelt.

Ein virtuelles Android-Telefon einrichten

Das funktioniert folgendermassen: Nach der Installation der Anwendung klicken wir auf der Startseite auf den Link More Actions und wählen Virtual Device Manager. Über das Plus-Symbol richten wir uns ein emuliertes Gerät ein, auf dem wir unsere Apps betreiben. Nebst Telefonen stehen Tablets, Wearables, Fernseher und Autos zur Verfügung. Wenn wir die Checkbox Show obsolete device profiles anklicken, dürfen wir antike Geräte einrichten.

In diesem Dialog wird das virtuelle Telefon konfiguriert und mit einem Betriebssystem bestückt.

Zwischenbemerkung dazu: Auf diesem Weg sind wir in der Lage, die alte Version einer App zum Leben zu erwecken. Ich hatte neulich dieses Bedürfnis, weil eines meiner Lieblingsspiele («Minion Rush») durch ein Update komplett verhunzt wurde. Die alten Versionen sind mit den neuen Geräten nicht mehr kompatibel, darum bietet sich dieser Weg an. Mehr dazu zu diesem Aspekt am Ende des Beitrags.

Bei den aktuellen Geräten gibt es diverse Pixel-Modelle zur Auswahl, aber für uns Nicht-Entwickler bietet sich eine der generischen Varianten an, z.B.  Medium Phone oder Resizable (Experimental). Ich empfehle indes, ein Google-Modell zu wählen. Meine Empfehlung ist das Pixel 10 Pro XL. Warum, erkläre ich weiter unten. Haben wir diese Entscheidung getroffen, klicken wir unten auf Next und dürfen als Nächstes die Version des Betriebssystems angeben (System Image).

Alte Modelle virtuell wiederbeleben

Die Standard-Vorauswahl ist okay für ein aktuelles virtuelles Gerät, ansonsten können wir wiederum die Option Show unsupported system images ankreuzen und bei API eine ältere Android-Version einstellen. Dort geht die Historie bis zu Android 4.1 alias Jelly Bean vom Juni 2012 zurück. Dann klicken wir auf Finish, woraufhin die notwendigen Daten heruntergeladen werden und der Emulator im Device Manager zur Verfügung steht. Er wird per Klick auf den Start-Knopf in Betrieb versetzt.

Die E-Paper-App läuft in der Android-Version einwandfrei auf dem Mac.

Nach einer gewissen Aufwärm- bzw. Aufstartzeit steht das «Gerät» parat. Nebenbei verrät die Titelleiste, dass wir es mit einem alten Bekannten zu tun haben: Die Emulation erfolgt via Qemu. Das ist ein Virtualisierungssystem, von dem hier im Blog schon öfter die Rede war¹.

Neben dem Fenster mit dem Android-Homescreen gibt es eine Leiste, über die wir die Lautstärke regeln, einen virtuellen Zurück– und Home-Knopf zur Verfügung haben, das Gerät zwischen Hoch- und Querformat umschalten und Screenshots anfertigen können. Über den Knopf Display Mode schalten wir (beim modernen Gerät) zwischen Telefon, Foldable und Tablet um. Um Apps auf dem Mac oder unter Windows zu betreiben, bietet sich ein Tablet an – dann steht uns ein bequemes Querbild zur Verfügung.

Über die Einstellungen stehen uns viele weitere Optionen zur Verfügung. Wir können den Ladestand des virtuellen Akkus einstellen, Kamerabilder übermitteln, virtuelle Sensoren aktivieren und vieles mehr. Diese Dinge sind für Entwicklerinnen relevant, aber ich schliesse nicht aus, dass Computerjournalistinnen die Gelegenheit ergreifen, Dinge auszuprobieren.

Wie kommen Apps in den Emulator?

Entscheidende Frage ist natürlich: Wie kommen Apps aufs Gerät? Das hängt vom ausgewählten virtuellen Gerät ab. Bei den generischen Modellen sind einige Apps von Google vorinstalliert, doch der Play Store zählt nicht dazu. In diesen Fällen richten wir Programme manuell ein², doch natürlich ist es praktischer, das über den App-Store tun zu können – darum oben die Empfehlung, das Pixel 10 Pro XL zu wählen, bei dem dieser Weg offen steht.

