Habe mich jetzt entschieden für meine freiberuflichkeit meinen Account neu zu machen. Wer sich also für das Thema #gewaltpravention #deeskalation #padagogik #kommunikation #krisenmanagement #Jugendhilfe #Jugendhilfeträger #digitalemündigkeit #digitaleselbstverteidigung interessiert der kann gerne in Zukunft bei @kurtzundknackig vorbeischauen.
@JaneraTiciano @bboett @heiseonline
Das wird sich nur ändern, wenn man jeder und jedem der denkt, dass Frauen keine Ahnung von Computern haben können, das sehr gut geschriebene #DigitaleMündigkeit von @reticuleena empfiehlt. Gerne auch die Kurzversion als pdf: https://muendigkeit.digital/data/DM_Infobroschuere_Ausg2.pdf

Super-simple Wikis für Zusammenarbeit: ein Klassiker-Werkzeug, das immer noch hilfreich ist

In Hinblick auf die technologische Entwicklung ist gerade eine spannende Zeit: Während viele Menschen schon länger mit Wissensmanagement-Anwendungen im Sinne eines ‚Second Brain‘ experimentieren, kommt nun noch die Möglichkeit dazu, in solche Systeme auch KI-Technologie zu integrieren oder KI-Tools direkt zu einer Art Bibliothekar dieses zweiten Gedächtnisses zu machen. Die Idee für die Interaktion mit der KI ist dann nicht mehr: „Hier sind viele Dateien. Ich stelle dir Fragen dazu!“, sondern vielmehr: „Hier sind viele Dateien. Bringe sie in ein vernetztes System und verknüpfe jeweils neue Inhalte sinnvoll damit.“ Auf diese Weise bekommen – so die Idee und Hoffnung – KI-Tools eine Art Gedächtnis und sind nicht mehr nur Archiv, das jedes Mal wieder von Neuem durchsucht wird.

Angesichts solcher Entwicklungen mutet es ziemlich altertümlich an, nach wie vor zugleich auch ein super-simples, weil statisches Wiki-System für die Zusammenarbeit zu verwenden. Ich empfinde das aber gar nicht als Gegensatz. Vielmehr erscheint es mir gerade in solch einer Situation, wo es mehr und mehr automatisierte und aufwendige Technologie gibt, die vielfach zugleich monopolisiert ist, umso wichtiger, immer wieder die Perspektive von selbst-gehosteten und einfachen Tools aufzumachen, die insbesondere Einzelpersonen ohne größere Infrastruktur oder Organisation im Hintergrund und mit wenig Zeit online stellen und warten können. Das ist dann eine sehr realistische und konkrete Perspektive für digitale Mündigkeit.

Solche Wikis nutze ich – ich habe nachgerechnet – tatsächlich schon seit rund 20 Jahren in der Zusammenarbeit mit anderen Menschen. Die Software hat sich in dieser Zeit verbessert: die Installation ist deutlich niederschwelliger, es braucht nur noch minimale Infrastruktur-Anforderungen und die Arbeit damit funktioniert auch mobil. Die grundsätzlichen Prinzipien sind aber gleich geblieben. Und ich finde Wikis immer noch und vielleicht gerade wegen so vieler weiterer und neuerer Möglichkeiten sehr hilfreich!

In diesem Blogbeitrag möchte ich deshalb genauer vorstellen, was ein Wiki in der Zusammenarbeit genau leistet und wie es eingesetzt werden kann, welche Software ich empfehle und wie sich diese installieren lässt.

Spoiler vorab: Du brauchst nicht einmal 10 Minuten, um dir ein selbst-gehostetes Wiki Open Source und datenschutzkonform aufzusetzen. Und die anschließende Zusammenarbeit und der kollaborative Aufbau einer Wissensbasis kann damit sehr gut funktionieren!

Was ist ein Wiki und warum ist es cool?

Was ein Wiki ist, muss dank der großen Bekanntheit der Wikipedia kaum mehr erklärt werden. Im Kern handelt es sich einfach um eine erweiter- und veränderbare Sammlung mit Inhalten, die beliebig miteinander verlinkt werden können.

