Irgendwie find ich diesen Spätkapitalismus wirklich nicht (mehr) geil.

Der Taxifahrer erzählt mir, dass er sein Benzin selbst zahlen muss und deswegen mit der Fahrt Mise macht.

Der Lebensmittellieferant erzählt mir, dass er die Parkgebühren, -strafen, oder Unfallschäden selbst zahlen muss. (1)

@shroombab hhmmm, du hast im Grunde recht und das ist ein großes Problem, aber bei Ordnungsgeldern fürs Falschparken hab ich jetzt eher kein schlechtes Gewissen.
@Gegenwind Die Fahrer*innen bekommen ja klare Zeitfenster vorgegeben, die sie einhalten *müssen*. Zu viel, dass sich in einer Großstadt eine Parkplatzsuche ausgeht. Daher parken sie in der Regel kurz illegal, für weniger als 5 Minuten. Weil ihnen "keine andere Wahl" bleibt. Darauf baut dieses System auf. Sie deshalb dafür abzustrafen aus eigener Tasche.... Die FIRMA für das Zeitdruck-Modell zu bestrafen ist wieder was anderes.
@shroombab sie parken auf Zebrastreifen und Fahrradwegen und gefährden Schulkinder und Radfahrende. Falschparker sind in Städten zu 5% an Unfällen beteiligt [1]. Und wenn sie 50x 5min parken sind das auch über 4 Stunden in Summe.
Wenn mein Job mich zwingt illegal und rücksichtslos zu handeln, dann sollte ich mir einen anderen suchen oder muss wenigstens die strafen für mein illegales Handeln akzeptieren.
@Gegenwind @shroombab Dafür muss man privilegiert genug sein, einen anderen Job zu finden. Bei den Lieferdiensten wird so krass ausgenutzt. Natürlich hast du Recht, dass die das nicht machen sollten, dass das andere gefährdet. Aber die Fahrys können da meist wenig dafür. Was sollen sie machen? Wo sollen sie in Großstädten denn parken um die Pakete und Co zu liefern. Oft gibt es für mehrere Blocks nichts. Chef macht Stress, also tun sie ihr Bestes. Das System ist das Problem, nicht das Fahry.
@rootsandcalluses @shroombab ich bin nicht bereit das als Alternativlosigkeit abzutun. Grade Fußgehende, Kinder, Rollyfahrer und Radfahrer als schwächste Verkehrsteilnehmende werden hier gefährdet. Als Vater eines Schulkinds bekomm ich bei dieser - ja ich sag es - Täter-Opfer-Umkehr doch etwas Blutdruck.

@Gegenwind @rootsandcalluses @shroombab

DHL-Lieferfahrer parkt auf ♿
Ich spreche ihn darauf an.
"SEHEN SIE NICHT DASS ICH ARBEITEN MUSS!!!"

Er hätte jede Menge anderer Parkmöglichkeiten gehabt, nur ein paar Meter weiter.

Irgendwie zieht da das Argument des ökonomischen Zwangs nicht.

Es gibt immer eine Wahl.

@funbaker @Gegenwind @shroombab In einem solchen Fall bin ich voll bei dir. Wenn es Alternativen gibt, gibt es keine Ausrede.
@rootsandcalluses @Gegenwind @shroombab und selbst wenn es keine gibt - sollen sie halt langsamer zustellen. Wenn das jeder machen würde, müsste sich der ausbeutende Chef auch der Realität stellen.

@funbaker @Gegenwind @shroombab Das ist halt eine privilegierte Einstellung. Die Lösung ist meinet Meinung nach einfach: Unternehmen haften lassen.

Naja oder bedingungsloses Grundeinkommen, dann können Menschen bei solchen Bedingungen kündigen.

