Schlicht und einfach …

Schlicht und einfach – vielleicht für viele Leser zu einfach auf einem zu schlichten Niveau, aber manchmal muss ich die Dinge so und nicht anders beschreiben.

Bei Facebook ist diese Kachel zu finden:

Ich schaue bekanntlich keine „Gesprächssendungen“ mit Experten, Intellektuellen und solchen, die sich dafür halten, inklusive Moderatoren.

Über Herrn Zimmermann habe schon gelesen und vermutlich auch einige seiner eigenen Texte, das kann ich aber gerade nicht eruieren, es spielt auch keine Rolle zur Beantwortung der in der Kachel gestellten Frage: „Wie erklärt man sich in gewissen Kreisen, dass ein israelischer Historiker, ein Zionist, ein Professor aus Jerusalem und einer der bekanntesten israelischen Intellektuellen als das noch viel deutlicher ausspricht als ich?“

Mit „all das“ ist die kritische Haltung und Stellungnahme zum Gaza-Israel-Konflikt gemeint, die in einer deutlichen Verurteilung Israels gipfelt, in eben dem bekannten Muster, das auf viele Leute in Deutschland eine so ungeheuer anziehende Wirkungen entfaltet:

Wenn sich ein bekannter Wissenschaftler / Künstler / Musiker / Schriftsteller / Sportler / Ex-Politiker / Kirchenmann / Journalist, kurz, wenn sich solch ein „Experte“ in Sachen Israel-Palästina zu Israel kritisch äußert, „muss ja was daran sein“ und kein Mensch fragt sich, ob und wann der „Experte“ auch drei Worte über Palästina verliert, die NICHT in einem Bezug zum Tun und Lassen Israels stehen, sondern sich allein auf das beziehen, was die Palästinenser selber ausdrücken, beispielsweise in ihrer Charta der Hamas, im Grundsatzprogramm der PLO und in den vielen schönen Schulbüchern, mit denen palästinensische Kinder nicht nur das Lesen lernen, sondern auch die Begründung eingetrichtert bekommen, warum man Juden hassen und Israel vernichten sollte.

Man könnte ganze Abhandlungen zum Thema und der oben gestellten Frage schreiben, aber da ich weder zu „gewissen Kreisen“ gehöre, noch bei diesem schönen Wetter Lust darauf habe, eine einer Magisterarbeit gleich kommende Abhandlung zu verfassen, belasse ich es zur Beantwortung der Frage bei einer schlichten und einfachen Erklärung. Sie entspricht im Wesentlichen den Gedanken, die ich mir in den Zeiten der RAF darüber machte, wieso ausgerechnet Intellektuelle und solche, die sich dafür hielten, so glühende Verteidiger der terroristischen und gewalttätigen RAF waren. Es waren zwar überwiegend „die Linken“ oder Leute, die sich für linksintellektuell hielten, die sich als „verbale Unterstützer“ der Terroristen outeten, aber „die Gudrun“ und „die Ulrike“, „der Andreas“ und „der Holger“ fanden auch Anhänger im liberalen Milieu der damaligen Bundesrepublik.

Meine ebenso schlichte wie einfache Erklärung damals wie heute:

Es waren und sind Menschen, die ihr eigenes Land und die gesellschaftlichen Bedingungen „nicht gut finden“, um nicht zusagen, geradezu hassen und die zudem registrieren müssen, dass sie ihre gesellschaftspolitischen Vorstellungen nicht an den Mann bringen, die Bevölkerung nicht von ihren Theorien und Thesen überzeugen und sie auch nicht mit noch so vielen Finessen der Mehrheit aufdrücken können. Der jeweilige Selbsthass, der Hass auf das Land, in dem sie leben und ihr Unvermögen, sich mit ihren Ansichten durchzusetzen, bildet die gefährliche Grundlage für die Anbiederung an Terror und Gewalt – und zwar vollkommen unabhängig von Intellekt und Verstand. Sie haben eine Form der partiellen Blindheit für die eigene Unfähigkeit zur Reflexion und dem Abgleich von Wunsch und Wirklichkeit entwickelt.