Ich mag an Wikis vor allem diese Aspekte:

  • Offen und flexibel: Ein neu installiertes Wiki gibt erst einmal gar nichts vor. Ich kann mir eine eigene Startseite gestalten und genau die Struktur und den Rahmen aufsetzen, die wir für unsere jeweilige Zusammenarbeit brauchen. Und in diesem Rahmen kann dann kollaborativ ganz wunderbar viel entstehen.
  • Relativ selbsterklärend: Tools zur Zusammenarbeit setzen voraus, dass alle Beteiligten in einer Gruppe diese Tools auch gut und niederschwellig nutzen können. Bei einem Wiki scheint mir diese Anforderung relativ gut erfüllt zu sein. Wer Wikis noch nicht kennt, muss eigentlich nur verstehen, dass alle an allen Inhalten schreiben können, immer frühere Versionen gespeichert werden und vor allem dass sich interne und externe Links meist mit eckigen Klammern setzen lassen, um Verknüpfungen herzustellen.
  • Offene Formate: In einem Wiki sind Inhalte in offenen Dateiformaten gespeichert. Ich kann sie jederzeit auch aus dem Wiki herausholen und anderweitig weiter nutzen. Damit ist nicht nur die Sicherung von Dateien völlig unproblematisch. Sie lassen sich zugleich auch in vielen anderen Tools nutzen. Ohne solche offenen Formate wäre ein Aufbau einer Wissensbasis deutlich weniger nachhaltig.

Neben dieser Nutzungsebene mag ich aus Perspektive von digitaler Mündigkeit und Offenheit, dass es eine Vielzahl von Open Source Software gibt, die eine realistische Selfhosting-Option ermöglicht.

Das bedeutet: Ich muss keine aufwendige Serverkonfiguration kennen oder eine Datenbank einrichten. Sobald ich ein bisschen Webspace zur Verfügung habe, kann ich die Software hochladen und kann dann direkt an die Einrichtung gehen. Auch eine Sicherung des Wikis ist dank der offenen Dateistruktur sehr unkompliziert.

Wie geht das genau?

Meine Lieblings-Software für ein Wiki ist zurzeit die Open Source Software DokuWiki. Mit dieser funktioniert Installation und Nutzung genau wie oben beschrieben.

Ganz konkret:

  • Du kaufst dir bei einem Hosting-Anbieter für rund einen Euro im Monat ein bisschen Webspace und bekommst von dort die Zugangsdaten. Wenn du ohnehin schon eine Webseite hast, kannst du das Wiki einfach in einem Unterordner installieren. Du benötigst keine Datenbank.
  • Du lädst dir die Software von der DokuWiki-Website herunter und dann auf deinen Webspace hoch. Dazu kannst du ein Tool wie FileZilla verwenden.
  • Du öffnest den entsprechenden Ordner auf der Website und ergänzt beim Link /install.php.
  • Das öffnet einen Konfigurations-Screen, in dem du die Sprache (das DokuWiki gibt es in zahlreichen Sprachen und auch auf Deutsch, sogar mit Unterscheidung zwischen formeller und informeller Sprache) auswählst und einen Admin-Zugang mit Passwort bestimmst. (Der Admin-Zugang kann insbesondere weitere Benutzer anlegen. Außerdem kannst du entscheiden, ob das Wiki ganz offen genutzt werden kann (= alle können auch ohne Registrierung alles bearbeiten) oder ein geschützter Raum mit begrenztem Zugang sein soll. Auch die Lizenz der Inhalte ganz festgelegt werden.)
  • Anschließend kannst du die Datei install.php löschen – und direkt damit starten, dein Wiki einzurichten.

Wie lässt sich solch ein Wiki nutzen?

Nach der Installation können beliebig viele Benutzer-Accounts angelegt werden. Alternativ kann man auch eine offene Registrierung erlauben.

Vor dem Teilen mit der ganzen Gruppe empfiehlt es sich, ein bisschen vorzustrukturieren. Standardmäßig nehme ich zum Beispiel gerne eine Aktuelles-Rubrik auf, ein Log von Besprechungen/Treffen, einen Gedankenspeicher oder eine Linksammlung.

Wenn ein Wiki vor allem auch als ‚Master-Doc‘, d.h. zur auch synchronen Zusammenarbeit z.B. für Mitschriebe bei Treffen verwendet werden soll, bietet sich eine Kombination mit einem Etherpad an. Das kann so aussehen, dass z.B. das jeweils nächste Treffen einer Gruppe zu einem Etherpad verlinkt wird. Dort kann dann mitgeschrieben werden. Nach dem Treffen wird der Mitschrieb ins Wiki übertragen und somit gesichert.

Wer auch im Bereich von Videokonferenzen Open Source Software und hier ganz konkret BigBlueButton verwendet, kann auf diesen Schritt auch verzichten, denn BigBlueButton verfügt mit den ‚geteilten Notizen‘ über eine kollaborative Mitschreibmöglichkeit.

Das Vorgehen ist dann:

  • direkt synchron in der Videokonferenz mitschreiben
  • Mitschrieb sichern
  • ins Wiki übertragen.

