Irgendwie find ich diesen Spätkapitalismus wirklich nicht (mehr) geil.

Der Taxifahrer erzählt mir, dass er sein Benzin selbst zahlen muss und deswegen mit der Fahrt Mise macht.

Der Lebensmittellieferant erzählt mir, dass er die Parkgebühren, -strafen, oder Unfallschäden selbst zahlen muss. (1)

Der Lebensmittellieferant erzählt mir außerdem, dass er für beschädigte Ware selbst aufkommen muss. Dafür werden ihm vom Trinkgeld brav 25 Prozent abgezogen.

Ein anderer Taxifahrer erzählt mir, dass er von seinem Boss gekündigt wurde, weil er seine Frau, die an Brustkrebs erkrankt ist, mehrfach ins Krankenhaus begleitet hat. Er hatte das dem Arbeitgeber kommuniziert und der gab sein OK. Trotzdem wurde er gekündigt, weil er "zu wenig Umsatz" mache. (2)

Und Menschen, die aus dem Arbeitsleben ausscheiden, weil sie wegen Krankheit nicht mehr können, werden von Behörden schikaniert und sind am Ende finanziell auf private Initiativen, Partner und Eltern angewiesen.

Außerdem wurde uns allen versprochen, dass KI die Arbeitswelt revolutionieren wird. Aber statt weniger Arbeit scheint es mal wieder auf "mehr Geld für wenige" hinauszulaufen. (Zitat "Moment Magazin")

Quo vadis #Spätkapitalismus? (3/3)

PS: Und ja, ich fahre Taxi - nicht weil ich so super reich bin, sondern weil ich aufgrund meiner chronischen Erkrankung meistens keine Öffis benutzen kann.

Und genau aus dem selben Grund habe ich auch ein Lebensmittel-Lieferdienst-Abo. Weil ich chronisch krank bin.

@shroombab Das mit der #KI funktioniert so, dass du ein Tool installiert bekommst und von dir 30% mehr Produktivität erwartet wird. 🙄

@shroombab

Ich habe nichts gegen eine soziale freie Marktwirtschaft, nur dieser Kapitalismus kotzt mich an, weil dieser weder etwas vom Sozialen noch von Freiheit versteht, nur Hass verbreitet und meine/unsere Demokratie und deren Errungenschaften zerstören will.

Nicht die Banken deren Börsen müssen uns beherrschen, sondern wir diese !!!

@shroombab
Trinkgeld bei Lieferdiensten immer nur bar!
@shroombab
Kapitalismus im Endstadium... 😑
@shroombab hhmmm, du hast im Grunde recht und das ist ein großes Problem, aber bei Ordnungsgeldern fürs Falschparken hab ich jetzt eher kein schlechtes Gewissen.
@Gegenwind Die Fahrer*innen bekommen ja klare Zeitfenster vorgegeben, die sie einhalten *müssen*. Zu viel, dass sich in einer Großstadt eine Parkplatzsuche ausgeht. Daher parken sie in der Regel kurz illegal, für weniger als 5 Minuten. Weil ihnen "keine andere Wahl" bleibt. Darauf baut dieses System auf. Sie deshalb dafür abzustrafen aus eigener Tasche.... Die FIRMA für das Zeitdruck-Modell zu bestrafen ist wieder was anderes.
@shroombab sie parken auf Zebrastreifen und Fahrradwegen und gefährden Schulkinder und Radfahrende. Falschparker sind in Städten zu 5% an Unfällen beteiligt [1]. Und wenn sie 50x 5min parken sind das auch über 4 Stunden in Summe.
Wenn mein Job mich zwingt illegal und rücksichtslos zu handeln, dann sollte ich mir einen anderen suchen oder muss wenigstens die strafen für mein illegales Handeln akzeptieren.

