Investigative Tech-Reporterin Republik & Dnip.ch
Eigener Blog: techjournalismus.ch
Interests: #Netzpolitik #Privacy #InfoSec #DigitaleEthik #Technology
Awards for the years: 2018, 2020, 2021, 2023 and 2024.
And: #cats #chess #music #redwine
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And: #cats #chess #music #redwine
RE: https://infosec.exchange/@adfichter/116329160026076266
KEIN APRILSCHERZ
RE: https://infosec.exchange/@adfichter/116329160026076266
More technical analysis here: https://vmfunc.re/blog/persona
Du hast deine Identität bei LinkedIn verifizieren lassen für ein blaues Häkchen? Tut mir leid für dich.
Dein Pass, ID und biometrische Daten schlummern jetzt bei Peter Thiels finanziertem "Persona Identitites" wurde schon mit etlichen staatlichen Datenbanken der USA abgeglichen. Wird nach Belieben an alle US-Behörden weitergegeben.
Aus dem hervorragenden Text bei golem.de (eines der besten Tech-Magazine zurzeit), der eine Übersetzung von der Analyse aus dem Blog "Local Stack":
"Und wer führt die "Datenerhebung und -analyse" durch? Anthropic, OpenAI und Groqcloud. Drei KI-Unternehmen verarbeiten unsere Reisepass- und Selfiedaten. Mein von der Regierung ausgestelltes Ausweisdokument wird den Unternehmen zugeführt, die große Sprachmodelle und KI-Systeme entwickeln.
AWS übernimmt die "Bildverarbeitung". Das bedeutet, dass mein Gesicht durch die Infrastruktur von Amazon geleitet wird. Die "Geräteauswertung" übernimmt Fingerprint JS – ein Unternehmen, dessen Name buchstäblich auf das verweist, was es tut. Es erstellt einen Fingerabdruck meines Geräts, während Persona einen Fingerabdruck meines Gesichts erstellt.
In den Richtlinien von Persona heißt es, diese Scandaten würden "nach Abschluss der Verifizierung oder innerhalb von sechs Monaten nach Ihrer letzten Interaktion" vernichtet. Gut.
Aber es gibt eine Ausnahme: "... es sei denn, Persona ist gesetzlich oder aufgrund eines Rechtsverfahrens anderweitig verpflichtet, die Daten aufzubewahren".
"Der Verifizierungsprozess hat nur drei Minuten gedauert: Scan, Selfie, fertig. Zu verstehen, womit ich mich tatsächlich einverstanden erklärt habe, hat dagegen ein ganzes Wochenende in Anspruch genommen und die Lektüre von 34 Seiten juristischer Dokumente erfordert.
Ich habe einem US-Unternehmen meinen Reisepass, mein Gesicht und die mathematische Geometrie meines Schädels übergeben. Es hat mich mit Kreditauskunfteien und staatlichen Datenbanken abgeglichen und wird meine Daten nutzen, um KI zu trainieren. Und wenn die US-Regierung anklopft, wird es alles herausgeben, selbst, wenn die Daten in Europa gespeichert sind und ich Europäer bin – möglicherweise, ohne mir jemals davon zu erzählen.
Und das alles für ein kleines blaues Häkchen auf irgendeinem beruflichen Netzwerk. Ich will niemandem vorschreiben, die Verifizierung zu überspringen. Aber jeder sollte wissen, was er sich einhandelt. Persona weiß es. Linkedin weiß es. Der Einzige, der im Dunkeln tappt, ist derjenige, der seinen Reisepass vor die Kamera hält."
Wenn Medien wieder gewissen Exponenten ungefiltert und nicht-einordnend das Mikro hinhalten...wie damals bei Musk und der AFD-Empfehlung.
Leute, das ist keine PROGNOSE, was Karp von sich gibt...es ist eine POLITISCHE AGENDA.
Same same auch mit der Aussage "KI wird die Macht der Frauen (Geisteswissenschaftlerinnen, Demokratinnen) brechen und Männer (non-educated, working class, military) stärken".
