Mich nervt ja die Tatsache, dass bei OSM immer die Autobahnen so gut sichtbar sind. Dabei nutze ich diese eigentlich kaum. Meine präferierte Fortbewegung ist Fuß + ÖPNV. Manchmal auch Fahrrad.

Daher habe ich mich einmal an einem eigenen Kartenstil probiert der einfach Straßeninfrastruktur ausblendet die nicht für Fußgänger ist. Schiene bleibt drin, weil das quasi zur Basis-Orientierung dient.

Reine Fußgängerwege werden bläulich, gemischt mit Fahrrad gelblich.

Sieht schon irgenwie ungewohnt aus - gleichzeitig lässt das landuse-Tagging natürlich die Form der großen Straßen immer noch deutlich durchscheinen.

Bin gerne offen für Kritik! :)

Arbeitstitel: IHKA - Ich Habe Kein Auto.

@besuka
CyclOSM verfolgt einen ähnlichen Ansatz für das Fahrrad. Dort werden für Radfahrende gesperrte Straßen grau gerendert. Das residential/builtup-Grau oder commercial-Rosa wären dafür u.U. passende Farben, um ein landuse=highway zu synthetisieren, ohne das aufwendig mit PostGIS erzeugen zu müssen (OSM Carto ist schon lahm genug).

@nakaner @nina Der bewusst provokante Ansatz war "Als Fußgänger haben diese Netzkanten keinerlei Nutzen, also blende ich sie radikal aus". Das zeigt dann auch schön den toten Raum der in der Stadt für das Auto reserviert ist.

Aber aus einer kartographischen und Alltagstauglichkeit Sicht wäre es natürlich schon hilfreich sie bspw. In Gebäudefarben darzustellen. Weil, was sind Straßen als nicht besonders flache Häuser. ;) Probiere ich heute Abend mal aus.

Außerdem ist tatsächlich ja der Algorithmus nicht ganz perfekt, einfach aufgrund der Datenqualität in OSM, Verwendung des sidewalk-Tags. Teilweise leite ich es mir ab, wenn keine sidewalk-Info, also insb kein explizites no, aber Zone:Traffic DE:Urban ist und sowas.

@besuka @nakaner @nina aber der radikale Ansatz ist nicht sehr nütxlich für den Fußgänger, weil Autobahnen sowohl große Hindernisse (wie Schienen) als auch stark ausgeschildert sind (im Gegensatz zu Schienen, die in deinem Stil überpräsent sind).

"Ich brauch die nicht" ist ja keineswegs "ich brauch auch nicht wissen, wo die sind"!

@funkylab @besuka @nakaner @nina das sehe ich auch so. Auf Google maps werden zum Beispiel Bahnstrecken ab einem sehr niedrigen Zoom level nur noch als eine Linie dargestellt, etwas höher dann gar nicht mehr.

Ich finde das extrem unpraktisch, da Bahnstrecken z.b. bei der Planung von Radtouren ein großes Hindernis darstellen. In höheren Zoom Leveln sieht man nämlich auch due querungen nicht mehr.

@danielHL ja aber du machst hier gerade genau meinen Punkt dass Ausblenden von Hindernissen wir Bahntrassen oder Autobahnen selten hilfreich ist! Und das ist bei dem neuen Stil echt schwer auszumachen, finde ich, dass man nicht einfach über die Südtangente oder A5 stiefeln kann. Wenn du das "schon siehst", dann behaupte ich, primär aus a)lokalem Wissen oder b) aus Hints aus der Umgebung, die aber nicht sehr einfach zu sehen sind.
@danielHL (aber ja, ich find den Google Maps Kartenstil auch echt schlecht; aber klar, für gute Karte zahlt niemand, dafür dass ich auch beim weit rauszoomen sehe, dass da ein Möbelhaus ist zahlt das Möbelhaus. Fußgänger sind schwieriger zu monetarisieren als Autofahrer, also wird die Karte nur so gut gemacht, dass die Datenquellen (äh user) nicht abwandern - pun intended)
@funkylab
Für das Querfeldeinlaufen bräuchte es in #OpenStreetMap aber noch viel mehr erfasste Zäune, Hecken und Gräben. Da kann noch ganz viel Zeit mit Mapping vor Ort verbringen …
@danielHL
@funkylab deswegen lautete mein erster Satz auch "das sehe ich auch so", ich wollte die Diskussion nur mit dem Beispiel Bahnstrecken ergänzen...

