Das generische Maskulinum ist kein Erbe der Sprache, sondern ein Trick des Patriarchats. Eine junge Erfindung, kaum 60 Jahre alt, die Frauen unsichtbar machen soll. 1995 erst hat der Duden es überhaupt definiert – und trotzdem wird es als „Tradition“ verkauft. Eine bequeme Lüge mit Machtinteresse.

#lgbtq #Patriarchat #Sprache #Feminismus #Gendern #Linguistik

https://www.cornelia-mertens.de/?p=19868

Die Lügen des Patriarchats – das generische Maskulinum | Cornelia Kost

@corneliakost
Danke!
Eigentlich total klar und einfach!! Krass, dass diese Argumentation so wenig benutzt wird... Ich lese heute zum ersten Mal darüber und bin erstaunt, warum es mir noch nie selbst aufgefallen ist 🫣
Aber was soll ich sagen? Auch wenn ich mich selbst eigentlich für sehr sensibel hinsichtlich der Wahrnehmung der vielen GenderXXXGaps halte - ich bin halt einfach auch durch viele Jahrzehnte Patriarchat gebrainwashed.

Danke fürs Teilen!

@corneliakost
Sieh mal eine:r an. Das war mir neu.
@corneliakost ja das habe ich auch neulich gelesen oder gesehen. Mich hat das schockiert. Da war ich 5. Ich bin wirklich immer im Glauben aufgewachsen, das wäre schon immer so gewesen. Aber wenn man sich mal alte Texte anschaut, hieß dort schon immer Männer und Frauen bzw. Beruf/innen. Allerdings muss trotzdem aufpassen, denn es sind auch Wörter maskulin oder feminin, die eigentlich sächlich sind. Es kommt also auf den Kontext an!

@corneliakost
Hole ich bei Bedarf immer wieder gerne raus. Leider immer noch aktuell:

https://scilogs.spektrum.de/sprachlog/frauen-natuerlich-ausgenommen/

Frauen natürlich ausgenommen » Sprachlog » SciLogs - Wissenschaftsblogs

Nachdem ich vor einigen Wochen über die grundsätzlich diskriminierende Struktur von Sprache geschrieben habe, möchte ich heute auf ein spezielles Problem des Deutschen (und vieler anderer Sprachen) zurückkommen, das auch hier im Sprachlog schon mehrfach …

Sprachlog
@corneliakost
Danke, das ist ein super interessanter Artikel!
@corneliakost
Moment mal, ich habe jetzt nicht verstanden, wie die sprachliche Praxis aussah, bevor sich der "patriarchale Pragmatismus" durchsetzte. Könnte mir bitte jemand darlegen, wie man allgemein von Menschengruppen sprach, bevor das generische Maskulinum eingeführt wurde?
@DonKBlack @corneliakost wenn es schon weiter zurück geht, ist die Geschichte wie es von Weib zu Frau kam, auch ganz interessant zu lesen.
@DonKBlack
Würd mich auch interessieren. 🤔
@corneliakost
@DonKBlack
Genau das vermisse ich auch. Wie wurde das denn dann vorher gehandhabt?
Wenn ich den Artikel richtig verstehe, war eine sprachliche Klarstellung nur deshalb nicht nötig, weil es praktisch keine "gemischten Gruppen" gab. Also Gelehrte waren halt nur Männer und … Näherinnen oder so immer nur Frauen. Das hieße, daß die Ungerechtigkeit jegliche Überlegungen dazu halt eh überflüssig gemacht hat.
@corneliakost
@Sascha_Raubal @corneliakost
Die Bewohner eines Reichs oder einer Siedlung sind aber heterogen, immer gewesen. Will mir einer erzählen, dass da von Dritten konsequent im neutralen Plural gesprochen wurde? Man kann auch eine neue sprachliche Regelung nicht einfach so von oben einführen. Das braucht linientreue Massenmedien und dauert Jahrzehnte (vgl. Gendern). Die Engländer haben nach 1066 auch nicht angefangen, en masse französisch zu sprechen.
@DonKBlack
Ja, alles schwer greifbar. Möchte wirklich wissen, wie genau das gehandhabt wurde.
@corneliakost
@DonKBlack @corneliakost ja, das habe ich mich auchbgefragt. Hatte gehofft der Artikel würde das darstellen.
@corneliakost Sehr interessant, und sehr gutes Argument in Diskussionen, wenn das generische Maskulinum mal wieder als das sprachlich "Natürliche" verteidigt wird. Danke.
@corneliakost Verzeihung, habe selten solchen Unfug gelesen.
Sowohl im antiken Griechenland als auch im antiken Rom war der Nom. Mask. Plural sehr wohl von generischer Natur und wurde daher für eine heterogene Gruppe aus Männern und Frauen verwendet, wohingegen das Femininum im Plural nur bei rein weiblichen Gruppen zur Anwendung kam.
Romani waren alle Römer, Romanae nur die Römischen Frauen.

