Eine Technologie ist in 30 Jahren 99 % billiger geworden. Nicht Computerchips – Batterien.
Das verändert gerade die Welt.
Ein THREAD 🧵
Eine Technologie ist in 30 Jahren 99 % billiger geworden. Nicht Computerchips – Batterien.
Das verändert gerade die Welt.
Ein THREAD 🧵
Im Jahr 1995: 5.000 Dollar pro Kilowattstunde.
Heute: unter 50 Dollar.
Und der Preis fällt immer weiter.
Wenn die meisten Menschen „Batterie“ hören, denken sie an Knopfzellen in der Armbanduhr oder AA-Batterien im Spielzeug.
Heute aber treiben Batterien Autos an, die 500 Kilometer weit fahren. Sie speichern den Strom ganzer Städte. Sie versorgen Fabriken über Nacht.
Das hat mit den Spielzeugbatterien so viel zu tun wie Tischkicker mit einem WM-Finale.
Warum ist das so wichtig? Weil Energie die Grundlage von allem ist, was wir tun (das hat die ganze Welt ja gerade wieder zu spüren bekommen, dank Donald Trump).
Eine sehr billige Technologie, Energie zu speichern, verändert nicht irgendein Detail – sie verändert das ganze Spiel.
Der Preisverfall folgt dabei einem Muster, das Ökonomen Wright’s Law nennen. Bei Batterien hält es seit über 30 Jahren, egal ob Krise, egal welche Chemien und Architekturen die Ingenieure einsetzen.
Wir alle kennen diesen Preisverfall von Computerchips. Das ist der gleiche Mechanismus – nur verändert er diesmal nicht, wie gut du Bilder auf deinem Smartphone bearbeiten kannst, sondern unser ganzes Energiesystem.
Mal konkret: Ein Netzspeicher sind Hunderte Schiffscontainer voller Batteriezellen, aufgestellt auf einer Fläche so groß wie ein paar Fußballfelder, angeschlossen ans Stromnetz.
Mittags, wenn die Sonne mehr Strom liefert als gebraucht wird, laden sie sich auf. Abends, wenn alle kochen und Netflix schauen, geben sie ihn wieder ab.
Das ist auch keine Theorie mehr. Das passiert schon längst.
In Kalifornien lieferten solche Speicher Ende März 2026 einen Rekord von 12,3 Gigawatt – 43 Prozent der gesamten Stromnachfrage am Abend. So viel wie sechs Hoover Dams.
In Texas deckten Batterien im Sommer 2025 über 10 Prozent der Spitzennachfrage – und zum ersten Mal seit Jahren musste der Netzbetreiber die Menschen nicht anflehen Strom zu sparen, um das Netz zu sichern.
In der Lausitz baut LEAG den größten Batteriespeicher Europas – 1 Gigawatt, auf einem ehemaligen Braunkohle-Standort. Wo früher Kohle verstromt wurde, stabilisieren bald Batterien das Netz.
Und auf Firmenebene? Ein deutsches Aluminiumwerk hat mit Batteriespeichern seine Stromrechnung drastisch gesenkt – indem es den Verbrauch in den teuersten Stunden des Tages kappt.
Ersparnis: 4,4 Millionen Euro pro Jahr, amortisiert nach etwas über einem Jahr.
BMW Leipzig betreibt seine Montagelinien nachts netzunabhängig, mit Solar und Speicher vom eigenen Gelände.
Nicht weil die Politik es vorschreibt. Sondern weil sich die Ökonomie gedreht hat.
Die Batterie-Revolution hat längst begonnen. Erzähl deinen Kollegen davon.
@grimm Vielleicht noch in dem Kontext der spannende Aspekt: Die ganzen Materialien die für die Batterien momentan gewonnen werden lassen sich nahezu vollständig recyclen. Wir kommen also auch irgendwann an den Punkt, wo der Preis für Batterien nicht mehr durch Rohstoffgewinnung, sondern lediglich durch Recycling & Fertigung getrieben wird.
Das ist eins der positiven Dinge die ich in der Zukunft sehe.
Ich bin ziemlich sicher, dass sich z. B. auch der durchschnittliche Kaufland fank seiner Dachfläche eigenständig mit Strom versorgen könnte.
@grimm Beispiel:
Verhängnisvoller Boom? Batteriespeicher ohne Anschluss

Ein Oberpfälzer Privatmann hat einen siebenstelligen Betrag investiert in einen Batteriespeicher, der Strom für 1000 Haushalte speichern kann. Nun ist der Speicher fertig, kann aber nicht ans Netz gehen. Der Netzbetreiber Bayernwerk vertröstet nach anfänglicher Zusage - seit Monaten.
das mit der Miniaturisierung wird an Genzen kommen, dito sind hohe Frequenzen nicht einfach zu handeln, nichtsdestotrotz steckt heute ein mehrfaches an Rechenkapazität in der Hosentasche als noch vor 10 Jahren und das auch noch deutlich effizienter und das wird auch noch eine Zeitlang so weitergehen.
Im Vergleich dazu sind wir bei Batterien noch lange nicht an diesem Punkt.
@skaphle Hrm, der vergleich geht fehl..
Bei den chips haben wir jahrzehnte gebraucht um die technologie bis an die physikalischen limits zu entwickeln und daher ergab sich Moore's Law.. welches jetzt wo wir so ziemlich nah am limit des machbaren schaben halt auch nicht mehr funktioniert.
Batterietechnik hingegen ist von grund auf an eine sache von physik und chemie, die regeln dort sind starr, lediglich die skalierung der produktion verändert sich.
Demnächst, also in den nächsten 25 jahren nach und nach, kommen nochmal mehr und mehr recycelte materialien in das spiel.
Aber solange wir keine noch bessere als die Li-Ion* chemie finden .... werden sich batterien nicht mehr _so_ groß verändern. ;) (Ausgenommen sidn explizit zellchemien dir eh primär für stationäre nutzung gedacht sind, da gibts vermutlich wirklich noch etwas luft für verbesserungen und womöglich neuentwicklungen.. so wie Natrium basierte zellen u.ä. ;)