Fazit

Das war eine schnelle Darstellung und unbedingte Empfehlung gerade in kleineren Projekten eine Wiki-Nutzung in Erwägung zu ziehen. Diese Empfehlung bedeutet nicht, dass es nicht auch viel neue und spannende Tools gibt, mit denen es sich zu experimentieren lohnt. Wenn wir aber eine realistische Umsetzungsperspektive für digital-mündige Technologienutzung haben wollen, dann braucht es aus meiner Sicht zugleich noch viel mehr solcher Möglichkeiten, die eben ganz niederschwellig auch ‚ganz normalen‘ Menschen, ohne Infrastruktur einer größeren Organisation und ohne große Zeitkapazitäten für Sicherungen und Serverkonfiguration möglich ist. Ein Wiki auf Basis der DokuWiki Software ist dazu aus meiner Sicht eine sehr gute Möglichkeit!

Aus all diesen Gründen kann ich dir das Ausprobieren sehr empfehlen. Schreibe mich gerne an, falls du Fragen dazu hast oder Unterstützung benötigst.

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Link kopieren Lizenz kopieren #DigitaleMündigkeit #Tools

Wozu lernen wir – und für und mit welcher Technologie?

Ich habe vor kurzem in meinem Blog aufgeschrieben, dass ich die ‚Nordsterne‘ in pädagogischen Transformationsdebatten oft zu eng gefasst finde. Denn diese betrachten in der Regel die Frage: Wie wollen wir lehren und lernen? Ich habe als Ergänzung formuliert: Wozu lernen wir? Als Antwort habe ich die Perspektive einer l(i)ebenswerten Welt vorgeschlagen, die sich aus dem ‚Woher?‘ ergibt – den in uns angelegten menschlichen Potenzialen, die es in Lernräumen zu entfalten gilt.

In diesem Blogbeitrag möchte ich gerne noch einen Schritt weiter gehen und diese Perspektive eines doppelt erweiterten Nordsterns mit meinem Fokus auf Bildung und Digitalisierung zusammenbringen.

Warum ein pädagogischer Nordstern unter Einbezug von Digitalisierung?

Debatten zu Bildung und Digitalisierung beschränken sich erfreulicherweise schon lange nicht mehr nur um ‚Lehren und Lernen mit digitalen Tools‘. Stattdessen gerät zusätzlich immer mehr auch die Perspektive von ‚Lehren und Lernen in einer digital-geprägten Welt‘, also die Frage der Lernkultur, in den Blick. Relativ unverbunden steht dann aber oft daneben, dass wir Digitalisierung auch als Lerngegenstand betrachten und reflektieren sollten. Dieser Aspekt ist bleibt dann meist nur ein kleines Add-On.

Aus meiner Sicht gehören diese drei Ansätze zusammen, sollten verbindend reflektiert werden und führen zu der dann um den Fokus der Digitalisierung erweiterten Nordstern-Frage:

Wozu lernen wir – und für und mit welcher Technologie?

Diese Erweiterung ist aus meiner Sicht vor allem deshalb relevant, weil wir Bildung ausgehend von unserer zunehmend digital-geprägten Gesellschaft gestalten. Das hat eine doppelte Konsequenz:

  • Es gilt zu klären, welche Digitalisierung wir uns in und für eine l(i)ebenswerte Welt vorstellen. Wir müssen also mit dem gesamtgesellschaftlichen Nordstern auch einen Technologie-Nordstern entwickeln.
  • Es gilt zu reflektieren, wie die gegenwärtige Ausgestaltung von Digitalisierung unsere Handlungsmöglichkeiten hin zur Realisierung dieser Nordsterne behindert oder auch befördern kann.
  • Welche Digitalisierung wollen wir für eine l(i)ebenswerte Welt?

    Eine l(i)ebenswerte Welt ist eine Welt, in der Leben entfaltet ist und sich weiter entfalten kann. Damit das gelingt, müssen wir uns an ‚organischer Intelligenz‘ orientieren.

    Organische Intelligenz funktioniert nicht über den Versuch der Kontrolle, sondern durch Verbindung. Das Bild ist hier ein Garten, in dem ich etwas pflanzen und das Wachstum der Pflanzen unterstützen kann. Es ist keine Fabrik, in der nach festen Vorgaben etwas durchgeplant entsteht.

    Die vorherrschende Digitalisierung funktioniert dagegen überwiegend konträr zu diesem Leitbild der Lebendigkeit. Sie ist geprägt von Plattformen, die Silos darstellen, deren Infrastruktur auf Verwertbarkeit durch Monopolisierung und Machtkonzentration zielt. Pädagogisch ist hierbei relevant, dass genau diese Grundlage auch einen Einfluss auf unsere Nutzungspraxis hat: Diese Form der Digitalisierung unterstützt und befördert Individualisierung, Konkurrenzdenken und Standardisierung.

