Was mir schon seit einiger Zeit große Sorge bereitet ist, wie selbstverständlich es inzwischen geworden ist, Debatten über #Migration ohne Kontext zu führen. Selbst Politiker der #SPD bis zum Kandesbunzler hinauf sagen einfach nur dass wir mehr #Abschiebung|en brauchen. Warum brauchen wir davon pauschal einfach mehr? Kein Wort dazu, zumindest nicht da, wo es in die Tagesschau und auf die Titelseiten kommt.
> "Wir müssen mehr und schneller abschieben", sagte #Scholz. Dafür müssten die Behörden "rund um die Uhr erreichbar sein, damit man jemanden wirklich abschieben kann, wenn die Bundespolizei ihn aufgreift". (https://www.zeit.de/politik/deutschland/2023-10/olaf-scholz-bundeskanzler-abschiebungen-migration)
Weiter unten im gleichen Artikel:
> Er sei gegen "taktische #Politik". Es müsse immer um die "konkrete Lösung von Problemen" gehen. Die #Bundesregierung stehe voll hinter dieser Linie.
Nur, das Problem das er hier lösen will, und das scheinbar so eilig ist, dass es nicht bis zum nächsten Morgen warten kann, benennt er nicht.
Nichts über die oft zitierte Überforderung der kommunalen Kassen, nichts über die Belastung der Sozialsysteme, nichts über kriminelle Strukturen in Parallelgesellschaften. Alles Probleme, die übrigens bis zum nächsten Morgen warten können, oder bei kriminellem Verhalten auch so schon ein Eingreifen der Polizei rund um die Uhr rechtfertigen.
Es bleibt als Schluss eigentlich nur übrig, dass schon die bloße Existenz und Anwesenheit von Menschen ohne Bleiberecht ein Problem ist, das einer harten und entschlossenen Lösung rund um die Uhr bedarf. „Wir müssen mehr abschieben“ ist zu einer Selbstverständlichkeit geworden, die nicht mehr begründet oder gerechtfertigt werden muss.
Warum lassen wir es zu, dass Rassisten und Nationalisten wie die #NoAFD die Themen setzen und den Ton bestimmen? Das Scholz-Zitat oben hätte auch von #Weidel oder dem Faschisten #Höcke sein können.
Und solange das so ist, solange Politik in diesem Land auf einem Spielfeld stattfindet, das entscheidend von Faschisten definiert wird, brauchen wir uns doch nicht wundern. Solange die #FCKAFD so ungehindert die Themen setzen darf, werden sich die demokratischen Parteien weiter selbst und gegenseitig zerfleischen.
Einerseits müssen sie nämlich in komplexen Koalitionen irgendwie #Realpolitik produzieren, und trotzdem werden sie nie als Gewinner dastehen in einem Diskursklima, das von radikalen Feinden unserer Demokratie dominiert wird.
Wie wäre es mit einem Fairness-Pakt darüber, dass wir die #NSAfD einfach schreien lassen und nicht mehr zuhören? Dass wir ihrer pauschalen Fremdenfeindlichkeit und ihren alptraumhaften Märchenerzählungen immer und immer wieder konsequent Menschlichkeit, Mitgefühl und gut erklärte Fakten entgegensetzen?
Das wäre doch mal ein schönes Weihnachtsgeschenk für Deutschland.