Steffen Jost

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Nachdenken über das Update der Erinnerungskultur, Gedenkstätten, Antiziganismus, Musik und Digitalkrams | Programmdirektor Alfred Landecker Foundation
Heute um 12:30 Uhr beginnt auch das Programm am Stand der Alfred Landecker Foundation. Los geht es mit @janrathje von @cemas_io, der über Reichsbürger, Antisemitismus und Holocaustleugnung sprechen wird. Danach ich selbst über #DigitalMemory und zum Schluss noch eine Spielung mit der KIgA! #rp24
Der Ort fürs #RememBARCAMP 2023 steht noch nicht fest, aber in der Abschlussrunde war diesmal allen klar, dass es weitergehen wird. Den Austausch der Digitalbubble auch abseits der gut 26 Stunden im Sommer voranzutreiben, steht aber auch noch aus: Bildet Netzwerke!
Klasse waren die beiden Sessions zu Zielgruppen und Wirkungsforschung, die sich im Rückblick perfekt ergänzt haben. Darüber, was das auch für uns bei der Alfred Landecker Foundation heißt und was wir als Förderer tun können, die Bedarfe zu bedienen, werde ich die kommenden Wochen viel nachdenken.
Ein Projekt, was ich bisher sträflich vernachlässigt hatte und vorgestellt wurde, ist die Website www.dingenaufderspur.de von den Gedenkstätten Sachsenhausen und Buchenwald. Richtig gut, von der Entwicklungsphase inkl. Design Thinking & Fokusgruppen bis zur vereinfachten Sprache in der Webapp. #RememBARCAMP
Wenn man selbst während einem BarCAMP nicht zum Posten kommt, muss es intensiv gewesen sein. Das zweite #RememBARCAMP (2023 ausgerichtet von der KZ-Gedenkstätte Dachau) war noch viel großartiger als erhofft.
Highlights waren für mich erstmal ganz grundsätzlich die Anwesenden. Es macht Hoffnung, dass es in Gedenkstätten etc. immer mehr Stellen für Digitalkrams™ gibt und die von jungen, engagierten Kolleg:innen besetzt werden. Da verwischen auch die Abteilungen, was mir gut gefällt.
Heute in Mannheim unterwegs, zur Eröffnung der neuen Ausstellung im Marchivum. Gleich am Bahnhof bin ich ins Thema eingestiegen, denn hier erinnert ein auf den ersten Blick deplatziert wirkendes Schild an Deportationen ins Camp de Gurs in Südfrankreich.
Nach 12 Tagen Israel geht es heute zurück. Der Abreisetag wird getrübt durch Bombenanschläge in Jerusalem. Uns geht es natürlich gut, aber die stark erhöhte Polizeipräsenz in der Stadt hinterlässt ein flaues Gefühl.
#bpbIsrael #israel
Das Ghetto Fighters House Museum besitzt seit 1962 die Box, in der Eichmann beim Prozess in Jerusalem saß. Yaron Tzur, pädagogischer Leiter führte mit uns eine Übung durch, die so auch in Bildungsprogrammen Anwendung findet. Auf den Boden wird eine Bild-Ton-Collage projiziert, in der Bilder von Zuschauer:innen mit Kommentaren von vier Prozessbeobachter:innen verbunden werden. Die Zitate bieten verschiedene Interpretationen zur Form der Täterschaft Eichmanns an, von Hannah Arends Banalität des Bösen bis zur Darstellung als Monster. Arbeitsauftrag ist, sich ein Zitat zu merken, das auf Zustimmung oder Ablehnung stößt. Die abschließende Diskussion ist lebhaft, die Aufgabe funktioniert gut. Wie in Deutschland sei auch in Israel das vorherrschende Täterbild bei Schüler:innen ein pathalogisierendes, welches damit aufgebrochen werden könne.
#bpbisrael #israel
Das Ghetto Fighters House Museum betreut vor allem Gruppen, nur 10 % der Besucher:innen kommen individuell. Das beeinflusst natürlich die Ausstellungsgestaltung wie auch die pädagogische Praxis. Besonders gefreut hat mich deswegen der Austausch über die pädagogischen Leitlinien des Ghetto Fighters House Museum. Ich versuche das eher Schlagwortartig wiederzugeben: „This is not school, teaching is not the purpose“, das Museum wurde als informeller Ort gegründet, das soll weiterhin die Bildungsarbeit leiten: „It´s all about dialogue“. Dementsprechend ist active learning die Methode für die Programme, ebenso wie das Prinzip „guiding in the unique museum space“ (-> etwas, dass ich in Dachau auch in der Ausbildung vermittelt habe, nämlich die unbedingte Einbeziehung des Ortes). Bei den Fragen und Aufgabenstellungen geht es immer darum Diskussionen in Gang zu bringen und nicht Wissen abzufragen.
#bpbisrael #israel
#bpbisrael Tag 5 (Ghetto Fighters House Museum)
Nun aber wirklich was zum Ghetto Fighters House Museum, wo wir längst nicht alles sehen konnten. Was es gab, war ein Einblick in die Objektsammlung, die über eine spannende Installation auch aus der Ausstellung sichtbar wird (eingerichtet vor 15 Jahren, aktualisiert vor 4 Jahren). In einem abgedunkelten Raum leuchten blaue LEDs und bei Berührung erscheint ein Touchscreen auf dem verschiedene Schubladen ausgewählt werden können, die dann beleuchtet werden und den Blick auf eine Auswahl von Objekten ermöglichen. Auf dem Screen können zusätzliche Informationen zu diesen abgerufen werden. Die Präsentation ist sehr ansprechend und ermöglicht es Besucherinnen, sich immer stark auf eine kleine (oft thematisch zusammenhängende) Auswahl von Objekten zu konzentrieren. Der Blick Backstage zeigt, das hier direkt ins Archiv geblickt wird. Die Objekte befinden sich in einem klimatisierten Archivraum und werden so gleichzeitig gelagert und präsentiert.
#bpbisrael #israel
Ganz am Ende langer Gänge findet man im Busbahnhof Tel Avivs außerdem die vielleicht ungewöhnlichste Bibliothek von Tel Aviv: Yung Yiddish (https://yiddish.co.il/). 1990 begann Mendy Cahan, damals ein Radioreporter, mit dem Sammeln jiddischer Bücher, Zeitschriften etc. und hat inzwischen eine riesige Sammlung aufgebaut (in Jerusalem gibt es auch noch eine Bibliothek). Lange Regalreihen, viel Krimskrams, eine Bühne, eine provisorische Bar und ständig wackelt der ganze Raum, weil Züge, Busse und Flugzeuge quasi direkt über und neben uns fahren. In dieser schwer zu beschreibenden Atmosphäre dann noch eine Lesung mit der Schriftstellerin Sarah Blau, die stark autobiografisch geprägte Romane u.a. über das Leben religiöser Jüd:innen in Israel schreibt.
#bpbisrael #israel
YUNG YiDiSH