Digitale MĂŒndigkeit, informationelle Selbstbestimmung, individuelle und gesellschaftliche digitale SouverĂ€nitĂ€t, das ist das Gegenteil von Überwachung, Ausforschung und Manipulation. Die digital unterstĂŒtzte Repression und Kontrolle sind Teil des Kriegs Reich gegen Arm, den die Reichen und MĂ€chtigen begonnen haben, um die Krise des Kapitalismus und des Kapitals zu bewĂ€ltigen. Deshalb ist digitale MĂŒndigkeit, wie sie auch beim DIDay / Digitalen UnabhĂ€ngigkeitstag gecoacht wird, Klassenkampf. Nicht jede.r DIDay-Aktive wird das so sehen, und es ist auch nicht erstrebenswert, am DIDay unbedingt diese Diskussion zu fĂŒhren. Am ersten Sonntag im Monat konzentriere ich mich auf die praktische Hilfe. Das ist bloß die Bedeutung, die der DIDay fĂŒr mich hat.

#DiDay #DigitaleMĂŒndigkeit #SchnĂŒffler #Datenhunger #Ozapftis #Intelligenz #DigitaleSelbstverteidigung #InformationelleSelbstbestimmung #Überwachung #Manipulation #Ausforschung #DigitalerUnabhĂ€ngigkeitstag #DUTgemacht #DIDit

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On the first Sunday of each month we organise Digital Independence Day. This is when we reclaim our digital freedom and switch to democracy-friendly digital alternatives.

Hunde schnĂŒffeln beim Hallo-Sagen an ihren Körpern, besonders am Hintern des anderen Hundes. Dabei erfahren sie, wie der.die Andere drauf ist.

Unsere datenhungrigen Behörden und Unternehmen weltweit wĂŒrden den gesamten Überwachungsapparat abschaffen und nur noch an unseren Hintern schnĂŒffeln, wenn sie dabei so viel erfahren könnten wie die Hunde. WĂ€re ein noch schlimmerer Albtraum als die gegenwĂ€rtige und wahrscheinliche zukĂŒnftige RealitĂ€t, aber rein visuell finde ich die Vorstellung zum Lachen.

#DiDay #DigitaleMĂŒndigkeit #SchnĂŒffler #Datenhunger #Ozapftis #Hunde #Intelligenz #DigitaleSelbstverteidigung #InformationelleSelbstbestimmung #Überwachung #Manipulation #Ausforschung #DigitalerUnabhĂ€ngigkeitstag #DUTgemacht #DIDit

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Habe mich jetzt entschieden fĂŒr meine freiberuflichkeit meinen Account neu zu machen. Wer sich also fĂŒr das Thema #gewaltpravention #deeskalation #padagogik #kommunikation #krisenmanagement #Jugendhilfe #JugendhilfetrĂ€ger #digitalemĂŒndigkeit #digitaleselbstverteidigung interessiert der kann gerne in Zukunft bei @kurtzundknackig vorbeischauen.
@JaneraTiciano @bboett @heiseonline
Das wird sich nur Ă€ndern, wenn man jeder und jedem der denkt, dass Frauen keine Ahnung von Computern haben können, das sehr gut geschriebene #DigitaleMĂŒndigkeit von @reticuleena empfiehlt. Gerne auch die Kurzversion als pdf: https://muendigkeit.digital/data/DM_Infobroschuere_Ausg2.pdf

Super-simple Wikis fĂŒr Zusammenarbeit: ein Klassiker-Werkzeug, das immer noch hilfreich ist

In Hinblick auf die technologische Entwicklung ist gerade eine spannende Zeit: WĂ€hrend viele Menschen schon lĂ€nger mit Wissensmanagement-Anwendungen im Sinne eines ‚Second Brain‘ experimentieren, kommt nun noch die Möglichkeit dazu, in solche Systeme auch KI-Technologie zu integrieren oder KI-Tools direkt zu einer Art Bibliothekar dieses zweiten GedĂ€chtnisses zu machen. Die Idee fĂŒr die Interaktion mit der KI ist dann nicht mehr: „Hier sind viele Dateien. Ich stelle dir Fragen dazu!“, sondern vielmehr: „Hier sind viele Dateien. Bringe sie in ein vernetztes System und verknĂŒpfe jeweils neue Inhalte sinnvoll damit.“ Auf diese Weise bekommen – so die Idee und Hoffnung – KI-Tools eine Art GedĂ€chtnis und sind nicht mehr nur Archiv, das jedes Mal wieder von Neuem durchsucht wird.

