Ein für mich erschreckender Einblick in die Persönlichkeit von Karp. Jemand der bei Habermas studierte, im Sigmund-Freud-Institut gearbeitet hatte... Ich verstehe soetwas nicht. Ist »Macht« derart verführerisch?

https://www.3sat.de/film/dokumentarfilm/watching-you---die-welt-von-palantir-und-alex-karp-100.html

#palantir #alexanderkarp #BigTechs #unfollowbigtech

Watching you - Die Welt von Palantir und Alex Karp

Erstmals schaut ein Dokumentarfilm auf den US-Unternehmer Alex Karp und seine so mysteriöse wie abgeschottete Firma Palantir.

3sat
#AlexanderKarp "hat Seminare von #Habermas besucht und ist auch in seine Sprechstunde gegangen ... Aber offenbar kam es in wichtigen Punkten nicht zu einem Einvernehmen, soweit ich das mitbekommen habe. Später besuchte Alexander Habermas wiederholt in Starnberg." legrandcontinent.eu/de/2026/03/1...

War der Palantir-Gründer Alexa...
War der Palantir-Gründer Alexander Karp wirklich ein Schüler von Jürgen Habermas? Ein Gespräch mit seiner Dissertationsgutachterin Karola Brede - Der Grand Continent

Ist die Frankfurter Schule der Ausgangspunkt für Palantir? In den 1990er Jahren kam ein junger amerikanischer Doktorand nach Deutschland, der von einer Frage fasziniert war: Wie kann Aggression zu einem sozialen Integrationsfaktor werden? Karola Brede betreute die Dissertation von Alexander Karp. Wir haben sie getroffen.

Der Grand Continent

Verheerende Risiken

Schweiz: Palantir-Software hat verheerende Risiken

Nach Risikoprüfung des Einsatzes von Palantir-Software in der Schweiz bekam der US-Konzern eine Absage, trotz jahrelanger Hofierung von Behörden und Armee. Den Eidgenossen sind die Risiken zu groß. Da drängt sich die Frage auf, warum die Palantir-Software für deutsche Polizeien gut genug sein soll. Innenminister Dobrindt wird sie beantworten müssen.

Der Chef von Palantir, Alex Karp, residiert auch in einem Anwesen in der Schweiz. Der US-Tech-Konzern expandiert sein Geschäft mit Analysesoftware schon mehrere Jahre nach Europa. Was liegt da näher, als auch den Eidgenossen die Palantir-Systeme anzudienen? Genau das versuchte das militärnahe Unternehmen über Jahre – aber biss sich die Zähne aus.

Das berichtet das Magazin „Republik“ aus der Schweiz. Die Journalisten haben mit Hilfe von 59 Anfragen nach dem Öffentlichkeits­gesetz in einer lesenswerten Analyse nachvollzogen, wie sich der Konzern an öffentliche Stellen ranwanzte, um seine Software bei den Schweizer Bundes­behörden und beim Militär an den Mann zu bringen. Der Palantir-CEO und Milliardär Karp gab sich höchstselbst die Ehre und empfing den damaligen Bundeskanzler Walter Thurnherr.

Die Analyse enthält auch einen 20-seitigen internen Evaluationsbericht der Armee. Darin werden Vorzüge, aber auch Risiken eines Palantir-Einsatzes beschrieben, die letztlich zur Ablehnung einer Kooperation mit dem Konzern führten. Die Militärexperten kommen zu dem Schluss, dass ein Abfluss von Daten aus den Palantir-Systemen technisch nicht verhindert werden könne.

Das jedoch lässt die von polizeilichen Palantir-Nutzern in Deutschland gebetsmühlenartig wiederholte Behauptung, ein Abfluss der polizeiinternen Daten sei technisch gar nicht möglich, unglaubwürdig erscheinen. Sie dürfte sich eher auf bloße Zusicherungen des US-Konzerns, nicht aber auf technische Fakten stützen. Denn die Software ist proprietär, weswegen technische Einblicke darin nur begrenzt möglich sind.

Die vier deutschen Landespolizeien und deren Innenminister, die Verträge mit Palantir eingegangen sind, wirken einmal mehr ignorant gegenüber diesen ernsten Risiken, die eine Kooperation mit dem Konzern mit sich bringen: Nordrhein-Westfalen, Hessen, Bayern und nun auch Baden-Württemberg.