Es funktioniert hier genauso, wie bei einem richtigen Telefon: Wir melden uns mit unserem Google-Account an, navigieren durch den Store und klicken bei der gewünschten App auf den Installationsknopf. Ein Test mit der E-Paper-App des Tagesanzeigers verläuft reibungslos. Und ja, es liesse sich mit weniger Aufwand die Browser-Variante nutzen. Aber natürlich gibt es viele Anwendungsfälle, bei denen unter Mac, Windows und Linux kein Ersatz für die mobile App greifbar ist. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass sich auf dem Mac auch iOS-Anwendungen ausführen lassen.

Praktisch nicht nur für Journis und Bloggerinnen

Fazit: Für Nicht-Nerds ist das hier mutmasslich keine Weltsensation. Ich finde es praktisch, zumal ich tatsächlich in die Verlegenheit komme, ab und zu Android-Apps testen zu müssen. Ich habe ein echtes Testgerät zur Verfügung, aber das ist aus Gründen inzwischen öfter anderweitig belegt. Doch auch für Leute, die keine Computerjournalistinnen und Tech-Blogger sind, kann sich eine einfache Ausweichmöglichkeit ergeben. Und wenn es nur darum geht, an einer Schulung eine Android-App direkt ab Laptop-Bildschirm vorzuführen.

Bevor ihr fragt: Ja, es ist möglich, mehrere virtuelle Geräte parallel auszuführen. Und natürlich wollt ihr wissen, was aus meinem «Minion Rush»-Experiment wurde. Das emulierte Nexus-Gerät entpuppte sich als reichlich instabil. Obendrein entpuppte es sich als schwierig, ein passendes APK aufzutreiben. Anscheinend setzte Gameloft einiges daran, diese aus dem Netz zu entfernen. Ich fand eine seltsame Variante namens «Minion Rush on Skate», die ich zum Laufen brachte, aber nicht empfehlen würde.

Der einzige Lohn für meine Mühen: ein einziges, dubioses Spiel namens «Minion Rush Skate» läuft im Emulator

Manche kommerzielle Apps verweigern sich dem Emulator

Wir müssen nicht diskutieren, dass diese Geschichtsklitterung inakzeptabel ist: Alte Spiele und Versionen gehören zum Kulturgut, und müssen erhalten bleiben.

Zu meinem grössten Missmut habe ich es nicht geschafft, auch nur eine der verfügbaren APK-Varianten zum Laufen zu bringen. Fehlermeldungen gab es unterschiedliche: Install_failed_oder_SDK und Install-Failed_no_matching_ABIS waren die beiden häufigsten. Beide dürften auf eine Inkompatibilität hinweisen; im letzten Fall passt mutmasslich die Prozessor-Architektur nicht zum Emulator. Um dieser Sache auf den Grund zu gehen, gibt es in Android Studio die Befehle File > Profile or Debug APK und Build > Analyse APK. Mit letzterem öffnen wir ein Programmpaket und finden in der Dateistruktur unter File > Lib Hinweise, für welche Plattform die App entwickelt wurde. Ausserdem zeigt die Entwicklerumgebung an, dass Elemente zur Ausführung fehlen und bietet deren Installation an: Anzeige Install missing platform and fix project.

Leider führte mich nicht einmal diese Methode zum Ziel. Dafür gibt es meines Erachtens zwei Gründe:

  • Erstens wird auf Apple-Silicon-Prozessoren (M1 bis Mx) bei System Images nur Google APIs ARM 64 v8a unterstützt. Andere Systemabbilder, die für ältere Apps besser geeignet sein könnten, laufen nicht. Es wäre einen Versuch wert, das Experiment unter Windows mit Intel zu wiederholen. Aber dazu fehlte mir bislang die Zeit.
  • Ferner ergaben Nachforschungen, dass viele, gerade kommerzielle Apps, eine Art Kopierschutz eingebaut haben, mit dem die Ausführung im Emulator verhindert wird (Stichwort: Play Integrity API). Darum muss ich mich an dieser Stelle geschlagen geben. Nicht jedoch, ohne ein Wort des Protests gegen derlei Nutzer- und komsumentinnenfeindliche Manöver. Gameloft, das ist unsinniger Kontrollwahn!

