„Dies hat zur Folge, dass alle Männer über 17 und unter 45 Jahren, die Deutschland länger als drei Monate verlassen wollen, dafür eine Erlaubnis bei der Bundeswehr einholen müssen.“

https://www.fr.de/politik/drastische-wehrpflicht-aenderung-maenner-die-deutschland-laenger-wollen-brauchen-genehmigung-zr-94248132.html

„Neu ist nun seit dem 1. Januar, dass der entsprechende Paragraph 3 auch ausdrücklich außerhalb des Spannungs- und Verteidigungsfalls gilt, mit anderen Worten: immer. Nun muss jeder Student vor einem Auslandsemester die Bundeswehr um Erlaubnis fragen.“

https://augengeradeaus.net/2026/04/noch-keine-wehrpflicht-aber-ausreise-fuer-theoretisch-wehrpflichtige-nur-mit-genehmigung/

Neue Wehrpflicht-Regel: Millionen Männer brauchen jetzt eine Genehmigung, um Deutschland zu verlassen

Eine drastische Änderung des Wehrpflichtgesetzes ist längst in Kraft getreten. Sie betrifft fast alle Männer unter 45 und hat weitreichende Folgen.

@anneroth

Das ist nach EU-Recht illegal.

Direktive 2004/38/EC (Freizügigkeit) legt fest in Artikel 4 (Right to Exit) Absatz 1 und 2: Andere Dokumente oder Formalitäten als ein gültiger Personalausweis oder Reisepass dürfen nicht zur Voraussetzung gemacht werden, das Land zu verlassen.

@CGdoppelpunkt @anneroth Als ob DIESE ReGIERung EU-Recht interessieren würde. 😂

@CGdoppelpunkt @anneroth Ich lese dort in Absatz 9 „Union citizens should have the right of residence in the host Member State for a period not exceeding three months without being subject to any conditions or any formalities other than the requirement to hold a valid identity card or passport…“

Und in Absatz 12 „For periods of residence of longer than three months, Member States should have the possibility to require Union citizens to register …“

Passt also durchaus meiner Meinung nach.

@Optimisc @CGdoppelpunkt @anneroth da geht es aber um den Aufenthalt in einem anderen Land. Also Deutschland darf zum Beispiel EU-Bürger:innen dazu zwingen, sich beim Bürgeramt zu registrieren, wenn sie dauerhaft irgendwo wohnen.
@benedikt @CGdoppelpunkt @anneroth Ist ein Punkt, ok, danke für die Klarstellung.
@CGdoppelpunkt @anneroth
Hmm ... fraglich, ob diese Regelung wirklich gegen EU-Recht verstößt. Das müßte wohl erst höchstrichterlich entschieden werden?
Liest man sich die EU-Richtlinie komplett durch, dann kann es z B. in Fällen der öffentlichen Sicherheit sehr wohl zulässig sein, die Freizügigkeit einzuschränken. Und "public security" ist durchaus ein dehnbarer Begriff?
So lange also niemand klagt ... 🫠
https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32004L0038
Richtlinie - 2004/38 - EN - EUR-Lex

@CGdoppelpunkt @anneroth guter Punkt! Was sagt @Freiheitsrechte zur Beschneidung der Freizügigkeit eigentlich?
@anneroth "Niemand hat die Absicht, eine Wehrpflicht einzuführen!"
@geist @anneroth das geht über eine Wehrpflicht hinaus. Das ist Leibeigenschaft.

@anneroth

"""
In Paragraph 3 heißt es dazu: „Die Genehmigung ist für den Zeitraum zu erteilen, in dem die männliche Person für eine Einberufung zum Wehrdienst nicht heransteht.” Eine Ablehnung des Ausreiseantrags ist also gar nicht vorgesehen. Das Stellen des Antrags ist aber dennoch verpflichtend.
"""

@jedie

Another Brick in the wall. Das Brett muss man nicht mehr bohren, wenn die Wehrpflicht wieder universell eingeführt wird.