Es ist eine ANSAGE, KEINE VORHERSAGE.
Was alle Medien eben nicht als Kontext dazu schreiben:
Flankiert wurde dieses Quote zu Gender nämlich mit den Zitaten "Industry needs to support the warfighter". Und: "TO MAKE THIS WORK". Karp will, dass es so wird.
Noch einmal, liebe Medien: bitte aufhören mächtigen, reichen Führungsfiguren nach ihren Prognosen für die Welt zu fragen. Und- so wie Dr. Sarah Genner schreibt- echte Arbeitsmarktexpert:innen zum Thema " KI und Jobs" interviewen.
Fall #FernandesUlmen:
Erinnern ihr euch an die offenen Briefe der Tech-Milliardäre und KI-Vordenker, die vor KI-Schreckszenarien warnten?
Die eine starke Regulierung von autonomer KI forderten, weil sonst die Menschheit durch Roboter und Biowaffen ausgelöscht werde?
Diese privilegierte soziale Gruppe – weisse, reiche Männer – skizziert zwar durchaus plausible Gefahren, die von Zukunftstechnologien ausgehen. Doch sie blendet aus, welche Schäden ihre KI-Modelle bereits jetzt anrichten.
Und auch die regulatorische Supermacht EU hat sich verkalkuliert.
Sie klassifiziert gemäss ihrem «AI Act» KI-generierte Inhalte und Deepfakes als ein geringes «Transparenzrisiko» für die Gesellschaft.
Wer also generative KI-Modelle nutzt, muss die Erzeugnisse einfach ausreichend kennzeichnen. Wie bei einer Packungsbeilage von Arzneimitteln.
Doch wie sich nun anhand des Falls von Collien Fernandes zeigt, wird das alles nicht mehr genügen.
Die Schweiz hat für einmal gar keine schlechte Gesetze. Die beiden Straftatbestände Identitätsdiebstahl 179 und 197a "Weiterleiten von nicht-öffentlichen sexuellen Inhalten" könnten angewendet werden bei sexualisierten Deepfakes.
Die Zahlen des BFS: Insgesamt wurden 2025 194 Straftaten zu Art. 197a erfasst. Davon sind 148 aufgeklärte Straftaten. (Doch es könnte sich hier um Sextortion und "echte Bilder" handeln)
An Schweizer Schulen sind weibliche Teenager bereits gefährdet und Opfer von sogenannten Nudify-KIs.
Damit stossen wir auf das eigentliche Kernproblem: die Rechtsdurchsetzung.
Alle Straftatbestände in Europas Staaten sind wirkungslos, wenn Plattformanbieter nicht in die Pflicht genommen werden.
Und diese denken gar nicht daran, zu kooperieren. Im Gegenteil: Sie unterstützen sogar teilweise die frauenfeindliche Maga-Agenda des US-Präsidenten Donald Trump.
Was macht die Schweiz?
Hier haben die verantwortlichen Tech-Konzerne von der Schweiz noch nichts zu befürchten. Die Vernehmlassung zur Plattformregulierung ging soeben zu Ende.
Der zuständige SVP-Bundesrat Albert Rösti will zwar die Nutzerrechte ein wenig stärken. Sie müssen nichts gegen die von ihnen verursachen Schäden – wie Desinformation, Deepfakes, Propaganda, Sucht – unternehmen, sondern diese lediglich «ausweisen».
Doch eine einfache «KI-Kennzeichnung» ist eine Ohrfeige für Tausende von Frauen, die damit digital entwürdigt werden.
Neben klaren Verboten, Produktsicherheitsansätzen und verbindlichen Pflichten für Konzerne bräuchte es dringend auch einen nationalen Aktionsplan gegen Cybergewalt und feministische Kurse zur digitalen Selbstverteidigung für junge Frauen.
Kein gutes Rezept hingegen ist die Einführung einer Identifikationspflicht und einer Altersüberprüfung via ID im Netz, wie sie derzeit einige fordern.
Denn das ist eine Forderung, die am Ende Wasser auf die Mühlen einer globalen Überwachungskampagne wäre, die derzeit hinter den Kulissen im Gang ist.