Fussnoten

1) Wie Windows aufs iPad kommt, Eine geballte Ladung PC-Nostalgie direkt im Browser, Die schnellste Methode, um Windows-Programme auf dem Mac auszuführen

2) Bei virtuellen Geräten ohne Play Store weichen wir auf einen Store wie apkpure.com aus, laden dort die gewünschte APK-Datei herunter und ziehen sie aufs Fenster des Emulators. Es kann sein, dass die App dadurch direkt startet. Falls nicht, liegt das mutmasslich daran, dass die Google-Play-Dienste fehlen. Diese liessen sich vielleicht manuell nachrüsten, aber mir scheint der Aufwand zu gross. Ich empfehle diesen Weg daher nur für Experimente, bei denen explizit darauf geachtet werden soll, welche Apps ohne Play-Store-Dienste laufen. ↩

Beitragsbild: Drei Android-Telefone einträchtig aufgereiht zum Gebrauch: ein aktuelles generisches Gerät, ein Galaxy Nexus und ein Nexus 6P.

#Linux #Longread #Programmieren #WennIchEinmalZeitHabe

‘They take you out of life, out of time’: a journey into Spain’s astonishing cave paintings.

For tens of thousands of years, these Palaeolithic artworks were unseen. When they were rediscovered, onlookers marvelled at their vivid beauty.

One of the world’s leading experts took me up close.

https://mediafaro.org/article/20260602-they-take-you-out-of-life-out-of-time-a-journey-into-spains-astonishing-cave-paintings?mf_channel=mastodon&action=forward

#CavePaintings #Spain #Archaeology #Art #Palaeontology #Science #History #Palaeolithic #Longread

‘They take you out of life, out of time’: a journey into Spain’s astonishing cave paintings.

For tens of thousands of years, these Palaeolithic artworks were unseen. When they were rediscovered, onlookers marvelled at their vivid beauty. One of the world’s leading experts took me up …

The Guardian

Fünf Aufgaben, die die KI in der Tabellenkalkulation beherrscht

Vor zwei Jahren hielt die KI Einzug in Office. Die Sinnfrage stellt sich bis heute, denn wie ein Test neulich zeigte, ist Copilot unfähig, ein simples Worddokument anständig zu formatieren.

Aber wie sieht es in der Tabellenkalkulation aus? Denn schon zu Beginn war absehbar, dass hier der Nutzen am grössten sein würde: Hier geht es um den Umgang mit Daten und strukturierten Informationen, und dafür sind die Computer unbestritten prädestiniert.

Und in der Tat. Es gibt einige Aufgaben, bei denen uns die künstliche Intelligenz zur Hand gehen kann. Hier sind meine Beispiele, die sich analog mit Copilot in Excel und mit Gemini in Google Sheets umsetzen lassen:

1) Bereinigung von Inkonsitenzen

Tabellen enthalten oft ein Sammelsurium an Daten, das nicht durch Konsistenz glänzt.

Ein Beispiel: Ich sollte neulich dokumentieren, wie viele Bilder von einigen Fotografen auf einer grossen Newssite zu finden sind. Diese Informationen liessen sich per Scraping wunderbar erfassen. Doch eine erste Auswertung scheiterte am Ballast, der ebenfalls in der Tabelle gelandet war (man glaubt kaum, auf wie viele unterschiedliche Arten sich ein Bildcredit erfassen lässt). Auch die Namen lassen sich unterschiedlich schreiben. Das weiss ich als Mensch mit einem Umlaut im Nachnamen. Doch einer der Fotografen trägt einen türkischen Namen mit Ç am Anfang. Natürlich wurde das Cedille je nach Tagesform auch mal weggelassen.

