Bei der christlichen Meditation, etwa der Durchdringung eines Bibeltextes, ist ruhiges und volles Schauen vorteilhaft, was da vor einem steht, was da lebt, sich zuträgt. Nicht nur ein Hinblicken und schon meinen, man weiß, sondern ein darin verweilen, einsenken, Wohnung nehmen.
Dabei hat der Verstand wichtige Arbeit zu leisten, denn die Meditation steht im Raum der göttlichen, dreifaltigen Person. Der Verstand fragt: Was ist dies, jenes, wie hängt es zusammen, was bedeutet das Ereignis, was steht dahinter, wie ist der Gegenstand von der Oberfläche bis in seine Tiefe geschichtet? Wie liegen Wirkungen und Ursachen?
Während fernöstliche Meditation sich versenken, überwinden, in ein Etwas aufgehen will, ist christliche Meditation Dialog, ein ergriffen werden von allem, was eine persönliche Beziehung trägt, und Gott macht stets den ersten und letzten Schritt. Da ist kein scheitern, erringen, bemächtigen, nur Liebe und innerer Frieden.