    Für eine Digitalisierung, die sich an organischer Intelligenz orientiert und diese befördert, wäre stattdessen Dezentralität der für mich wichtigste Hebel von Veränderung.

    Hintergrund ist hier, dass Dezentralität im Kern bedeutet, nicht auf Kontrolle zu setzen, sondern Verbindung und Offenheit zu ermöglichen. Wenn Digitalisierung deshalb statt auf Monopolisierung auf Dezentralisierung setzen würde, dann würde sie sich sehr grundlegend verändern und ein verändertes, viel menschlicheres Handeln ermöglichen.

    Im Fediverse habe ich das wie folgt beschrieben:

    Dezentralisierung würde in diesem Sinne ermöglichen:

    • Communities statt Plattformen
    • Schnittstellen und Interoperabilität statt abgegrenzten Silos
    • Demokratie, Mündigkeit und Selbstbestimmung statt Machtkonzentration, Abhängigkeit und Manipulation
    • Gemeinschaftlichkeit statt Individualisierung
    • Kooperation statt Konkurrenz
    • Gemeinwohl statt Verwertbarkeit
    • Demut und Bedeutung statt Ego und Lärm
    • Vielfalt statt Standardisierung
    • Sicherheit und Experimentieren statt Angst und Druck

    Ich finde an solchen Gegenüberstellungen mit einer pädagogischen Brille spannend, dass wir auf der Ebene von Haltung und Werten sehr viele Überschneidungen dazu sehen, wie wir uns nicht nur eine bessere Technologie, sondern auch eine bessere Bildung vorstellen. Es steckt also viel Synergiepotential darin, diese wünschenswerten Systemveränderungen verbindend zu betrachten. Und es wird deutlich, dass eine pädagogische Perspektive für die Gestaltung einer veränderten Technologie sehr viel beizutragen hat.

    Wie nutzen und gestalten wir Digitalisierung, um zu einer l(i)ebenswerten Welt zu gelangen?

    Wenn der Nordstern klarer wird, dann schließt sich die Frage an, wie wir ihn erreichen können. Herausfordernd ist dabei in der Bildung vor allem die extreme Ambivalenz, die mit der vorherrschenden, gegenwärtigen Technologie verbunden ist:

  • Auf der einen Seite steht die vorherrschende Digitalisierung wie oben dargestellt konträr zu Lebendigkeit und damit zu menschlichen Potenzialen, die wir im Interesse einer l(i)ebenswerten Welt eigentlich zur Entfaltung bringen wollen.
  • Auf der anderen Seite ermöglicht selbst diese Digitalisierung, weil ihr Geschäftsmodell ist, menschliche Bedürfnisse anzusprechen, immer wieder flüchtige Einblicke und auch konkrete Möglichkeiten, sie im Sinne von organischer Intelligenz zu nutzen. Beispielsweise kann ich die Mustererkennung von monopolisierten KI-Modellen als Hilfe für Gruppenprozesse nutzen oder für mich hilfreiche soziale Verbindungen über proprietäre Social Media Plattformen aufbauen.
  • In dieser Ambivalenz ist pädagogisch für mich ein Dreiklang nötig:

  • Akzeptanz: Anerkennen, dass es Technologie in ihrer gegenwärtigen Form gibt und dass sie Teil unserer Lebenswelt – der Lehrenden wie auch der Lernenden – ist.
  • Reflexion: Am besten ausgehend von konkreter Nutzung Räume schaffen, um zu reflektieren, wo Technologie uns manipuliert und wo wir uns deshalb vor ihr schützen sollten und wie uns trotz alledem in manchen Bereichen ein ‚Hacking‘ gelingen kann.
  • Alternativen: Perspektiven für eine veränderte Technologie öffnen, die genau mit den Mustern bricht, die wir oben als konträr zum Prinzip der Lebendigkeit identifiziert haben.
  • Je verbindender wir diese drei Herausforderungen aufgreifen und je mehr wir sie mit der Nordstern-Orientierung verbinden, umso wirkungsvoller.

    Für den zurzeit viel diskutierten Bereich der künstlichen Intelligenz kann das beispielsweise bedeuten:

    • KI nicht verbieten/aussperren, sondern in der Bildung zu einem Thema machen.
    • Über KI-Nutzung reflektieren, bewusst auch Lernen ohne KI ermöglichen und uns zugleich an einer kontra-intuitiven KI-Nutzung versuchen, die KI nicht als Antwortmaschine, sondern als Resonanzmaschine versteht.
    • Auf die Suche begeben, wo es eine andere Form von KI gibt, was für mich vor allem offene KI-Modelle sind und zugleich auch nicht-generative KI, die in der gegenwärtigen Diskussion fast gar nicht im Blick ist.