@Gegenwind @shroombab Dann sag mir, was das gestresste unterbezahlte Zustelly tun soll. Natürlich sollte das so nicht sein, aber da sollten die Unternehmen, die ihre Zustellys auf unmögliche Touren schicken haften, nicht die Zustellys... Ich sage nicht, dass irgendjemand falsch parken dürfen sollte. Ich sage nur, dass die Zustellys hier halt oft wirklich die Wahl zwischen diesem Scheiß und keinem Job haben.
@rootsandcalluses was sie tun sollen? Sich nicht Gesetzwidrig verhalten und Schwache gefährden. Am ende werden sie ihre Touren nicht schaffen und dann den Unternehmen klar machen müssen, dass es politischen Druck braucht um mehr Lieferantenparkplätze zur Verfügung zu stellen oder auf Lastenräder zu wechseln. @shroombab
@rootsandcalluses @shroombab es ist aber am ende nicht meine Aufgabe das Problem zu lösen. Ich werden mich aber weiterhin für die schwachen Verkehrsteilnehmenden einsetzen.

@rootsandcalluses hier mal Bilder von 20min Fahrt in der Stadt. Welches Kind kann man da fahren lassen?

@shroombab

@Gegenwind Das ist in München genauso schlimm. bin erst kürzlich die Theresienstraße entlang, wunderbar breiter Fahrradstreifen, teils mit Bus zu teilen. Und wer parkt da? vor jedem 2. Haus, Handwerkerautos, Müllcontainer, Baulastwagen.... und natürlich jede Menge PKW. einige haben wenigstens das Warnblinklicht an. Andere parken da wohl schon seit gestern abend vor der Keipe. Und nirgends eine*r, die/der wenigstens saftige Strafzettel verteilen würde. @rootsandcalluses @shroombab

"wenigstens Warnblinklicht" kann ich ausschließlich dann akzeptieren, wenn das zwingend als Vorsatz gewertet wird

@energisch_ @Gegenwind @rootsandcalluses @shroombab

@wonka Warnblinke bedeutet für mich, der Autofahry kommt gleich wieder, nur auf dem Sprung. Aber da stehen wirklich Autos stundenlang. Die parken da! 🤯 @Gegenwind @rootsandcalluses @shroombab

Selbst wenn die sofort wiederkommen - die machen ihr Parkproblem zum Problem anderer Leute, das sollte strenggenommen sogar 'ne charakterliche Nichteignung zum Führen eines Kraftfahrzeuges begründen.

@energisch_ @Gegenwind @rootsandcalluses @shroombab

@wonka Wenn's in der Theresienstraße oder der Fahrrad-Tengstraße Ordnungshüter*innen gäbe, die hätte ihr Soll täglich 10x in der Tasche mit nur wenig Fußweg.
@Gegenwind @rootsandcalluses @shroombab
@Gegenwind @shroombab Ja, das ist zum Kotzen. Nein, das sollte so nicht sein. Mach die Unternehmen haftbar und erwarte, dass sie die Strafen zahlen. Das kann nicht das ausgebeutete Fahry lösen. Wir brauchen hier eine Veränderung im System. Solange Menschen verzweifelt genug sind, sich ausbeuten lassen zu müssen, hilft es nicht, wenn wir die Schuld bei den Fahrys suchen.
@Gegenwind @shroombab Wie gesagt, das ist natürlich richtig, aber einfach nichts, was die ausgebeuteten Fahrys leisten können. Die bekommen unmögliche Routen und wenn sie nicht spuren fliegen sie raus und werden durch das nächste ausgebeutete Fahry ersetzt. Das System ist das Problem, nicht das Fahry.
@rootsandcalluses Innerhalb der Stadt gilt bei uns an ganz vielen Stellen letzte Meile Lastenrad. Das funktioniert auch! Und selbst wenn die dann verkehrswidrig parken, die sind so schmal, da musst du nicht in den Autoverkehr ausweichen. Auch ein Bus kommt noch vorbei! @Gegenwind @shroombab
Edit: typos
@rootsandcalluses Teil des staatlichen Versagens ist: Es gibt kein Verfahrensregister for Ordnungswidrigkeiten. Wenn Lieferfahrys reihenweise den Lappen abgeben müssen weil sie zu oft und zu viel .. dann würden auch die Firmen es merken. Nicht beim ersten Personalwechsel, aber im Verlauf.
Und das Wort Gewerkschaft werfe ich noch in die Debatte.
@Gegenwind @shroombab
@Schrecke @Gegenwind @shroombab Auch Lappen weg würde die nicht interessieren, solange es genug Verzweifelte gibt. Die Unternehmen müssen verantwortlich sein.