Früher hätten wir die Tabelle alphabetisch nach der entsprechenden Spalte sortiert und einer manuellen Kontrolle unterzogen. Heute verwenden wir folgenden Prompt:

In der Spalte [Spalte] stehen Personennamen. Überprüfe die Schreibweise auf Konsistenz, inbesondere was Akzente und Sonderzeichen angeht. Stelle sicher, dass alle Namen einheitlich geschrieben sind.

Diese Methode lässt sich für beliebige andere Datensätze adaptieren: für die Schreibweise von Unternehmen («GmbH», «Gmbh» oder gar keine Organisationsform), Orten («Thalheim an der Thur», «Thalheim a.d. Thur», «Thalheim»), Berufe («Geograf», «Geograph») und so weiter.

2) Erstellen oder Verfeinern von Funktionen

Copilot fand unterschiedliche Schreibweisen eines Namens.

Natürlich, das ist die banalste aller Aufgaben: Sollten wir uns nicht erinnern, wie man Daten in einem bestimmten Bereich sucht (SVERWEIS), wie man ein Datum zusammenbastelt (DATUM), in einem Zelleninalt sucht (FINDEN) und ein paar Zeichen herausklaubt (TEIL), dann hilft uns die künstliche Intelligenz auf die Sprünge.

Dafür benötigen wir weder Copilot noch Gemini: Auch ChatGPT und Claude liefern mit einer passenden Beschreibung die entsprechende Funktion. Der Vorteil der direkt eingebauten LLMs liegt indes darin, dass wir mit Verweisen auf Spalten und Zeilen direkt angeben können, auf welche Daten sich die Funktion beziehen soll.

Ein Extratipp: Die KI beherrscht es ausgezeichnet, Funktionen robuster zu bauen. Sie baut etwa ein «Error-Handling» ein und sorgt dafür, dass kein Fehler angezeigt wird, wenn eine Zelle leer ist oder nicht das erwartete Datenformat aufweist.

3) Daten fit für die Tabellenkalkulation machen

Früher war es eine Art Hobby von mir, meine E-Mail-Korrespondenz zu analysieren (hier, hier oder hier). Ich fertigte jeweils eine Kopie der entsprechenden Mbox-Datei an, griff mittels regulärer Ausdrücke die gewünschten Informationen heraus und versuchte, die mit allen Tricks so weit zu konsolidieren, dass sie sich in eine Excel-Tabelle importieren und dort mittels Pivot-Tabellen und ähnlichen Tricks analysieren liessen.

Ähnlich wie bei Punkt 1) beschrieben sind solche Bereinigungen mittels KI viel einfacher vorzunehmen als von Hand. Die Sprachmodelle erledigen auch die Aufgabe, strukturierte Formate so umzuwandeln, dass sie sich in einer Tabellenkalkulation verarbeiten lassen.

Das Paradebeispiel für diesen Fall ist XML. Zwar hat Microsoft sich schon vor 23 Jahren ein Bein ausgerissen, um Excel auf diese Auszeichnungssprache zu trimmen. Aber wirklich benutzerfreundlich war das Ergebnis nie. Statt mit Datenquellen oder mit Power Query zu hantieren, würde ich pragmatisch mittels Claude die gewünschten Informationen extrahieren und in der schlichtestmöglichen Form (CSV) in eine Tabelle importieren.

Das Gleiche gilt für YAML und für ballastreiche HTML-Tabellen.

4) Beispieldaten erzeugen

Wir möchten für ein umfangreiches Projekt eine Tabelle aufbauen und sicherstellen, dass die den Anforderungen gewachsen ist. Doch uns liegen keine echten Daten vor. In diesem Fall füllt uns Copilot bzw. Gemini unsere Tabelle (respektive eine Kopie davon) mit einem Testdatensatz. Dazu verwenden wir z.B. folgenden Prompt:

Erstelle mir 50 Zeilen mit realistisch klingenden Namen, E-Mail-Adressen und zufälligen Verkaufszahlen zwischen 100 und 500 Franken für die Region DACH.

