@jensscholz Prinzipiell eine interessante Idee um mehr Rücksichtnahme einzufordern, aber was ist mit Menschen, die öfter mal zerstreut sind oder gar unter ADHS leiden, sprich Dinge von jetzt auf gleich vergessen, ohne das sie etwas dafür können?
Läuft man mit dieser Maßnahme nicht Gefahr diese Menschen aus den falschen Gründen gänzlich aus dem Diskurs auszuschließen? Im Endeffekt bekämpft man damit doch fehlende Rücksichtnahme mit fehlender Rücksichtnahme? 🤔
@shinydelight Seit es "soziale Medien" gibt, verstehe ich dieses Diskurs-Denken nicht, blockt mich, dann hört ihr für mich auf zu existieren, manches Mal wäre das sicher schade, aber vorher wart ihr aber auch nicht in meinem Leben? Hier wird doch nix relevantes entschieden.
Und als Randnotiz: Meine Alt-Texte existieren hauptsächlich, um die Warnung beim Erstellen des Posts nicht zu haben und sind oft, nun ja, sehr minimalistisch ("Hund auf Wiese").
Hat noch nie jemand gestört. Das zeigt mir, dass vorwiegend Leute über nicht vorhande Alt-Texte mosern, die sie nicht brauchen, denn offensichtlich reicht es, dass da "ALT" am Bild steht, lesen tut's ziemlich sicher keiner. 🤷♂️
@frank Wenn ich das richtig verstanden habe, dann sollen die ALT-Texte ja nicht von Menschen gelesen werden, sondern von Programmen für Menschen mit massiver Sehschwäche oder gar blinden Menschen, die also diese Bilder nicht sehen können. 🤔
Was den Diskurs angeht, ist das Problem unserer Zeit eigentlich, dass Viele heutzutage verlernt oder gar nicht gelernt haben zu differenzieren und das ist eine Entwicklung, die ich unabhängig von den "sozialen Medien" generell seit einiger Zeit beobachte.
@frank Drum sagte Jens ja auch, dass es im wurscht ist, ob du in deinen eigenen Posts ALTs setzt oder nicht, die Ansage bezieht sich auf Kommentare unter seinen Posts. Und die gehen ja an _seine_ Zielgruppe, zuallererst.
Ich mach das auch so, ich habe einige Follower, die Screenreader nutzen, entsprechend achte ich beim Boosten und auch in den Kommentaren unter _meinen_ Posts auf ALTs, weil ich auf _meine_ Leser*innen Rücksicht nehmen will, denn die sind _meine_ Zielgruppe.
@frank Sprich: wenn sehbehinderte Menschen nicht _deine_ Zielgruppe sind, dann brauchst du für _deine_Postings auch keine Rücksicht nehmen, wenn du eh nicht willst, dass sie in dein Wohnzimmer kommen. Aber wenn du bei Leuten kommentierst (in deren Wohnzimer kommst), die solche Menschen in ihrer Zielgruppe sehen, sprich, in ihrem Wohnzimmer inkludieren möchten, gilt halt die Regel der Person, in dessen Wohnzimmer du gegangen bist.
Hoffe, der Kontext ist jetzt klarer.
@frank @shinydelight
Alles was ich lese ist "ich kann ja selbst entscheiden, ob ich mich anschnalle oder nicht" und das stimmt auch im eigenen Auto.
Heißt: Was du in deinen Posts machst ist mir schnuppe. Wenn du rücksichtslos sein möchtest, kannst du das in deiner eigenen Timeline sein. Wie man das findet ist ja dann Sache aller anderen.
Aber unter meinen Posts (und darum geht es hier ja) steigst du in mein Auto und du fährst nicht mit, solange du nicht angeschnallt bist.
Jetzt verstanden?
@jensscholz Jo, das passt perfekt für mich. Was ich nicht verstehe, ist dieses unglaubliche Mitteilungsbedürfnis, und dass dieses ALT Ding immer und immer wieder kommt, so dass ich manchmal das umgekehrte Bedürfnis verspüre.
Und da Frage ich mich dann, ob die Selbstgerechten denn selbst noch wahrnehmen, dass das halt alles keine Einbahnstraße ist.
@frank @shinydelight
Das ist doch keine neue oder ungewöhnliche Sache (und schon gar nicht was, was es erst seit Social Media gibt), dass man Leute, die Rücksicht einfordern, nervig findet.
Man erlaubt Kindern aber ja nicht, den Hund zu treten, nur weil es die Augen rollt, wenn man sie zum zehnten mal ermahnt.
Rücksichtsloses Verhalten anzumahnen hört ja auf, wenn es einfach irgendwann so normal ist, Rücksicht zu nehmen und man sich eher wundert, dass man sich früher anders verhalten hat.
