Menschenrechte im Schatten der Staatsräson. Stereotype und Selbstzensur in der deutschen Palästina-Berichterstattung.

Anne-Frank-Haus, Sunday, March 29 at 07:00 PM GMT+2

"Kontext ist alles. Nimmt man diesen journalistischen Leitsatz ernst, bedeutet das: Der Großteil der deutschen Nahost-Berichterstattung ist nichts." (Fabian Goldmann, aus seinem Buch "Staats(räson)funk") Wie frei ist Berichterstattung, wenn politische Leitlinien wie die sog. "Staatsräson" im Sinne einer historischen Verantwortung den Rahmen setzen? Welche Bilder und Narrative prägen die deutsche Berichterstattung über Palästina – und welche Stimmen bleiben ungehört? Der Journalist Fabian Goldmann analysiert, wie stereotype Darstellungen, politische Tabus und strukturelle Selbstzensur die mediale Debatte beeinflussen. Er zeigt auf, warum Kritik an israelischer Regierungspolitik häufig delegitimiert wird und wie sich das auf die öffentliche Diskussion über Palästina und die Verletzung von Menschenrechten auswirkt.

Ein Abend über Medien, Macht und Verantwortung – und darüber, wie Berichterstattung auch in polarisierten Zeiten journalistischen Standards verpflichtet bleibt.

Wir laden herzlich ein zu einem Abend mit Vortrag und anschließender Diskussion. 


Über Fabian Goldmann: Er ist Journalist, Islamwissenschaftler und Autor und hat viele Jahre aus den Nahen Osten berichtet. Er arbeitet zu stereotyper und diskriminierender Berichterstattung über Migration, Islam und Nahost und betreibt zudem den Blog »Schantall und die Scharia«. Im Februar 2026 ist sein Buch “Staats(räson)funk” erschienen. 

https://keepkarlsruheboring.org/event/menschenrechte-im-schatten-der-staatsrason-stereotype-und-selbstzensur-in-der-deutschen-palastina-berichterstattung

Freiheit für alle politischen Gefangenen

Barrio 137, Wednesday, March 18 at 06:00 PM GMT+1

Kampftag für die Freilassung der politischen Gefangenen

Jedes Jahr am 18. März finden in vielen Städten Kundgebungen und Demonstration an den Knästen statt, um sich mit den politischen Gefangenen zu solidarisieren.

Die Rote Hilfe International, eine Solidaritätsstruktur, die von der Kommunistischen Internationale ins Leben gerufen wurde, hat den 18. März im Jahr 1923 zum internationalen „Tag der politischen Gefangenen“ erklärt. Über 100 Jahre später ist seine Bedeutung wieder hochaktuell.

Der Tag geht zurück auf die Gründung des revolutionären Stadtrats der Pariser Kommune am 18. März 1871. Die Pariser Kommune war ein sozialistisches Projekt, welches den ersten Beweis für die Möglichkeit proletarischer Macht und Befreiung in Europa erbrachte. Das Projekt wurde von der Reaktion mit aller Grausamkeit im Keim erstickt. Zehntausende des Pariser Proletariats wurden ermordet, lebenslang eingekerkert und verbannt.

In Zeiten in denen die imperialistischen Mächte wieder offensiv in den Krieg ziehen, um ihr System der Ausbeutung und Unterdrückung aufrecht zu erhalten, wirkt sich diese Eskalation auch auf die Straße aus. Am stärksten bekam dies im letzten Jahr die Palästina-Bewegung zu spüren. In Zeiten in denen autoritäre Staaten gegen die Zivilbevölkerung vorgehen wie die ICE in den USA gegen Migrant:innen, das Regime im Iran gegen Frauen, in Polen gegen Queere oder ganz aktuell in Ungarn gegen Antifaschist:innen, ist unsere Solidarität eine Waffe und unsere politische Arbeit bietet eine Perspektive.

In Zeiten von Aufrüstung und Kriegspropaganda zieht auch die Repression in der BRD an. Aktuell sitzen so viele Genoss:innen hinter Gittern wie Jahrzehnte nicht mehr. All jene, die die aktuellen Bedingungen nicht wortlos hinnehmen, werden verfolgt und als Terroristen erklärt. So laufen aktuell die größten Verfahren gegen Antifaschist:innen in der BRD in Düsseldorf und Dresden mit hunderten angesetzten Prozesstagen.