Angesichts solcher Entwicklungen mutet es ziemlich altertĂŒmlich an, nach wie vor zugleich auch ein super-simples, weil statisches Wiki-System fĂŒr die Zusammenarbeit zu verwenden. Ich empfinde das aber gar nicht als Gegensatz. Vielmehr erscheint es mir gerade in solch einer Situation, wo es mehr und mehr automatisierte und aufwendige Technologie gibt, die vielfach zugleich monopolisiert ist, umso wichtiger, immer wieder die Perspektive von selbst-gehosteten und einfachen Tools aufzumachen, die insbesondere Einzelpersonen ohne grĂ¶ĂŸere Infrastruktur oder Organisation im Hintergrund und mit wenig Zeit online stellen und warten können. Das ist dann eine sehr realistische und konkrete Perspektive fĂŒr digitale MĂŒndigkeit.

Solche Wikis nutze ich – ich habe nachgerechnet – tatsĂ€chlich schon seit rund 20 Jahren in der Zusammenarbeit mit anderen Menschen. Die Software hat sich in dieser Zeit verbessert: die Installation ist deutlich niederschwelliger, es braucht nur noch minimale Infrastruktur-Anforderungen und die Arbeit damit funktioniert auch mobil. Die grundsĂ€tzlichen Prinzipien sind aber gleich geblieben. Und ich finde Wikis immer noch und vielleicht gerade wegen so vieler weiterer und neuerer Möglichkeiten sehr hilfreich!

In diesem Blogbeitrag möchte ich deshalb genauer vorstellen, was ein Wiki in der Zusammenarbeit genau leistet und wie es eingesetzt werden kann, welche Software ich empfehle und wie sich diese installieren lÀsst.

Spoiler vorab: Du brauchst nicht einmal 10 Minuten, um dir ein selbst-gehostetes Wiki Open Source und datenschutzkonform aufzusetzen. Und die anschließende Zusammenarbeit und der kollaborative Aufbau einer Wissensbasis kann damit sehr gut funktionieren!

Was ist ein Wiki und warum ist es cool?

Was ein Wiki ist, muss dank der großen Bekanntheit der Wikipedia kaum mehr erklĂ€rt werden. Im Kern handelt es sich einfach um eine erweiter- und verĂ€nderbare Sammlung mit Inhalten, die beliebig miteinander verlinkt werden können.

Ich mag an Wikis vor allem diese Aspekte:

  • Offen und flexibel: Ein neu installiertes Wiki gibt erst einmal gar nichts vor. Ich kann mir eine eigene Startseite gestalten und genau die Struktur und den Rahmen aufsetzen, die wir fĂŒr unsere jeweilige Zusammenarbeit brauchen. Und in diesem Rahmen kann dann kollaborativ ganz wunderbar viel entstehen.
  • Relativ selbsterklĂ€rend: Tools zur Zusammenarbeit setzen voraus, dass alle Beteiligten in einer Gruppe diese Tools auch gut und niederschwellig nutzen können. Bei einem Wiki scheint mir diese Anforderung relativ gut erfĂŒllt zu sein. Wer Wikis noch nicht kennt, muss eigentlich nur verstehen, dass alle an allen Inhalten schreiben können, immer frĂŒhere Versionen gespeichert werden und vor allem dass sich interne und externe Links meist mit eckigen Klammern setzen lassen, um VerknĂŒpfungen herzustellen.
  • Offene Formate: In einem Wiki sind Inhalte in offenen Dateiformaten gespeichert. Ich kann sie jederzeit auch aus dem Wiki herausholen und anderweitig weiter nutzen. Damit ist nicht nur die Sicherung von Dateien völlig unproblematisch. Sie lassen sich zugleich auch in vielen anderen Tools nutzen. Ohne solche offenen Formate wĂ€re ein Aufbau einer Wissensbasis deutlich weniger nachhaltig.