@frank @shinydelight Ich bin da auch gar nicht frei von. Wenn mich wer wegen irgendwas kritisiert, gehe ich auch erst mal in die Abwehr und es kann durchaus sein, dass ich eine Weile renitent bin.
Spätestens wenn das aber irgendwie gar nicht aufhört und es mir ständig wieder passiert, dass mich Leute auf das selbe Verhalten aufmerksam machen, ist mir doch klar, dass ich mit meinem Verhalten hier das Problem bin und dann muss ich meinen Kindergartenaffekt mal überwinden und drüber nachdenken.
Von fehlendem Alt-Text sind in erster Linie andere betroffen, nicht du selber.
Es geht also eigentlich weniger darum, ob man "selber angeschnallt" ist, sondern ob man andere anschnallt.
Blinde Menschen können sich nicht einfach entscheiden, den fehlenden Alt-Text selber zu schreiben.
Wenn du also, sagen wir mal, deine eigenen Kinder nicht im Auto anschnallen würdest, solltest du dich auch nicht über ein "Mitteilungsbedürfnis" anderer wundern.
1/
Um mal ein extremes Beispiel zu nehmen, ich hatte einen Fall in der eigenen Familie, in dem ein Unfall, bei dem die Kinder nicht angeschnallt waren, zu Verletzungen führte, die mit Zeitabstand auch zum Tod führten.
Wenn es dir also zu viel Mühe wäre, deine Kinder anzuschnallen, wäre es nicht selbstgerecht, das zu kritisieren.
Exklusion von Menschen, die Alt-Text brauchen, kann man auch kritisieren, ohne dass das "selbstgerecht" ist.
2/
Das ganze "nicht als Einbahnstraße" zu bezeichnen folgt der selben Logik wie beispielsweise Antifeministen, die meinen, dass man jetzt besonders frauenfeindlich sein kann, weil "Feminismus zu weit gegangen ist".
Es it eine reaktionäre und egozentrische Einstellung.
Manchen Menschen geht es tatsächlich auch mal um andere, nicht immer nur um sich selber.
Mag sein, dass du aus egoistischen gründen Alt-Text meidest, aber die Kritik daran muss es nicht sein.
3/3
Mir ging es nicht um die Gefahr, sondern darum, dass es für andere Menschen, die darauf angewiesen sind, größere Konsequenzen hat, als für einen selber.
(Wie auch im Fall des Autounfalls, in dem die Mutter relativ unverletzt blieb.)
Blinde Menschen haben in der Regel bereits eine Vorgeschichte der Exklusion, weshalb es sicher in vielen Fällen psychisch belastender ist, schon wieder exkludiert zu werden, als ein Block oder Hinweis auf fehlenden Alt-Text.
@frank @jensscholz @shinydelight du verstehst den Sinn von Barrierefreiheit nicht?
Ich lese übrigens immer mal wieder den alt-text und kritisiere im Zweifelsfall, was drin steht.
@shinydelight siehe die Antwort auf eine ähnliche Frage: Natürlich dürfen Regeln, die ich selbst aufstelle, generell gelten aber individuell angewandt werden.
Die Ergänzung des Alt-Texts ist eine Maßnahme, die ich mir ausgedacht habe, um die Reaktion zu umgehen, die wir als Menschen gerne haben, wenn wir kritisiert werden, nämlich Abwehr. Es gibt keinen Vorwurf, nur das Problem wird gefixt. Wer das begreift, kann was lernen ohne sich aufregen, rechtfertigen oder rausreden zu müssen.
@shinydelight @jensscholz
die meisten Clients, die mir bekannt sind, haben eine Einstellung, bei der man vor fehlendem Alt-Text gewarnt wird. Versehen sind ok, bewusstes Fehrverhalten (etwa das Pöbeln als Reaktion auf Hinweise) nicht
im Übrigen: noch schlimmer als fehlende Alt-Texte sind auto-generierte, fehlerhafte oder sinnfreie Alt-Texte, daran merkt man ob Leute erst recht den metaphorischen Mittelfinger zeigen
@ki
Warum sind denn automatisch generierte Alt-Texte plötzlich böse? Wurde/wird nicht so oft auf den Altbot verwiesen?
Und was ist ein fehlerhafter Alttext?
es gibt eine Altbot-Ultras-Fraktion, die meint, das sei immerhin besser als nichts. ich sehe darin keinen legitimen Einsatz heuristischer Bilderkennungs- und Sprachmodelle. Beschreib einfach kurz _das Wesentliche_ im Bild, sodass vor allem _die Intention_ dahinter klar wird. Die kann kein Algorithmus der Welt extrapolieren.
Ich kann später mal versuchen, ein Beispiel zu formulieren
Sehr übergriffig, ich weiß nun Bescheid.
Autoritär, wie man es von bestimmten Kreisen gewohnt ist.
Ein richtiger move in so einer Situation, die Person freundlich darauf hinzuweisen, wenn es sein muss auch mehrmals.
