Ich denke, #FridaysForFuture haben es geschafft, dass selbst konservative Parteien endlich eingesehen haben, dass Klimaschutz wichtig ist. Okay, vielleicht auch nur um für deren Machterhalt ein paar junge Wähler*innen von sich überzeugen zu können. Bewahrung der Schöpfung sollte für konservative Christ*innen ja eh ein Thema sein. Selbst Faschist*innen müssten ihrem Volk bewohnbaren Lebensraum bieten können. Wie radikal sich unsere Gesellschaft für den Klimaschutz verändern muss, da können die Rechten aber beide Augen zu drücken. Einfach was von Eliten in Elfenbeintürmen schwurbeln, die heimlich die deutsche Wirtschaft sabotieren wollen oder so, und die Warnungen von Wissenschaftler*innen schlicht ignorieren. Deshalb muss der Protest weiter gehen und radikal und unbequem bleiben. #DieLetzteGeneration macht den Job ziemlich gut. Politiker*innen müssen merken, dass die Jugend weiterhin Angst um ihre Zukunft auf diesem Planeten hat und mit der bisherigen Klimapolitik nicht zufrieden ist.
Als auf dem Land groß gewordene, nach Kreuzberg gezogene, Die Grünen wählende "Öko-Tante", die mehr als ein Jahrzehnt älter ist als Greta Thunberg, ist mir ein riesen Stein vom Herzen gefallen, als Gen Z massenweise auf die Straße ging. Endlich! Ich komme ja aus der Auto-affinen Generation, die Pimp My Ride geschaut und Need For Speed gezockt hat. Vorallem aufm Land, wo Jugendliche ab 14 Jahren auf dem eigenen Moped illegal und ungedrosselt ihre kleinen Rennen fahren, konnte man sich zu meiner Zeit durch das bloße erwähnen von Klimaschutz schon unbeliebt machen. Ich vermute, das geht bei manchen Leuten auch immer noch. Die Überschneidung zwischen diesen Leuten und der AfD-Wählerschaft scheint auch nicht gering zu sein. Es war wohl wirklich ein Fehler, individuelles Verhalten stärker zu kritisieren als das den Planeten für schnelle Profite ausbeutende kapitalistische System. Naja, es wahren neo-liberale Zeiten. Selbst unser Feminismus war neo-liberal. Aber wir lernen dazu.