Aber auch Internationalist:innen wurden nicht verschont, so kam es zu fünf Festnahmen von Aktivst:innen in Ulm, welche im Herzen des westlichen Imperialismus die Kriegsindustrie sabotierten.

Eine Person der sogenannten „Ulm5“ sitzt hier ganz in der Nähe in der Außenstelle Bühl. Wir wollen Zo besuchen und grüßen, denn der Kampf gegen die imperialistischen Kriegsbestrebungen und den Genozid in Palästina sind zentraler Bestandteil unseres Klassenkampfes.

Wir treffen uns um 18 Uhr am Barrio (in der Luisenstraße 31) und fahren gemeinsam mit Autos nach Bühl. Dort starten wir um 19 Uhr vor dem Haupteingang JVA in Bühl mit der Kundgebung.

https://keepkarlsruheboring.org/event/freiheit-fur-alle-politischen-gefangenen

It’s #FundingSunday

First up we have Elliott! Elliott is fundraising for Top Surgery costs. More info at: https://www.gofundme.com/f/ac5kxe-towards-my-top-surgery

Finally we have Quinn! Quinn is fundraising for Top Surgery costs. More info at: https://www.gofundme.com/f/adn33k-quinns-top-surgery

Donate if you can, share if you can't!

#FundingSunday #TransFundraiser #Trans #Transgender #Nonbinary #LGBTQI #TransSupport #LGBTQ #InternationalSolidarity #LGBTI #LGBT #TransRights #TransSafety

[2/2] Cuba has many times stood up for the world, and now it is time for the world to stand up for Cuba.

¡Cuba sí, bloqueo no!

#NuestraAmericaConvoy

Source: https://www.instagram.com/p/DVyPc8GjEOo/

#InternationalSolidarity #AntiImperialism #Cuba #GretaThunberg

Greta Thunberg on Instagram: "The United States is right now committing a brutal act of collective punishment of the Cuban people, depriving people of basic means for survival. We cannot allow this to happen. The 21st of March is the International Day of Solidarity with Cuba. On that day, the Nuestra América Convoy arrives in Havana, carrying humanitarian aid by air, land, and sea. International solidarity and collective uprising are the only forces powerful enough to push back against imperialism like this. We call upon everyone to raise their voices, and take action against this brutality. Cuba has many times stood up for the world, and now it is time for the world to stand up for Cuba. ¡Cuba sí, bloqueo no! #NuestraAmericaConvoy"

373K likes, 10K comments - gretathunberg on March 12, 2026: "The United States is right now committing a brutal act of collective punishment of the Cuban people, depriving people of basic means for survival. We cannot allow this to happen. The 21st of March is the International Day of Solidarity with Cuba. On that day, the Nuestra América Convoy arrives in Havana, carrying humanitarian aid by air, land, and sea. International solidarity and collective uprising are the only forces powerful enough to push back against imperialism like this. We call upon everyone to raise their voices, and take action against this brutality. Cuba has many times stood up for the world, and now it is time for the world to stand up for Cuba. ¡Cuba sí, bloqueo no! #NuestraAmericaConvoy".

Instagram

Demo: Keine Fremdverwaltung für Gaza! Hands off Iran & Lebanon!

Kronenplatz, Saturday, March 14 at 03:00 PM GMT+1

https://keepkarlsruheboring.org/event/demo-keine-fremdverwaltung-fur-gaza-hands-off-iran-and-lebanon

Communist Parties of Iran, Israel, and U.S. unite against war of aggression – People’s World

The emblems of the Tudeh Party of Iran, Communist Party USA, and the Communist Party of Israel. NEW…
#NewsBeep #News #BreakingNews #anti-imperialism #breakingnews #CommunistParty #communistpartyusa #cpusa #imperialism #internationalsolidarity #internationalism #Iran #iranwar #Israel #Politics #proletarianinternationalism #World
https://www.newsbeep.com/429356/

Nicht mit uns: Jeden Angriff auf unser Leben verteidigen!