Der Lerneffekt ist wesentlich besser da du immer wieder darauf hinweist. Auch für deine Leser.
Pauschal alle die es beim zweiten Mal vergessen oder auch aus irgendeinem Grund nicht können mit blocken maßregeln ist scheiße.
(*Wer patzig oder frech darauf antwortet kann man immer blocken.)
Ich übersetze es dir gerne, damit ist aber dann das Thema für mich mit dir beendet:
Du "liest" dich auch folgendermaßen:
"Ich bemühe mich nicht dir zu erklären warum ich das möchte und gib dir keine weiteren Chancen.
Du hast das jetzt so zumachen wie ich das möchte, sonst blocke ich dich."
@Cando @wikinaut nö, du kannst es grundsätzlich machen, wie du willst. Ich zwinge dich zu gar nichts.
Aber: wenn du bei mir antwortest und dabei ein Bild ohne Alt Text postest, dann werde ich den Text ein mal selbst nachreichen. Wenn du dann noch mal dasselbe machst und ich davon ausgehe, dass du absichtlich den Alt Text weglässt, dann möchte ich nicht mehr, dass du unter meinen Posts antwortest. Da mastodon mir dafür nicht anderes erlaubt, geht das nur mit einem Block.
Ich habe seit Jahren verschiedenste Ansätze probiert. Nett darauf hinweisen klappt leider sehr selten.
Die meisten Personen reagieren trotzdem sehr aggressiv auf den Hinweis.
Wenn der Alt-Text von mir kommt, dann wird er meist nicht einmal in das Originalbild kopiert. Die Leute gehen auch dann davon aus, daß sie nix machen müssen. Es sind andere "Gutmenschen" da, die das für sie erledigen.
Was ist so schwer an: Du schließt andere Menschen aus, wenn Alt fehlt?
@Cando
Du drehst das aber ganz schön in der Argumentation.
Mal ganz unabhängig davon, warum jemand blockt:
Du wirfst jemanden vor maßregelnd und übergriffig zu sein, der sich mittels eines Blocks vor Posts schützen möchte.
Das ist schon eine ziemlich übergriffiges Verhalten von dir.
Das Blocken oder Stummschalten ist eine höchst individuelle Entscheidung von jedem Menschen hier im Fediverse und sollte grundsätzlich nie in Frage gestellt werden, wer dieses Mittel für sich anwendet. Egal wie (un)sensibel das einem erscheint, das ist eine persönliche Sache. Punkt.
Du kannst damit unzufrieden sein, aber mach niemanden deswegen Vorwürfe. Das ist respektlos, weil du damit die Grenzen anderer in Frage stellst.
Grenzen zu hinterfragen bedeutet nicht, sie rücksichtslos zu missachten. Es ist auch nicht übergriffig.
Es geht hier um unterschiedliche Ansätze.
Ich habe weder das Blocken oder Stummschalten in seiner Funktion in Frage gestellt.
Ich habe die Intention in Frage gestellt und den Effekt, den man erreichen will. Ebenso habe ich den autoritären Ansatz in Frage gestellt.
Wenn es wirklich um Veränderung bei anderen geht gibt es in meiner Welt andere Möglichkeiten.
Momentan tippe ich auf die Absicht, die Kontrolle über das Gespräch zu übernehmen und vom eigentlichen Thema wieder abzulenken.
Daher, da ich das weitergehende Gespräch genau so erwartet habe, vor einigen Tröts bereits meine Einlassung:
"damit ist aber dann das Thema für mich mit dir beendet"
@kiki Alt-Texte sind halt kein nice-to-have. Ich lass auch Posts stehen, bei denen das Bild keinen Inhalt hat der über das im Text gesagte hinaus geht. Ich kenne aber genug Menschen, die drauf angewiesen sind. Es gibt keine vernünftige Begründung _gegen_ Alt-Texte so wies keine Begründung gegen Anschnallen gibt. Ich fahr halt nicht los, bis alle angeschnallt sind, auch der renitente Opa.
(und KI analysiert deine Bilder bereits jetzt schon besser als du sie je per Alt-Text beschrieben könntest.)
@jensscholz Nur, weil Dir die Begründungen nicht einleuchten, oder Du Dir keine vorstellen kannst, heißt es nicht, dass es keine gibt, weder beim alt-Text noch beim Anschnallen.
Und sorry, ich gehöre nicht zu den Frauen, die sich „hinlegen und an England denken“. Ich kann nicht viel dagegen tun, dass Bots das Netz abschnorcheln und meine Bilder klauen, aber ich muss es ihnen auch nicht noch erleichtern.
@jensscholz
Für Alle: "Alt-Text ist zu zeitaufwendig"
Btw. ein mMn mal sinnvoller KI Einsatz. 🫣
https://barrierefreies.design/werkzeuge/ki-generator-alternativer-text-von-bildern