Diese Methode ist in diversen anderen Lebenslagen Gold wert: für Prototypen, Schulungen oder wenn ein Blogger oder Journalist Screenshots anfertigen muss. In diesem Fall können wir das Sprachmodell auch bitten, eine bestehende Tabelle mit heiklen Daten zu verfremden bzw. zu anonymisieren.

5) Last but keinesfalls not least: Zellen per Prompt füllen

Das ist mein Highlight: Die künstliche Intelligenz kann nicht bloss auf bestehende Tabellen angewandt werden. Wir haben auch die Möglichkeit, sie direkt über eine Funktion einzubinden. Das geht wie folgt:

  • Das funktioniert bei Google Sheets über die Funktion AI, wobei der Prompt in Klammern folgt.
  • Bei Microsoft funktioniert es analog, wobei dort die Funktion Copilot heisst.

Einige weitere Beispiele, was sich damit anstellen lässt, ausgelegt für Google Sheets:

Datenbeschaffung

In der Spalte A stehen Tiere wie Elefant, Giraffe, Hauskatze und Nashorn:

=AI("Gewicht von "&A1&" in kg. Gib nur eine einzige Zahl zurück.")

Tipp: Auch wenn wir uns von der KI eine Zahl zurückliefern lassen, erhalten wir dennoch einen Textstring. Wir müssen diesen mit Int bzw. Ganzzahl umwandeln, wenn wir damit rechnen möchten.

Mit diesem Trick füllt die KI uns die Werte in die Tabelle ein.

Übersetzungen

Wir möchten den Textinhalt einer Zelle in einer Spalte daneben in einer anderen Sprache ausgeben:

=KI("Übersetze diese Produktnamen ins Englische, klinge dabei professionell und hochwertig: " & E2)

Mailings

Anhand einer Tabelle mit Name, Anrede und Beziehung lassen wir uns pseudo-persönliche Mitteilungen formulieren.

=KI("Fasse die Information in "&A1&" mit Anrede in "&B1&" zu einer kurzen Mitteilung mit Bezug auf "&C1&" zusammen)

Sentiment-Analyse

Wir lassen uns gesammelte Feedbacks auf ihre Stimmung hin untersuchen:

=KI("Bewerte die Stimmung dieses Textes auf einer Skala von 1 (sehr unzufrieden) bis 5 (begeistert): " & A2)

Daten-Extraktion

Wir sind bei längeren Eingaben nur an bestimmten Informationen interessiert:

=KI("Extrahiere nur die Telefonnummer aus diesem Text: " & B2)

Klassifizierung

Wir wollen Kategorien bilden, das aber nicht von Hand tun müssen:

=KI("Klassifiziere diese Ausgabe in eine der Kategorien [Lebensmittel, Haushalt, Hobby, Kinder]: " & C2)

Beschreibung

=KI("Kürze diese Podcast-Beschreibung auf maximal 280 Zeichen: " & D2)

Praktisch. Das Dumme an der Sache ist, dass diese überaus nützliche Funktion nicht universell zur Verfügung steht. Bei Microsoft benötigen wir ein Premium-Abo, bei Google ist ein geschäftlicher Workspace-Zugang (Business Standard oder höher) bzw. ein privates AI Premium-Abo notwendig.

Alternativ probieren wir es in Excel mit dem Plug-in eines Drittherstellers wie ChatGPT für Excel. Wir benötigen dafür einen API-Schlüssel.

Beitragsbild: Wieder FINDEN und TEIL verwechselt? Die KI könnte helfen und für einen verfrühten und entspannten Feierabend sorgen (Andrea Piacquadio, Pexels-Lizenz).

#Gemini #Longread #Office

«Kälter»: Ein «Cosy-Krimi» entpuppt sich als brutaler Thriller zur deutschen Wende

Was für ein Höllenritt!