Daumen runter für Palantir

Palantir-Software, wie sie auch von deutschen Polizeien eingesetzt wird, verbindet heterogene Datenbanken und analysiert Verbindungen von Datenpunkten oder Mustern darin. Zuvor fragmentierte Daten werden also zusammengeführt. Damit werden beispielsweise Verbindungen von Menschen sichtbar oder geographische Bewegungen verfolgbar.

Im Evaluationsbericht heißt es zu den Risiken für die in die Palantir-Systeme eingepflegten Daten:

Palantir ist ein Unternehmen mit Sitz in den USA, bei dem die Möglichkeit besteht, dass sensible Daten durch die amerikanische Regierung und Geheim­dienste eingesehen werden können.

Die Risikoeinschätzung der Militärs weist auf weitere Problemfelder, die von den polizeilichen Palantir-Vertragspartnern in Deutschland auch gern wegdiskutiert werden. Die Palantir-Software führe zu einer Abhängigkeit vom US-Anbieter, insbesondere „von externem hochqualifizierten Personal“. Ob „für die Implementierung, den Betrieb und die Wartung der Systeme dauerhaft technisches Fachpersonal von Palantir vor Ort benötigt wird“, sei unklar.

Auch drohe der Verlust der Daten­hoheit und der „nationalen Souveränität“. Das Kostenrisiko sei außerdem schwer abzuschätzen, da es keine Preislisten gebe. Das betrifft die Implementierung und Anpassung der Software und die Datenmigration, aber auch Lizenzgebühren und Wartungskosten. Man könne „genaue Beträge nur durch direkte Verhandlungen“ ermitteln.

Zudem werden die starken Eingriffe in die Privatsphäre in dem Bericht problematisiert, die durch die umfassende Daten­sammlung und -analyse entstehe. Auch die Diskriminierung spielt dabei eine Rolle, denn es könne dazu kommen, „dass bestimmte Personen aufgrund statistischer Zusammen­hänge ungewollt ins Visier geraten“.

Das Schweizer Bundesamt für Rüstung prüfte den Einsatz von Palantir-Software für ein bestimmtes Softwaresystem, das „Informatiksystem Militärischer Nachrichtendienst“. Dafür lagen vorgegebene Kriterien der Ausschreibung vor. Eines davon erfüllt das Palantir-Angebot nicht. Das Amt gibt den Journalisten aber keine Auskunft, um welches Kriterium es sich handelte. Das dazu veröffentlichte Schreiben besteht fast nur aus Schwärzungen.

Nimmt Dobrindt die Risiken in Kauf?

Die Eidgenossen entschieden sich gegen den Einsatz von Palantir-Produkten. Es war ihnen ein zu großes Risiko. Die Empfehlung lautet knapp: „Die Schweizer Armee sollte Alternativen zu Palantir in Betracht ziehen.“

Der Bericht stammt von Anfang Dezember 2024. Seither hat der 2003 gegründete US-Anbieter seine überaus engen Verbindungen zur Trump-Regierung noch intensiviert und durch Karp-Interviews medial begleitet. Die Software wird zwar in Kriegsgebieten von US-Geheimdiensten und -Militärs schon jahrelang intensiv genutzt. Doch seit dem Börsengang im Jahr 2020 wuchs Palantir zu einem der größten US-Tech-Konzerne heran.

Wenn die Risiken der Zusammenarbeit in Fragen der Datenhoheit und gar dauerhaften Abhängigkeit, der digitalen Souveränität, des Datenabflusses und bei den Grundrechtseingriffen von den Schweizern als so erheblich eingeschätzt werden, drängt sich die Frage auf, warum die deutschen Landespolizeien und Landesinnenminister zu einer anderen Einschätzung kommen. Es bleibt ihr Geheimnis.

Der deutsche Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) weigert sich bisher, diese Fakten anzuerkennen. Denn er schließt nicht aus, Palantir-Produkte bei den Polizeien des Bundes einzuführen. Sein geplantes „Sicherheitspaket“ umfasst auch die sog. automatisierte Datenanalyse, so dass auch die Polizeien des Bundes ihre Datenbanken automatisiert erschließen und auswerten könnten.

Wenn er für die polizeiliche Datenanalyse­software mit dem US-Konzern kooperieren wollte, würden Millionen Datensätze, auch von völlig unverdächtigen Menschen, diesen nun hinlänglich bekannten Risiken ausgesetzt. Aber eigentlich müsste Palantir als möglicher Vertragspartner schon wegfallen, weil er mit der vielgepriesenen „digitalen Souveränität“ nicht kompatibel ist. Denn selbst bei lockerer Auslegung von „digital souverän“ kann die proprietäre Softwarelösung des US-Konzerns nicht akzeptabel sein.