Nun könnte man das „gewissen Kreisen“ ja auch bescheinigen oder solchen „Israel-Fans“ wie mir: Blind für die Realität der anderen und unfähig zur kritischen Stellungnahme. Ich würde es niemandem verübeln, der mich in diese Kategorie einsortierte und hielte demjenigen lediglich entgegen, dass es einen Unterschied macht, ob ich trotz meiner durchaus vorhandenen Kritik an Israel festhalte oder wegen vorhandener Kritik an Israel mich auf die Seite derjenigen schlage, die Israel umstandslos und ohne nachzudenken in Grund und Boden verdammen. Gibt es nicht schon genug Kritiker und fällt diesen Kritikern dabei nicht einmal das allerkleinste Lob für Israel ein, irgendetwas, was Israel von den sie umgebenden Verfechtern des Terrors unterscheidet an Mitmenschlichkeit, Fürsorge, Gerechtigkeit, Gottvertrauen, Hilfsbereitschaft, Resilienz, Verantwortung für das eigene Handeln?

Käme auch nur ein HAMAS-Funktionär auf die Idee, seine Haltungen zu Juden und die politischen Absichten kritisch zu hinterfragen, wie es in den Reihen der zuständigen Politiker, Juristen, Sozialarbeiter, Lehrer und Journalisten in Israel durchaus üblich ist, könnte ich mich auch zu dem einen oder anderen Sachverhalt kritisch äußern, aber wieso soll ich dem öffentlich verbreiteten Hass auf Israel weitere Nahrung bieten, wieso soll ich einstimmen in den Chor der Israelkritiker, die nicht bereit sind, in gleicher Weise auch mit Hamas, Hisbollah, Iran kritisch umzugehen? Ganz abgesehen davon, dass alles Reden und Schreiben bisher an dem Vermögen der Israelkritiker scheiterte, sogar die historischen Fakten anzuerkennen, die doch eigentlich offen liegen und die jeder mit Verstand begabte Mensch verstehen müsste.

Um nochmals auf „die Kachel“ einzugehen: Selbsthass und Hass auf das Eigene projiziert das „Gute im Eigenen“ auf die anderen und macht sie zu unschuldig leidenden Opfern, während man sich (unbewusst ?) von den eigenen negativen und selbst hassenden Empfindungen abstrahiert und sie den „eigenen Leuten“ zuschreibt, um sich selbst nicht in den Blick nehmen zu müssen.

Der (unbewusste ?) Selbsthass der Deutschen gründet in den Taten der Vorväter und in der nicht vollzogene eigenen Aufarbeitung der nationalsozialistischen antisemitisch dominierten Vergangenheit Deutschlands und feiert so furchtbare Auferstehung, die in der Projektion allen Übels auf Israel und Juden gipfelt – getreu der nationalsozialistischen Doktrin in der Vergangenheit dieses Landes.

Beschäftigen wir uns in Zukunft mit unseren Anteilen – möchte ich allen Experten raten, die ihre israelkritische Haltung als Wahrheit und Handlungsgrundlage verkaufen.

#antisemitismus #araberPalästinenser #Deutschland #gesellschaft #gesellschaftMigration #Hamas #israel #medien #nationalsozialismus #politik #selbsthass #Terrorismus

Ich habe mein Pulver verschossen …

Ich habe mein Pulver verschossen – so komm es mir jedenfalls vor.

Wenn man seit Jahren über „Israel“ schreibt, über die Bedrohungen denen es ausgesetzt ist, darüber, wie die Medien berichten, welche Stellungnahmen Prominente absondern, wie Politiker sich winden, wenn es um eine klare Stellungnahme geht und wie oft dabei das Entsetzen groß und größer wird, weil man es einfach nicht fassen kann, wie diese Urteile ausfallen, fehlen irgendwann die Worte. So viele Worte hat man schon in Gesprächen gemacht, in Kommentaren oder Beiträgen geschrieben. Neue Worte gibt es nicht mehr, die alten aber scheinen ausgedient, sie haben ihre Kraft verloren.

Ich muss es sicher nicht weiter ausführen, aber ich glaubte doch, dass es kaum noch abstruser, schlimmer, unverständlicher werden könnte, wie auf Israel reagiert wird „gerade bei uns“.

Dieses „bei uns“ bezieht sich nicht auf meinen Wohnort, und diesmal auch nicht auf die unsäglichen Aufmärsche, die in Hannover mit viel Tamtam gegen Israel gerichtet sind. „Bei uns“ fasse ich heute ein bisschen weiter, weiter nördlich, „bei uns“ ist größer als Hannover und so stolz auf die hanseatische Tradition einer freien Stadt!