    Am Beispiel von Social Media könnte es bedeuten:

    • Social Media als Teil von Lebensrealität anerkennen und mit einem offenen Blick Nutzungspraktiken und Gewohnheiten verstehen und besprechen.
    • Räume schaffen, um zu reflektieren, was Social Media mit uns macht und gemeinsam zu Vereinbarungen zu kommen, wo Abschalten allen Beteiligten besser tut. Und zugleich erkunden, wo Social Media zum Beispiel Verbindung und Zuspruch ermöglichen kann.
    • Alternativen wie das Fediverse stärken und gerade im Bildungskontext erfahrbar machen.

    Fazit: Pädagogische Diskussion erweitern

    Ich freue mich darauf, diese erweiterten Perspektiven, die jede einzelne für sich sicher nicht neu sind, mit solch einem verbindenden Nordstern-Blick im Kontext von Bildung und Digitalisierung aufzugreifen und zu gestalten.

    Durch die Entwicklungen rund um KI sehe ich in diesem Bereich aktuell einen wirkungsvollen Hebel. um Veränderungen anstoßen zu können, weil sich angesichts von immer leistungsfähigeren Maschinen gesamtgesellschaftlich immer drängender die Frage stellt, was uns als Menschen ausmacht – und damit auch, welche Digitalisierung wir eigentlich wollen. Ich denke, dass wir mit einem Blick auf Lernen als Entwicklung, Ermöglichung und Ermächtigung in einer gemeinschaftlichen Perspektive hier vieles beitragen können.

    Wer am 18. April bei der edunautika in Hamburg ist: Sehr gerne möchte ich dazu in einer Session gemeinsam weiter denken!

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    Link kopieren Lizenz kopieren #DigitaleMündigkeit #KünstlicheIntelligenzKI

    Beim Gautinger Internettreffen

    Immer mal wieder hatte ich in den letzten Jahren vom Gautinger Internettreffen gehört oder gelesen. Dieses Jahr war ich selbst mit einem Impuls zu zukunftsgestaltendem Lernen dabei. Das Motto des diesjährigen Treffens lautete: digital und selbstbestimmt. Meine These dazu war:

    Digital und selbstbestimmt braucht ganzheitlich und verbunden.

    Ich habe mich dieser These in drei Schritten genähert:

  • Ausgangspunkt war für mich die Möglichkeitsmut-Wippe: Um im Kontext technologischer Entwicklungen weder in naiven Optimismus noch in Bildungsalarmismus zu verfallen, hilft eine bewusste Verschiebung weg von Abwehr, Angst und Fatalismus, hin zu Akzeptanz, Neugierde und Gestaltungszuversicht.
  • Diese Gestaltungszuversicht gerät allerdings unter Druck, wenn wir technologische Entwicklungen in ihrer Tiefe betrachten. Eine digitale Infrastruktur, die von Kommerzialisierung, Monopolisierung und Machtkonzentration geprägt ist, kann leicht das Gefühl von Ohnmacht erzeugen. Umso wichtiger ist es, sich klarzumachen: Diese Herausforderungen sind nicht nur äußere Bedingungen, denen wir ausgeliefert sind. Innere Entwicklung und äußere Veränderung hängen zusammen. Ohne ein ‚In die Zukunft lehnen‘ im Inneren bleibt auch Gestaltung von Technologie im Außen begrenzt.
  • Auf diesem Weg können wir den Blick auf die DeepSkills richten, die uns als Menschen zur Verfügung stehen. Sie entstehen in Lernkontexten, die Ganzheitlichkeit und Verbundenheit ermöglichen.
  • In diesem Sinne wird für mich verständlich, warum digital und selbstbestimmt ohne ganzheitliche und verbundene Lernprozesse nicht denkbar ist. Durch die so ermöglichte Entfaltung menschlicher Potenziale können Lernprozesse der Ermächtigung entstehen.

    Solche Lernprozesse sind natürlich kein Selbstläufer, aus denen automatisch eine bessere Bildung oder eine bessere Technologie entsteht. Wenn ich zum Beispiel als Pädagogin mit einem potenzialorientierten Blick auf Lernende schaue, dann kann ich in der Folge leicht in Konflikt mit der vorherrschenden Prüfungskultur geraten. Genau die so entstehenden Widersprüche können dann aber wiederum produktiv genutzt werden, um auch im Äußeren für Veränderungen einzutreten. Ohne die innere Entwicklung hin zu einem Growth Mindset hätte ich mich gar nicht auf diesen Weg gemacht.