Dabei kam ich zu diesem Buch wie die Jungfrau zum Kind. Da ich bei Audible alle Credits aufgebraucht und ausgeschossen war, startete ich im Hörbuch-Bereich von Spotify¹ das erstbeste Buch, das dort auftauchte. Es war Kälter von Andreas Pflüger. Ohne mich mit dem Klappentext aufzuhalten, begann ich die Lektüre, um mich auf Amrum wiederzufinden, wo die Hauptfigur als Dorfpolizistin ihren Dienst verrichtet: Luzy Morgenroth hat ein gutes Verhältnis zu ihrem Kollegen Jörgen Quedens, feiert ihren 50. Geburtstag mit dem halben Dorf und natürlich mit ihrer Freundin Ali, der Wirtin der Inselkneipe «Seeigel».

Aha, ein Regionalkrimi, denkt man sich. Warum auch nicht? Ich hatte seinerzeit eine Rita-Falk-Phase mit dem knorrigen bayerischen Polizisten Eberhofer, und Petros Markaris mit seinem Athener Ermittler Kostas Charitos dürfen wir grosszügigerweise ebenfalls zu dieser Kategorie zählen. Also, in dieser Tradition ist mir  Deutschlands hoher Norden hochwillkommen.

Bald schwante mir, dass ich mich vom Autor hatte einlullen lassen. Er schildert, wie während einer stürmischen Überfahrt der Fährenmatrose Tamme Boisen in der Nordsee verschwindet. Natürlich, alles klar, schlussfolgern wir Leserinnen: ein Unfall, der sich als Verbrechen entpuppt!

Kein Buch für unter die Kuscheldecke

Und bevor ich hier weitererzähle und mehr von der Geschichte verrate, folgt mein Fazit für Leute, die sich für achterbahnhafte Geschichten begeistern können. «Kälter» ist kein Buch für eine gemütliche Lektüre am Sonntagnachmittag unter der Kuscheldecke auf dem Sofa, sondern ein streckenweise brutaler und mehrschichtiger Thriller. Er operiert auf mehreren Ebenen: Vor dem Hintergrund des Kalten Krieges spannt er den Bogen zur Wiedervereinigung und zum Mauerfall. Das Kleinstadtidyll auf Amrum wird in harten Kontrast zu Berlin und Tel Aviv gesetzt. Luzys Gegenspieler Hagen List stammt aus dem Umfeld der RAF, womit wir unweigerlich in innigen Kontakt mit der deutschen Geschichte geraten.

Wo die Gondeln eine schusssichere Weste tragen.

Also: Weniger Rita Falk, als vielmehr John le Carré – wobei ich mich neulich an Der Spion, der aus der Kälte kam versuchte und nicht warm damit geworden bin. An Pflüger gefällt mir, wie er die Geschichte unerbittlich vorantreibt, über die Stationen von Luzys Leben bis hin zur Begegnung mit der zweiten Hauptfigur, dem hühnenhaften KGB-Logistiker und Speznas-Kämpfer Nika Trigorin.

Die Details und die Sprache machens

Der Detailreichtum der Erzählung ist beeindruckend, und ohne Zweifel dürfen wir Andreas Pflüger zu den grossen Rechercheuren der deutschen Literaturszene zählen – zusammen mit Volker Kutscher und Frank Schätzing. Er lässt keinen Zweifel daran, wie einsam der Beruf des Geheimagenten ist. Am besten finde ich die Sprache – lakonisch, bildhaft, ein bisschen wie Roger Moore als 007, bloss viel zielgenauer. Zum Beispiel:

Der Sonnenball kullerte über Federwolken. Aber Deutschland konnte kein Abendrot.

Oder:

Der Fahrer kurbelt sein Fenster herunter; er hat eine Peter-Maffay-Fanfrisur und Koteletten für die Ewigkeit: «Suchen Sie ein Taxi?»

Das sind Sätze für den Literaturnobelpreis.

Was kann man kritisieren? Einer kommentiert auf Krimi-couch.de:

Gut und Böse sind eindeutig festgelegt in einem schlichten Schwarz-Weiss-Schema, das den Feinden jegliches Lebensrecht abspricht und deren brutale Abschlachtung niemals hinterfragt.