– Freie und Hansestadt Hamburg –

Bei Wiki liest man: „Der amtliche Name verweist auf die Geschichte Hamburgs als Freie Reichsstadt und als Mitglied des Handelsbundes der Hanse. Freie und Hansestadt Hamburg.

Vielleicht ist es ja dieser hanseatische Stolz auf die besonderen Freiheitsrechte, das Beharren auf „Recht zu haben“ und sich das „Recht“ zu nehmen auch zu erklären was „recht und billig“ ist, das zu dieser unfassbar unwürdigen Situation geführt hat, die die Hamburger Juden – und nicht nur sie – zu gegenwärtigen haben.

Hamburger Juden, die während der Zeit des Nationalsozialismus Bürger Hamburgs waren, wurden wie alle Juden in Deutschland nicht nur entrechtet, sie wurden zusammengetrieben, um ihrer „Vernichtung zugeführt zu werden“, anders kann ich es nicht nennen. Der Sammelplatz für die Juden Hamburgs, die ihren Denunzianten und Verfolgern nicht entkommen konnten, befand sich auf der sogenannten Moorweide / Moorwiese unweit des Bahnhofs, von dem die Züge zu den Vernichtungslagern abfuhren.

Ausgerechnet diesen Platz – und keinen anderen in der großen und freien Hansestadt Hamburg – hatten „propalästinensische Gruppen“ erkoren und akzeptiert, um ein Protestcamp gegen Israels Existenz zu errichten. Einen alternativen Platz, der ihnen auf der Sternschanze angeboten worden war, hatten sie ausdrücklich abgelehnt, es MUSSTE die Moorweide sein. Zeigt sich darin nicht bereits die Zielrichtung der Aktion? Es geht ihnen nicht um Gaza, nicht um Palästina, es geht darum, Juden zu treffen und Israel zu delegitimieren und daran zu arbeiten, es ebenso auszulöschen, wie Hamburg Juden im Dritten Reich auslöschte.

Der NDR, ganz einer objektiven Berichterstattung verpflichtet, berichtet völlig emotionslos darüber und schreibt:

Ein geplantes Protestcamp gegen Israel darf nun doch auf der Hamburger Moorweide stattfinden. Das Oberverwaltungsgericht bestätigte in einer Eilentscheidung einen entsprechenden Beschluss des Hamburgischen Verwaltungsgerichts, wie ein Gerichtssprecher am Freitagabend mitteilte.

„“Wir können glücklicherweise mitteilen, dass wir vor Gericht erfolgreich waren und das Camp wie geplant auf der Moorweide stattfinden wird“, teilte einer der Organisatoren dem NDR schon am Donnerstagabend nach einer ersten Entscheidung zugunsten des Standortes Moorweide mit. Die Veranstalter des pro-palästinensischen Protestcamps „Bridges of Resistance“ hatten gegen die Verlegung beim Verwaltungsgericht geklagt. Sie möchten das Camp wie geplant auf der Moorweide aufbauen, an dem Ort, wo schon vor zwei Jahren ein ähnliches Camp stattgefunden hatte. „Unser Protestcamp ist keine Provokation und erst recht keine Infragestellung jüdischen Gedenkens“, hieß es von den Organisatoren.“

Eine allgemeine radikale oder extremistische Grundeinstellung des Veranstalters oder Leiters ist für die Gefahrenprognose rechtlich irrelevant, solange sie sich nicht in konkreten, auf die Versammlung bezogenen rechtsgutgefährdenden Aktionen manifestiert“, heißt es in der Begründung des Gerichts. In den Kooperationsgesprächen mit der Polizei hätten die Veranstalter sogar ausdrücklich erklärt, es sei weder beabsichtigt, das Existenzrecht Israels infrage zu stellen, noch den Holocaust zu relativieren. In seiner Entscheidung vom Freitag hat nun das Oberverwaltungsgericht die Entscheidung der Vorinstanz bestätigt.

(Zitatende, Hervorhebung von mir)

WAS um alles in der Welt ist und will dieses Camp denn sonst?

WER soll denn den schönen Worten Glauben schenken?

