Gedanken | Die Folgen der Car Culture im Ländlichen Raum
Ich habe das Thema Ländlicher Raum ja schon einige Male angeschnitten, will jetzt aber noch einmal darauf eingehen. In diesem Fall geht es mir um die Folgen der Car Culture im Ländlichen Raum.
Betrachtet man heute verschiedene Dörfer im Ländlichen Raum, so sind viele davon ab den 1950er Jahren massiv und relativ ungehemmt gewachsen, haben sich ausgedehnt. Die Wege wurden immer weiter, man hatte ja das Auto, die Kinder das Fahrrad oder das Mofa.
Ursprünglich gab es im Ländlichen Raum kleine Dörfer, nicht selten auch mit mehreren Siedlungskernen (Rote Markierung), eben genau danach ausgerichtet weshalb die Dörfer entstanden waren. Die Dörfer oder Siedlungskerne waren recht kompakt gebaut, immer darauf bedacht die Wege so kurz wie möglich zu halten, schließlich standen dem normalen Menschen im Normalfall nur die eigenen Füße als Fortbewegungsmittel zur Verfügung. Hier im Dorf wo ich wohnte gab es in den 1960ern noch gut 200 Einwohner, heute sind es über 1000.
Die ausufernden Ortschaften machen nun selbst wenn es gelingen würde den ÖPNV endlich entsprechend auszubauen das er eine echte Alternative zum Auto ist das Problem, dass die Strecken zu den Haltestellen (Blaue Markierungen) teilweise recht weit sind. Dazu kommt natürlich das durch die Autos und die damit einher gehende Flexibilität die Versorgungsinfrastruktur in den Dörfern massiv geschwächt, nicht selten sogar zerstört haben. Das Problem des Umstiegs vom Auto auf einen gut gemachten und ausgebauten ÖPNV beinhaltet also im Ländlichen Raum weitaus mehr als nur den Ausbau des ÖPNVs an sich.
Tags: #Gedanken #Ländlicher-Raum #Verkehr #ÖPNV #Strecken #Entfernungen #Car-Culture #Sascha #2022-07-29Groups: @fediversede