    Was für die Gestaltung von Bildung gilt, gilt auch für die Entwicklung von Technologie. Mit Ganzheitlichkeit und Verbundenheit öffnen wir den Blick auf die Frage: Welche Technologie entwickeln wir für die Welt, die wir eigentlich wollen? Wir bleiben also nicht mehr bei der Frage stehen: Wie nutzen wir Technologie möglichst effizient innerhalb des bestehenden Systems?

    Spätestens dann wird deutlich, dass Technologie an dieser Stelle natürlich nur ein Ausschnitt ist. Wir können diese Herangehensweise insgesamt auf die Herausforderungen dieser Welt übertragen. Durch Entfaltung menschlicher Potenziale im Inneren im Sinne von Ganzheitlichkeit und Verbundenheit kommt eine bessere, weil l(i)ebenswerte Welt in den Blick.

    Im Ergebnis lässt sich dann sagen:

    Gute Pädagogik ist immer auch Aktivismus für eine bessere Welt!

    Herzlichen Dank für die Einladung und den schönen Austausch vor Ort in Gauting!

    Credits und zugleich Vertiefungs-Empfehlungen des Impulses waren:

    #DigitaleMündigkeit

    Kartenset: Grundrechte im Digitalen

    Im vergangenen Jahr war ich daran beteiligt, mit dem Bildungs-Team der Wikimedia ein Kartenset zum Thema ‚Grundrechte im Digitalen‘ zu konzipieren und zu erstellen. Inzwischen liegt das Ergebnis gestaltet und gedruckt vor und ich konnte es mir beim heutigen Gautinger Internettreffen auch selbst anschauen.

    Ich freue mich sehr, dass dieses Kartenset als offenes Bildungsmaterial veröffentlicht ist. Das bedeutet: Du kannst es dir auf der Website herunterladen und für deine Zwecke anpassen. Gedacht ist das Kartenset für einen haptischen Einsatz in offenen, austauschorientierten Lernprozessen. Vor diesem Hintergrund gibt es auf der Website auch die Möglichkeit, das Kartenset gedruckt zu bestellen.

    Was ist das für ein Kartenset?

    Das Kartenset besteht aus einer kurzen, didaktischen Handreichung, in der einige Inspirationen zu finden sind, wie mit den Karten gemeinsam gelernt werden kann. Der Fokus liegt hier auf der Methode des Kartenaustausch, um sich unterschiedliche Konzepte und Perspektiven im Austausch miteinander zu erschließen.

    Im Kartenset sind dafür drei Kartentypen enthalten:

  • Basiskarten mit denen bestimmte Begriffe erklärt und mit einem Beispiel veranschaulicht werden. Dabei wird dann immer auch der Bezug zu den Grundrechten deutlich gemacht. Solche Begriffe sind z.B. Deep Fakes, Algorithmus, Bias, Barrierefreiheit oder Netzneutralität.
  • Persona-Karten, in denen vielfältige Personas dargestellt werden, in deren Rolle im Austausch geschlüpft werden kann.
  • Aktions-Karten mit Anregungen für umfangreichere Projekte.
  • Zielgruppe des Kartensets sind Jugendliche und Erwachsene ab ca. 14 Jahren.

    Wie geht es damit weiter?

    Schön an der OER-Veröffentlichung des Kartensets ist, dass immer eine Weiterentwicklung möglich ist. Beim heutigen Workshop gab es insbesondere die Anregung, auch eine Version in leichter Sprache zu veröffentlichen oder noch die Kartenkategorie ‚Lebenswelt‘ zu ergänzen.

    Fazit

    Ich freue mich sehr, dass die Wikimedia dieses Thema aufgegriffen und das Material veröffentlicht hat. Ich selbst werde es sicher in der Erwachsenenbildung nutzen, um Grundlagenwissen zu dem Thema gemeinsam zu entwickeln. Falls das Material für deinen Kontext auch spannend sein kann, dann probiere es gerne aus. Viel Freude damit!

