#bpbisrael Tag 5
Letzter Tag in Tel Aviv und wir fuhren erstmal raus aus der Stadt, in Richtung Norden. Es ging Richtung Ghetto Fighters House Museum, mit Zwischenstopp in beim Earth Memorial, Kyriat Haim. Ein weiteres Monument im Gedenken an gefallene Soldat:innen. Diesmal in Bauhausästhetik, aber inhaltlich ähnlich wie in Ramla. Ich fühle mich an die Kriegerdenkmäler zum 1. Weltkrieg in Deutschland und Frankreich erinnert, doch im Unterschied zu diesen, kommen hier ständig neue Kriege und Namen hinzu.
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Sehr zufällig war dagegen eine kurze Begegnung während der Suche nach einer Toilette. Der junge Mann, der uns freundlicherweise das lokale Kino/Theater aufschloss, war gerade erst in Berlin und Leipzig gewesen. Denn in Leipzig lebt seit kurzem sein Großvater, der aus der Ukraine fliehen musste. So schloss sich kurz ein Kreis von vergangenen und früheren Kriegen, von Europa nach Israel.
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Den größten Teil des Tages verbrachten wir im Ghetto Fighters House Museum. Nördlich von Akko im Kibbuz Lochamej haGeta’ot gelegen, ist es die zweite große Gedenkstätte neben Yad Vashem. Das Museum selbst besteht aus 12 einzelnen Ausstellungen und einem Kindermuseum. Später mehr zum Museum und den pädagogischen Programmen dort - gerade ist das Programm wieder ziemlich dicht und mir fehlt die Ruhe das alles zusammenzuschreiben.
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Vor der Auseinandersetzung mit dem Ghetto Fighters House Museum stattdessen ein Best-Of-Katzen in Israel
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Unser Programm geht meistens auch am Abend noch weiter und so waren wir auch noch an einem sehr ungewöhnlichen Ort in Tel Aviv. Der neue zentrale Busbahnhof war bei Eröffnung 1993 der größte weltweit, u.a. mit über 1000 Ladengeschäften und Restaurants. Ein absurd riesiges Labyrinth von Gängen, Treppen und Räumen, dass allerdings nie wirklich in Gang kam. Viel Leerstand und seit Jahren läuft die Diskussion über einen Abriss. In der Zwischenzeit haben vor allem Migrant:innen und Künstler:innen den Ort für sich entdeckt und so herrscht zumindest in einem Teil des Monsters wieder Leben. Der Ort war nebenbei eine Inspiration für Central Station von Lavie Tidhar, einen sehr zu empfehlenden Science Fiction Roman, der in einem Tel Aviv der Zukunft spielt.
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Ganz am Ende langer Gänge findet man im Busbahnhof Tel Avivs außerdem die vielleicht ungewöhnlichste Bibliothek von Tel Aviv: Yung Yiddish (https://yiddish.co.il/). 1990 begann Mendy Cahan, damals ein Radioreporter, mit dem Sammeln jiddischer Bücher, Zeitschriften etc. und hat inzwischen eine riesige Sammlung aufgebaut (in Jerusalem gibt es auch noch eine Bibliothek). Lange Regalreihen, viel Krimskrams, eine Bühne, eine provisorische Bar und ständig wackelt der ganze Raum, weil Züge, Busse und Flugzeuge quasi direkt über und neben uns fahren. In dieser schwer zu beschreibenden Atmosphäre dann noch eine Lesung mit der Schriftstellerin Sarah Blau, die stark autobiografisch geprägte Romane u.a. über das Leben religiöser Jüd:innen in Israel schreibt.
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YUNG YiDiSH