Justitia ist nicht einfach nur blind, sie ist mit Blindheit für die eigene Geschichte der Stadt geschlagen.

Am Ort des Gedenkens für die ermordeten Hamburger Juden errichten propalästinensische Gruppen ein „Protestcamp“ namens „Bridges of Resistance“ – wobei doch sicherlich niemand der Richter, die den Anträgen der Pro-Palästinenser stattgegeben haben, unter „Resistance“ WIDERSTAND GEGEN DIE HAMAS verstanden haben können.

GEGEN wen richtet sich der Widerstand in Hamburg, ausgerechnet an dieser Stelle, an der tagelang „Bridges“, also „Brücken“ zu Mördern, Vergewaltigern, Terroristen und zu dem Planungsstab geschlagen werden soll, der an der Vernichtung des jüdischen Staates arbeitet? Haben die ehrenwerten Richter immer noch nichts von der „Charta der Hamas gehört“? Kennen sie nicht die Aussagen des Iranischen Regimes, das sich die Vernichtung Israels zum Staatsziel gesetzt hat? Haben sie noch nie die Sprechchöre gehört, die auch in Hamburgs Straßen für ein „freies Palästina“ lautstark eintreten – und hat ihnen noch niemand erklärt, dass „Free Palestine“ eben nichts anderes bedeutet als die Auslöschung Israels?

Oder haben wir es hier mit der berühmten deutschen Art zu tun, wie man „NIE WIEDER!“ erfolgreich exerziert? Nie wieder haben uns Juden zu sagen, was wir tun und lassen dürfen oder können? Glauben Deutsche wirklich – wie einige prominente ehemalige und auch derzeit amtierende Außenminister anklingen lassen – das Recht zu haben, irgendwelche Forderungen zu erheben und Vorschriften gegenüber „dem Staat der Juden“ zu machen und denken sie, dieses Recht käme aus historischen Gründen (wir haben schließlich die Vergangenheit aufgearbeitet) deutschen Ministern und Politikern zu?

Haben sie, die hier zweifellos aber nicht zweifelsfrei Recht gesprochen haben, sich überhaupt mit den betroffenen Angehörigen der jüdischen Gemeinden in Hamburg ins Benehmen gesetzt, um, wenn sie schon nicht aus eigenem Antrieb die historische Dimension des Urteils im Blick haben, sich aber doch wenigstens ein Bild zu machen, gerade „unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts“ wegen?

Denn natürlich hat die jüdische Gemeinde in Hamburg, haben Juden deutschlandweit gegen dieses Camp protestiert, geradezu verzweifelt haben sie darauf hingewiesen, wie schmerzlich die Erinnerung an die Deportationen sind, wie furchtbar die Lücken sind, die jeder der Deportierten hinterließ, wie grauenhaft die Verbringung in die Vernichtungslager war, wie entsetzlich diese Menschen gelitten haben und wie qualvoll sie verstorben sind.

Und an diesem Ort werden eine Woche lang die Hassgesänge gegen Israel ertönen, werden sich „alte“ und neue Antisemiten aus linken und rechten Lagern in Deutschland vereinen mit dem importierten Judenhass der Muslime, den die pro-palästinensischen Gruppen ungehemmt schon seit Jahren auf Deutschlands Straßen ausleben können.

Verstehe einer noch die Welt. Ich verstehe es nicht. Zu sagen, mir fehlten die Worte, ist nicht ganz richtig, ich mache ja Worte, aber es kommt mir vor, wie ein Spucken gegen den Wind, gegen den Wind einer Zeit, die auf furchterregende Weise an eine Epoche erinnert, die wir doch eigentlich so wunderbar „aufgearbeitet haben“ – unsere Vergangenheit in der NS-Zeit und dem planvollen Ermorden von 6 Millionen europäischen Juden. Ich schrieb es ja schon, die Shoah begann nicht mit den Viehwagen, die zu den Vernichtungslagern fuhren.

Das Camp der propalästinensischen Gruppen ist nicht nur eine unsagbar schreckliche Provokation gegenüber allen, die sich für Israel einsetzen – damit könnten „wir Freunde Israels“ vermutlich sogar irgendwie leben –

das Camp ist eine V E R H Ö H N U N G der Opfer der Nationalsozialisten

und eine nicht hinnehmbare Anbiederung an die alten und neuen antisemitischen, antijüdischen Kräfte dieses Landes, die in ihrem Hass auf Juden und ihrer Wut auf Israel sich nicht unterscheiden von denen, die am 7. Oktober 2023 das schrecklichste Massaker an Juden nach der Shoah angerichtet haben. …. Und die geschworen haben, es wieder und wieder zu tun.

