RE: https://chaos.social/@Fischblog/116357079218491950

Wochenlang kam ich auf dem Weg zur Arbeit in Stuttgart an einem symbolischen „Galgen“ vorbei, den „protestierende Landwirte gegen die Regierung“ errichtet hätten. Das wurde schon als „unschön“ wahrgenommen, aber von den wenigsten als gewalttätig. Ich empfand es als bedrohlich & verstörend.

Gleichzeitig wurden & werden aber Klimaaktivistinnen als „Kriminelle“ & gar „Terroristinnen“ geschmäht, teilweise verfolgt.

Ich finde das rechtsstaatlich bedenklich. Klar triggert das in einer demografisch verebbenden Gesellschaft besonders starke Reaktanz & Rechtsmimesis, wenn uns jüngere Menschen - auch Frauen - an unsere Verantwortung erinnern. Interessenvertretung erscheint dagegen „normal“.

Wenn ich also auch die Methoden etwa der Blockaden für kontraproduktiv gehalten habe, so plädiere ich doch für Fairness gegenüber den Aktivistinnen. @Fischblog hat da einen Punkt!

#Stuttgart #Galgen #Bauernproteste #Klimaproteste #Psychologie #Reaktanz #Rechtsmimesis #Fairness #Demokratie #Demografie #Rechtsstaat

@BlumeEvolution @Fischblog Ist es nicht so, dass sich die Aktivist*innen von den Fossilfanatikern manipulieren haben lassen? Die Klebeaktionen waren doch ein super Grund für die Öffentlichkeit "Kreuzigt Sie! Kreuzigt Sie!" zu schreien.

@MichaelChrist @BlumeEvolution @Fischblog Hier zeigen sich auch Grenzen digitaler Kommunikationsweisen.

Wieviel Ernsthaftigkeit / Satire ist mit so einer Beobachtung zu Interessenkonflikten in diesem Kontext in der Osterzeit verbunden?

Aktivisten werden oft das biblische Schicksal der Propheten teilen, da sie sich gegen die Interessen der Mächtigen stellen.

Widerstand ist gleichzeitig wichtig + bleibende Aufgabe.

Herausfordernd bleibt, wie man Verantwortung für, statt Empörung über triggert.

@MichaelChrist
Ich finde, dass Carla Hinrichs auf diese Schuldumkehr ziemlich gute Antworten hat.

@BlumeEvolution @Fischblog

@BlumeEvolution Ich emfand nicht nur die Handlungen der Landwirte als verstörend. Es hat mich auch sehr beunruhigt, dass ihr Verhalten kaum kritisiert wurde. Auch wenn von ihnen Mist auf die Autobahn gekippt wurde. Die Bedrohung von Herrn Habeck erschien quasi als "Kavaliersdelikt". Und sogenannte "Klimakleber" wurden in Bayern in Präventivhaft genommen. Das fand und finde ich auch rechtsstaatlich bedenklich.

@Fischblog

@Erika @BlumeEvolution @Fischblog Nun es waren ja nicht "Handlungen von Landwirten", sondern Handlungen von Großbauern (landwirtschaftlichen Lohnunternehmern).
@Erika @BlumeEvolution @Fischblog Ich bin immer noch erstaunt, dass bei den diversen Urteilen gegen Klima-Aktivisty nie der Gleichheitsgrundsatz nach GG Art. 3 (1) angesprochen worden ist, und niemand mit der Begründung, Autofahrer und Agrarindustrie dürfen straffrei blockieren, ja sogar kaputt machen, nach Karlsruhe ging.

@Boerdejakobiner Das ist ein großer Schritt und es steht zu befürchten, dass der Kläger/die Klägerin schnell in der Öffentlichkeit steht. Das erfordert viel Mut. Ich weiß nicht, ob ich mich das trauen würde.

@BlumeEvolution @Fischblog

@Erika @BlumeEvolution @Fischblog Der Unterschied zwischen Rechtstaat und Rechtsstaat wurde leider immer noch nicht verstanden! Wir warten auf die SS die alles erklärt, oder?!
@Erika @BlumeEvolution @Fischblog und heute erkennen wir, dass es enen nicht um die Dieselpreise ging - sonst müssten die ja schon wieder on Tour sein

@Shortman Ja, es drängt sich der Eindruck auf, dass die für irgendwelche Zwecke "missbraucht" wurden.

