Sophie Koch, Queerbeauftragte der Bundesregierung, will also Friedrich Merz "zum CSD einladen".
Ach, Sophie, ach, Journalistys...
1. Die Anzahl der CSD-Veranstaltungen in Deutschland liegt im dreistelligen Bereich. "Den CSD" gibt es also nur für die Stadt, die sich als Mittelpunkt der Welt wähnt: Berlin. (Und auch da gibt es womöglich wieder mehrere.) Es wäre ganz sinnvoll, dann auch zumindest von einem Berliner CSD zu reden - weil, Fakten und so.
2. Soweit ich weiß, organisiert Sophie Koch nicht den Berliner Haupt-CSD, kann dazu also auch niemanden offiziell einladen. Die Oldenburger Online-Zeitung schreibt, dass es um eine Einladung auf den "CSD-Wagen der Bundesregierung" geht. Andere schreiben von "ihrem", Sophie Kochs, Wagen. Welchen Wagen gibt es wirklich? Der Tagesspiegel löst auf: Laut Sophie Koch wird es "einen CSD-Wagen der Bundesregierung – von mir als Beauftragter" geben. Davon abgesehen, dass das eine traurig halbherzige Art von Repräsentation der Regierung ist - es wäre ganz nett, das so gleich überall zu lesen.
3. Warum genau würde sich die Queerbeauftragte so freuen, wenn ein Kanzler an einem CSD teilnähme, der bisher ausschließlich mit schädlichen bis verhetzenden Aussagen zu queerer Politik aufgefallen ist? Wie genau soll es queeren Communities und ihren Interessen nutzen, einem queerfeindlichen Politiker ein queerfreundliches Feigenblatt anzubieten?
4. Wann hat die Queerbeauftragte eigentlich überhaupt schon mal irgend jemanden direkt und ohne Relativierung für queerfeindliche Aussagen oder anti-queere Politik kritisiert? Alles, was ich bisher gehört habe, waren Beschwichtigungen, Verharmlosungen, inhaltsarme Gesprächsankündigungen und wolkiger Optimismus ohne jegliche Konkretisierung. (Ich bin enttäuscht und hier ziemlich polemisch, lasse mich daher ehrlich gerne korrigieren.)
5. Lasst diesen Typen wenigstens nicht auch noch irgendwo reden. Ein CSD darf keine Bühne der Verlogenheit werden.
6. Hat eigentlich das Berliner Orga-Team dazu eine Haltung?
7. Es wird eh nicht dazu kommen, dass sich dieser Kanzler unter queere Menschen mischt oder sich offiziell hinter uns stellt. So tickt und kalkuliert der nicht.
8. Menschen in der Berliner Parade und am Straßenrand: Ihr wisst, was im Zweifelsfall zu tun ist.

Queerbeauftragte will Kanzler Merz auf CSD-Wagen einladen
Sophie Koch, die Beauftragte der Bundesregierung für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt, will Bundeskanzler Friedrich Merz auf dem Wagen der Bundesregierung zum CSD sehen.„Wir werden ihn auf jeden Fall einladen“, sagte Koch (SPD) den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Sonntagausgaben). „Ich würde mich freuen, wenn er mitfährt.“ Bisher hat Koch nach ...