Silke Opfer schreibt auf Facebook: Während auf der Kundgebung auf der Moorweide darüber gesprochen wurde, dass jüdische Studenten nun Umwege machen würden um nicht an diesem Camp des Grauens vorbei zu gehen, grölten die Freunde des Terror ihren Hass und völlig ungeniert entgegen. Das ist unerträglich!

Und das ist es, was einem wirklich Anstt macht: Antisemiten müssen sich heute keineswegs irgendwo verstecken, man sieht es hier am Camp, man sieht es in der Öffentlichkeit, an der Uni und natürlich erst recht im Internet: der Hass auf Juden kann hemmungslos und folgenlos vorgetragen, herausgeschirien und ausgekotzt werden.

Um so wichtiger war es, dass wir heute an jenem Ort standen, von dem einst die Juden in die Vernichtungslager deportiert wurden und wo heute Gruppen campen, die offen mit Gruppierungen paktieren, die dieses Werk gerne vollenden würden.

(Quelle – Hervorhebung von mir)

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Hamburg – Wikipedia

Die Frage, die in Deutschland nicht gestellt wird…

Ich entdeckte diese Frage in einem bei Facebook veröffentlichten Artikel, den Chaim Noll für die NZZ geschrieben hat, sie lautet:

Angesichts der internationalen Bedrohung stellt sich die Frage, wie es möglich war, dass ein mörderisches Regime islamischer Fanatiker jahrzehntelang ungestört ein Raketenarsenal bauen und Uran für Atomwaffen anreichern konnte, obwohl seine Sprecher dem Westen den permanenten Krieg angesagt und ganz offen ihre Vernichtungsabsichten erklärt hatten.

Die Situation, die mit dieser Frage angedeutet wird, ist so irrational, wie sie eigentlich nicht denkbar und noch viel weniger westlich-europäische Politik sein kann.

Ein islamistisches Regime erklärt offen, den „kleinen Satan“ – gemeint ist Israel – vernichten zu wollen und sagt darüber hinaus auch dem „großen Satan“ – gemeint sind vordergründig die USA – den Kampf an. Das schien und scheint so paradox, so absurd, so fern jeder Möglichkeiten des Regimes, dass man wie weiland mit dem bekannten Führer verfuhr, man nahm und nimmt glasklare Drohungen und Aussagen nicht ernst! Die jährlichen Aufmärsche der Revolutionsgarden am Al Kuds Tag, wenn aus Hunderttausenden Kehlen „Tod Amerika, Tod Israel“ gebrüllt wird, werden vermutlich von unseren Politikern ähnlich eingeordnet wie weiland die Fackelzüge der Nazis durch „aufgeklärte, demokratische Politiker“ nämlich und als hochemotionale Folklore betrachtet: Das Volk huldigt seiner Führung.

Dass sich darin die gleiche furchtbare, antijüdische Besessenheit zeigt, die in der Folge zum Millionenfachen Mord an den europäischen Juden führte, geht den heutigen Analysten Nahost-Politik nicht auf.

Chaim Noll schreibt:

Ohne Frage wurde die Gefahr im Westen unterschätzt. Man hat den Massenmördern in Teheran immer wieder die Hand gereicht, sich in «Verhandlungen» und «Gesprächen» hinhalten lassen, man hat mit ihnen Geschäfte gemacht und – von Israel abgesehen – tatenlos hingenommen, dass sie in den Ländern des Nahen Ostens ihre Milizen aufgebaut haben. Und das ist vielleicht die erste positive Wirkung des Krieges: dass man die Gefahr nun nicht mehr leugnen kann, dass der Westen gezwungen ist, einzugreifen und endlich seine technologische und militärische Überlegenheit ins Spiel zu bringen. (Hervorhebung von mir)