Constanze Kurz ist promovierte Informatikerin, Autorin und Herausgeberin von Büchern, zuletzt Cyberwar. Ihre Kolumne „Aus dem Maschinenraum“ erschien von 2010 bis 2019 im Feuilleton der FAZ. Sie lebt in Berlin und ist ehrenamtlich Sprecherin des Chaos Computer Clubs. Sie war Sachverständige der Enquête-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ des Bundestags. Sie erhielt den Toleranz-Preis für Zivilcourage und die Theodor-Heuss-Medaille. Kontakt: E-Mail (OpenPGP). Dieser Beitrag ist eine Übernahme von netzpolitik, gemäss Lizenz Creative Commons BY-NC-SA 4.0.

Verheerende Risiken – Beueler-Extradienst

Russian Mathematics Education: History and World Significance by Alexander Karp (PDF)
Author: Alexander Karp
File Type: PDF
Download at https://sci-books.com/russian-mathematics-education-history-and-world-significance-9814277053/
#Education, #AlexanderKarp

Digitaler Wochenrückblick 34. KW 2025

Palantir – das mag der talentierte Laie für ein neues Palmfett aus der Dose beim Dicounter halten, ein wenig schmierig, aber im Grunde völlig harmlos. Anderen stellen sich allein beim Wort die Nackenhaare hoch, sehen die Gesellschaft und Demokratie in Gefahr.

Es ist nur ein Stückchen Software, entwickelt für den Geheimdienst der USA von einem genialen Kopf: Alexander Karp. Der hat gefragt, was habt ihr, was wollt ihr.

Wer einmal in die Tiefen des eigenen Computers hinabgestiegen ist mit dem heroischen Ziel, Ordnung zu schaffen, ist sicherlich nicht nur einmal gescheitert. Das fängt damit an überzählige Kopien zu löschen, alte Bilder (unscharf, überbelichtet, zu klein, falscher Ausschnitt etc.) auszusortieren, das Grab der überalterten Backup-Dateien von irgendwelchen Programmen zu sichten, ja besser gleich löschen und viele andere nutzlose Dinge zu entsorgen. Auch ein ansehnlicher Platzfresser sind die unvollendeten Versuche gescheiterter Neuordnungen. Wer es allerdings schafft, atmet auf und findet mit einem Klick die gewünschten Dokumente.

Der Geheimdienst der Nordamerikaner hat zwangsläufig ganz andere Datenhalden zu durchdringen, weltweit zusammengeklaubt und abgelegt. Einen Überblick hatten die genauso wenig und jeder Auftrag endete bei der Suche nach der Nadel im Heuhaufen.

Alexander Karp erkannte das Potential des Heuhaufens an sich, die gesuchten Nadeln fallen nebenbei mit ab. Und so ein Start-Up braucht einen Sponsor, Peter Thiel erkannte die milliardenschwere Verlockung und stieg ein.

In Alexander Karp sah er den hochbegabten Linksintellektuellen, der rechtzeitig scharf rechts abgebogen ist und ähnlich durchdrungen von einer Weltherrschaft, die nur zwischen Gut und Böse unterscheiden muss. Um zu sehen, wie effektiv der Teufel arbeitet, ist Alexander Karp, der jüdische Wurzeln hat, nach Deutschland gereist, hat hier Philosophie – noch bei Habermas – studiert und ist nach seiner Promotion zurück in seine Heimat, USA. Ein Podcast von NZZ Akzent beschreibt ihn mit „Die umstrittene Macht des CEOs Karp

Palantir wurde die Chance. Sehr viel und teure Entwicklungsarbeit, aber einen Zugriff auf unendliches Datenmaterial. Allein das ist eine Herausforderung, gesteigert durch das, was zusätzlich im Internet greifbar ist und frei verfügbar. Angereichert mit Social-Media-Perlen – ein breites Feld intimste und berufliche Details abzugreifen und dem Datenschatz beizugeben.