„Die amtliche Unfallstatistik
erfasste in 2016 innerorts 9.400 Unfälle mit Personen-
schaden „durch ruhenden Verkehr“ (Unfalltyp 5). Dies
entspricht 4,4 Prozent aller innerörtlichen Unfälle mit
Personenschaden.“

file:///private/var/mobile/Containers/Data/Application/0E159CE8-FCD6-4EF4-A515-9CC97FA8DAC0/tmp/TempDocs/98-unfallrisiko-parken-fuer-fussgaenger-und-radfahrer-data.pdf

@Gegenwind So klappt das mit dem Link aber nicht. 😉
@Gegenwind @shroombab Dafür muss man privilegiert genug sein, einen anderen Job zu finden. Bei den Lieferdiensten wird so krass ausgenutzt. Natürlich hast du Recht, dass die das nicht machen sollten, dass das andere gefährdet. Aber die Fahrys können da meist wenig dafür. Was sollen sie machen? Wo sollen sie in Großstädten denn parken um die Pakete und Co zu liefern. Oft gibt es für mehrere Blocks nichts. Chef macht Stress, also tun sie ihr Bestes. Das System ist das Problem, nicht das Fahry.
@rootsandcalluses @shroombab ich bin nicht bereit das als Alternativlosigkeit abzutun. Grade Fußgehende, Kinder, Rollyfahrer und Radfahrer als schwächste Verkehrsteilnehmende werden hier gefährdet. Als Vater eines Schulkinds bekomm ich bei dieser - ja ich sag es - Täter-Opfer-Umkehr doch etwas Blutdruck.

@Gegenwind @rootsandcalluses @shroombab

DHL-Lieferfahrer parkt auf ♿
Ich spreche ihn darauf an.
"SEHEN SIE NICHT DASS ICH ARBEITEN MUSS!!!"

Er hätte jede Menge anderer Parkmöglichkeiten gehabt, nur ein paar Meter weiter.

Irgendwie zieht da das Argument des ökonomischen Zwangs nicht.

Es gibt immer eine Wahl.

@funbaker @Gegenwind @shroombab In einem solchen Fall bin ich voll bei dir. Wenn es Alternativen gibt, gibt es keine Ausrede.
@rootsandcalluses @Gegenwind @shroombab und selbst wenn es keine gibt - sollen sie halt langsamer zustellen. Wenn das jeder machen würde, müsste sich der ausbeutende Chef auch der Realität stellen.

@funbaker @Gegenwind @shroombab Das ist halt eine privilegierte Einstellung. Die Lösung ist meinet Meinung nach einfach: Unternehmen haften lassen.

Naja oder bedingungsloses Grundeinkommen, dann können Menschen bei solchen Bedingungen kündigen.

@Gegenwind @shroombab Dann sag mir, was das gestresste unterbezahlte Zustelly tun soll. Natürlich sollte das so nicht sein, aber da sollten die Unternehmen, die ihre Zustellys auf unmögliche Touren schicken haften, nicht die Zustellys... Ich sage nicht, dass irgendjemand falsch parken dürfen sollte. Ich sage nur, dass die Zustellys hier halt oft wirklich die Wahl zwischen diesem Scheiß und keinem Job haben.
@rootsandcalluses was sie tun sollen? Sich nicht Gesetzwidrig verhalten und Schwache gefährden. Am ende werden sie ihre Touren nicht schaffen und dann den Unternehmen klar machen müssen, dass es politischen Druck braucht um mehr Lieferantenparkplätze zur Verfügung zu stellen oder auf Lastenräder zu wechseln. @shroombab
@rootsandcalluses @shroombab es ist aber am ende nicht meine Aufgabe das Problem zu lösen. Ich werden mich aber weiterhin für die schwachen Verkehrsteilnehmenden einsetzen.

@rootsandcalluses hier mal Bilder von 20min Fahrt in der Stadt. Welches Kind kann man da fahren lassen?

@shroombab

@Gegenwind Das ist in München genauso schlimm. bin erst kürzlich die Theresienstraße entlang, wunderbar breiter Fahrradstreifen, teils mit Bus zu teilen. Und wer parkt da? vor jedem 2. Haus, Handwerkerautos, Müllcontainer, Baulastwagen.... und natürlich jede Menge PKW. einige haben wenigstens das Warnblinklicht an. Andere parken da wohl schon seit gestern abend vor der Keipe. Und nirgends eine*r, die/der wenigstens saftige Strafzettel verteilen würde. @rootsandcalluses @shroombab

"wenigstens Warnblinklicht" kann ich ausschließlich dann akzeptieren, wenn das zwingend als Vorsatz gewertet wird

@energisch_ @Gegenwind @rootsandcalluses @shroombab

@wonka Warnblinke bedeutet für mich, der Autofahry kommt gleich wieder, nur auf dem Sprung. Aber da stehen wirklich Autos stundenlang. Die parken da! 🤯 @Gegenwind @rootsandcalluses @shroombab

Selbst wenn die sofort wiederkommen - die machen ihr Parkproblem zum Problem anderer Leute, das sollte strenggenommen sogar 'ne charakterliche Nichteignung zum Führen eines Kraftfahrzeuges begründen.

