Benjamin Altpeter

@baltpeter
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Data protection activist and co-chairman of Datenanfragen.de e. V. (@datenanfragende). Excited about open source and IT security. Studied CompSci at TU Braunschweig.

I started my first website at the age of nine, and got interested in programming at around the same time. Since then, I have been fascinated with both making and breaking software. Also, I hate computers. (he/him)

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Calls for “digital sovereignty” are still everywhere. As I expressed in the context of a related prominent campaign launched in Germany (#DID) I feel very ambivalent about its effects. While I consider recommendations to switch away from certain companies good advice, such a limited framing has substantial drawbacks. I want to address these in a new blog post for @structural_integrity and hope to inspire some motivation beyond just moving into "larger cages".

https://www.structural-integrity.eu/a-larger-cage-about-the-ongoing-calls-for-digital-sovereignty/

A larger cage: about the ongoing calls for "digital sovereignty"

Calls for "digital sovereignty" are still everywhere. They are a central narrative of contemporary European economic policies, they serve as powerful justifications for corporations to call for subsidies and they are also omnipresent among progressive digital policy NGOs and activists. Aline has alr

Structural Integrity
Mein Vorschlag für die #Kraftfahrzeugsteuer: für 58 Euro im Monat kannst du alle Bundes- und Landesstraßen benutzen. Willst du auf der Autobahn unterwegs sein, brauchst die AutoCard 100 für 4.899 Euro jährlich. Um dabei auch die linke Spur nutzen zu können, musst du 7.999 Euro im Jahr zahlen.

Im schönen Bielefeld, der primären Wirkungsstätte der @Datenpunks gibt es etwas Neues: Mit dem heutigen Tage glänzt die Innenstadt mit einer schicken Messerverbotszone.
Gut, die Schilder hängen noch nicht alle, die kreativen Öffnungszeiten (ich weiß es doch auch nicht...) sind schwer zu merken, aber unsere Polizeipräsidentin versichert:

"[...]jede und jeder muss damit rechnen, dort im Hinblick auf das Führungsverbot von Waffen und Messern von der Polizei kontrolliert zu werden.".

Ich bin mir ziemlich sicher dass einige Leute öfter jede und jeder sind als andere Leute.

Die Einrichtung einer #Messerverbotszone erweitert die polizeilichen Befugnisse schon recht umfassend. Insbesondere dürfen Personen und ihre Taschen verdachtsunabhängig nach jeglicher Art von Messer durchsucht werden - selbst die Abriegelung einer Messerverbotszone und die Durchsuchung aller darin befindlichen Personen ist damit rechtlich abgesichert.
In Darmstadt wird auch gerne mal ein Bus oder eine Stadtbahn angehalten, um allen Mitfahrenden noch einmal zu verdeutlichen, dass sie gefälligst Auto zu fahren haben, wenn sie ihre Bürgerrechte in Deutschland gewahrt wissen wollen.

Aber hey, das ist doch ein kleiner Preis dafür, dass wir alle besser vor den Messermännern geschützt sind, vor denen uns Alice Weidel so sorgenvoll wie uneigennützig warnt. Oder etwa nicht?

Forscher:innen der Kriminologischen Zentralstelle Wiesbaden, kurz KrimZ, haben 2024 "Ausmaß und Entwicklung der Messerkriminalität in Deutschland" untersucht.
Dabei kommen sie zu dem Schluss, dass derzeit kein "unmittelbarer kriminalpolitischer Handlungsbedarf" besteht.
Da es nur wenige verlässliche Zahlen gibt, können die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nicht eindeutig belegen, dass Messerkriminalität in den letzten Jahren tatsächlich zugenommen hat.

Ausserdem gibt es gar keine richtige Definition dafür, was unter "Messerkriminalität" in der Kriminalstatistik landet - selbst sichergestellte Messer in Messerverbotszonen zählen hier. Heisst: Je mehr Messerverbotszonen eingerichtet werden, desto mehr Delikte für die Statistik werden festgestellt.

Die meisten Messerangriffe finden laut der KrimZ-Studie im "privaten Raum unter Bekannten" statt und als geschlechtsspezifische Gewalt gegenüber Frauen und queeren Menschen.

Die oft herangezogene Polizeiliche Kriminalstatistik steht seit Jahren als wissenschaftlich dürftig in der Kritik. Der Kriminologe Tobias Singelnstein von der Goethe Universität Frankfurt definiert sie in der "Zeit" als "Tätigkeitsbericht der Polizei, mehr nicht", und führt aus: "die Statistik spiegelt nur das wider, was die Polizei sehen kann und erfassen will".

In Sachsen zeigt eine Evaluation der Waffenverbotszone in Leipzig, dass die Zahl der Delikte seit Einrichtung der dortigen Verbotszone für kurze Zeit verringert werden konnte, wenn mehr Polizeikontrollen durchgeführt worden sind. Allerdings sind sie im Anschluss jeweils wieder angestiegen - wenn auch auf niedrigerem Niveau als im ersten Zeitraum der Einführung der Waffenverbotszone. Nicht einmal das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger:innen hat sich in Leipzig verbessert. Dort wird nun die Waffenverbotszone wieder rückabgewickelt.

Wenn #Waffenverbotszonen also nicht wirklich einen Einfluss darauf haben, dass Waffengewalt passiert, höchstens wo sie passiert, wieso der ganze Aufriss?

