Falscher Eurowings Kapitän
Leonardo DiCaprio spielt den Hochstapler-Linienpiloten perfekt im Film Catch me if you can. Dass dies auch im realen Leben möglich ist und das auch noch bei einer renommierten Fluglinie ist unfassbar.
Wet Lease
Da fliegt einer als Kapitän Passagiere auf A320 quer durch Europa und keiner merkts. Möglich macht das der sogenannte Wet Lease von Flugzeug und Piloten. Das bedeutet, dass eine Fluggesellschaft Gerät und Mensch bei einer anderen Firma anheuert und dieser (vertraglich gesichert) vertraut, dass sie dies in den Firmeneigenen Standards durchführt. Was sowieso selten passiert, weil dann meist kleineres Fluggerät eingesetzt wird und die Flug Crew eben nicht immer nach den Standards des Hauptcarriers ausgebildet ist.
Im konkreten Fall soll ein Pilot monatelang mit gefälschten Dokumenten als Kapitän für den litauischen Wet-Lease-Betreiber Avion Express geflogen sein. Der Pilot war zuvor als Erster Offizier für Garuda Indonesia tätig, ist jedoch, soweit bekannt, gemäß den EASA-Vorschriften nicht als Kapitän qualifiziert.
Die Fluggesellschaft gab an, kürzlich von „unbestätigten Informationen” über den Hintergrund des Piloten erfahren zu haben und eine Überprüfung seiner Qualifikationen eingeleitet zu haben.
Avion Express, ein Anbieter von Flugzeugen und Besatzungen für Fluggesellschaften weltweit, betreibt eine Flotte von mehr als 50 Flugzeugen der Airbus A320-Reihe und bedient Märkte in Europa, Lateinamerika und dem Nahen Osten. Dazu gehören Flüge im Auftrag europäischer Fluggesellschaften wie Eurowings, LOT, easyJet und Sun Express.
„Derzeit gibt es keine schlüssigen Beweise hinsichtlich seiner Unterlagen, um eine mögliche Fälschung von Dokumenten zu überprüfen“, sagte Rolanda Lipneviciute, Leiterin Marketing und Kommunikation bei Avion Express. „Die Untersuchung ist komplex und umfasst mehrere Länder und Institutionen. Wir sind weiterhin bestrebt, die Informationen zu aktualisieren.
Flugundzeit
Billig ist halt selten gut. Der Fehler liegt tiefer als beim Hochstapler. Man kann sicherheitsrelevante Geräte und Tasks nicht einfach outsourcen und meinen, dass das bis in alle Ewigkeit gut geht.
Sparen, koste es, was es wolle, geht in der Luftfahrt meist schief. Vielleicht nicht gleich, aber es ist eine Frage der Zeit.
Introbild ©Eurowings