@energisch_ @Gegenwind @rootsandcalluses @shroombab

@wonka Wenn's in der Theresienstraße oder der Fahrrad-Tengstraße Ordnungshüter*innen gäbe, die hätte ihr Soll täglich 10x in der Tasche mit nur wenig Fußweg.
@Gegenwind @rootsandcalluses @shroombab
@Gegenwind @shroombab Ja, das ist zum Kotzen. Nein, das sollte so nicht sein. Mach die Unternehmen haftbar und erwarte, dass sie die Strafen zahlen. Das kann nicht das ausgebeutete Fahry lösen. Wir brauchen hier eine Veränderung im System. Solange Menschen verzweifelt genug sind, sich ausbeuten lassen zu müssen, hilft es nicht, wenn wir die Schuld bei den Fahrys suchen.
@Gegenwind @shroombab Wie gesagt, das ist natürlich richtig, aber einfach nichts, was die ausgebeuteten Fahrys leisten können. Die bekommen unmögliche Routen und wenn sie nicht spuren fliegen sie raus und werden durch das nächste ausgebeutete Fahry ersetzt. Das System ist das Problem, nicht das Fahry.
@rootsandcalluses Innerhalb der Stadt gilt bei uns an ganz vielen Stellen letzte Meile Lastenrad. Das funktioniert auch! Und selbst wenn die dann verkehrswidrig parken, die sind so schmal, da musst du nicht in den Autoverkehr ausweichen. Auch ein Bus kommt noch vorbei! @Gegenwind @shroombab
Edit: typos
@rootsandcalluses Teil des staatlichen Versagens ist: Es gibt kein Verfahrensregister for Ordnungswidrigkeiten. Wenn Lieferfahrys reihenweise den Lappen abgeben müssen weil sie zu oft und zu viel .. dann würden auch die Firmen es merken. Nicht beim ersten Personalwechsel, aber im Verlauf.
Und das Wort Gewerkschaft werfe ich noch in die Debatte.
@Gegenwind @shroombab
@Schrecke @Gegenwind @shroombab Auch Lappen weg würde die nicht interessieren, solange es genug Verzweifelte gibt. Die Unternehmen müssen verantwortlich sein.
@Gegenwind @shroombab ich bin mal eine Weile Pflegedienst in der Stadt gefahren - ich habe es weitgehend geschafft legale Parkmöglichkeiten zu finden - mit dem Ergebnis, dass ich viel zu lange Strecken zu den Patient*innen laufen musste und deswegen zum Teil angemault wurde. Da ich da nur als Zeitarbeiterin war hatte es für mich keine Konsequenzen, dass meine Wege zwischen den Patient*innen "zu lange" dauerten.
nicht jede*r kann Kündigen und nicht jede*r hat die psychische und emotionale 1/

@Gegenwind Stabilität um Gegendruck auszuhalten. Schon gar nicht wenn er von zwei Seiten kommt. (Kund*innen und AG)

Für dieses ganzen Lieferdienste, Dienstleistungen bräuchte es ausreichend Kurzparkzonen - die entsprechend kontrolliert werden - dürfte heute elektronisch funktionieren , dass das Kennzeichen erst erfasst wird wenn das Auto länger als erlaubt da steht

Es wird alles auf die Einzelpersonen abgewälzt - vom Funktionieren von Systemen bis zum Retten der Erde

@Gegenwind
Immer wenn ich sowas lese:

"Wenn mein Job mich zwingt illegal und rücksichtslos zu handeln, dann sollte ich mir einen anderen suchen",

dann weiß ich, daß jemand in einer privilegierten Blase lebt.

@shroombab ich bin vor über 30 Jahren als Student für eine Spedition Zeitungen (Hamburger Abendblatt etc.) von Ahrensburg nach Dänemark gefahren. Start gegen 2300 und so gegen 0600 wieder in Glinde. Die Zielzeiten waren unter Beachtung der dänischen Verkehrsregeln nicht mehr zu schaffen. Tickets gingen zu Lasten der Fahrer. Ich hab dann gekündigt - andere können das nicht...
@shroombab wusstest du, dass Post Mitarbeiter privat haftbar gemacht werden, wenn Kund*innen behaupten, ihr Paket sei nicht angekommen? Ich wusste das von Hermes schon lange, aber Post!?!