#Microdoof
Ich hab’s heute wieder getan: Ich habe Windows benutzt. Nicht aus Überzeugung. Nicht aus Neugier. Aus Zwang. Weil „die Software es so will“. Weil Prozesse sich um Betriebssysteme biegen und nicht um Menschen.
Was mich fertig macht, ist nicht mal das System selbst. Es ist die Normalität des Lärms. Der Ventilator, der losheult, weil irgendwo ein Dienst meint, jetzt „optimieren“ zu müssen. Das ständige Grundrauschen aus Updates, Scans, Telemetrie, Indizierung. Ein Computer, der sich wichtiger nimmt als die Aufgabe, für die ich ihn eingeschaltet habe.
„Ist halt Standard.“ Dieser Satz hat mehr Projekte, Nerven und Lebenszeit gekostet als jeder einzelne Bug. Standard heißt: Alle passen sich an – das Werkzeug nicht. Standard heißt: Pfadabhängigkeit als Naturgesetz verkauft. Standard heißt: Wir nennen Bequemlichkeit „Kompatibilität“.
Ich benutze das jetzt für einen konkreten Zweck. Danach kommt es wieder in die Kiste. Nicht aus Trotz – aus Hygiene. Werkzeuge dürfen laut sein, mein Leben nicht.
Technik sollte mir dienen. Nicht mich dressieren, mir Rhythmen aufzwingen, meine Aufmerksamkeit zerhacken. Wenn ich arbeite, will ich Stille. Wenn ich denke, will ich keine Popup-Pädagogik.
Ja, Menschen haben das so groß gemacht. Nicht weil es gut war, sondern weil es verfügbar war. Marktführerschaft ist keine Qualitätsauszeichnung. Sie ist ein historischer Unfall mit Wartungsvertrag.
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