    Zum Kartenset bei der Wikimedia

    #DigitaleMündigkeit

    Drohnenangriffe auf Amazon`s-Rechenzentren im Nahen Osten

    In dieser Episode sprechen die beiden Hosts über die schweren Drohnenangriffe vom 1. März 2026 auf die Cloud-Infrastruktur von Amazon im Nahen Osten. Durch den Beschuss wurden mehrere Rechenzentren in Bahrain und in den VAE massiv beschädigt.

    https://bit.ly/4b63SZS

    #Cloud, #ai, #ki, #Rechenzentrum, #drohnenangriffe, #digitalesouveränität, #digitaleverwundbarkeit, #digitaleabhängigkeit, #digitalemündigkeit, #kikompetenz, #ailiteracy

    5. DI.DAY in Erlangen: Freie Karten, freie Wege – wandern, radeln, navigieren ohne Überwachung

    3. Mai 2026, 15:00:00 CEST - GMT+2 - Hauptstraße 65-67, 91054 Erlangen, Bavaria, 65-67 Hauptstraße (Erlangen)

    https://f.termine.di.day/events/5ca1e00a-44a5-4840-942f-47bf4276ce35

    4. DI.DAY in Erlangen im ZAM: Clouds aus regionaler Aufzucht?

    12. April 2026, 15:00:00 CEST - GMT+2 - Hauptstraße 65-67, 91054 Erlangen, Bavaria, 65-67 Hauptstraße (Erlangen)

    https://f.termine.di.day/events/1e4a5901-48b2-47b8-82cb-d714e7c9c39b

    Eine eigene Website – ohne Wartungsaufwand

    Ich finde es eine gute, hilfreiche und sinnvolle Sache, wenn Menschen, die kluge Gedanken haben, diese nicht nur für sich behalten und sie auch nicht nur über Social Media Plattformen publizieren, wo sie nicht nachhaltig auffindbar sind, keine Hoheit darüber besteht und sie vor allem auch sehr schlecht referenziert werden können. Stattdessen rege ich in solchen Fällen sehr gerne und häufig an, sich doch eine eigene Website einzurichten.

    Mein Standard-Vorschlag hierzu war eine WordPress-Website. Wenn es die eigene Website ist, dann nutzt man hier nicht WordPress.com, sondern lädt sich über wordpress.org die Open Source Software herunter und installiert sie auch auf einen Server. Ich habe das Vorgehen in diesem Beitrag ausführlich beschrieben. Der große Vorteil an WordPress ist, dass die Software direkt viele hilfreiche Funktionalitäten mitbringt. Im Blog können z.B. direkt Kommentare freigeschaltet werden. Außerdem lassen sich über WordPress unter anderem Formulare anlegen oder auch H5P-Inhalte erstellen und teilen. So etwas kann im pädagogischen Alltag sehr hilfreich sein.

    In letzter Zeit habe ich nun aber immer öfter die Erfahrung gemacht, dass WordPress für viele Menschen auch keine sinnvolle Wahl ist. Insbesondere dann, wenn Menschen sehr eingespannt sind, wahrscheinlich eher weniger bloggen, sondern einfach nur immer mal wieder etwas online stellen wollen, aber ansonsten mit der Website möglichst wenig zu tun haben wollen. In diesem Fall ist WordPress eine schlechte Wahl, weil es schon nötig ist, dort regelmäßig drauf zu schauen, Updates zu installieren und die Seite (gerade wenn man Kommentare oder andere interaktive Möglichkeiten nutzt) im Blick zu behalten.

    Auf eine eigene Website muss dann trotzdem nicht verzichtet werden, aber ich würde dann nicht WordPress, sondern besser ein statisches Website-Tool empfehlen. Am liebsten mag ich hier gerade Publii, weil es grundsätzlich sehr benutzerfreundlich und nicht zu nerdig angelegt ist, so dass auch technisch nicht sehr affine Menschen damit zurecht kommen sollten.

    Beim Einrichten solcher Websites kommt man schnell zu einer gewissen Routine und übersieht, dass beim ersten Mal doch mehr getan werden muss, als es sich für mich inzwischen anfühlt. Um die erstmalige Erstellung einer solchen Website für dich so einfach wie möglich zu machen, kommen hier die Schritte, die du nacheinander durchgehen kannst – inklusive einer offen nutzbaren Vorlage, um direkt ohne langes Einrichten mit der inhaltlichen Arbeit beginnen zu können:

    1. Domain und Webspace kaufen

    Für einen eigenen Ort im Netz benötigst du Webspace und eine Domain (= der Name, über den andere deine Website aufrufen können). Ich empfehle dazu, sich einen Account bei Hetzner anzulegen, dann das Webhosting Paket S auszuwählen, dort einen Namen festzulegen und die Domain einzugeben. Weitere Angaben braucht es nicht. Wenn die Domain noch frei ist, kann sie direkt bestellt werden. Jetzt braucht es 1-2 Stunden bis der Account und die Domain nutzbar sind. Du kannst in dieser Zeit direkt mit den nächsten Schritten weitermachen.