Raum 204 InformatiKOM, Thursday, March 12 at 06:00 PM GMT+1

Veranstaltung der Gruppe Arbeiter:innenmacht Berlin zum Internationalen Frauenkampftag

In Gaza wurde alle Infrastruktur zerstört, in den USA werden Schulen von ICE überfallen, in Argentinien versucht die Regierung, Beschäftigte nach einem der erfolgreichsten Arbeitskämpfe im Garrahan-Krankenhaus zu entlassen – und weltweit treffen Kürzungen Orte der sozialen Reproduktion: Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser, öffentliche Infrastruktur. Das ist kein Zufall, sondern politisches Konzept.

Es geht darum, die Krisenkosten auf uns abzuwälzen, Reproduktionsarbeit zu privatisieren und Lebensbedingungen zu verschlechtern. Was uns versorgt, soll geschwächt werden – und das trifft vor allem Frauen. Doch wir werden das nicht hinnehmen!

Wir organisieren uns, widersprechen, wir handeln: Ob Gaza-Flotilla oder im Garrahan-Hospital in Argentinien – überall sind Frauen am Kämpfen und spielen eine zentrale Rolle. Doch wir wollen nicht nur ihre Angriffe abwehren, wir wollen mehr: Wir wollen siegen! Daher müssen wir uns fragen: Warum werden diese Orte angegriffen? Warum nehmen Femi(ni)zide und Gewalt gegen Frauen zu? Wie hängt das mit kapitalistischer Krise und Krieg zusammen? Was sind sozialistische Antworten gegen den Aufstieg der Rechten? Wie können Orte des Lebens aussehen, wenn sie nicht kapitalistischer Produktionsweise unterworfen sind? Welches Programm, welche Strategie, welche Organisation, welchen Internationalismus brauchen wir?

https://keepkarlsruheboring.org/event/nicht-mit-uns-jeden-angriff-auf-unser-leben-verteidigen

On the Critique of Freedom and Its Repression in Liberal Democracies SYMPOSIUM | Zur Kritik der Freiheit und ihrer Repression in liberalen Demokratien

Württembergischer Kunstverein Stuttgart, Friday, March 13 at 10:00 AM GMT+1

In response to the attempt to cancel this event by withdrawing funding from the city of Stuttgart [More Info here], KeepKarlsruheBoring.org stands in solidarity with the Württembergischer Kunstverein Stuttgart
Als Reaktion auf den Versuch, diese Veranstaltung durch die Streichung der Fördermittel durch die Stadt Stuttgart abzusagen [Weitere Informationen hier], solidarisiert sich KeepKarlsruheBoring.org mit dem Württembergischen Kunstverein Stuttgart.

[↓↓ Deutsche Version unten ↓↓]

On the Critique of Freedom and Its Repression in Liberal Democracies

SYMPOSIUM 
March 13–15, 2026
 
with Lily Abichahine, Katja Diefenbach, Emily Dische-Becker, Denise Ferreira da Silva (zoom), Hanno Hauenstein, Sami Khatib, Henrike Kohpeiß, Ralf Michaels, Hannah Tzuberi, René Wildangel, and others

Registration: [email protected] | Hangout: freedom_eng_2026_02.pdf

This symposium was prompted by growing concerns about the freedom, independence, and free spaces of art, science, and society in Germany and other liberal democracies.

We aim to discuss the contexts and implications of these restrictions and possible ways of dealing with them on a transdisciplinary level: that is, within and between the discourses of philosophy, political science, law, and cultural studies—and beyond.

Modern, supposedly European concepts of freedom and autonomy emerged with the Enlightenment, whose not only emancipatory but also sexist, racist, classist, and colonial structures have been the subject of recent transdisciplinary research and theory. Freedom and independence are not fixed social conditions but ones that must be constantly contested. This contestation must be open.

Starting points


The symposium takes as its starting point the experience of increasing political and governmental influence on the content, programs, and positions of publicly funded organizations and institutions—especially in the arts and sciences. The focus is on a series of structural developments in Germany—above all, those political interventions that invoke the diffuse constructs of a German Staatsräson and of a definition of antisemitism intended to be applied to society as a whole.