@BlumeEvolution @Fischblog

@Erika
In Zusammenhang mit der Berichterstattung über die Übergriffe auf das Privatleben von Habeck am Anleger in Schlüttsiel haben Tagesschau und Tagesthemen mein Vertrauen weitgehend verloren. Sie schickten eigens einen Reporter los, um zu belegen, die Sache sei halb so schlimm gewesen. Der damalige Chef Helge Fuhst ging kürzlich zu Springer.
Kritik an den Bauern war zumindest in dieser Redaktion nicht gewollt.

@BlumeEvolution @Fischblog

@LThiry Ja, so habe ich das leider auch in Erinnerung. Ich müsste es natürlich noch einmal sehen, denn die Erinnerung kann trügen; vor allem, da ich Herrn Habeck sehr sympathisch finde.

@BlumeEvolution @Fischblog

@[email protected] Ich finde bedenklich, dass aufgrund der Ermittlungen des.bayrischen Landeskriminalamts in verschiedenen Bundesländern die Klimakleber nun wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung vor Gericht zu stehen. Um das einzuordnen: "Kriminelle Verfolgung" wird fast nie angeklagt. Der verwurf wird verwendet, um einfacher umfangreichere Durchsuchungen durchführen zu können und dann fallengelassen. Angeklagt werden dann geringfügigere Delikte, weil kriminelle Vereinigung fast nie bewiesen werden kann. Bei den klimaklebern hingegen hat das Gericht diese Anklage zugelassen. @[email protected] @[email protected]
@Life_is Dazu hat das Buch von Carla Hinrichs gut informiert.

@BlumeEvolution @Fischblog

Gegenwärtiges und auch zukünftiges Nichthandeln wie in der Vergangenheit erzählt einem eine Geschichte, in der nicht gesagtes alles sagt. Die Leere der Kapitel dieser Geschichte schreit einem alles entgegen, was man zu wissen braucht. Viele sehen nur leere Seiten, hören die ungeschriebenen Worte nicht. Warnungen derer, welche die Leere lesen können, werden bewusst ignoriert. Geschichte wiederholt sich.

@BlumeEvolution
Die Macht gewisser Medien wirkte an der Eskalation der "Bauern-Proteste" gewaltig mit. Die Aktionen der Klimakleber passten da wunderbar dazu, denn die wurden dann entsprechend dargestellt.
Es war mE eine sehr bedenkliche Entwicklung, dass Veranstaltungen demokratischer Parteien aufgrund der Bedrohungslage abgesagt werden mussten.
Vieles, was jetzt möglich zu sein scheint, ist Folge einer aus dem Ruder laufenden Konkurrenzdemokratie.
@BlumeEvolution Das Problem ist, dass diese "Republik" von Reichen und Rechten korrumpiert wird. Leider und gerade auch wegen der #union (Die #fdp ist ja jetzt Gott sei Dank weg). Und die #spd gibt für Dienstwagen ihre Seele auf.
@BlumeEvolution
ich empfinde diese Diskrepanz als Erschreckend und gleichzeitig als - vielleicht in Teilen ungeplanten - genialen Zug der Klimaaktivisti. Durch radikale Gewaltfreiheit und das strafrechtliche Einstehen für die Aktionsformen wird dem asymmetrischen agieren von Staat, Politik und Medienöffentlichkeit der Spiegel vorgehalten.
@Fischblog

@jakob_thoboell

Nun. Das mit übermäßiger Härte verfolgt werden und das friedlich zu erdulden ist ja durchaus ein Aspekt des zivilen Ungehorsams.

Hier funktioniert er allerdings nicht, denn die Mehrheitsgesellschaft scheint mit der härtest möglichen (eigentlich: unmöglichen) Verfolgung vollkommen einverstanden zu sein.

@BlumeEvolution @Fischblog

@jakob_thoboell

Oder genauer: Wir dulden es, Mönche einzubuchten und probieren selbst daraus, auf dem Bürgersteig gestanden zu haben, eine strafbare Handlung zu konstruieren.

Das Ausbleiben der Empörung darüber sagt mir sehr vieles.

@BlumeEvolution @Fischblog

@Saupreiss
Wir alle sind Teil der Gesellschaft, der damit der Spiegel vorgehalten wird. Und das erhöht die Wut der Bürger auf die Aktivisti: Es gibt keine Reaktionsmöglichkeit, die der letzten Generation nicht recht gäbe...
@BlumeEvolution @Fischblog

@jakob_thoboell

Warum dann noch die Frage, weshalb ich sage, ich und diese Gesellschaft, uns verbindet kein gemeinsames Wertesystem mehr?

Der Rubicon ist doch längst durchschritten.

