🤔 Wann sind Kinder bereit für die Schule?

👉 Baden-Württembergische Bürgermeister schlagen eine Verschiebung des Einschulungs-Stichtags vor. Danach müssten #Kinder, die bis zum 30. September sechs Jahre alt werden, direkt #eingeschult werden. So sollen unter anderem Kosten bei den #Kitas eingespart werden.

🗨 Eine Debatte, die schon häufig geführt wurde, sagt Prof. Dr. Jan-Henning Ehm, der an der #PHHeidelberg den Studiengang #Frühkindliche und #Elementarbildung leitet.

💬 Aus entwicklungspsychologischer Sicht mache die Fixierung auf "richtige Alter" jedenfalls keinen Sinn: "Schulbereitschaft ist kein fixer Alterswert, sondern ein individueller #Entwicklungsprozess. Sie hängt von vielen Faktoren ab – vom Kind selbst, seinem sozialen Umfeld, aber auch davon, wie gut eine #Schule auf unterschiedliche #Entwicklung|sstände vorbereitet ist."

🎒 Wichtiger findet der #Psychologe eine Flexibilisierung, wie es sie bereits durch die "Einschulungskorridore“ gibt, die auch die #Einschulung Fünfjähriger erlauben.

👨‍🔬 Der Wissenschaftler begleitet zusammen mit Professorin Steffi Sachse (ebenfalls #PHHD) das Landesprogramm #SprachFit, mit dem Baden-Württemberg besser auf die individuelle Entwicklung der Schüler:innen eingehen will. Unter anderem sollen Kinder, die noch Unterstützung brauchen, dann in "Juniorklassen" auf die #Schule vorbereitet werden.

🔗 Mehr unter: https://www.ph-heidelberg.de/hochschule/organisation/stabstellen/presse-und-kommunikation/aktuelles/einzelansicht-zentrale-news/20260126-ehm-stichtag-einschulung.html

Neue Debatte um das Einschulungsalter?

Aus Kostengründen schlagen Baden-Württembergische Bürgermeister vor, den Stichtag für die Einschulung zu verschieben. Entwicklungspsychologe Prof. Dr. Jan-Henning Ehm hält dies für wenig zielführend.

Pädagogische Hochschule Heidelberg
Folge 163 - Kommunikation im Entwicklungsprozess mit Rebecca Temme

Rebecca Temme spricht mit Lisa Moritz über Kommunikation im Entwicklungsprozesse

#Kita- #Fachkräfte schlagen Alarm - Bildung in Kitas nicht mehr möglich – Aktion am Dienstag in #Stuttgart

ver.di macht in dieser Woche durch Aktionen auf die alarmierende Situation in den #Kindertageseinrichtungen aufmerksam. In ver.di organisierte #Kitafachkräfte überreichen daher staatlichen #Archiven und Museen in vielen Städten ab heute die #Bildungspläne zur Aufbewahrung.
Für Baden-Württemberg findet die Übergabe am Dienstag, 14. Februar, um 13:30 Uhr beim Staatsarchiv (Konrad-Adenauer-Straße 4, 70173 Stuttgart) statt. ver.di erwartet rund 40 Beschäftigte aus Kitas.

Die #Bildungspläne, die in den Bundesländern von den jeweiligen #Landesregierung|en erstellt werden, beschreiben die Leitlinien für die frühkindliche Bildung. Sie gehen dabei von einem ganzheitlichen und inklusiven #Bildungsbegriff aus. Ausgangspunkt sind „individuelle #Bildungsansprüche“ des Kindes und das Recht des Kindes „auf eine uneingeschränkte, umfassende und an den individuellen Bedürfnissen orientierte #Bildung“.

„Die Fachkräfte teilen diesen Anspruch an ihre Arbeit. Ihnen ist es wichtig, die Kinder gut in ihrem Bildungs- und #Entwicklungsprozess zu begleiten. Im beruflichen Alltag ist das aber wegen der #Fachkräftelücke nicht mehr möglich“, betont die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle. Dieser #Fachkräftemangel trifft auf Kitas, die ohnehin schon mit #Personalschlüssel|n ausgestattet sind, die nicht kindgerecht sind. Laut Auskunft der Fachkräfte im bundesweiten ver.di Kita-Personalcheck, fehlten im Sommer 2021 im Durchschnitt drei Fachkräfte, um in den Kitas fachlich angemessen arbeiten zu können, insgesamt mindestens 172.782 Fachkräfte bundesweit. Und das beim aktuellen Ausbaustand der #Kindertageseinrichtungen.

In Baden-Württemberg fehlen laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung 2023 rund 16.800 Erzieher:innen. So viele Fachkräfte werden benötigt, um rund 58.000 Kita-Plätze schaffen zu können - und damit den Rechtsanspruch auf Betreuungsbedarf für alle Kinder im Land zu erfüllen.

Gleichzeitig ist das Arbeitsfeld durch hohe #Krankenstände geprägt, die sich auf eine Vielzahl von #Corona-Erkrankungen, #Atemwegserkrankungen und psychischen Erkrankungen, insbesondere durch die permanente #Überlastung, zurückführen lassen. Für die Fachkräfte der Kindertageseinrichtungen bedeutet dies, dass sie die vorgegebenen fachlichen Ansprüche nicht mehr realisieren können.

„Hier muss dringend Abhilfe geschaffen werden“, erklärt die stellvertretende ver.di-Vorsitzende. „Wir fordern die Verantwortlichen im Bund und in den Ländern auf, den quantitativen und qualitativen Ausbau des Systems der frühkindlichen Bildung und den damit verbundenen notwendigen Aufbau des Fachpersonals aufeinander abzustimmen. Das kann in Form eines Stufenplans erfolgen, der dann aber mit ausreichenden familien- und arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen flankiert werden muss, damit die Familien nicht unter der Versorgungsnotlage leiden. Das ist notwendig, weil die Kindertageseinrichtungen unter diesen Bedingungen für einen langen Zeitraum weder die Bildung der Kinder noch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewährleisten können.“

Die Übergabe der Bildungspläne zur Aufbewahrung verbinden die Fachkräfte der Kitas mit dem Wunsch, diese nach Beendigung der Krise wieder abzuholen. Sie möchten die Bildungspläne, solange diese nicht mehr in den Kitas angewendet werden können, gut verwahrt wissen.

Quelle: #verdi Pressemitteilung 13.02.2023