In addition to attempts to delegitimize the autonomy of institutions and the freedom of art and research, these developments also include restrictions on the right of assembly, the criminalization and prosecution of civil disobedience, and the intimidation of non-profit organizations through a dubious duty of neutrality. These structures not only operate within the framework of the Staaträson-doctrine, but also affect climate and anti-right-wing activists— extending even to groups such as Omas gegen Rechts (Grannies Against the Right). In the name of combating anti-Semitism, political non-neutrality, or extremism, feminist, queer, anti-racist, postcolonial, eco-activist, and anti-fascist discourses and spheres of action are being defamed: from Achille Mbembe and Judith Butler to documenta fifteen and Adania Shibli to Letzte Generation (Last Generation) or Frauke Brosius-Gersdorf—to name just a few examples.

The central political levers of restriction are not laws, but the threat of withdrawing public funding and access to publicly funded spaces, as well as the revocation of legal statuses—from non-profit designation to the right of residence [1].

These threats, the current austerity policies, and the experience of enormous pressure exerted by traditional and social media are leading to anticipatory obedience, self-censorship, and censorship [2]. Organizations and institutions are passing on the pressure [3]: they are disinviting people—or not inviting them in the first place—scrutinizing biographies, withdrawing awards, terminating employment contracts, or refraining from hiring. They demand clear commitments and retractions, or reserve the right to tolerate individuals with "problematic" attitudes, but to distance themselves from their positions in case of doubt [4]. Representatives of institutions who insist on their right to autonomy, such as the recent case of Donatella Fioretti, rector of the Düsseldorf Art Academy, are subjected to massive political pressure, which in turn has an intimidating effect [5].

While the state only indirectly—and at the same time extremely effectively—influences freedom of expression in this way, it does so directly by interfering with the right of assembly, the right to civil disobedience, and the right of residence. Furthermore, possibilities for enshrining the German Staatsräson-doctrine or the IHRA definition of anti-Semitism in law have been and are being examined, so far without success.[6] Civil liberties are no longer guaranteed as a matter of principle, but must be enforced through legal action if necessary.

Symposium

Within the framework of the symposium, the background and consequences of these developments are examined from various perspectives. They are also to be discussed in the context of the global rise of authoritarian, right-wing populist, and far-right forces, which primarily target the freedom of art, culture, science, and migration. A characteristic feature of these forces is that they declare their campaigns against power- and discrimination-critical discourses and attitudes (“wokeness”) as a struggle for freedom of expression—as if there were an innate right of white people to abuse power and discriminate. [7]

At the same time, we aim to talk about the structures, methods, and agendas of networks, platforms, and initiatives—some of them newly formed—that oppose the aforementioned restrictions, such as the Alliance for Critical and Solidarity Science (KriSol) [8], the Association of Palestinian and Jewish Academics (PJA) [9], Diaspora Alliance, [10] Verfassungsblog [11], and the expert paper Beyond Staatsräson. [12]

One of the central concerns of the symposium is the question of how the debate on freedom, independence, and free spaces—including their limits and contradictions—can be conducted in an open, diverse, and discrimination-sensitive manner, thereby preventing it from being hijacked by right-wing populists and extremists.

What ethical, political, and legal foundations and methods are relevant here? How can and should institutions and civil society position themselves in this regard?

PROGRAM


A detailed program will be published shortly.

Friday, March 13, 2026
6:30 p.m. – 9 p.m.
INPUTS + PANEL
On the Critique of Freedom
Katja Diefenbach, Denise Ferreira da Silva (zoom)

Saturday, Matrch 14, 2026
10:30 a.m. – 9 p.m.
INPUTS + PANELS
On freedom, autonomy, and political influence from the perspectives of philosophy, law, racism research, anti-Semitism research, Middle East studies, art and cultural studies
Lily Abichahine, Emily Dische-Becker, Hanno Hauenstein, Sami Khatib, Henrike Kohpeiß, Ralf Michaels, Hannah Tzuberi, René Wildangel

Sunday, March 15, 2026

10 a.m. – 12 p.m.
PLENARY / OPEN DEBATE

1 - 2 p.m.
EXHIBITION TOUR
On the exhibition Private Handbags May Not be Carried When on Duty about female Nazi perpetrators.
With Dominique Hurth

