Der Einsatz von KI im Unternehmen erfordert deutlich mehr als nur Technik und Workshops für Mitarbeiter. Es geht um Psychologie, Ownership, klare Erwartungshaltung und viel Empathie.
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Glückwunsch zur Beförderung: Deine Mitarbeiter führen jetzt plötzlich ihr eigenes Team. Das Problem? Das „Team“ besteht aus KI-Algorithmen – und die Ergebnisse sind oft unterirdisch. Ich sehe es in… | Ralf Bachmann
Glückwunsch zur Beförderung: Deine Mitarbeiter führen jetzt plötzlich ihr eigenes Team. Das Problem? Das „Team“ besteht aus KI-Algorithmen – und die Ergebnisse sind oft unterirdisch. Ich sehe es in Projekten und auch hier auf LinkedIn immer wieder: KI macht uns nicht automatisch produktiver – sie macht uns erst einmal zu Managern. Wer das ignoriert, skaliert nur das vorhandene Chaos. Mitarbeiter werden über Nacht in eine Führungsrolle katapultiert, für die es kein Training gab. Sie nutzen KI nicht als Werkzeug, sondern als unbezahlten Praktikanten, dem man lieblos Aufgaben vor die Füße wirft. Das Ergebnis: Ungeprüfter „KI-Slop“ und Copy-Paste-Wüsten, die direkt auf dem Schreibtisch der (menschlichen) Teamleitung (oder schlimmer, direkt beim Kunden) landen. Fakt ist: Wer KI nutzt, muss delegieren können. Es geht nicht mehr nur um das „Hacken“ von Prompts. Es geht um: - Glasklare Aufgabendelegierung: Wer unpräzise brieft, erntet digitalen Müll. - Qualitätsbeurteilung: Den Output nicht nur empfangen, sondern kritisch prüfen. - Ownership: Die Verantwortung für das Ergebnis bleibt beim Menschen, nicht beim Bot. Wir verlangen von Fachkräften plötzlich Leadership-Skills im digitalen KI-Raum. Wenn wir hier nicht nachjustieren, produzieren wir ein neues Nadelöhr: Teamleiter, die in einer Welle aus mittelmäßigen KI-Texten ihrer eigenen Leute ertrinken. Das ist die digitale Kälte, die entsteht, wenn Technik ohne System eingeführt wird. Wir brauchen keine weiteren Prompt-Listen. Wir brauchen eine neue Form der KI-Orchestrierung, die den Mitarbeiter befähigt, sein digitales "KI-Team" auch wirklich zu führen. Natürlich könnte man einfach sagen, dass Workshops und Empowerment (und andere hochtrabende Worte) die Antwort sind. Diese Antworten sind grundsätzlich nicht falsch. Allerdings sind sie meiner Meinung nach zu leichtfertig ausgesprochen, da das Thema viel tiefer geht als nur eine Reihe von Buzzwords. Es geht auch um die Unternehmenskultur. Warum denken Mitarbeiter, dass es in Ordnung ist, unqualifizierte und ungeprüfte Rückmeldungen von KI-Slops an ihre Teamleitung weiterzugeben? Fühlen sie sich überfordert und versuchen, sich so zu entlasten? Glauben sie, dass das ausreicht? Vertrauen sie blind der KI und sind nicht darin geschult, diese zu prüfen? Wurde ihnen das Prüfen und Bewerten "aberzogen"? Identifizieren sie sich so wenig mit ihrem Job, dass nur das Abarbeiten von Aufgaben zählt, nach dem Motto "wird schon passen"? Fühlen sie sich vom KI-Hype erdrückt? Oder ist es gar eine (unbewusste) Sabotage? Nach dem Motto: "Schau mal lieber Teamleiter, was KI für Müll produziert. Ich bin doch nicht so schnell ersetzbar wie ihr alle denkt." Es geht um den Gesamtkontext, das Umfeld, in dem Menschen arbeiten und Aufgaben erledigen. [Beitrag inspiriert durch Dr. Jessica Lange, Nicole Fromhold, Danilo Assmann und Oliver Gassner]







