Nach 12 Tagen Israel geht es heute zurück. Der Abreisetag wird getrübt durch Bombenanschläge in Jerusalem. Uns geht es natürlich gut, aber die stark erhöhte Polizeipräsenz in der Stadt hinterlässt ein flaues Gefühl.
#bpbIsrael #israel
Zum Ghetto Fighters House Museum gehört zudem das Center for Humanistic Education, welches längerfristige Programme zu historisch-politischer Bildung anbietet. In diesen arbeiten jüdische, arabische und drusische Schüler:innen zusammen. Mehr dazu: https://www.gfh.org.il/eng/About_the_Center_for_Humanistic_Education
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About The Center for Humanistic Education

About the Center for Humanistic EducationThe Center for Humanistic Education (CHE), founded by Raya Kalisman in 1995, is part of the Ghetto Fighters’ House Museum. The center receives...

Ghetto Fighters' House Museum
Das Ghetto Fighters House Museum besitzt seit 1962 die Box, in der Eichmann beim Prozess in Jerusalem saß. Yaron Tzur, pädagogischer Leiter führte mit uns eine Übung durch, die so auch in Bildungsprogrammen Anwendung findet. Auf den Boden wird eine Bild-Ton-Collage projiziert, in der Bilder von Zuschauer:innen mit Kommentaren von vier Prozessbeobachter:innen verbunden werden. Die Zitate bieten verschiedene Interpretationen zur Form der Täterschaft Eichmanns an, von Hannah Arends Banalität des Bösen bis zur Darstellung als Monster. Arbeitsauftrag ist, sich ein Zitat zu merken, das auf Zustimmung oder Ablehnung stößt. Die abschließende Diskussion ist lebhaft, die Aufgabe funktioniert gut. Wie in Deutschland sei auch in Israel das vorherrschende Täterbild bei Schüler:innen ein pathalogisierendes, welches damit aufgebrochen werden könne.
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Thematisch gibt es drei Säulen, welche die Guides in ihren Programmen unterbringen müssen: 1) Holocaust Memory, 2) Warning from the past, 3) Inspiration towards the future. Dabei gibt es innerhalb der genannten pädagogischen und methodischen Leitlinien viele Freiheiten, wie und wo diese eingebaut werden.
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Das Ghetto Fighters House Museum betreut vor allem Gruppen, nur 10 % der Besucher:innen kommen individuell. Das beeinflusst natürlich die Ausstellungsgestaltung wie auch die pädagogische Praxis. Besonders gefreut hat mich deswegen der Austausch über die pädagogischen Leitlinien des Ghetto Fighters House Museum. Ich versuche das eher Schlagwortartig wiederzugeben: „This is not school, teaching is not the purpose“, das Museum wurde als informeller Ort gegründet, das soll weiterhin die Bildungsarbeit leiten: „It´s all about dialogue“. Dementsprechend ist active learning die Methode für die Programme, ebenso wie das Prinzip „guiding in the unique museum space“ (-> etwas, dass ich in Dachau auch in der Ausbildung vermittelt habe, nämlich die unbedingte Einbeziehung des Ortes). Bei den Fragen und Aufgabenstellungen geht es immer darum Diskussionen in Gang zu bringen und nicht Wissen abzufragen.
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#bpbisrael Tag 5 (Ghetto Fighters House Museum)
Nun aber wirklich was zum Ghetto Fighters House Museum, wo wir längst nicht alles sehen konnten. Was es gab, war ein Einblick in die Objektsammlung, die über eine spannende Installation auch aus der Ausstellung sichtbar wird (eingerichtet vor 15 Jahren, aktualisiert vor 4 Jahren). In einem abgedunkelten Raum leuchten blaue LEDs und bei Berührung erscheint ein Touchscreen auf dem verschiedene Schubladen ausgewählt werden können, die dann beleuchtet werden und den Blick auf eine Auswahl von Objekten ermöglichen. Auf dem Screen können zusätzliche Informationen zu diesen abgerufen werden. Die Präsentation ist sehr ansprechend und ermöglicht es Besucherinnen, sich immer stark auf eine kleine (oft thematisch zusammenhängende) Auswahl von Objekten zu konzentrieren. Der Blick Backstage zeigt, das hier direkt ins Archiv geblickt wird. Die Objekte befinden sich in einem klimatisierten Archivraum und werden so gleichzeitig gelagert und präsentiert.
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Ganz am Ende langer Gänge findet man im Busbahnhof Tel Avivs außerdem die vielleicht ungewöhnlichste Bibliothek von Tel Aviv: Yung Yiddish (https://yiddish.co.il/). 1990 begann Mendy Cahan, damals ein Radioreporter, mit dem Sammeln jiddischer Bücher, Zeitschriften etc. und hat inzwischen eine riesige Sammlung aufgebaut (in Jerusalem gibt es auch noch eine Bibliothek). Lange Regalreihen, viel Krimskrams, eine Bühne, eine provisorische Bar und ständig wackelt der ganze Raum, weil Züge, Busse und Flugzeuge quasi direkt über und neben uns fahren. In dieser schwer zu beschreibenden Atmosphäre dann noch eine Lesung mit der Schriftstellerin Sarah Blau, die stark autobiografisch geprägte Romane u.a. über das Leben religiöser Jüd:innen in Israel schreibt.
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YUNG YiDiSH

Unser Programm geht meistens auch am Abend noch weiter und so waren wir auch noch an einem sehr ungewöhnlichen Ort in Tel Aviv. Der neue zentrale Busbahnhof war bei Eröffnung 1993 der größte weltweit, u.a. mit über 1000 Ladengeschäften und Restaurants. Ein absurd riesiges Labyrinth von Gängen, Treppen und Räumen, dass allerdings nie wirklich in Gang kam. Viel Leerstand und seit Jahren läuft die Diskussion über einen Abriss. In der Zwischenzeit haben vor allem Migrant:innen und Künstler:innen den Ort für sich entdeckt und so herrscht zumindest in einem Teil des Monsters wieder Leben. Der Ort war nebenbei eine Inspiration für Central Station von Lavie Tidhar, einen sehr zu empfehlenden Science Fiction Roman, der in einem Tel Aviv der Zukunft spielt.
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Vor der Auseinandersetzung mit dem Ghetto Fighters House Museum stattdessen ein Best-Of-Katzen in Israel
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Den größten Teil des Tages verbrachten wir im Ghetto Fighters House Museum. Nördlich von Akko im Kibbuz Lochamej haGeta’ot gelegen, ist es die zweite große Gedenkstätte neben Yad Vashem. Das Museum selbst besteht aus 12 einzelnen Ausstellungen und einem Kindermuseum. Später mehr zum Museum und den pädagogischen Programmen dort - gerade ist das Programm wieder ziemlich dicht und mir fehlt die Ruhe das alles zusammenzuschreiben.
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