@besuka An so einem Kartenstil, allerdings mehr für Analysezwecke basteln wir schon länger für den Radverkehr.

Langfristiges Ziel ist es alles auszublenden, was nicht benutzt werden darf (Autostraßen; Benutzungspflichten etc.) und hervorzuheben, was gut ausgebaut ist oder temporeduziert ist.

@MDradelt Ja, den Wert zur Analyse habe ich auch schon festgestellt. Wenn man sich dann mal ansieht warum gewisse Konstellationen die man kennt einfach "falsch" dargestellt sind.

Angefangen hat das alles mit dem Wunsch das Eisenbahnnetz als Basislayer bereits ab Zoom 4 oder so sehen zu können. Und die Autobahnen weg, weil die mir weniger zur Orientierung dienen als die Schienen.

Dann der Gedanke, warum überhaupt Autobahnen in irgendeinem Zoom darstellen... Das hat sich dann fortentwickelt. Aber deshalb habe ich dann auch den technisch komplexeren Weg gewählt mir komplett eigene Vektorkacheln zu generieren.

@besuka
Unser "Erweckungserlebnis" war die Tatsache, das Radverkehrsnetze (auch Fußwege) auf kommunalen Karten gar nicht und sehr rudimentär sichtbar sind.

Kein Wunder dass für viele Gemeinden nur Straßen echter Verkehr ist und der Rest ignoriert wird.

Gleichzeitig kam auch der Gedanke dass Autobahnen und Schnellstraßen in der Stadt zwar trennende Schneisen sind, aber für den Radverkehr keinerlei Wert haben. Das gilt auch für breite Fahrbahnen mit gut ausgebauter Radinfrastruktur daneben.

@besuka Sieht gut aus, aber zur orientierung vielleicht die Autobahnen dann doch (unauffällig) drin lassen? Weil das ist ja immerhin ein Einschnitt in der Landschaft der sich nicht so gut durchqueren lässt und sowas (wie auch Flughäfen, Flüsse etc.) hilft ja immer ganz gut bei der Orientierung

@f2k1de ja, der Hinwies kam ja schon ein paar Mal.

Finde ich aber eine ganz interessante Perspektive die wohl von meiner abweicht. Ich lese eine Karte als "Bibliothek der Netzkanten", also alles außerhalb von Wegen/Straßen existiert nicht als Fortbewegungsoption. Somit brauche ich auch keine "Sperrflächen" die mir sagen wo ich nicht lang kann, weil ich eh nie vorhatte außerhalb der Wege zu laufen.

@besuka ich finde da actually die Gehwege zu schlecht zu sehen, besonders auf landuse=residential wirken die für mich (zumindest gefühlt, hab es jetzt nicht verglichen) sogar schlechter sichtbar als im default osm.org-Stil 🫣

@besuka

ich versteh die autobahnen bei OSM eher als Warnung, daß man weiß, daß es da laut ist.
z.B. in Lyon mitten in der Stadt

@besuka Mein Eindruck: reine Fußgängerwege in blau sind verwirrend, das assoziiere ich mit Radwegen, oder ÖPNV.

Ich würde versuchen näher am Carto-Stil zu bleiben.

Mein erster Versuch:
Reine Radwege: blau.
Reine Fußwege: wie highway=primary.
Fuß-/Radwege wie highway=secondary.
highway=track wie highway=tertiary.