ganz, ganz große Empfehlung! #theater #akzent #familieflöz
Regelmäßig spüre ich einen unangenehm bis peinlichen Widerwillen wenn sich Menschen #mondän darzustellen glauben indem sie das 'r' vergurgeln, das 'ei' zum 'ie' pervertieren oder süßen 'Zucker' zum bösartigen 'Sacker' mutieren wenn sie über Namen oder Objekte mit US-Hintergrund #sprechen.
Warum tun die das?
Ist ihnen ihre Haut drei Generationen post-Nazi noch immer so fremd, daß sie fürchten, jemand erkennte ihren #Akzent und platzierte erneut das #Kainsmal auf ihrer Stirn?
Ichstärke Null 😢
Sommerliche Versuchung aus Schweden: Caipi Passion setzt neue Akzente | #Schweden #Sommer #CaipiPassion #Akzent #Sommergefühl
Sommerliche Versuchung aus Schweden: Caipi Passion setzt neue Akzente | #Schweden #Sommer #CaipiPassion #Akzent #Sommergefühl
Ich bin in Thüringen groß geworden. Es ist ein Land, was an sich in der deutschen Wahrnehmung wenig spektakulär ist (von den Wahlergebnissen der letzten Jahre mal abgesehen.) Eins von diesen Bundesländern, deren Name man mal irgendwann in der 1. Klasse auswendig lernt, wenn man alle Bundesländer mit Hauptstädten aufzählen soll, und dann vielleicht kurz hört, wenn man im Deutschunterricht über Goethe oder Schiller spricht.
Und ich dachte lange Zeit, wir haben in Thüringen gar keinen Dialekt, abgesehen vielleicht von einem leichten nuschelnden Abrunden von ein paar Worten hier und da, und vereinzelten Begriffen. Denn ich war die ganze Zeit von Hochdeutsch umgeben, mehr oder weniger. Ich hatte nicht viel Kontakt zu Leuten auf dem Land oder in den Thüringer Randgebieten, wo der Dialekt etwas stärker verbreitet war, und wenn ich ihn gehört hab, hielt ich ihn für leichtes Sächseln. Meine eigene lokale Sprache fand in meinem Leben nicht statt, und genausowenig tat es mein Bundesland. Wir wurden hochdeutsch gelehrt, meine Familie sprach hochdeutsch. Wenn man nicht hochdeutsch sprach, sprach man "undeutlich" und soll mehr den Mund aufmachen, oder mal zum Logopäden gehen, zumindest war das meine Erfahrung mit Sprache.
Im Fernsehen sprachen auch fast alle hochdeutsch, genauso wie in Hörspielen, und wenn dem mal nicht so war, war es säschisch, bayrisch oder schwäbisch, oder österreichisch, weil es mal eine deutsche Produktion aus der enstprechenden Region war, bei der die Region zumindest ein bisschen eine thematische Rolle spielte. Denn die meisten Dinge, die im Fernsehen liefen, waren eigentlich gar keine deutschen Produktionen, sondern Filme und Serien aus anderen Ländern, die eine deutsche Vertonung hatten - selbstverständlich hochdeutsch. (Allerdings da wenigstens ein umgangssprachlicheres, authentisches Hochdeutsch, die Synchro von Stargate SG-1 war ein Traum und ich würds lieben, wenn die deutsche Spielesynchro auch nur halb so authentisch wäre.)
Wisst ihr, wann Dialekte eine Rolle spielten? Wenn man sich über die Leute, die sie sprechen, lustig machen wollte, besonders die Sachsen, Schwaben, Berliner und die Bayern. Die Darstellung des bayrischen Dialekts ging meistens mit den üblichen (oft negativen) Klischees einher, die das Land so begleitet. Verbohrtheit, Rückständigkeit, ein Konservatives Weltbild und verminderte Intelligenz. Sobald jemand was bayrisches sagt, ist da dieses Bild im Kopf. Das Berlinerische wird oft als unfreundliche oder sogar aggressive Sprache der Unterschicht wahrgenommen, und auch das deckt sich mit der Wahrnehmung, die man da von Berlinern so hat oder hatte.
Beim Sächsischen und Schwäbischen hingegen... "Das klingt so albern." "Das kann man ja gar nicht verstehen." Da steckte nix dahinter, kein Klischee, keine regionale Eigenheit, man hat sich einfach nur drüber lustig gemacht, weil die Sprache ist, wie sie ist.
Wenn ich vor vielen Jahren mal mit Leuten über Dialekte in Medien geredet hab, dann war das Gespräch schnell abgetan mit "Naja, man kann ja keinen sächselnden Zwerg einbringen, das geht doch nicht" und alle haben beigepflichtet und sind zum nächsten Thema übergegangen. Ein sächselnder starker gefährlicher Kämpfer wäre selbstverständlich unmöglich, den könne ja keiner Ernst nehmen und der wäre dann sofort als Witzfigur gebranntmarkt.
Das wurde überhaupt nicht hinterfragt, das wurde als so selbstverständlich hingestellt. Dialekte würden dafür sorgen, dass man die Charaktere oder Story nicht ernst nehmen könnte, bei manchen Dialekten sogar besonders stark.
Ich hab das auch nicht hinterfragt. Es fühlte sich komisch an und irgendwie falsch, aber ja, würde man Herr der Ringe neu vertonen und Gandalf zum Schwaben, Aragon zum Bayern und die Nazgul zu Sachsen machen, dann wär das "Comedy Gold" - weil Dialekte selbst schließlich doch was furchtbar albernes und ein Zeichen von mangelnder Bildung sind, oder so ein Ding, was nur noch die Großeltern sprechen.
#Deutsch #DeutscheSprache #Dialekt #Akzent #Synchronisation #Sprachentwicklung #Sprachgeschichte #VoiceActing
Ein #WTF-Moment neulich bei einer Keynote in Stuttgart: Der Redner, Janboris Rätz (SWR aktuell), erzählt, kürzlich habe sich eine Frau mit osteuropäischen Wurzeln an ihn gewandt, deren Bewerbung für ein Volontariat der #SWR abgelehnt habe, weil ihr Deutsch nicht ‚akzentfrei‘ sei. #Diversität #Rassismus https://www.mdr.de/altpapier/das-altpapier-3210.html
„Warum sind #Dialekte so wichtig?“, fragen die Leibniz-Gemeinschaft & die Rheinische Post in der aktuellen Folge ihres Podcasts Tonspur Wissen. 🎙️ 🎧 Unser Mitarbeiter Albrecht Plewnia spricht in der aktuellen Folge mit Ursula Weidenfeld u.a. über die Abgrenzung von #Standardsprache, #Akzent & #Dialekten und den sozialen Wert von #Sprache. Zur Folge: https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/mediathek/podcast-tonspur-wissen
#TonspurWissen #Podcast #Germanistik #Niederdeutsch #Plattdeutsch #Mundart #Deutsch #Wissenschaft #IDSMannheim