Ich bin nicht sicher, ob ich diese Passage des insgesamt sehr lesenswerten Textes als „Wunschdenken“ betrachten soll, denn die Realität der letzten Wochen sah doch anders aus. „Der Westen“, insbesondere die Mitgliedstaaten der EU hielten sich doch nicht nur zurück, sie kritisierten vielmehr den Verteidigungskampf der USA und Israels gegen Iran, nannten das militärische Vorgehen kopflos oder unüberlegt und warteten doch nur darauf, dass Trump scheitern würde und Netanjahu gleich mit. Obwohl die Wirtschaft der EU-Mitgliedsstaaten durch die iranische Blockade der Meerenge von Hormus relativ stark in Mitleidenschaft gezogen wird, verweigern die EU-Europäer selbst die formale, rein diplomatische Unterstützung der USA und Israels im Kampf gegen die Mullahs und drängen darauf, dass Israel auch den Kampf gegen die Hisbollah einstellt. Journalisten und Reporter nahezu aller öffentlich-rechtlichen Sendern werfen Israel erneut vor, einen nicht berechtigten Kampf im Libanon auszutragen und Kriegsverbrechen zu begehen – obwohl es die Hisbollah ist, die Israel seit Jahren mit Unterstützung des Iran angreift.

Für mich bedeutet das, dass die politische Elite Europas, zu der ja nicht nur gewählte und etablierte Politiker zählen, bis heute nicht begriffen hat, was für den alten Kontinent Europa auf dem Spiel steht und dass es ausgerechnet Israel ist, das zwischen Iran und der Katastrophe steht, die auf uns lauert.

Chaim Noll schreibt:

Die Menschen in Israel haben die Lektion spätestens am 7. Oktober 2023 begriffen: die Tatsache, dass einen selbst bei möglichst grosser eigener Friedfertigkeit der Nachbar überfallen und in einen Krieg hineinziehen kann, den man nicht wollte. Die Konstruktion europäischer Medien, der Krieg Israels gegen Iran sei von einer «rechtsextremen» israelischen Regierung vom Zaun gebrochen worden (oder von Ministerpräsident Netanyahu, um von seinen Anklagen wegen Korruption abzulenken), verliert jeden Sinn angesichts der fast ungetrübten Zustimmung der israelischen Bevölkerung. Das völkermörderische Massaker der Hamas hat den Israeli vor Augen geführt, dass Wegschauen und falsche Toleranz im Umgang mit dem militanten Islam nichts nützen. Dass es besser ist, sich einer Bedrohung zu stellen, statt ihr immer wieder auszuweichen.

An dieser Stelle ist der Hinweis auf den Krieg Russlands gegen die Ukraine angebracht, dem tatsächlich das Potenzial von Journalisten und Politikern gleichermaßen eingeräumt wird, auf das westliche Europa übergreifen zu können. Aber zeigt der Angriff des Iran mit einer ballistischen Rakete auf eine 4000 km entfernte Insel nicht, wie „dicht“ uns der Krieg der Mullahs gegen den Westen inzwischen gekommen ist?

In Europa ist der Krieg gegen die Mullahs in Iran extrem unpopulär. Seine Folgen sind steigende Benzinpreise, erhöhte Terrorgefahr, womöglich eine neue Flüchtlingswelle. Unumwunden geben europäische Medien zu verstehen, dass sie Trump für sein gewagtes Vorhaben nichts Gutes wünschen, Israel ohnehin nicht, und dass sie den Status quo bei weitem einer – und sei es am Ende auch für Europa günstigen – Veränderung vorgezogen hätten. Noch etwas macht diesen Krieg unbeliebt: Er setzt der bisherigen Politik einer Kollaboration mit dem Terrorregime in Teheran um wirtschaftlicher Vorteile willen ein Ende. So beklagt es Chaim Noll.

Ich fürchte aber, dass auch die folgenden Sätze des israelischen Autors die Augen der europäischen Landesfürsten nicht öffnen werden:

Seit Jahrzehnten hat das Mullahregime seine imperialistischen Ambitionen offen deklariert, seine gegen andere Staaten gerichteten aggressiven Strategien, bis hin zu deren Auslöschung. Es hat im gesamten Nahen Osten Milizen aufgebaut, um dadurch andere Länder – nicht nur Israel – zu bedrohen und zu destabilisieren, es finanziert seit Jahrzehnten den Raketenkrieg der Hamas in Gaza, des Hizbullah in Libanon, der Hashd al-Shaabi im Irak, der Huthi in Jemen, wodurch Letztgenannte den Zugang zum Suez-Kanal blockieren und den internationalen Schiffsverkehr unterbrechen konnten.