Und wenn KI sinnvoll einzusetzen ist, dann in diesem Umfeld. Muster zu erkennen, ist eine Sache. Die möglichen Schlüsse daraus mit Wahrscheinlichkeiten zu berechnen und konkrete Vorhersagen zu treffen, das Meisterstück. Alexander Karp sagt über seine Software, dass sie Menschen töten kann, ganz ohne Gerichtsverfahren. Gerne wird kolportiert, dass Osama bin Laden auf das Konto von Palantir geht, aber sie kommentieren grundsätzlich keine Gerüchte.  Sie kommentieren nichts, was sicherlich besser ist. Sie müssen in dem Fall auch nichts sagen, wenn die Falschen gemeuchelt wurden. In der ARD-Mediathek empfehle ich einen Beitrag der die Welt von Palantir und Alexander Karp näher beleuchtet.

Wir müssen uns darauf verlassen, dass Palantir richtig arbeitet. Und weil die Software brandgefährlich ist, verkauft sie Alexander Karp nur an die Guten der Welt – die sprechen zuvörderst englisch, aber definitiv kein russisch oder chinesisch. Weil Alexander Karp auch deutsch spricht, haben wir das Privileg und dürfen Palantir einsetzen – und bezahlen.

Wie Peter Thiel sieht auch Alexander Karp einen Zielkonflikt zwischen Freiheit und Demokratie, was aber die verantwortlichen Politiker nicht hindert, wahrscheinlich noch beflügelt, Palantir zur Polizeiarbeit einzusetzen.

An diesem Punkt trifft der Himmel auf die Hölle, wenn der zur Genialität neigende hochbegabte Alexander Karp mit einem milliardenschweren Unternehmen im Rücken auf deutsche Beamtenseelen und unsere politische Elite trifft, die sich mit dem intellektuellen Charme einer halben Bockwurst zum Brot macht.

Alexander Dobrindt, Chefkomiker des Innenministeriums, möchte – über Widerstände hinweg – Palantir bundesweit einführen, weil es konkurrenzlos sei. Bleibt die Frage, was macht Palantir, was wir nicht können? Aus einem Heuhaufen unterschiedlicher Datensätze Informationen extrahieren. P20 war unser Versuch mit unseren Daten selbst zu arbeiten. „Durch das Programm P20, auch bekannt unter dem Namen ‘Polizei 20/20’, erhalten die Polizeibehörden in Deutschland im Rahmen der Digitalisierung eine harmonisierte und einheitliche IT-Architektur. Dies soll eine beschleunigte und effektivere Polizeiarbeit mit besseren Erfolgschancen ermöglichen.“ lesen wir bei egovernment.de

Um das abzutöten, musste Dobrindt nicht viel tun, einfach die Fördermittel streichen. Ich schätze, Alexander Karp hätte es nicht weit gebracht, wenn Peter Thiel ihm die „Fördermittel“ für Palantir gestrichen hätte.

Um mögliche Konkurrenz zu Palantir komplett vom Tisch zu wischen, ist nur ein Wort notwendig! In der Ausschreibung für die Polizeisoftware steht, dass nur markterprobte“ Software zum Einsatz kommen darf, berichtet auch die Tagesschau zu Palantir

Wenn die Nordamerikaner eine Ausschreibung machen, so kommen bei Regierungsaufträgen nur Firmen mit Sitz in den Staaten zum Zug, egal, wie „markterprobt“ die Software ist.

Es sind die grauen Schatten, die hinter Poltergeistern wie Trump stehen und mit ihrem Geld die Macht steuern, im Sinne einer Freiheit, die nichts mit Demokratie zu tun hat. Mit ihren digitalen Speeren durchdringen sie skrupellos politische Archiktekturen.

Europa ist in der Rolle von „Jean Pormanove“ alias „JP“, der sein Geld damit verdienen musste, sich auf der Reality-Plattform Kick übel beleidigen und schlagen zu lassen, natürlich vor laufender Kamera, finden wir im Feuilleton der NZZ.

Seine Zuschauerzahlen schnellten regelmäßig in die Höhe, je brutaler er zugerichtet wurde. Dennoch beteuerte er stets, er mache es freiwillig. Ich nehme an, der letzte Auftritt, den er mit dem Leben bezahlte, war auch freiwillig – bis zur letzten Sekunde, live.

Kann sein, dass wir so etwas auch als Freiheit verstehen sollen.