An event organized by
Württembergischer Kunstverein Stuttgart

Curated by
Iris Dressler, Hans D. Christ


FOOTNOTES

[1] The German Bundestag's second anti-Semitism resolution, "Never Again..." (2024), explicitly blames migrants "from North Africa and the Middle East" for an "alarming level" of anti-Semitism in Germany. It calls for "legal loopholes to be closed and repressive measures to be consistently exploited," particularly "in criminal law and in residence, asylum, and citizenship law." See: https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2024/kw45-de-juedisches-leben-1027708.
[2] The Archive of Silence lists nearly 200 cases in Germany since October 7, 2023 alone.
[3] A Stuttgart example involving British playwright Caryl Churchill is particularly illustrative. See: https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.antisemitismusvorwurf-gegen-caryl-churchill-dramatikerin-wird-preis-aberkannt.136f220c-dffb-46d3-8d06-ae093bec9570.html
[4] See, for example: Documenta Code of Conduct (https://documenta.de/de/code-of-conduct); Klaus Biesenbach's speech on Nan Goldin's speech at the Neue Nationalgalerie Berlin (https://www.smb.museum/nachrichten/detail/statement-von-klaus-biesenbach-zur-eroeffnung-der-nan-goldin-retrospektive-in-der-neuen-nationalgalerie).
[5] See: https://taz.de/Einladung-palaestinensischer-Kuenstlerin/!6150741
[6] See, for example: How much "Never again" is in the Basic Law? Constitutional amendments to combat anti-Semitism and for reasons of state, conference, https://tikvahinstitut.de/veranstaltung/20241105
[7] See, for example: Restoring Truth And Sanity To American History, March 27, 2025, https://www.whitehouse.gov/presidential-actions/2025/03/restoring-truth-and-sanity-to-american-history or
[8] https://krisol-wissenschaft.org
[9] https://pja-verein.de
[10] https://diasporaalliance.co
[11] https://verfassungsblog.de
[12] https://voelkerrechtsblog.org/jenseits-der-staatsraison

/-/-/

Zur Kritik der Freiheit und ihrer Repression in liberalen Demokratien

SYMPOSIUM 
13.–15. März 2026

mit
Lily Abichahine, Emily Dische-Becker, Katja Diefenbach, Denise Ferreira da Silva (zoom), Hanno Hauenstein, Sami Khatib, Henrike Kohpeiß, Ralf Michaels, Hannah Tzuberi, René Wildangel und anderen

Sprache: Englisch
Anmeldung: [email protected]

freiheit_de_handout_kurz_2026_03.pdf

Auslöser dieses Symposiums ist die wachsende Sorge um die Freiheit, Unabhängigkeit und Freiräume von Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft in Deutschland und anderen liberalen Demokratien. 

Über die Kontexte und Tragweiten der Restriktionen sowie über mögliche Umgangsweisen damit möchten wir auf transdisziplinärer Ebene diskutieren: Das heißt in und zwischen den Diskursen von Philosophie, Politik-, Rechts- und Kulturwissenschaften – und darüber hinaus. 

Die modernen, vermeintlich europäischen Konzepte von Freiheit und Autonomie entstehen mit der Aufklärung, deren nicht nur emanzipatorischen, sondern auch sexistischen, rassistischen, klassistischen und kolonialen Strukturen Gegenstand jüngerer transdisziplinärer Forschung und Theorie sind. Freiheit und Unabhängigkeit stellen keine fixen, sondern permanent zu erstreitende soziale Verhältnisse dar. Dieser Streit muss offen sein. 

Ausgangspunkte


Ausgangspunkt des Symposiums ist das Erleben einer zunehmenden politischen und staatlichen Einflussnahme auf die Inhalte, Programme und Positionen von öffentlich geförderten Organisationen und Institutionen – insbesondere der Künste und Wissenschaften. Im Fokus stehen dabei eine Reihe von strukturellen Entwicklungen in Deutschland – allen voran jene politischen Eingriffe, die sich auf das diffuse Konstrukt einer Deutschen Staatsräson und einer Definition von Antisemitismus berufen, die für die gesamte Gesellschaft geltend gemacht werden sollen.

Die genannten Entwicklungen umfassen neben Versuchen, die Autonomie von Institutionen und die Freiheit von Kunst und Forschung zu delegitimieren, auch Einschränkungen des Versammlungsrechts, die Kriminalisierung und Ahndung zivilen Ungehorsams sowie die Einschüchterung gemeinnütziger Organisationen durch eine zweifelhafte Neutralitätspflicht.