Dieses Regime war in seinen kriegerischen Absichten von erstaunlicher Transparenz. Seine ganz auf die Produktion von Angriffswaffen ausgerichtete Ökonomie, das Verelendenlassen der eigenen Bevölkerung, um grössenwahnsinnige Rüstungsprojekte zu realisieren, seine religiös unterlegte Hassrhetorik waren, zumindest als aussenpolitische Doktrin eines Staates, beispiellos.

Wer hätte sich nicht gewünscht, dass die mutigen Iraner den Sturz des Mullah-Regimes im Zuge des Angriffs auf Iran bewerkstelligt hätte – aber dazu hätte es einer massiven diplomatischen und propagandistischen Unterstützung durch den Westen bedurft und nicht das feige „Schwanzeinkneifen“, das Merz, Macron und Co vorgezogen haben. Was sind unsere WErte eigentlich wert, wenn wir sie nicht mal VERBAL verteidigen, von einem robusten militärischen Vorgehen gegen die Blockade von Hormus ganz zu schweigen? Stattdessen verweigern Spanier und Franzosen den Amerikanern die Überflugrechte über ihre Hoheitsgebiete. Sieht so Solidarität mit der iranischen Bevölkerung aus, die seit mehr als 40 Jahren von einem islamistischen Regime geknechtet wird?

Müssten nicht angesichts der bekannten Doktrin des Iran alle Alarmglocken in Europa schrillen?

Caim Noll schreibt:

2014 veröffentlichte Ayatollah Khamenei, der geistliche Führer des Regimes, ein Strategiepapier, bekannt als «Islamic-Iranian Blueprint for Progress», das die iranische Politik für die nächsten fünfzig Jahre vorstellte. Darin werden die Hegemonialansprüche einer machtsüchtigen islamisch-klerikalen Elite offen dargelegt, zunächst im Nahen Osten und nach dessen Unterwerfung global. Der «Blueprint» umreisst Khameneis Vision für Iran: Er sieht das Land nicht bloss als dominierenden Nationalstaat, sondern als «Vormund und Hüter der muslimischen Welt», wie die iranischen Staatsmedien den Ayatollah tituliert hatten, und im weiteren Verlauf als Führer einer «neuen Zivilisation».

Wer aber in Deutschland auch nur sehr sanft vor einem so beschriebenen Szenario warnte oder warnt, wird als islamophob gebrandmarkt und in die rechte Schmuddelecke gestellt. Die letzten 20 Jahre zeigen aber sehr genau, wohin die Reise geht, wenn wir weiterhin den Schlaf des vermeintlich Gerechten schlafen, es ist aber der Schlaf der Gleichgültigkeit, der Dummheit und Naivität.

Die Israelis, die angeblich aus ihrer Vergangenheit hätten lernen sollen, sich nicht zur Wehr zu setzen und stattdessen mit humanitärer Freundlichkeit und mit selbstvergessener Rücksichtnahme auf arme Palästinenser gegen Raketen, Granaten und mörderische Terroristen vorzugehen (siehe Wadephuls und Baerbocks kluge Ratschläge), haben begriffen, dass nur die eigene Stärke hinreichenden Schutz vor der angedrohten Vernichtung bietet. Wir müssten lernen, dass das, was wir „unsere Werte“ nennen, das geistige Erbe des alten Okzident und die Rückbesinnung auf die christlichen und bereits im Judentum angelegten Wurzeln uns vor Unterwanderung und Vereinnahmung durch eine „neue muslimische Zivilisation“ schützen kann.

Wenn deutsche Politiker sagen, der Krieg gegen Iran sei „nicht unser Krieg“, so greift das in einer globalisierten Welt, die zudem in einem dramatischen Umbruch ist, meiner Meinung nach viel zu kurz.

Es gibt keinen Krieg, von dem wir nicht betroffen sind … und damit meine ich nun wirklich nicht die hohen Benzinpreise …

Der gesamte Text Chaim Nolls, den ich nicht in voller Länge kommentierend hier einstelle, ist überaus informativ und lesenswert. Man findet ihn unter diesem Link finden.

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