Neben dieser Nutzungsebene mag ich aus Perspektive von digitaler MĂŒndigkeit und Offenheit, dass es eine Vielzahl von Open Source Software gibt, die eine realistische Selfhosting-Option ermöglicht.

Das bedeutet: Ich muss keine aufwendige Serverkonfiguration kennen oder eine Datenbank einrichten. Sobald ich ein bisschen Webspace zur VerfĂŒgung habe, kann ich die Software hochladen und kann dann direkt an die Einrichtung gehen. Auch eine Sicherung des Wikis ist dank der offenen Dateistruktur sehr unkompliziert.

Wie geht das genau?

Meine Lieblings-Software fĂŒr ein Wiki ist zurzeit die Open Source Software DokuWiki. Mit dieser funktioniert Installation und Nutzung genau wie oben beschrieben.

Ganz konkret:

  • Du kaufst dir bei einem Hosting-Anbieter fĂŒr rund einen Euro im Monat ein bisschen Webspace und bekommst von dort die Zugangsdaten. Wenn du ohnehin schon eine Webseite hast, kannst du das Wiki einfach in einem Unterordner installieren. Du benötigst keine Datenbank.
  • Du lĂ€dst dir die Software von der DokuWiki-Website herunter und dann auf deinen Webspace hoch. Dazu kannst du ein Tool wie FileZilla verwenden.
  • Du öffnest den entsprechenden Ordner auf der Website und ergĂ€nzt beim Link /install.php.
  • Das öffnet einen Konfigurations-Screen, in dem du die Sprache (das DokuWiki gibt es in zahlreichen Sprachen und auch auf Deutsch, sogar mit Unterscheidung zwischen formeller und informeller Sprache) auswĂ€hlst und einen Admin-Zugang mit Passwort bestimmst. (Der Admin-Zugang kann insbesondere weitere Benutzer anlegen. Außerdem kannst du entscheiden, ob das Wiki ganz offen genutzt werden kann (= alle können auch ohne Registrierung alles bearbeiten) oder ein geschĂŒtzter Raum mit begrenztem Zugang sein soll. Auch die Lizenz der Inhalte ganz festgelegt werden.)
  • Anschließend kannst du die Datei install.php löschen – und direkt damit starten, dein Wiki einzurichten.

Wie lÀsst sich solch ein Wiki nutzen?

Nach der Installation können beliebig viele Benutzer-Accounts angelegt werden. Alternativ kann man auch eine offene Registrierung erlauben.

Vor dem Teilen mit der ganzen Gruppe empfiehlt es sich, ein bisschen vorzustrukturieren. StandardmĂ€ĂŸig nehme ich zum Beispiel gerne eine Aktuelles-Rubrik auf, ein Log von Besprechungen/Treffen, einen Gedankenspeicher oder eine Linksammlung.

Wenn ein Wiki vor allem auch als ‚Master-Doc‘, d.h. zur auch synchronen Zusammenarbeit z.B. fĂŒr Mitschriebe bei Treffen verwendet werden soll, bietet sich eine Kombination mit einem Etherpad an. Das kann so aussehen, dass z.B. das jeweils nĂ€chste Treffen einer Gruppe zu einem Etherpad verlinkt wird. Dort kann dann mitgeschrieben werden. Nach dem Treffen wird der Mitschrieb ins Wiki ĂŒbertragen und somit gesichert.

Wer auch im Bereich von Videokonferenzen Open Source Software und hier ganz konkret BigBlueButton verwendet, kann auf diesen Schritt auch verzichten, denn BigBlueButton verfĂŒgt mit den ‚geteilten Notizen‘ ĂŒber eine kollaborative Mitschreibmöglichkeit.

Das Vorgehen ist dann:

  • direkt synchron in der Videokonferenz mitschreiben
  • Mitschrieb sichern
  • ins Wiki ĂŒbertragen.