Digitaler Wochenrückblick 34. KW 2025 – Beueler-Extradienst

Handbook on the History of Mathematics Education 2014th Edition by Alexander Karp (PDF)
Author: Alexander Karp
File Type: PDF
Download at https://sci-books.com/handbook-on-the-history-of-mathematics-education-2014th-edition-b00q6k4g4y/
#Mathematics, #AlexanderKarp
History of Mathematics Teaching and Learning: Achievements, Problems, Prospects (ICME-13 Topical Surveys) by Alexander Karp (PDF)
Author: Alexander Karp
File Type: PDF
Download at https://sci-books.com/history-of-mathematics-teaching-and-learning-achievements-problems-prospects-icme-13-topical-surveys-b07811z61s/
#Education, #AlexanderKarp
Is it just me or does young #AlexanderKarp look a bit like #Elliot from #MrRobot, just with curly hair? #palantir

WATCHING YOU -
ist ein Film über eine der umstrittensten Firmen der Welt und deren Mitbegründer Alex Karp.

Im letzten Jahr besuchte uns der Filmemacher Klaus Stern, Cutterin Friederike Anders und Kameramann Thomas Giefer und zeigten ihre Dokumentation über die Überwachungsfirma Palantir.

Der Film ist aktuell in der ARD-Mediathek zu sehen.

Watching you - Die Welt von Palantir und Alex Karp

https://www.ardmediathek.de/video/watching-you-die-welt-von-palantir-und-alex-karp/watching-you-die-welt-von-palantir-und-alex-karp/hr/MDc1MzJkNzgtZGMxNC00YzBmLTg0OTAtOWZiYWY5NTk5Njll

#palantir #AlexanderKarp #KlausStern #WatchingYou

Verfassungsbeschwerde

Das Problem heißt nicht nur Palantir

Bayern fängt sich wegen der automatisierten Datenanalyse im Polizeigesetz eine Verfassungsbeschwerde ein. Dass es ausgerechnet die Software des rechten Milliardärs Peter Thiel sein muss, ist dabei nicht der Kern des Problems, sondern das Zusammenführen und heimliche Rastern einer großen Datenfülle aus verschiedensten Polizeisystemen.

Die Gesellschaft für Freiheitsrechte hat es wieder getan: In einer heute veröffentlichten Beschwerde an das Bundesverfassungsgericht legt sie im Namen von acht Beschwerdeführern dar, wo das bayerische Polizeiaufgabengesetz über die Grenzen des Erlaubten hinausreicht. Sie kommt zu dem Schluss, dass sich der Gesetzgeber im Freistaat nicht ausreichend an die bereits detailliert vorliegenden Vorgaben aus Karlsruhe gehalten hat.

Denn die GFF hatte bereits im Jahr 2023 ein Urteil des Bundesverfassungsgericht erkämpft, das damals ähnliche gesetzliche Befugnisse aus Hamburg und Hessen für verfassungswidrig erklärte. Diesem Urteil Geltung zu verschaffen, aber auch „klarere Grenzen für den Einsatz von Data-Mining-Software“ zu ziehen, ist das erklärte Ziel der Beschwerde.

Es geht also wieder um die automatisierte Datenanalyse durch die Polizei, die ihren Wildwuchs von Datenbanken nicht nur zähmen, sondern vor allem die Daten darin erschließen will. Dafür setzt sie aktuell auf das Softwareprodukt Gotham des US-Konzerns Palantir. Mit dieser Software werden in großem Umfang personenbezogene Polizeidaten aufbereitet und analysiert. Millionen Datenhäppchen über Menschen, die mit der Polizei irgendwann Kontakt hatten, fließen in diese Schattendatenbanken hinein. Oft diskriminierte Gruppen sind besonders betroffen und selbst Berufsgeheimnisträger wie Anwälte, Journalisten oder Ärzte werden nicht verschont und können mitgerastert werden.

“Rechter Verschwörungsideologe Peter Thiel”

Neben den massiven Eingriffen in die informationelle Selbstbestimmung aller dadurch betroffenen Menschen ist auch die starke Abhängigkeit problematisch, in die sich die Polizei begibt. Denn ohne die Palantir-Softwarehilfe ist das Auswerten der eigenen Datenbestände umständlich und zeitaufwendig. Darauf weisen Polizeivertreter bei jeder Gelegenheit hin.

Während die Abhängigkeit an sich bereits eine Herausforderung ist, weil man sich eben langfristig an einen kommerziellen Anbieter bindet, dessen Geschäftsinteressen von den Polizeiinteressen abweichen können oder der sein Geschäftsmodell ändern könnte, so ist speziell dieser US-Konzern als Partner der Polizei eine echte Zumutung. Denn nicht nur der Mitgründer und Großaktionär Peter Thiel, sondern auch der Palantir-Chef Alexander Karp fallen seit Jahren und in zunehmendem Maße durch öffentliche Aussagen auf, die Zweifel nähren, ob für sie Menschenrechte und Demokratie einen Wert haben.