@BlumeEvolution @Fischblog

@BlumeEvolution @Fischblog In #Österreich werden diese harmlose "#Klimakleber" sogar eingesperrt. Ihre Forderung (Tempo 100) war lächerlich gering und der #Protest nicht zielführend, aber gleichzeitig sind das junge Menschen mit berechtigte #Sorgen. Es ist unverständlich, wie damit umgegangen wird. #verkehrswende

Über die Bauern mag ich in dem Zusammenhang nicht urteilen.

Beispiel: https://de.wikipedia.org/wiki/Anja_Windl

Anja Windl – Wikipedia

@sebastian @BlumeEvolution @Fischblog
Warum schafft es unser politisches System nicht, tragfähige Lösungswege aufzuzeigen?
Warum sperrt sich der Politikbetrieb dermaßen, dass ganze Wählerschichten kriminalisiert werden müssen? Das ist kein neues Phänomen, nur die Probleme werden mehr, komplexer, drängender.
Zur Funktionsfähigkeit: Wir bekommen ja nicht einmal eine Lösung bei der Zeitverschiebung.
Das ist doch ein Witz. Ernsthaft.
@sebastian @BlumeEvolution @Fischblog
Wer allen Ernstes denkt, naja, wir müssen ja nur ein, zwei Problemchen lösen, dann sind wir übern Berg, der ist, glaube ich entweder sehr jung (OK), oder sehr, sehr, sehr idealistisch, an der Grenze zur Selbstverleugnung.
@AC2N @BlumeEvolution @Fischblog Wegen die menschliche Geiz, Kapitalismus, Lobbyeismus und Machtgier. Deshalb. #verkehrswende #vermögensteuer
@sebastian @BlumeEvolution @Fischblog
All das möchte ich als menschliche Züge bezeichnen, mit denen wir zurechtkommen müssen und können.
Was nicht akzeptabel ist, ist der Prozess, der keine Kontrollen in Bezug auf solch menschlichen Schwächen vorsieht (und in Teilen vermutlich sogar belohnt).
@sebastian @BlumeEvolution @Fischblog
Es ist m.E. nicht produktiv, das menschliche Wesen dafür verantwortlich zu machen. Menschen sind Menschen. R. Bergman würde sagen: Im Grunde gut. Nur komischerweise nicht, wenn sie zu viel oder zu lange Macht haben.
Also muss die Lösung woanders liegen.
@sebastian @BlumeEvolution @Fischblog
Und in Bezug auf die Zeitumstellung glaube ich nicht einmal, dass da groß Lobbyismus oder sonst welche skandalösen Auswüchse dahinter stecken. Es ist einfach schwierig in unserem Politikbetrieb, tragfähige Lösungen herzustellen, die nicht von der nächsten Partei über den Haufen geworfen werden.
@BlumeEvolution @Fischblog Wenn man schon beim Thema Marketing ist sollte man schon feststellen, dass diejenigen, welche mit Fossilen und dem Drumherum Geld machen, einfach besser aufgestellt sind. Die Jahrzehnte, welche am fossilen Lebensstil erfolgreich gearbeitet wurde, kann man halt nicht mit "Du zerstörst die Umwelt der Zukunft" ungeschehen machen. Hinzu kommt, dass der nichtfossile Lebensstil zwar überzeugende Argumente hätte, wäre da nicht die Barriere der vielen schmalen Geldbeutel.

@BlumeEvolution
Bezüglich ausgeuferter "Bauernproteste" sehe ich allerdings einen bedenkenswerten Punkt, nicht als Rechtfertigung, aber als Aspekt.

Landwirte müssen Auswirkungen umweltpolitische Entscheidungen sofort in ihrem Wirtschaften einplanen, und spüren selbst sinnvolle Maßnahmen als zusätzliche Belastung unmittelbar.

Das Bewusstsein darüber erklärt vielleicht die verschobene Wahrnehmung bzw. ungleichen Sanktionierung dieser eigentlich schwer tolerierbaren Aktionen.

@Fischblog

RE: https://snowmans.land/@Weirdaholic/116312088472419801

@BlumeEvolution @Fischblog Das war das, was auf meiner Schicht abging, während gleichzeitig die Bauern für ihrten "Protest" von den selben Leuten gefeiert wurden. Kein Protest, kein Widerspruch.

Bin aus der Chatgruppe raus, weil ich das nicht unterstützen wollte. Alternativ hätte ich mich unausstehlich gemacht, weil ich als einziger nicht die Klappe gehalten hätte.