Diese Strukturen greifen nicht nur im Rahmen der Staatsräson-Doktrin, sondern betreffen auch Klima- und antirechte Aktivist*innen – bis hin zu den „Omas gegen Rechts“. Im Namen der Bekämpfung von Antisemitismus, politischer Einflussnahme oder Extremismus werden feministische, queere, antirassistische, postkoloniale, ökoaktivistische und antifaschistische Diskurse und Handlungsräume diffamiert: von Achille Mbembe und Judith Butler über die documenta fifteen und Adania Shibli bis hin zur Letzten Generation oder Frauke Brosius-Gersdorf – um nur einige Beispiele zu nennen.

Die zentralen politischen Hebel der Einflussnahme sind keine Gesetze, sondern die Androhung des Entzugs öffentlicher Förderung und öffentlich geförderter Räume sowie der Aberkennung des legalen Status – von der Gemeinnützigkeit bis zum Aufenthaltsrecht (1).

Diese Drohungen, die aktuellen Kürzungspolitiken sowie die Erfahrungen eines teils enormen Drucks, der von klassischen und sozialen Medien ausgeübt wird, führen zu vorauseilendem Gehorsam, Selbstzensur und Zensur (2). Organisationen und Institutionen geben den Druck weiter (3): Sie laden Personen aus – oder gar nicht erst ein –, durchleuchten Biografien, nehmen Preise zurück, lösen Arbeitsverträge auf oder sehen von Einstellungen ab. Sie fordern eindeutige Bekenntnisse und Widerrufe, oder behalten sich vor, Personen mit „problematischen“ Haltungen zwar zu dulden, sich im Zweifelsfall aber von ihren Positionen zu distanzieren (4). Vertreter*innen von Institutionen, die – wie zuletzt die Rektorin der Düsseldorfer Kunstakademie, Donatella Fioretti – auf ihr Recht auf Autonomie beharren, werden politisch massiv angegangen (5).

Während der Staat hier nur indirekt – und zugleich äußerst wirksam – auf die Meinungsfreiheit einwirkt, tut er dies auf direkte Weise durch Eingriffe in das Versammlungsrecht, das Recht auf zivilen Ungehorsam und das Aufenthaltsrecht. Überdies wurden – bislang ohne Erfolg – Möglichkeiten geprüft, wie sich die deutsche Staatsräson-Doktrin oder die IHRA-Definition von Antisemitismus gesetzlich verankern lassen (6). Freiheitsrechte werden nicht mehr grundsätzlich garantiert, sondern müssen nötigenfalls eingeklagt werden.

Im Rahmen des Symposiums werden die Hintergründe und Folgen der genannten Entwicklungen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Sie sollen zudem im Kontext eines weltweiten Erstarkens autoritärer, rechtspopulistischer und rechtsextremer Kräfte, die sich primär gegen die Freiheit von Kunst, Kultur, Wissenschaft und Migration richten, diskutiert werden. Charakteristisch ist, dass diese Kräfte ihren Kampagnen gegen macht- und diskriminierungskritische Diskurse und Haltungen („Wokeness“) als Kampf für Meinungsfreiheit deklarieren – als gäbe es ein angeborenes Recht weißer Menschen auf Machtmissbrauch und Diskriminierung  (7).

Zugleich wollen wir über die Strukturen, Methoden und Agenden – teils neu entstandener – Netzwerke, Plattformen und Initiativen sprechen, die sich den genannten Restriktionen entgegenstellen, wie zum Beispiel die Allianz für Kritische und Solidarische Wissenschaft (KriSol), der Verein Palästinensischer und Jüdischer Akademiker*innen (PJA), Diaspora Alliance, Verfassungsblog oder das Expert*innenpapier Jenseits der Staatsraison.

Zu den zentralen Anliegen des Symposiums zählt die Frage, wie der Streit um Freiheit, Unabhängigkeit und Freiräume – einschließlich ihrer Grenzen und Widersprüche – auf offene, diverse und diskriminierungssensible Weise geführt und dabei einer rechtspopulistischen und rechtsextremen Vereinnahmung entzogen werden kann. 

Welche ethischen, politischen und rechtlichen Grundlagen und Methoden sind dabei relevant? Wie können und sollten sich Institutionen und Zivilgesellschaft hier positionieren? 