Fazit

Das war eine schnelle Darstellung und unbedingte Empfehlung gerade in kleineren Projekten eine Wiki-Nutzung in ErwĂ€gung zu ziehen. Diese Empfehlung bedeutet nicht, dass es nicht auch viel neue und spannende Tools gibt, mit denen es sich zu experimentieren lohnt. Wenn wir aber eine realistische Umsetzungsperspektive fĂŒr digital-mĂŒndige Technologienutzung haben wollen, dann braucht es aus meiner Sicht zugleich noch viel mehr solcher Möglichkeiten, die eben ganz niederschwellig auch ‚ganz normalen‘ Menschen, ohne Infrastruktur einer grĂ¶ĂŸeren Organisation und ohne große ZeitkapazitĂ€ten fĂŒr Sicherungen und Serverkonfiguration möglich ist. Ein Wiki auf Basis der DokuWiki Software ist dazu aus meiner Sicht eine sehr gute Möglichkeit!

Aus all diesen GrĂŒnden kann ich dir das Ausprobieren sehr empfehlen. Schreibe mich gerne an, falls du Fragen dazu hast oder UnterstĂŒtzung benötigst.

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Link kopieren Lizenz kopieren #DigitaleMĂŒndigkeit #Tools

Wozu lernen wir – und fĂŒr und mit welcher Technologie?

Ich habe vor kurzem in meinem Blog aufgeschrieben, dass ich die ‚Nordsterne‘ in pĂ€dagogischen Transformationsdebatten oft zu eng gefasst finde. Denn diese betrachten in der Regel die Frage: Wie wollen wir lehren und lernen? Ich habe als ErgĂ€nzung formuliert: Wozu lernen wir? Als Antwort habe ich die Perspektive einer l(i)ebenswerten Welt vorgeschlagen, die sich aus dem ‚Woher?‘ ergibt – den in uns angelegten menschlichen Potenzialen, die es in LernrĂ€umen zu entfalten gilt.

In diesem Blogbeitrag möchte ich gerne noch einen Schritt weiter gehen und diese Perspektive eines doppelt erweiterten Nordsterns mit meinem Fokus auf Bildung und Digitalisierung zusammenbringen.

Warum ein pÀdagogischer Nordstern unter Einbezug von Digitalisierung?

Debatten zu Bildung und Digitalisierung beschrĂ€nken sich erfreulicherweise schon lange nicht mehr nur um ‚Lehren und Lernen mit digitalen Tools‘. Stattdessen gerĂ€t zusĂ€tzlich immer mehr auch die Perspektive von ‚Lehren und Lernen in einer digital-geprĂ€gten Welt‘, also die Frage der Lernkultur, in den Blick. Relativ unverbunden steht dann aber oft daneben, dass wir Digitalisierung auch als Lerngegenstand betrachten und reflektieren sollten. Dieser Aspekt ist bleibt dann meist nur ein kleines Add-On.

Aus meiner Sicht gehören diese drei AnsĂ€tze zusammen, sollten verbindend reflektiert werden und fĂŒhren zu der dann um den Fokus der Digitalisierung erweiterten Nordstern-Frage:

Wozu lernen wir – und fĂŒr und mit welcher Technologie?

Diese Erweiterung ist aus meiner Sicht vor allem deshalb relevant, weil wir Bildung ausgehend von unserer zunehmend digital-geprÀgten Gesellschaft gestalten. Das hat eine doppelte Konsequenz:

  • Es gilt zu klĂ€ren, welche Digitalisierung wir uns in und fĂŒr eine l(i)ebenswerte Welt vorstellen. Wir mĂŒssen also mit dem gesamtgesellschaftlichen Nordstern auch einen Technologie-Nordstern entwickeln.
  • Es gilt zu reflektieren, wie die gegenwĂ€rtige Ausgestaltung von Digitalisierung unsere Handlungsmöglichkeiten hin zur Realisierung dieser Nordsterne behindert oder auch befördern kann.
  • Welche Digitalisierung wollen wir fĂŒr eine l(i)ebenswerte Welt?

    Eine l(i)ebenswerte Welt ist eine Welt, in der Leben entfaltet ist und sich weiter entfalten kann. Damit das gelingt, mĂŒssen wir uns an ‚organischer Intelligenz‘ orientieren.