Ja und nein. Diese strikte Trennung der Systeme und der Welten ist ein Merkmal des Kalten Krieges. Die Beziehung zu Nika – die ihre Höhen und (in Wien) auch ihre Tiefen hat – beweist, dass die Trennung nicht unüberwindlich ist. Aber ja, die Nonchalance, mit der in diesem Buch gemordet wird, irritiert. Ob sich diese Art Geschichten ohne sie erzählen liesse, weiss ich allerdings nicht. Meine grösste Kritik: Die Figur des Hagen List bleibt blass.

Ein Buch mit eingebautem Soundtrack

Trotzdem ein prägnantes – ich würde sogar sagen: herausragendes – Buch, das uns mit seiner Handlung und uns mit einem guten Dutzend wichtiger Figuren fordert. Die Hörbuchfassung wird von Britta Steffenhagen vielseitig und stimmig gelesen. Schliesslich kommen Leute, die auf popkulturelle Referenzen stehen, voll auf ihre Rechnung:

Run For Your Life. Die Beatles taugen für jede Lebenssituation.

Und eben: Die Metaphern, die Sprache, der Witz und die Coolness sind ein Erlebnis:

Hello Again, über sieben Brücken musst du geh’n, und irgendwie, irgendwo, irgendwann schlaf ich heut Nacht nicht ein, dann ist ein bisschen Frieden jenseits von Eden.

Zurück zu Luzy auf Amrum und zur Geschichte – ab hier  mit Spoilern:

Nach dem Verschwinden des Fährenmatrosen Boisen ergibt sich keine Gelegenheit für Luzy, gemächliche Aufklärungsarbeit zu leisten und herauszufinden, dass (beispielsweise) ein korrupter Hamburger Geschäftsmann den Bruder ihrer Freundin Ali auf dem Gewissen hatte. Denn Tamme war nur ein Kollateralschaden. Luzy stellt fest, dass auch ihr Freund Jörgen tot ist. Sie bringt die Mörder, ein fünfköpfiges russisches Killerkommando, eigenhändig zur Strecke; und aus dem «Cosy-Krimi» ist unversehens ein internationaler Spionagethriller geworden.

Der Widersacher muss weichen

Luzy ist kein Landei. In einem früheren Leben arbeitete sie für das BKA als verdeckte Ermittlerin und Personenschützerin (Sherpa). Anfang der 1980er Jahre war sie mit dem Personenschutz des Wirtschaftsministers Marian Kleinröder betraut. Bei einem Einsatz in Israel inklusive Training beim israelischen Geheimdienst Shin Bet gerät sie dem KGB in die Quere. Im King Solomon Hotel begegnet sie ihrem künftigen Widersacher, dem Top-Terroristen «Babel» (Hagen List alias «Weissclown»). Doch vorerst steigt sie aus, denn sie ist traumatisiert von den Ereignissen. Sie zieht sich zurück auf die Nordseeinsel, wo sie sich aus dem Weltgeschehen heraushalten möchte.

Die Schauplätze des Buchs, visualisiert mit Google Notebook LM. So ganz hielt sich die (geschwätzige) KI nicht an die Vorgabe, die Textelemente kurz und prägnant zu halten.

Doch nach dem Mord an ihrem Kollegen bleibt ihr keine andere Wahl: Sie muss zurück in ihr altes Leben. Sie trainiert hart, um ihre ehemalige Fitness und Figur zurückzuerlangen. Sie begegnet dem KGB-Mann Nika Trigorin, mit dem sie sich verbündet. Sie machen sich auf die Jagd nach Karlheinz Urban. Dieser Stasi-Generalmajor betreute den Mann als Führungsoffizier, an den sie letztendlich herankommen wollen: Hagen List. Beim Zugriff riskiert Luzy ihr Leben, um Nika zu retten. Zurück auf Amrum kommt es zum Showdown und zum Happy End.