PROGRAMM


Ein ausführliches Programm erscheint in Kürze

Freitag, 13. März 2026
18:30 – 21 Uhr
INPUTS + PANEL
Zur Kritik der Freiheit
Katja Diefenbach, Denise Ferreira da Silva (zoom)

Samstag, 14. März 2026
10:30 – 21 Uhr
INPUTS + PANELS
Über Freiheit, Autonomie und politische Einflussnahme aus den Perspektiven von Philosophie, Recht, Rassismus- und Antisemitismusforschung, Nahoststudien, Kunst- und Kulturwissenschaften
Lily Abichahine, Emily Dische-Becker, Hanno Hauenstein, Sami Khatib, Henrike Kohpeiß, Ralf Michaels, Hannah Tzuberi, René Wildangel

Sonntag, 15. März 2026
10 –12 Uhr
PLENUM / OFFENE DEBATTE
Was tun?
13 – 14 Uhr
AUSSTELLNGSRUNDGANG
Zur Ausstellung Privathandtaschen dürfen zum Außendienst nicht mitgetragen werden über weibliche NS-Täterinnenschaft.
Mit Dominique Hurth

FUSSNOTEN

(1) Die zweite Anti-Antisemitismus-Resolution des Deutschen Bundestags, „Nie wieder …“ (2024), macht Migrant*innen „aus den Ländern Nordafrikas und des Nahen und Mittleren Ostens“ für ein „erschreckende[s] Ausmaß“ an Antisemitismus in Deutschland verantwortlich. Sie fordert „Gesetzeslücken zu schließen und repressive Möglichkeiten konsequent auszuschöpfen“ insbesondere „im Strafrecht sowie im Aufenthalts-, Asyl- und Staatsangehörigkeitsrecht.“ Siehe: https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2024/kw45-de-juedisches-leben-1027708

(2) Das Archive of Silence listet nahezu 200 Fälle allein seit dem 7. Oktober 2023 in Deutschland.

(3) Geradezu bilderbuchartig ist hier ein Stuttgarter Beispiel, das die britische Dramatikerin Caryl Churchill betraf. Siehe: https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.antisemitismusvorwurf-gegen-caryl-churchill-dramatikerin-wird-preis-aberkannt.136f220c-dffb-46d3-8d06-ae093bec9570.html

(4) Siehe z.B.: Code of Conduct der Documenta (https://documenta.de/de/code-of-conduct); Rede Klaus Biesenbachs zur Rede von Nan Goldin in der Neuen Nationalgalerie Berlin (https://www.smb.museum/nachrichten/detail/statement-von-klaus-biesenbach-zur-eroeffnung-der-nan-goldin-retrospektive-in-der-neuen-nationalgalerie).

(5) Siehe: https://taz.de/Einladung-palaestinensischer-Kuenstlerin/!6150741

(6) Siehe z.B.: Wie viel „Nie wieder“ steht im Grundgesetz? Verfassungsänderungen für Antisemitismusbekämpfung und Staatsräson, Tagung, https://tikvahinstitut.de/veranstaltung/20241105

(7) Siehe z.B.: Restoring Truth And Sanity To American History, 27.3.2025, https://www.whitehouse.gov/presidential-actions/2025/03/restoring-truth-and-sanity-to-american-history

https://keepkarlsruheboring.org/event/on-the-critique-of-freedom-and-its-repression-in-liberal-democracies-symposium-or-zur-kritik-der-freiheit-und-ihrer-repression-in-liberalen-demokratien

#Sudan: UN expert Cecilia Bailliet calls for more support to Emergency Response Rooms volunteers. "The people of Sudan deserve to look to the future with hope, and the international community must not fail them". #InternationalSolidarity

https://www.ohchr.org/en/press-releases/2026/02/sudan-un-expert-calls-more-support-emergency-response-rooms-volunteers

It’s #FundingSunday

First up we have Ragil! Ragil is fundraising for Support For a Senior Trans Activist in Indonesia, Rully Mallay. More info at: https://www.gofundme.com/f/support-rully-mallay-a-caregiver-and-community-pillar

Finally we have Eloise! Eloise is fundraising for transition related costs. More info at: https://gofund.me/9d980f1be

Donate if you can, share if you can't!

#FundingSunday #TransFundraiser #Trans #Transgender #Nonbinary #LGBTQI #TransSupport #LGBTQ #InternationalSolidarity #LGBTI #LGBT #TransRights #TransSafety