    Organische Intelligenz funktioniert nicht ĂŒber den Versuch der Kontrolle, sondern durch Verbindung. Das Bild ist hier ein Garten, in dem ich etwas pflanzen und das Wachstum der Pflanzen unterstĂŒtzen kann. Es ist keine Fabrik, in der nach festen Vorgaben etwas durchgeplant entsteht.

    Die vorherrschende Digitalisierung funktioniert dagegen ĂŒberwiegend kontrĂ€r zu diesem Leitbild der Lebendigkeit. Sie ist geprĂ€gt von Plattformen, die Silos darstellen, deren Infrastruktur auf Verwertbarkeit durch Monopolisierung und Machtkonzentration zielt. PĂ€dagogisch ist hierbei relevant, dass genau diese Grundlage auch einen Einfluss auf unsere Nutzungspraxis hat: Diese Form der Digitalisierung unterstĂŒtzt und befördert Individualisierung, Konkurrenzdenken und Standardisierung.

    FĂŒr eine Digitalisierung, die sich an organischer Intelligenz orientiert und diese befördert, wĂ€re stattdessen DezentralitĂ€t der fĂŒr mich wichtigste Hebel von VerĂ€nderung.

    Hintergrund ist hier, dass DezentralitĂ€t im Kern bedeutet, nicht auf Kontrolle zu setzen, sondern Verbindung und Offenheit zu ermöglichen. Wenn Digitalisierung deshalb statt auf Monopolisierung auf Dezentralisierung setzen wĂŒrde, dann wĂŒrde sie sich sehr grundlegend verĂ€ndern und ein verĂ€ndertes, viel menschlicheres Handeln ermöglichen.

    Im Fediverse habe ich das wie folgt beschrieben:

    Dezentralisierung wĂŒrde in diesem Sinne ermöglichen:

    • Communities statt Plattformen
    • Schnittstellen und InteroperabilitĂ€t statt abgegrenzten Silos
    • Demokratie, MĂŒndigkeit und Selbstbestimmung statt Machtkonzentration, AbhĂ€ngigkeit und Manipulation
    • Gemeinschaftlichkeit statt Individualisierung
    • Kooperation statt Konkurrenz
    • Gemeinwohl statt Verwertbarkeit
    • Demut und Bedeutung statt Ego und LĂ€rm
    • Vielfalt statt Standardisierung
    • Sicherheit und Experimentieren statt Angst und Druck

    Ich finde an solchen GegenĂŒberstellungen mit einer pĂ€dagogischen Brille spannend, dass wir auf der Ebene von Haltung und Werten sehr viele Überschneidungen dazu sehen, wie wir uns nicht nur eine bessere Technologie, sondern auch eine bessere Bildung vorstellen. Es steckt also viel Synergiepotential darin, diese wĂŒnschenswerten SystemverĂ€nderungen verbindend zu betrachten. Und es wird deutlich, dass eine pĂ€dagogische Perspektive fĂŒr die Gestaltung einer verĂ€nderten Technologie sehr viel beizutragen hat.

    Wie nutzen und gestalten wir Digitalisierung, um zu einer l(i)ebenswerten Welt zu gelangen?

    Wenn der Nordstern klarer wird, dann schließt sich die Frage an, wie wir ihn erreichen können. Herausfordernd ist dabei in der Bildung vor allem die extreme Ambivalenz, die mit der vorherrschenden, gegenwĂ€rtigen Technologie verbunden ist:

  • Auf der einen Seite steht die vorherrschende Digitalisierung wie oben dargestellt kontrĂ€r zu Lebendigkeit und damit zu menschlichen Potenzialen, die wir im Interesse einer l(i)ebenswerten Welt eigentlich zur Entfaltung bringen wollen.
  • Auf der anderen Seite ermöglicht selbst diese Digitalisierung, weil ihr GeschĂ€ftsmodell ist, menschliche BedĂŒrfnisse anzusprechen, immer wieder flĂŒchtige Einblicke und auch konkrete Möglichkeiten, sie im Sinne von organischer Intelligenz zu nutzen. Beispielsweise kann ich die Mustererkennung von monopolisierten KI-Modellen als Hilfe fĂŒr Gruppenprozesse nutzen oder fĂŒr mich hilfreiche soziale Verbindungen ĂŒber proprietĂ€re Social Media Plattformen aufbauen.
  • In dieser Ambivalenz ist pĂ€dagogisch fĂŒr mich ein Dreiklang nötig:

  • Akzeptanz: Anerkennen, dass es Technologie in ihrer gegenwĂ€rtigen Form gibt und dass sie Teil unserer Lebenswelt – der Lehrenden wie auch der Lernenden – ist.
  • Reflexion: Am besten ausgehend von konkreter Nutzung RĂ€ume schaffen, um zu reflektieren, wo Technologie uns manipuliert und wo wir uns deshalb vor ihr schĂŒtzen sollten und wie uns trotz alledem in manchen Bereichen ein ‚Hacking‘ gelingen kann.
  • Alternativen: Perspektiven fĂŒr eine verĂ€nderte Technologie öffnen, die genau mit den Mustern bricht, die wir oben als kontrĂ€r zum Prinzip der Lebendigkeit identifiziert haben.
  • Je verbindender wir diese drei Herausforderungen aufgreifen und je mehr wir sie mit der Nordstern-Orientierung verbinden, umso wirkungsvoller.

    FĂŒr den zurzeit viel diskutierten Bereich der kĂŒnstlichen Intelligenz kann das beispielsweise bedeuten:

    • KI nicht verbieten/aussperren, sondern in der Bildung zu einem Thema machen.
    • Über KI-Nutzung reflektieren, bewusst auch Lernen ohne KI ermöglichen und uns zugleich an einer kontra-intuitiven KI-Nutzung versuchen, die KI nicht als Antwortmaschine, sondern als Resonanzmaschine versteht.
    • Auf die Suche begeben, wo es eine andere Form von KI gibt, was fĂŒr mich vor allem offene KI-Modelle sind und zugleich auch nicht-generative KI, die in der gegenwĂ€rtigen Diskussion fast gar nicht im Blick ist.

    Am Beispiel von Social Media könnte es bedeuten:

    • Social Media als Teil von LebensrealitĂ€t anerkennen und mit einem offenen Blick Nutzungspraktiken und Gewohnheiten verstehen und besprechen.
    • RĂ€ume schaffen, um zu reflektieren, was Social Media mit uns macht und gemeinsam zu Vereinbarungen zu kommen, wo Abschalten allen Beteiligten besser tut. Und zugleich erkunden, wo Social Media zum Beispiel Verbindung und Zuspruch ermöglichen kann.
    • Alternativen wie das Fediverse stĂ€rken und gerade im Bildungskontext erfahrbar machen.

    Fazit: PĂ€dagogische Diskussion erweitern

    Ich freue mich darauf, diese erweiterten Perspektiven, die jede einzelne fĂŒr sich sicher nicht neu sind, mit solch einem verbindenden Nordstern-Blick im Kontext von Bildung und Digitalisierung aufzugreifen und zu gestalten.

    Durch die Entwicklungen rund um KI sehe ich in diesem Bereich aktuell einen wirkungsvollen Hebel. um VerĂ€nderungen anstoßen zu können, weil sich angesichts von immer leistungsfĂ€higeren Maschinen gesamtgesellschaftlich immer drĂ€ngender die Frage stellt, was uns als Menschen ausmacht – und damit auch, welche Digitalisierung wir eigentlich wollen. Ich denke, dass wir mit einem Blick auf Lernen als Entwicklung, Ermöglichung und ErmĂ€chtigung in einer gemeinschaftlichen Perspektive hier vieles beitragen können.

    Wer am 18. April bei der edunautika in Hamburg ist: Sehr gerne möchte ich dazu in einer Session gemeinsam weiter denken!