Einer der acht Beschwerdeführer, der Musiker und Aktivist gegen des Polizeigesetz Johannes König, bringt es so auf den Punkt:

Als wäre das bayerische Polizeiaufgabengesetz noch nicht autoritär genug geprägt, setzt die Staatsregierung nun auch noch auf die Überwachungssoftware des rechten Verschwörungsideologen Peter Thiel.

Denn Milliardär Thiel ist ein offensiver rechts-libertärer Kulturkämpfer und Nationalist. Zudem hat der vor 22 Jahren gegründete Konzern dauerhafte und langjährige Verbindungen zu den US-Geheimdiensten und -Militärs, ohne deren Millionenverträge Palantir gar nicht existieren würde. Denn viele Jahre wurde der sektenartige Softwarekonzern von einem CIA-Ableger mitfinanziert und wies niemals Gewinne aus.

Auch zur Trump-Regierung gibt es enge Verbindungen und eine anbiedernde Position der prominenten Palantir-Gesichter Thiel und Karp. Dass Palantir-Software in Kriegsgebieten von Geheimdiensten und Militärs genutzt wird, unterstützt die Trump-Regierung nach Kräften.

Die Zweckbindung untergraben

Die Funktionsweise des Palantir-Produkts ist nur soweit öffentlich nachvollziehbar, wie es der Polizei-Vertragspartner erlaubt. Diese Undurchsichtigkeit könnte behoben werden, wenn ein anderer Vertragspartner zum Zuge käme oder eine eigene Softwarelösung genutzt würde. Aber das löst noch nicht das eigentliche Problem, nämlich welche Daten unter welchen Bedingungen in die automatisierte Analyse einfließen dürfen.

Denn so unverständlich es erscheint, dass im bayerischen Innenministerium auch nach jahrelangen Diskussionen auf den abgründigen Tech-Konzern gesetzt wird, so wenig sollte man sich den Blick auf das Wesentliche verstellen lassen: Palantir ist nicht der Kern des Problems, sondern das Ansinnen, die Zweckbindung polizeilich aufgenommener Daten zu untergraben und letztlich aufzulösen.

Das Zusammenführen und die Analyse von Daten aus polizeilichen Verbunddateien, aus großen Polizeidatenbanken und aus den verschiedenen Fallbearbeitungs- und Auskunftssystemen darf nicht dazu führen, dass aus bloßen praktischen Erwägungen oder weil im konkreten Fall ohnehin niemand genau weiß, wie die Palantir-Software arbeitet, wichtige rechtlichen Schranken wegfallen.

Denn es ist nicht nur eine heimliche, sondern eben auch eine gefährliche Ermittlungsmaßnahme, wenn hinter den Rücken der Menschen die Daten aus den Polizei-Datenbanken gerastert und analysiert werden, die im Vertrauen darauf an die Behörden gegeben wurden, dass mit ihnen sorgsam umgegangen wird. Tritt etwa ein Zeuge eines Diebstahls an die Polizei heran oder wird ein Verkehrsunfall polizeilich aufgenommen, dann sollte niemand der Beteiligten Angst haben müssen, automatisiert in Analysewerkzeugen zu landen, die ihn später mit anderen Straftaten in Verbindung bringen und ihm Überwachungsmaßnahmen bescheren können.

Offenlegung: Der Chaos Computer Club unterstützt die Verfassungsbeschwerde der GFF. Die Autorin ist ehrenamtlich Sprecherin des CCC. Constanze Kurz ist promovierte Informatikerin, Autorin und Herausgeberin von Büchern, zuletzt Cyberwar. Ihre Kolumne „Aus dem Maschinenraum“ erschien von 2010 bis 2019 im Feuilleton der FAZ. Sie lebt in Berlin und ist ehrenamtlich Sprecherin des Chaos Computer Clubs. Sie war Sachverständige der Enquête-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ des Bundestags. Sie erhielt den Toleranz-Preis für Zivilcourage und die Theodor-Heuss-Medaille. Kontakt: E-Mail (OpenPGP). Dieser Beitrag ist eine Übernahme von netzpolitik, gemäss Lizenz Creative Commons BY-NC-SA 4.0.

Verfassungsbeschwerde – Beueler-Extradienst