Fussnoten

1) Hörbücher auf Spotify sind nach wie vor eine durchwachsene Angelegenheit. Einerseits ist positiv zu bemerken, dass sich die App nun endlich die letzte Wiedergabeposition merkt und wir bei der Lesung dort fortfahren, wo wir aufgehört haben, selbst wenn wir zwischendurch andere Inhalte konsumierten. Andererseits hat sich meine Kritik an Spotifys Bezahlmodell voll bestätigt: Ein hartes Limit von zehn Stunden ist eine kundenfeindliche Regelung. Das Buch ist 16 Stunden und 14 Minuten lang. Das hatte zur Folge, dass die Wiedergabe mitten im Satz durch eine Frauenstimme beendet wurde, die mir mitteilte, ich müsse nun Geld einwerfen. Da ich mich auf derlei Erpressung nicht einlasse, geduldete ich mich für zehn Tage bis zum nächsten Monat und zum Reset des Zählers. ↩

Beitragsbild: Der Wiener Prater und selbst die Gondeln des Riesenrads spielen in diesem Agententhriller eine zentrale Rolle. Wer das als Anspielung auf Harry Lime und Der dritte Mann versteht, liegt womöglich nicht falsch (Pic Matti, Pexels-Lizenz).

Anmerkung: Dieser Beitrag enthält Links zu Amazon. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen.

#Longread #Politik

How a group of young Italians created an international scandal with their trip to Spain in 1961 to record anti-Franco songs.

The Cantacronache group documented the hidden popular resistance to the regime in two albums and a book, unleashing an angry media offensive from the Spanish government that reached Italy and the Vatican.

https://mediafaro.org/article/20260530-how-a-group-of-young-italians-created-an-international-scandal-with-their-trip-to-spain-in-1961-to-record-anti-franco-songs?mf_channel=mastodon&action=forward

#Italy #Franco #Spain #Fascism #Cantacronache #History #Longread

How a group of young Italians created an international scandal with their trip to Spain in 1961 to record anti-Franco songs.

The Cantacronache group documented the hidden popular resistance to the regime in two albums and a book, unleashing an angry media offensive from the Spanish government that reached Italy and …

El País

How a group of young Italians created an international scandal with their trip to Spain in 1961 to record anti-Franco songs.

The Cantacronache group documented the hidden popular resistance to the regime in two albums and a book, unleashing an angry media offensive from the Spanish government that reached Italy and the Vatican.

https://mediafaro.org/article/20260530-how-a-group-of-young-italians-created-an-international-scandal-with-their-trip-to-spain-in-1961-to-record-anti-franco-songs?mf_channel=mastodon&action=forward

#Italy #Franco #Spain #Fascism #Cantacronache #History #Longread

How a group of young Italians created an international scandal with their trip to Spain in 1961 to record anti-Franco songs.

The Cantacronache group documented the hidden popular resistance to the regime in two albums and a book, unleashing an angry media offensive from the Spanish government that reached Italy and …

El País

The Untold Story About W Social: Unconventional Beginnings, Strategic Pitches and Conflicting Signals

A deep dive into the origin story of W Social, an analysis of the strategic arguments they have been using to appeal to government officials, media companies and advertisers… and the discussion of conflicting signals they have been sending

The Untold Story About W Social: Unconventional Beginnings, Strategic Pitches and Conflicting Signals

A deep dive into the origin story of W Social, an analysis of the strategic arguments they have been using to appeal to government officials, media companies and advertisers... and the discussion of conflicting signals they have been sending

Elena Rossini

🚨 New post alert 📝

A deep dive into #WSocial with some fascinating findings: candid statements about their motives, a Greta Thunberg connection, potential AI plans (!!!)

Why write about it again? I still had so many questions after publishing my first article.

I spent 3 weeks watching every interview I could find and connecting the dots.

I hope you'll enjoy this piece:

🔗 : https://blog.elenarossini.com/the-untold-story-about-w-social-unconventional-beginnings-strategic-pitches-conflicting-signals/

#blog #longread #privacy #DataMining #Europe

The Untold Story About W Social: Unconventional Beginnings, Strategic Pitches and Conflicting Signals

A deep dive into the origin story of W Social, an analysis of the strategic arguments they have been using to appeal to government officials, media companies and advertisers... and the discussion of conflicting signals they have been sending

Elena Rossini