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    Beim Gautinger Internettreffen

    Immer mal wieder hatte ich in den letzten Jahren vom Gautinger Internettreffen gehört oder gelesen. Dieses Jahr war ich selbst mit einem Impuls zu zukunftsgestaltendem Lernen dabei. Das Motto des diesjÀhrigen Treffens lautete: digital und selbstbestimmt. Meine These dazu war:

    Digital und selbstbestimmt braucht ganzheitlich und verbunden.

    Ich habe mich dieser These in drei Schritten genÀhert:

  • Ausgangspunkt war fĂŒr mich die Möglichkeitsmut-Wippe: Um im Kontext technologischer Entwicklungen weder in naiven Optimismus noch in Bildungsalarmismus zu verfallen, hilft eine bewusste Verschiebung weg von Abwehr, Angst und Fatalismus, hin zu Akzeptanz, Neugierde und Gestaltungszuversicht.
  • Diese Gestaltungszuversicht gerĂ€t allerdings unter Druck, wenn wir technologische Entwicklungen in ihrer Tiefe betrachten. Eine digitale Infrastruktur, die von Kommerzialisierung, Monopolisierung und Machtkonzentration geprĂ€gt ist, kann leicht das GefĂŒhl von Ohnmacht erzeugen. Umso wichtiger ist es, sich klarzumachen: Diese Herausforderungen sind nicht nur Ă€ußere Bedingungen, denen wir ausgeliefert sind. Innere Entwicklung und Ă€ußere VerĂ€nderung hĂ€ngen zusammen. Ohne ein ‚In die Zukunft lehnen‘ im Inneren bleibt auch Gestaltung von Technologie im Außen begrenzt.
  • Auf diesem Weg können wir den Blick auf die DeepSkills richten, die uns als Menschen zur VerfĂŒgung stehen. Sie entstehen in Lernkontexten, die Ganzheitlichkeit und Verbundenheit ermöglichen.
  • In diesem Sinne wird fĂŒr mich verstĂ€ndlich, warum digital und selbstbestimmt ohne ganzheitliche und verbundene Lernprozesse nicht denkbar ist. Durch die so ermöglichte Entfaltung menschlicher Potenziale können Lernprozesse der ErmĂ€chtigung entstehen.

    Solche Lernprozesse sind natĂŒrlich kein SelbstlĂ€ufer, aus denen automatisch eine bessere Bildung oder eine bessere Technologie entsteht. Wenn ich zum Beispiel als PĂ€dagogin mit einem potenzialorientierten Blick auf Lernende schaue, dann kann ich in der Folge leicht in Konflikt mit der vorherrschenden PrĂŒfungskultur geraten. Genau die so entstehenden WidersprĂŒche können dann aber wiederum produktiv genutzt werden, um auch im Äußeren fĂŒr VerĂ€nderungen einzutreten. Ohne die innere Entwicklung hin zu einem Growth Mindset hĂ€tte ich mich gar nicht auf diesen Weg gemacht.

    Was fĂŒr die Gestaltung von Bildung gilt, gilt auch fĂŒr die Entwicklung von Technologie. Mit Ganzheitlichkeit und Verbundenheit öffnen wir den Blick auf die Frage: Welche Technologie entwickeln wir fĂŒr die Welt, die wir eigentlich wollen? Wir bleiben also nicht mehr bei der Frage stehen: Wie nutzen wir Technologie möglichst effizient innerhalb des bestehenden Systems?

    SpĂ€testens dann wird deutlich, dass Technologie an dieser Stelle natĂŒrlich nur ein Ausschnitt ist. Wir können diese Herangehensweise insgesamt auf die Herausforderungen dieser Welt ĂŒbertragen. Durch Entfaltung menschlicher Potenziale im Inneren im Sinne von Ganzheitlichkeit und Verbundenheit kommt eine bessere, weil l(i)ebenswerte Welt in den Blick.

    Im Ergebnis lÀsst sich dann sagen:

    Gute PĂ€dagogik ist immer auch Aktivismus fĂŒr eine bessere Welt!

    Herzlichen Dank fĂŒr die Einladung und den schönen Austausch vor Ort in Gauting!

