Frauen in der Wissenschaft: Prof. Dr. Maria-Esther Vidal

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Die Blogreihe „Frauen in der Wissenschaft“ stellt Frauen aus der TIB vor, die Einblicke in ihre Wege und ihre persönlichen Erfahrungen in der Wissenschaft geben. Prof. Dr. Maria-Esther Vidal studierte Informatik an der Universidad Simón Bolívar in Caracas (Venezuela). Heute leitet sie die Forschungsgruppe Scientific Data Management an der TIB und ist Professorin an der Leibniz Universität Hannover sowie Mitglied des Forschungszentrums L3S. Im Interview spricht sie über das Privileg, junge Wissenschaftler:innen auf ihrem Weg begleiten zu dürfen, über Neugierde in der Wissenschaft und Vielfalt als Stärke.

Prof. Dr. Maria-Esther Vidal // Foto: TIB/C. Bierwagen

Was fasziniert dich an der Arbeit in der Wissenschaft?

Was mich an der Wissenschaft fasziniert, ist die Möglichkeit, Neugierde in Wissen mit echter Wirkung umzuwandeln. Ich finde es spannend, Ideen aus verschiedenen Disziplinen miteinander zu verbinden und zu sehen, wie abstrakte Konzepte letztendlich dazu beitragen können, das Leben der Menschen zu verbessern.

Abgesehen von den wissenschaftlichen Entdeckungen selbst ist fĂĽr mich einer der lohnendsten Aspekte der Wissenschaft, dass ich mit vielen Nachwuchswissenschaftler:innen zusammenarbeiten und sie bei ihrer Entwicklung  die Begleitung ihrer Entwicklung zu unabhängigen Forschern begleiten kann.

Was hättest du als Frau in der Wissenschaft gerne früher gewusst?

Ich hätte gerne früher gewusst, dass Grenzen selten feststehen. Viele von ihnen verschwinden in dem Moment, in dem man aufhört, sie als real zu betrachten.

Welchen Rat würdest du Mädchen und jungen Frauen geben, die eine wissenschaftliche Laufbahn anstreben?

Folgt eurer Neugier und vertraut auf eure Denkweise. Glaubt an euch selbst und kämpft für eure Träume. Wartet nicht darauf, dass man euch erlaubt, Raum einzunehmen, Fragen zu stellen und euren eigenen Weg zu gehen – die Wissenschaft braucht vielfältige Perspektiven.

Ein Wunsch für die Zukunft von Frauen und Mädchen in der Wissenschaft …

Mein Wunsch ist eine Zukunft, in der Frauen und Mädchen ohne unsichtbare Barrieren Wissenschaft betreiben können, in der Ideen und Talent wichtiger sind als Erwartungen und in der Vielfalt als Stärke angesehen wird.

Frauen in der Wissenschaft – eine Blogreihe

In der Blogreihe „Frauen in der Wissenschaft“ werden Frauen an der TIB vorgestellt, die Einblicke in ihre wissenschaftlichen Wege, Rollenbilder und ihre Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag geben. Sie alle teilen ihre Perspektive und ihre Wünsche für die Zukunft der Wissenschaft und ermutigen andere Frauen, ihren Platz selbstbewusst einzunehmen.

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Frauen in der Wissenschaft: Dr. Anna-Lena Lorenz

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Die Blogreihe „Frauen in der Wissenschaft“ stellt Frauen aus der TIB vor, die Einblicke in ihre Wege und ihre persönlichen Erfahrungen in der Wissenschaft geben. Dr. Anna-Lena Lorenz studierte Physik an der Universität Bielefeld und arbeitet heute als Community-Managerin an der TIB. Dort ist sie für den Open Research Knowledge Graph (ORGK) und den Service ORKG Ask verantwortlich. Im Interview spricht sie über die Vielfalt des wissenschaftlichen Arbeitens, die Bedeutung von Austausch und Zusammenarbeit und warum es wichtig ist, sich nicht von Rollenbildern einschränken zu lassen.

Dr. Anna-Lena Lorenz // Foto: TIB/C. Bierwagen

Was fasziniert dich an der Arbeit in der Wissenschaft?

Arbeit in der Wissenschaft ist keine stumpfe Routine. Die Aufgaben sind so vielfältig und ich habe so viel Freiraum, interessanten Themen nachzugehen und eigene Ideen und Lösungsansätze zu entwickeln. In der Wissenschaft habe ich viele nette Menschen mit ähnlichen Interessen kennengelernt und durch den internationalen Kontext Kontakt zu Kulturen und Perspektiven gehabt, mit denen ich mich sonst nie beschäftigt hätte.

Was hättest du als Frau in der Wissenschaft gerne früher gewusst?

Ich hätte gerne früher gewusst, dass es okay ist, Fragen zu stellen und es sogar dazugehört. Beim Gedanken an einen „Wissenschaftler“ habe ich früher immer das Klischeebild eines einsamen, meist männlichen, einzelgängerischen Genies gehabt, das die Antworten auf jede Frage selbst ergründen kann. Aber in Wirklichkeit ist Wissenschaft ganz viel Zusammenarbeit, sie lebt vom Austausch und unterschiedlichen Expertisen.

Ich habe lange geglaubt, mich zwischen Weiblichkeit und Wissenschaft entscheiden zu müssen, weil mich meine eher weiblich gelesenen Interessen wie eine schlechtere Wissenschaftlerin wirken lassen würden und mein naturwissenschaftliches Interesse zu männlich wirken würde. Dabei spielt es für mein Verständnis von Daten gar keine Rolle, ob ich gerne Kleider trage und in meiner Freizeit gerne backe. Genauso wenig, wie es mich weniger zu einer Frau macht, dass ich Elementarteilchen und künstliche Intelligenz spannend finde.

Welchen Rat würdest du Mädchen und jungen Frauen geben, die eine wissenschaftliche Laufbahn anstreben?

Zweifelt niemals euren Platz an! Egal, ob es um einen Studienplatz, eine Stelle oder einen Vortrag bei einer renommierten Konferenz geht – ihr seid nicht hier, weil ihr eine Frau seid, sondern weil ihr gute Arbeit geleistet habt.

Verbündet euch! Austausch mit Gleichgesinnten ist so wichtig. Freundinnen, die ebenfalls in der Wissenschaft arbeiten, sind natürlich super, aber auch sonst gibt es viele Möglichkeiten, sich auszutauschen, zum Beispiel über die vielen Netzwerke, die an Unis angeboten werden.

Ein Wunsch für die Zukunft von Frauen und Mädchen in der Wissenschaft …

Ich wünsche mir, dass der Spruch „Das ist aber ungewöhnlich für ein Mädchen“ ausstirbt. Es wäre schön, wenn in Büchern, Filmen und Serien öfter Frauen als Wissenschaftlerinnen, Hackerinnen oder Mechanikerinnen vorkommen würden, aber trotzdem nicht „männlich“ sein müssen.

Frauen in der Wissenschaft – eine Blogreihe

In der Blogreihe „Frauen in der Wissenschaft“ werden Frauen an der TIB vorgestellt, die Einblicke in ihre wissenschaftlichen Wege, Rollenbilder und ihre Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag geben. Sie alle teilen ihre Perspektive und ihre Wünsche für die Zukunft der Wissenschaft und ermutigen andere Frauen, ihren Platz selbstbewusst einzunehmen.

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