Meine, deine Kirchengeschichte – der 1. Teil

Wie kommt es, dass Veronika katholisch ist, obwohl sie an dieser Kirche vieles kritisiert? Warum ist Felix von Herzen gern reformiert, obwohl – und gerade weil – er als Pfarrerssohn aufgewachsen ist?

Heute wird erinnert und erzählt. Und über die «zarte Pflanze» Glaube reflektiert. Weil im Zuhören ein Verstehen möglich wird: ein Verstehen des anderen und seiner Geschichte, gleichzeitig aber auch meiner selbst.

reformiert.: Der Abstieg – eine Liebesgeschichte

#Christentum #Katholizismus #ReformierteKirche

Vom Glauben reden – peinlich oder berührend?

Vom Glauben reden – das klingt einfach. Und ist doch erstaunlich schwer. Warum entschuldigen wir uns oft schon beim ersten Satz? Warum erklären wir alles, kontextualisieren, differenzieren, und grenzen uns vorsorglich von evangelikalen Positionen ab, bis vom Eigenton kaum mehr etwas übrig bleibt?

Wir reden darüber, was es heisst, unter säkularen Bedingungen über Gott zu sprechen: Wenn Glaube nicht mehr selbstverständlich ist, wird er nicht automatisch spannender, nur weil man ihn noch besser erklärt. Vielleicht braucht es weniger Fussnoten – und mehr Mut zur eigenen Stimme. Wir fragen, wo Absicherung notwendig ist, wo sie zur Grundhaltung wird, und wie reformierte Glaubenssprache wieder schlicht, verständlich und verantwortlich klingen kann.

Und weil das Leben zuverlässig dazwischenfunkt: Manu merkt, dass er nicht mehr der Hauptverdiener der Familie ist. Stephan stolpert über eine digitale Selbstüberschätzung. Zwei kleine Reality-Checks, die erstaunlich gut zur grossen Frage passen: Wie spricht man ehrlich, ohne sich zu verstecken?

#Bekenntnis #Evangelikalismus #Evangelisation #Glaube #Mission #ReformierteKirche

Stille Erweckung: Wunsch oder Wirklichkeit?

In dieser Folge sprechen Manuel und Stephan über ein Phänomen, das in den letzten Monaten immer häufiger auftaucht: Junge Menschen interessieren sich wieder für Glauben, Kirche und Spiritualität. In Grossbritannien steigen die Kirchenbesuche der Generation Z deutlich an. In Frankreich lassen sich so viele junge Erwachsene taufen wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Auf TikTok, YouTube und Instagram entdecken Millionen religiöse Inhalte – von Gebeten bis zu sehr klaren Glaubensbekenntnissen. Die Phänomene werden unter dem Begriff des «Quiet Revival» gefasst, eine stille Erweckungsbewegung also, welche das Potenzial haben könnte, den Säkularisierungstrend aufzuhalten und die Kirchenbänke wieder zu füllen…

Was ist da los? Wir schauen genauer hin: Was sagen die Zahlen wirklich – und wo beginnt der Hype?
Geht es um Sinnsuche in Krisenzeiten, um Gemeinschaft gegen Einsamkeit, um Orientierung in einer überfordernden Welt? Welche Rolle spielen digitale «Christfluencer», neue Frömmigkeitsformen – aber auch politische Gegenbewegungen und kulturelle Abgrenzungen?

Und wir stellen die Frage, die uns als reformierte Christ:innen besonders betrifft:
Was bedeutet das für die evangelisch-reformierte Kirche? Sind wir anschlussfähig für junge Sinnsuchende – oder stehen wir uns mit unserer eigenen Milieuverengung im Weg? Sind wir als stark akademisch geprägte Kirche offen genug für andere Formen von Spiritualität, andere Sprachen des Glaubens, andere Zugänge zu Gott?
Oder erklären wir Glauben so gut, dass man ihn gar nicht mehr ausprobieren kann?

Ausserdem erzählt Manuel zu Beginn, wie ihn einer der Zwerghasen auf Trab hält, der letzte Woche krank geworden ist – und Stephan erinnert sich an einen Snowboard-Tag, der ihn wieder mit der Welt versöhnt hat…

 

Quellen

Die Studie der bible society lässt sich hier herunterladen – die kritische Einordnung der Phänomene durch Prof. Edgar Wunder findet sich hier.

Und wer noch mehr zum Thema erfahren will, soll unbedingt in die diese Folge des Podcasts «Reflex» reinhören. Michelle spricht dort mit zwei spannenden Gästen über das Phänomen des «Silent Revival».

 

#Erweckung #Influencer #Jugendliche #Kirche #ReformierteKirche #Säkularisierung

Rechte Gottesbilder: Wie fromme Vorstellungen politisch brisant werden

Im «Hallelujah der Woche» erzählt Stephan von einer berührenden Begegnung: Sein Sohn freundet sich ganz selbstverständlich mit einem Jungen aus einer geflüchteten Familie an – ein kleiner Moment, der zeigt, wie unkompliziert Offenheit eigentlich sein könnte.

Manuels «Stossgebet» dagegen hat mehr mit Druck zu tun: Er ringt immer noch mit einem überfälligen wissenschaftlichen Aufsatz zum Thema christlicher Nationalismus und spürt den selbstverursachten Stress im Nacken.

Im «Thema der Woche» geht es um die Macht der Gottesbilder. Denn wie man sich Gott vorstellt – als strengen Kontrolleur, als patriarchalen Hausherrn oder als nationalen Souverän – prägt, wie man über Gehorsam, Freiheit, Politik und gesellschaftliche Ordnung denkt. Manuel und Stephan zeigen, warum diese Vorstellungen politisch wirksam werden und wieso sie in vielen rechten Bewegungen eine zentrale Rolle spielen.

Sie sprechen über die «Big-God»-Theologie des «neuen Calvinismus», die leicht in eine Sehnsucht nach starken Führern kippt; über patriarchale Hausordnungen, die Top-down-Gehorsam einüben und spirituellen Missbrauch begünstigen; und über christliche Nationalismen, die Gott zum Garanten einer «christlichen Nation» machen und Pluralismus als Bedrohung framen.

Zum Schluss betont Stephan, dass es doch eigentlich gerade zum Wesen reformierter Theologie gehört, Gottes Unverfügbarkeit festzuhalten: Gott darf nicht vor den Karren einer politischen Agenda gespannt werden. Wer Gottes Willen zu direkt in politische Programme übersetzt, verrät diese theologische Grundintuition.

Genau hier liegt eine wichtige Gegenkraft zu autoritären Gottesbildern: Ein Gott, der sich nicht vereinnahmen lässt, legitimiert auch keine unantastbaren Führerfiguren, keine sakralisierte Nation und keine «göttliche Ordnung», die sich jeder Kritik entzieht. Die Unverfügbarkeit Gottes schützt vor religiöser Übergriffigkeit – und öffnet Raum für demokratische Verantwortung, Irrtumstoleranz und gemeinsames Ringen um das Gute.

Eine Folge über die politische Sprengkraft theologischer Bilder – und darüber, warum es entscheidend ist, wer unser Gottesbild prägt und welche Konsequenzen daraus folgen.

 

Hier ist übrigens noch der versprochene Link zur von Stephan erwähnten Folge über Peter Thiel und seine apokalyptische Theologie.

#Evangelikalismus #Kirche #Nationalismus #Politik #Rechtspopulismus #Reformiert #ReformierteKirche

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