    Credits und zugleich Vertiefungs-Empfehlungen des Impulses waren:

    #DigitaleMĂŒndigkeit

    Kartenset: Grundrechte im Digitalen

    Im vergangenen Jahr war ich daran beteiligt, mit dem Bildungs-Team der Wikimedia ein Kartenset zum Thema ‚Grundrechte im Digitalen‘ zu konzipieren und zu erstellen. Inzwischen liegt das Ergebnis gestaltet und gedruckt vor und ich konnte es mir beim heutigen Gautinger Internettreffen auch selbst anschauen.

    Ich freue mich sehr, dass dieses Kartenset als offenes Bildungsmaterial veröffentlicht ist. Das bedeutet: Du kannst es dir auf der Website herunterladen und fĂŒr deine Zwecke anpassen. Gedacht ist das Kartenset fĂŒr einen haptischen Einsatz in offenen, austauschorientierten Lernprozessen. Vor diesem Hintergrund gibt es auf der Website auch die Möglichkeit, das Kartenset gedruckt zu bestellen.

    Was ist das fĂŒr ein Kartenset?

    Das Kartenset besteht aus einer kurzen, didaktischen Handreichung, in der einige Inspirationen zu finden sind, wie mit den Karten gemeinsam gelernt werden kann. Der Fokus liegt hier auf der Methode des Kartenaustausch, um sich unterschiedliche Konzepte und Perspektiven im Austausch miteinander zu erschließen.

    Im Kartenset sind dafĂŒr drei Kartentypen enthalten:

  • Basiskarten mit denen bestimmte Begriffe erklĂ€rt und mit einem Beispiel veranschaulicht werden. Dabei wird dann immer auch der Bezug zu den Grundrechten deutlich gemacht. Solche Begriffe sind z.B. Deep Fakes, Algorithmus, Bias, Barrierefreiheit oder NetzneutralitĂ€t.
  • Persona-Karten, in denen vielfĂ€ltige Personas dargestellt werden, in deren Rolle im Austausch geschlĂŒpft werden kann.
  • Aktions-Karten mit Anregungen fĂŒr umfangreichere Projekte.
  • Zielgruppe des Kartensets sind Jugendliche und Erwachsene ab ca. 14 Jahren.

    Wie geht es damit weiter?

    Schön an der OER-Veröffentlichung des Kartensets ist, dass immer eine Weiterentwicklung möglich ist. Beim heutigen Workshop gab es insbesondere die Anregung, auch eine Version in leichter Sprache zu veröffentlichen oder noch die Kartenkategorie ‚Lebenswelt‘ zu ergĂ€nzen.

    Fazit

    Ich freue mich sehr, dass die Wikimedia dieses Thema aufgegriffen und das Material veröffentlicht hat. Ich selbst werde es sicher in der Erwachsenenbildung nutzen, um Grundlagenwissen zu dem Thema gemeinsam zu entwickeln. Falls das Material fĂŒr deinen Kontext auch spannend sein kann, dann probiere es gerne aus. Viel Freude damit!

    Zum Kartenset bei der Wikimedia

    #DigitaleMĂŒndigkeit

    Drohnenangriffe auf Amazon`s-Rechenzentren im Nahen Osten

    In dieser Episode sprechen die beiden Hosts ĂŒber die schweren Drohnenangriffe vom 1. MĂ€rz 2026 auf die Cloud-Infrastruktur von Amazon im Nahen Osten. Durch den Beschuss wurden mehrere Rechenzentren in Bahrain und in den VAE massiv beschĂ€digt.

    https://bit.ly/4b63SZS

    #Cloud, #ai, #ki, #Rechenzentrum, #drohnenangriffe, #digitalesouverĂ€nitĂ€t, #digitaleverwundbarkeit, #digitaleabhĂ€ngigkeit, #digitalemĂŒndigkeit, #kikompetenz, #ailiteracy

    5. DI.DAY in Erlangen: Freie Karten, freie Wege – wandern, radeln, navigieren ohne Überwachung

    3. Mai 2026, 15:00:00 CEST - GMT+2 - Hauptstraße 65-67, 91054 Erlangen, Bavaria, 65-67 Hauptstraße (Erlangen)

    https://f.termine.di.day/events/5ca1e00a-44a5-4840-942f-47bf4276ce35