    2. Publii installieren

    Wir wollen die Website ja mit Publii bauen. Das ist ein Programm, über das du dann Inhalte für die Website schreiben kannst und von dort aus dann auch direkt auf den Webspace hochladen kannst. Damit du dieses Programm nutzen kannst, musst du es dir auf deinem Desktop-Gerät installieren. Du lädst es dir dazu von hier herunter passend zu deinem Betriebssystem und lässt dich durch den Installationsprozess führen. Dann kannst du das Programm öffnen.

    3. Website in Publii anlegen

    In Publii kommt dann jetzt der interessantere Part. Du kannst dir dort deine gewünschte Website anlegen. Um dir die ersten Schritte möglichst einfach zu machen, empfehle ich dir, deine Website nicht neu, sondern von einem Backup anlegen. Dazu lädst du dir hier diese Datei herunter und dann bei Publii rein.

    start-fuer-deine-websiteHerunterladen

    Also: ‚Create new Website‘ und dann ‚Install from Backup‘. Dann kannst du direkt den gewünschten Seitennamen angeben und mit einem bereits fertigen Rohgerüst starten. Du musst dann diese Schritte gehen:

    • Unter Site Settings deine Beschreibung eingeben.
    • Unter Author deinen Namen eintrage
    • Unter Theme unten bei Layout runterscrollen bis du zur Hero-Section kommst. Dort dann deinen Begrüßungstext eingeben. Unter Footer kannst du Accounts von Social Media eintragen.
    • Unter Pages bei Impressum und Datenschutz deine Kontaktangaben eingeben

    Danach kannst du zu Posts gehen und deinen ersten Beitrag schreiben.

    Nützlich ist noch der File-Manager, wenn du z.B. eine Präsentation oder eine andere Datei hochladen und dann in Posts oder Pages verlinken kannst. Du findest den File Manager unter Tools & Plugins.

    4. Mail und SSL Verschlüsselung

    Nun müssen wir deine Website noch ins Internet bringen. Zuerst einmal verschlüsseln wir dazu deine Domain. Das machst du in deinem Hetzner-Account. Du gehst dort zur Domain (nicht zum Account). Auf Einstellungen, ganz unten SSL. Dann Basic Zertifikat auswählen. Länge des Schlüssels nicht ändern. Rechts daneben den Pfeil zum Laden anklicken. Das braucht eine gute Minute. Dann darunter: HTTPS-Weiterleitung auf ein schieben.

    Wichtig: Dieser Schritt funktioniert erst, wenn deine Domain erreichbar ist. Das ist meist ca. 1-2 Stunden nach der Bestellung der Fall.

    Update: Wenn du vorher deine Domain irgendwo anders hattest und diese Domain umziehst, musst du zusätzlich noch den SSL-Manager öffnen und die Domain korrekt zuweisen. Wenn du die Domain aber neu kaufst, sollte alles automatisch funktionieren.

    Anschließend kannst du dir unter E-Mail noch direkt eine Mailadresse oder Weiterleitung zu deiner Domain anlegen.

    5. Publii mit Webspace verbinden

    Bei Hetzner findest du dann auch die Zugangsdaten, die wir jetzt für Publii zur Verbindung der erstellten Inhalte auf deinem Desktop mit dem Webspace brauchen. Dazu gehst du zum Account (also nicht mehr Domain). Du kannst da direkt in der Kopfzeile in den Breadcrumbs eins weiter vorne anklicken.

    Die Zugangsdaten findest du dann unter Einstellungen und Logindaten. Diese Sachen musst du dann bei Publii eingeben:

    • Dazu gehst du zu Server.
    • Dann SFTP auswählen.
    • Die Website-URL ist deine Domain.
    • Port müsste bei 22 sein. Also nicht ändern.
    • Server von Hetzner reinkopieren (z.B. wwwxxx.your-server.de oder etwas ähnliches).
    • Ebenso Loginname als Username und das Passwort.
    • ‚Always ask for password‘ kannst du ausgestellt lassen, wenn du auf deinem eigenen Gerät arbeitest.
    • Dann bei remote path eintragen: public_html/
    • Dann unten Test Connection.

    Wenn kein Fehler kommt: Save Settings.

    Jetzt fehlt dann nur noch die Übertragung. Dafür kannst du links unten ‚Sync your Website‘ wählen. Alles wird hochgeladen – und wenn du jetzt deine Website-Adresse im Browser öffnest, stehen deine Inhalte online. Du kannst jederzeit ändern/ ergänzen und dann einfach immer wieder syncen. Manchmal sind Dateien noch im Cache des Browsers und du siehst nicht direkt Änderungen.

    Geschafft! 🎉

    Ich wünsche dir viel Freude mit deiner Website. Melde dich gerne, wenn du nicht weiter kommst!

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