@s3nnet @corneliakost Punkt 1: Es geht um a) die deutsche Sprache und b) die explizite Codifizierung des gen.masc. in geschriebenen Grammatiken.

Punkt 2: Magst du noch mal die gesellschaftliche Realität der Antike betrachten und den Satz „Männer blieben sprachlich Norm, Frauen wurden sprachlich mitgemeint, aber nicht benannt“ sowie den Begriff „patriarchale Normsetzung“ reflektieren? Die beschreiben nämlich genau das.

@jaddy @corneliakost Die deutsche Sprache ist eine halbromanische Sprache, die in wesentlichen Teilen aufs Lateinische zurückgeht, wie z.B. der Name Cornelia auch.
Die Behauptung, das generische Maskulinum sei eine Erfindung des neuzeitlichen Patriarchats, ist historisch schlicht und ergreifend nicht haltbar.

@s3nnet @jaddy @corneliakost

Nein. Die deutsche Sprache ist KEINE halbromanische Sprache, die in wesentlichen Teilen aufs Lateinische zurückgeht.

Und die gesellschaftliche Realität zwischen der griechischen Antike und die der Stammesgesellschaften, die im Gebiet des heutigen Deutschlands lebten, könnte kaum größer sein.

Mit der Geschichte des gen. Maskulins habe ich mich noch nicht befasst, aber diese beiden (Gegen) Argumente sind definitiv haltlos.

@corneliakost
Liebe Cornelia Kost, Du zitierst Doleschal mit "In den frühen Grammatiken der Renaissance, des Barock und der Aufklärung wurden Männer und Frauen sprachlich klar getrennt. Die Grammatik war zweigeschlechtlich, und sie war es mit einer Selbstverständlichkeit, die aus heutiger Sicht fast naiv wirkt." Ich bin gespannt auf die diese Aussage belegenden Beispiele der Grammatiken des Barock und der Aufklärung, mit denen diese klare sprachliche Trennung nachvollziehbar dargestellt wird.

@PEJKM @corneliakost
@s3nnet

Hier zum nachlesen:
https://bop.unibe.ch/linguistik-online/article/view/915

zB:
Communis generis sunt, nomina quae conveniunt viris ac muliebris & non formant foemininum in in / nec propria foeminina habent: der & die Gevatter, der & die Gespons, der & die Widib, der vel die Sanct, Niemand."[5] (Oelinger 1574: 46)

oder besonders schön:
der gelerte man, die gelerte fraw, das gelerte mensch" (Oelinger 1574: 26)

Das generische Maskulinum im Deutschen. Ein historischer Spaziergang durch die deutsche Grammatikschreibung von der Renaissance bis zur Postmoderne | Linguistik Online

@PEJKM @corneliakost @s3nnet

Übrigens über den Aufsatz hinaus: Gästin und Gästinnen - so im 16. Jahrhundert gebraucht....

@sinistrerOptimismus @PEJKM @corneliakost @s3nnet Danke, spannender Aufsatz, der auch zumindest einige der in anderen Kommentaren aufgeworfenen Fragen beantwortet!
@corneliakost und noch ein wichtiges und wunderbares Argument, wenn ich wieder diskutieren werde, warum ich gender. Danke!