Ab morgen, 21. Januar 2026, gilt in Teilen der Innenstadt von #Karlsruhe die Waffen- und Messerverbotszonenverordnung. Sie gilt nachmittags, abends und nachts (Bereich AmalienstraĂe nicht tĂ€glich).

Mannheim (ots) - Gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Mannheim und des PolizeiprÀsidiums Mannheim Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Mannheim hat das Amtsgericht...
Die FR4U-Fraktion im Gemeinderat findet Puddingessen mit der Gabel offenbar abgelutscht und unpolitisch. Deshalb ruft sie fĂŒr Montag, 20. Okt. um 16:30 Uhr zum Puddingessen mit (stumpfen) Messern auf dem StĂŒhlinger Kirchplatz auf.
Im schönen Bielefeld, der primÀren WirkungsstÀtte der @Datenpunks gibt es etwas Neues: Mit dem heutigen Tage glÀnzt die Innenstadt mit einer schicken Messerverbotszone.
Gut, die Schilder hĂ€ngen noch nicht alle, die kreativen Ăffnungszeiten (ich weiĂ es doch auch nicht...) sind schwer zu merken, aber unsere PolizeiprĂ€sidentin versichert:
"[...]jede und jeder muss damit rechnen, dort im Hinblick auf das FĂŒhrungsverbot von Waffen und Messern von der Polizei kontrolliert zu werden.".
Ich bin mir ziemlich sicher dass einige Leute öfter jede und jeder sind als andere Leute.
Die Einrichtung einer #Messerverbotszone erweitert die polizeilichen Befugnisse schon recht umfassend. Insbesondere dĂŒrfen Personen und ihre Taschen verdachtsunabhĂ€ngig nach jeglicher Art von Messer durchsucht werden - selbst die Abriegelung einer Messerverbotszone und die Durchsuchung aller darin befindlichen Personen ist damit rechtlich abgesichert.
In Darmstadt wird auch gerne mal ein Bus oder eine Stadtbahn angehalten, um allen Mitfahrenden noch einmal zu verdeutlichen, dass sie gefĂ€lligst Auto zu fahren haben, wenn sie ihre BĂŒrgerrechte in Deutschland gewahrt wissen wollen.
Aber hey, das ist doch ein kleiner Preis dafĂŒr, dass wir alle besser vor den MessermĂ€nnern geschĂŒtzt sind, vor denen uns Alice Weidel so sorgenvoll wie uneigennĂŒtzig warnt. Oder etwa nicht?
Forscher:innen der Kriminologischen Zentralstelle Wiesbaden, kurz KrimZ, haben 2024 "Ausmaà und Entwicklung der MesserkriminalitÀt in Deutschland" untersucht.
Dabei kommen sie zu dem Schluss, dass derzeit kein "unmittelbarer kriminalpolitischer Handlungsbedarf" besteht.
Da es nur wenige verlÀssliche Zahlen gibt, können die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nicht eindeutig belegen, dass MesserkriminalitÀt in den letzten Jahren tatsÀchlich zugenommen hat.
Ausserdem gibt es gar keine richtige Definition dafĂŒr, was unter "MesserkriminalitĂ€t" in der Kriminalstatistik landet - selbst sichergestellte Messer in Messerverbotszonen zĂ€hlen hier. Heisst: Je mehr Messerverbotszonen eingerichtet werden, desto mehr Delikte fĂŒr die Statistik werden festgestellt.
Die meisten Messerangriffe finden laut der KrimZ-Studie im "privaten Raum unter Bekannten" statt und als geschlechtsspezifische Gewalt gegenĂŒber Frauen und queeren Menschen.
Die oft herangezogene Polizeiliche Kriminalstatistik steht seit Jahren als wissenschaftlich dĂŒrftig in der Kritik. Der Kriminologe Tobias Singelnstein von der Goethe UniversitĂ€t Frankfurt definiert sie in der "Zeit" als "TĂ€tigkeitsbericht der Polizei, mehr nicht", und fĂŒhrt aus: "die Statistik spiegelt nur das wider, was die Polizei sehen kann und erfassen will".