BKA-Präsident Holger Münch fasst in einem "Zeit"-Interview ganz gut zusammen:

„Es geht ja nicht nur darum, ein Verbot auszusprechen, sondern auch einen Anlass zu schaffen, kontrollieren zu dürfen.“

Innerhalb von Waffenverbotszonen ist racial profiling vorprogrammiert: Natürlich werden migrantisch gelesene, junge und männliche Bürger häufiger kontrolliert. Wie nachhaltig so etwas das Vertrauen in den Rechtsstaat und seine Organe beschädigt, sollte klar sein.

Ein weiterer Aspekt ist die Stigmatisierung von ganzen Stadteilen durch die Einrichtung einer Waffenverbotszone dort. Anwohner:innen werden in eine Schublade gesteckt, ihr Selbstverständnis als gleichberechtigter Teil der Stadtgesellschaft ändert sich und führt im Schlimmsten Fall dazu, dass die Prophezeiung eines Kriminalitätsschwerpunkts sich selbst erfüllt.

Sinnvoller wären soziale Projekte und Programme zur Gewaltprävention. Wir müssen über toxische Männlichkeit sprechen und in den Schulen Trainings zu Empathie und Konfliktlösung anbieten. Sicherheit durch Mietendeckel, Mindestlohn, psychologische Versorgung ohne monatelange Wartezeiten und eine Perspektive für Geflüchtete durch zügig bewilligte Asylanträge wären Maßnahmen, die eher für sozialen Frieden sorgen würden als die Taschen von Leuten in der Innenstadt zu durchforsten.

Oder wir freuen uns über nutzlose Symbolpolitik, und dass wir "schon dem ein oder anderen potenziellen Täter das Messer weggenommen" haben, wie NRW-Innenminister Herbert Reul sagt.

Ausmaß und Entwicklung der Messerkriminalität in Deutschland: empirische Erkenntnisse und kriminalpolitische Implikationen - Forensische Psychiatrie, Psychologie, Kriminologie

Knife crime has been intensively discussed in Germany’s media and political debates in the last few years. Particularly the question of whether there has been a considerable increase in knife crime has been controversially debated but also whether there is a relationship with nationality and ethnicity. Despite these intensive discussions, there are comparatively little empirical data on this issue—at least in the German-speaking language area. The present article examined the phenomenon of knife crime based on data derived from the Federal State of Rhineland-Palatinate. For this purpose, the verdicts of a total of 519 persons convicted of a serious violent crime with final sentencing were included in the analyses, including convictions in the years 2013 (n = 253) and 2018 (n = 266). The data were compiled by the Ministry of Justice of Rhineland-Palatinate. The results showed no statistically significant differences between knife crime and severe violent crime overall regarding the studied variables, particularly nationality/ethnicity. Similarly, a massive increase in knife crime from 2013 to 2018 could not be found. Only the difference between knife crime and general severe violent crime in terms of culpability assessment was highly significant in 2013 and 2018. Therefore, the results of the present study could not serve as an indicator for an urgent need for immediate crime policy implications.

SpringerLink

**Call for Registrations: #FreedomNotFear 2025**

Freedom Not Fear (FNF) is an annual self-organised conference on privacy and digital rights. People from across Europe and beyond come together to advocate for freedom in the digitalized world, plan actions against attacks on civil liberties and increasing surveillance, and seek discussions with decision-makers.

#FNF25 takes place 26–29 September in Brussels. Register by 11 August:
https://freedomnotfear.org/2025/call-for-registrations

ActivityPub is the network with the highest percentage of Firefox users, and also the highest percentage of people mad at Mozilla all the time
4.899 Euro für die Bahncard 100 sind zu viel.
Bernd Schmitt
Radkolumne
Natürlich wäre es besser, wenn Staat (inkl. #EU) und private Stiftungen #Fördermittel an #NGO (also: Vereine, meist gemeinnützig) nicht mit so engen Förderbedingungen und Zählen von Outputs wie Zahl der Briefe vergeben würden, sondern vertrauensvoll und wirkungsorientiert.

Oh no, #utiq trackt jetzt nach Mobilverbindungen auch noch Festnetzleitungen. :/

Schlechte Nachrichten besonders für #Telekom-Kund.innen (momentan einzige Festnetz-Komplizin von utiq in Deutschland).

Alljährliches #OptOut erforderlich :(

Quelle: https://consenthub.utiq.com

Pretty good description on offices.

#work #religion

"Wir können doch nicht die Wirtschaft kaputtmachen, was stellt ihr euch vor!"

Im c't Datenschutzpodcast ist eine sehr aufschlussreiche, innere Behördenperspektive wiedergegeben, hier erzählt von Stefan Brink (Ex-Chef @lfdi).

Kontext: die lange Duldung der Datentransfers in die USA trotz Schrems-Urteil ([email protected]).

Stefan Brink: "Ich hab auch nichts davon gehört, das da jemals Bußgelder verhängt worden wären oder das Anordnungen getroffen worden wären. Das wäre ja das Plausibelste erst mal. Dass eine Datenschutzaufsichtsbehörde in Deutschland oder Europa eine Anordnung trifft […], also einen Verwaltungsakt erlässt, in dem steht drin: 'Hör auf Daten in die USA zu schicken'. Das habe ich aber nicht gesehen."

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#TADPF #PCLOB