Doch mehr dazu im nächsten Newsletter 😉
Wer abonnieren will: https://www.republik.ch/format/ctrl
Und wer keinen meiner Beiträge irgendwo (Republik, DNIP.ch) verpassen will, gerne hier: https://techjournalismus.ch/#newsletter
https://www.republik.ch/2026/03/30/ctrl-der-fall-fernandes-ulmen-zeigt-ki-transparenz-genuegt-nicht
RE: https://infosec.exchange/@adfichter/116294390055008556
EDIT 14:42: weil viele leute eine meinung (aber nicht immer eine ahnung) haben, was guten journalismus ausmacht.
nein, die KI wird dir mit mehr "ausgewogenheit" nicht besseren journalismus machen.
journalismus ist die überprüfung ob es draussen regnet (oder aktuell: ob es schneit). nicht die publikation einer "pro regen" und einer "contra regen"-expertenstimme aus dem internet.
ich finde auch dass man am schluss einfach wahre fakten & einen gut lesbaren text publizieren muss. war eine KI dahinter? ok mir egal, denn am schluss steht der name der journalistin, die das verantwortet.
abgesehen davon: wer nur noch KI nutzt, schafft sich eh früher oder später selbst ab.
KI ersetzt news-journalismus.
KI ersetzt agenturmeldungszusammenfassungsjournalismus.
KI ersetzt keinen guten journalismus.
https://www.woz.ch/2613/tamedia/95-prozent-von-der-ki/!T659TDVMTEHS
Verfahren: Republik versus Amazon 2:0 😎 💥 🍿 🎉
Da sich auch die Bundesangestellten immer mehr fragen, warum Amazon sich so sehr gegen Transparenz und gegen die Veröffentlichung der Rahmenverträge wehrt...und das auch dazu führt, dass geplante Zuschläge wieder zurückgezogen werden, hat der IT-Konzern von Jeff Bezos seinen Widerstand endlich aufgegeben.
Und will sich auf die "konstruktive Zusammenarbeit" mit der Bundesverwaltung konzentrieren 😉
Der Rahmenvertrag werden wir in Kürze erhalten, publizieren und die Bundeskanzlei darf ihn dann auch veröffentlichen.
Warum das wichtig ist: Die Bundesämter arbeiten «nur» mit Microsoft und Amazon zusammenarbeiten (nicht mit Oracle, IBM und Alibaba). So laufen zurzeit Zoll-Apps auf der Cloud von Amazon und das Organspenderegister auf der Microsoft-Cloud. Und sie werden noch eine Weile dort bleiben.
Der Grund: Die vom Bundesamt für Informatik und Telekommunikation geplante grosse Swiss Government Cloud SGC ist noch nirgends; es gab noch nicht einmal eine Ausschreibung dafür. Damit Anwendungen wie die Zoll-Apps nicht plötzlich abgeschaltet werden, hat die Bundeskanzlei die Rahmenverträge mit den amerikanischen und chinesischen Konzernen nochmals um fünf Jahre verlängert.
Umso wichtiger ist es für die Öffentlichkeit und die Schweizer Bevölkerung, zu erfahren, was genau in den Rahmenverträgen zwischen Bund und Big-Tech-Konzernen steht.
In meinem nächsten Artikel werde ich diese Verträge gemeinsam mit unbefangenen IT Beschaffungsjurist:innen nun im Detail studieren.
Alle Details hier: https://www.republik.ch/2026/03/23/amazon-gibt-auf
Fazit: Die Republik reüssierte in diesem Kampf für Transparenz.
Das ist eine gute Nachricht für den Schweizer Rechtsstaat und die Demokratie.
Einziger Wermutstropfen: Das ganze Theater von Big Tech rund um die Veröffentlichung von Verträgen kostete die Steuerzahler eine Viertelmillion Franken.
RE: https://infosec.exchange/@adfichter/116284168629855430
Everyone here should read this.
The Best I've seen so far about AI Warfare of the US Army.