In Sachsen zeigt eine Evaluation der Waffenverbotszone in Leipzig, dass die Zahl der Delikte seit Einrichtung der dortigen Verbotszone fĂŒr kurze Zeit verringert werden konnte, wenn mehr Polizeikontrollen durchgefĂŒhrt worden sind. Allerdings sind sie im Anschluss jeweils wieder angestiegen - wenn auch auf niedrigerem Niveau als im ersten Zeitraum der EinfĂŒhrung der Waffenverbotszone. Nicht einmal das subjektive SicherheitsgefĂŒhl der BĂŒrger:innen hat sich in Leipzig verbessert. Dort wird nun die Waffenverbotszone wieder rĂŒckabgewickelt.
Wenn #Waffenverbotszonen also nicht wirklich einen Einfluss darauf haben, dass Waffengewalt passiert, höchstens wo sie passiert, wieso der ganze Aufriss?
BKA-PrĂ€sident Holger MĂŒnch fasst in einem "Zeit"-Interview ganz gut zusammen:
âEs geht ja nicht nur darum, ein Verbot auszusprechen, sondern auch einen Anlass zu schaffen, kontrollieren zu dĂŒrfen.â
Innerhalb von Waffenverbotszonen ist racial profiling vorprogrammiert: NatĂŒrlich werden migrantisch gelesene, junge und mĂ€nnliche BĂŒrger hĂ€ufiger kontrolliert. Wie nachhaltig so etwas das Vertrauen in den Rechtsstaat und seine Organe beschĂ€digt, sollte klar sein.
Ein weiterer Aspekt ist die Stigmatisierung von ganzen Stadteilen durch die Einrichtung einer Waffenverbotszone dort. Anwohner:innen werden in eine Schublade gesteckt, ihr SelbstverstĂ€ndnis als gleichberechtigter Teil der Stadtgesellschaft Ă€ndert sich und fĂŒhrt im Schlimmsten Fall dazu, dass die Prophezeiung eines KriminalitĂ€tsschwerpunkts sich selbst erfĂŒllt.
Sinnvoller wĂ€ren soziale Projekte und Programme zur GewaltprĂ€vention. Wir mĂŒssen ĂŒber toxische MĂ€nnlichkeit sprechen und in den Schulen Trainings zu Empathie und Konfliktlösung anbieten. Sicherheit durch Mietendeckel, Mindestlohn, psychologische Versorgung ohne monatelange Wartezeiten und eine Perspektive fĂŒr GeflĂŒchtete durch zĂŒgig bewilligte AsylantrĂ€ge wĂ€ren MaĂnahmen, die eher fĂŒr sozialen Frieden sorgen wĂŒrden als die Taschen von Leuten in der Innenstadt zu durchforsten.
Oder wir freuen uns ĂŒber nutzlose Symbolpolitik, und dass wir "schon dem ein oder anderen potenziellen TĂ€ter das Messer weggenommen" haben, wie NRW-Innenminister Herbert Reul sagt.
Knife crime has been intensively discussed in Germanyâs media and political debates in the last few years. Particularly the question of whether there has been a considerable increase in knife crime has been controversially debated but also whether there is a relationship with nationality and ethnicity. Despite these intensive discussions, there are comparatively little empirical data on this issueâat least in the German-speaking language area. The present article examined the phenomenon of knife crime based on data derived from the Federal State of Rhineland-Palatinate. For this purpose, the verdicts of a total of 519 persons convicted of a serious violent crime with final sentencing were included in the analyses, including convictions in the years 2013 (nâŻ=â253) and 2018 (nâŻ=â266). The data were compiled by the Ministry of Justice of Rhineland-Palatinate. The results showed no statistically significant differences between knife crime and severe violent crime overall regarding the studied variables, particularly nationality/ethnicity. Similarly, a massive increase in knife crime from 2013 to 2018 could not be found. Only the difference between knife crime and general severe violent crime in terms of culpability assessment was highly significant in 2013 and 2018. Therefore, the results of the present study could not serve as an indicator for an urgent need for immediate crime policy implications.