Transkription:
Messer! Machen! Mörder!
Mörder! Sind Männer! Fast immer!
Ihr steht hier und sagt, ihr trauert.
Dann hört zu.
Wenn ihr wirklich um Henry Nowak trauert, dann trauert um ihn als Menschen. Nicht als Schild. Nicht als Waffe. Nicht als Bild für eure Hetze.
Henry Nowak war 18 Jahre alt. Student. Sohn. Freund. Er wurde von einem Mann mit einem Messer ermordet.
Aber ihr macht daraus etwas anderes.
Ihr macht aus einem toten jungen Mann ein Werkzeug gegen alle, die ihr ohnehin hasst.
Das ist keine Trauer.
Das ist Feigheit.
Und es ist Heuchelei.
Wer nur dann trauert, wenn der Täter ins Feindbild passt, trauert nicht. Der sucht Munition.
Darum sage ich es laut:
Messer! Machen! Mörder!
Mörder! Sind Männer! Fast immer!
Nicht Herkunft macht Mörder.
Nicht Hautfarbe macht Mörder.
Nicht ein Pass macht Mörder.
Nicht „die Fremden“ machen Mörder.
Männer mit Messern machen Mörder.
Männer, die aus Hass töten.
Männer, die aus Rassismus töten.
Männer, die aus Schwulenhass töten.
Männer, die aus rechtem oder religiösem Hass töten.
Das ist das Muster.
Und genau dieses Muster verschweigt ihr.
Aus Feigheit.
Ich sage: Nein.
Wer wirklich um Opfer trauert, darf Opfer nicht sortieren.
Nicht nach Herkunft. Nicht nach Religion. Nicht nach Hautfarbe. Nicht nach Liebe. Nicht nach Nutzen.
Echte Trauer braucht keine Feindbilder. Echte Trauer sagt: „Dieser Mensch fehlt.“
Darum nenne ich jetzt die Namen.
Ich trauere um Henry Nowak, ermordet von einem Mann mit einem Messer im Jahr 2025.
Ich trauere um Nihat Yusufoğlu, ermordet von einem Mann mit einem Messer aus rassistischem Hass im Jahr 1990.
Ich trauere um Emil Wendland, ermordet von Männern mit einem Messer aus rechtem Hass auf arme und wohnungslose Menschen im Jahr 1992.
Ich trauere um Bakary Singateh, auch bekannt als Kolong Jamba, ermordet von einem Mann mit einem Messer aus rassistischem Hass im Jahr 1993.
Ich trauere um Frank Böttcher, ermordet von Männern mit einem Messer aus rechtem Hass auf Punks und linke Jugendliche im Jahr 1997.
Ich trauere um Chris Danneil, ermordet von einem Mann mit einem Messer durch rechte Gewalt im Jahr 1997.
Ich trauere um Olaf Schmidke, ermordet von einem Mann mit einem Messer durch rechte Gewalt im Jahr 1997.
Ich trauere um Viktor Filimonov, ermordet von einem Mann mit einem Messer durch rechte Gewalt im Jahr 2003.
Ich trauere um Waldemar Ickert, ermordet von einem Mann mit einem Messer durch rechte Gewalt im Jahr 2003.
Ich trauere um Aleksander Schleicher, ermordet von einem Mann mit einem Messer durch rechte Gewalt im Jahr 2003.
Ich trauere um Thomas K., ermordet von einem Mann mit einem Messer durch rechte Gewalt im Jahr 2003.
Ich trauere um Marwa El-Sherbini, ermordet von einem Mann mit einem Messer aus rassistischem, antimuslimischem und frauenfeindlichem Hass im Jahr 2009.
Ich trauere um Thomas L., ermordet von einem Mann mit einem Messer aus Schwulenhass und islamistischem Hass im Jahr 2020.
Ich trauere um Rouven Laur, ermordet von einem Mann mit einem Messer aus islamistischem Hass im Jahr 2024.
Ich trauere um Ines W., ermordet von einem Mann mit einem Messer aus islamistischem Hass im Jahr 2024.
Ich trauere um Florian H., ermordet von einem Mann mit einem Messer aus islamistischem Hass im Jahr 2024.
Ich trauere um Stefan Schulz, ermordet von einem Mann mit einem Messer aus islamistischem Hass im Jahr 2024.
Das sind Menschen.
Keine Plakate.
Keine Parolen.
Keine Beute.
Und jetzt sage ich es euch direkt:
Wenn ihr Henry Nowak nennt, aber Marwa El-Sherbini verschweigt, geht es euch nicht um Messergewalt.
Wenn ihr Thomas L. nennt, aber seinen Tod aus Schwulenhass kleinmacht, geht es euch nicht um Wahrheit.
Wenn ihr islamistische Mörder benennt, aber rechte Mörder verschweigt, geht es euch nicht um Sicherheit.
Wenn ihr Tote nur dann beweint, wenn ihr damit hetzen könnt, geht es euch um Hass.
Ihr sprecht von Gedenken, aber ihr betreibt Hetze.
Und das ist feige.
Ich lasse euch Henry Nowak, die Trauer und die Toten nicht als Waffe benutzen.
Wer Tote benutzt, um neue Feindbilder zu bauen, macht die Welt nicht sicherer.
Darum noch einmal:
Messer! Machen! Mörder!
Mörder! Sind Männer! Fast immer!
Trauer darf nicht Tarnung für Hetze werden. Namen dürfen nicht als Waffen benutzt werden.
Hört auf, Tote für eure Zwecke zu missbrauchen. Hört auf, Henry Nowak als Vorwand zu benutzen.
Ich trauere um alle Opfer von Messergewalt. Ich nenne Hass beim Namen. Ich lasse nicht zu, dass Trauer zur Maske für Menschenfeindlichkeit wird.
Messer! Machen! Mörder!
Mörder! Sind Männer! Fast immer!
Und wenn ihr diese Wahrheit nicht aushaltet, seid ihr nicht nur feige Heuchler.
Dann seid ihr Teil des Problems.
Dann schützt ihr nicht die Opfer. Dann schützt ihr die Lüge, die neue Opfer macht.
Und wer von euch auch nur einen Funken Ehre im Leib hat: Verlasst diesen jämmerlichen Haufen von Feiglingen, Heuchlern und Hetzern.
Jetzt.
#dd0606