@anneroth

@anneroth Lies mal §3(2) Satz 5. Ich denke, darauf wird es hinauslaufen.
@anneroth wir leben inzwischen in echt beschissenen Zeiten
@somlu1968 @anneroth Wenn Scheiße immer mehr stinkt, kann es nur am Konsumverhalten liegen, oder?!
@anneroth Oder: was passiert, wenn Gesetze im Eildurchgang gemacht werden und die Opposition ihre Rolle machen will, aber nicht darf.

@anneroth
Alle. Im Gesetz ist nur auf "männliche Personen" eingeschränkt, nicht z.B. auf "Wehrpflichtige". Was bedeutet obwohl ich 2001 Wehrdienst geleistet habe, bin ich in diesem Wortlaut als noch 45jähriger bis zum 31.12. diesen Jahres da noch mitgemeint.

Ich möchte, dass sich das alle Männer, die nicht letztes Jahr 46 geworden oder älter sind, mal auf der Zunge zergehen lassen.

@momo @anneroth

Das Absurde ist auch, daß das auch für "ausgemusterte" Männer gilt, die also für einen #Wehrdienst gar nicht in Frage kommen.

Wichtig auch: Genehmigt wird ein Zeitraum, den man sich außerhalb Deutschlands aufhalten darf. Ggf. muss eine Verlängerung beantragt werden.
In jedem Fall ist das befristet und muss wohl jeweils iwie begründet werden.

Aber zurückmelden, wenn man früher wieder da ist, als gedacht, muss man sich nicht? 🤔

https://www.gesetze-im-internet.de/wehrpflg/__3.html

§ 3 WPflG - Einzelnorm

@stekopf
Ich stand grad am Herd und hab mir gedacht "Was ist mit denen, die den Wehrdienst verweigert haben? Die müssen sich jetzt genauso melden."

Das mit den 45 Jahren ist auch nicht für alle. Für Offiziersdienstgrade ist ein Absatz weiter explizit von einer Wehrpflicht bis 60 die Rede. Allein daran sieht man gut, dass das mit der Wehrpflicht auch nach der Wehrpflicht kein Formulierungsfehler bei der Gesetzgestaltung war.

Aber wart mal ab, sie werden uns dann jetzt erklären, dass wir uns da keine Gedanken machen müssen, das gilt ja nur für die Teenager...
@anneroth

@anneroth und was ist damit anders als es bis zur „Aussetzung“ der Wehrpflicht unter Guttenschlumpf war?
Ich musste mich abmelden, als ich für meine Postdocs ins Ausland ging…

@kraweel65 Krisenfall-Regel gilt plötzlich immer – Männer brauchen Ausreise-Genehmigung

Dieser sehr weitreichende Eingriff in die Selbstbestimmung galt vor dem 1. Januar 2026 nur in zwei Extremfällen. In Paragraph 2 des WPflG hieß es dazu schlicht, Paragraph 3 gelte ‚im Spannungs- oder Verteidigungsfall‘. Der Spannungsfall bezeichnet dabei laut Grundgesetz eine vom Bundestag oder der NATO festgestellte Lage erhöhter äußerer Bedrohung für die Bundesrepublik – also die Situation, wenn ein Angriff durch ein anderes Land sehr wahrscheinlich ist. [...]

Doch mit der Neufassung des Wehrpflichtgesetzes zum 01.01.2026 wurde Paragraph 2 überarbeitet. Nun heißt es dort zusätzlich: „Außerhalb des Spannungs- oder Verteidigungsfalls gelten die §§ 3 [...].“ Das bedeutet schlicht, dass die Regelung des Paragraphen 3 nun grundsätzlich immer gilt.

Steht alles so im Artikel.

@kraweel65 @anneroth jetzt müssen das alle, nicht nur die, die gedient haben für ne Weile nachm Dienst.
Ich war damals mitm Rucksack durch den Mittleren Osten unterwegs unc hab ein paar Tage die drei Monate überzogen. Hat keinen gejuckt.
@kraweel65 @anneroth Auch als Ausgemusterter mit 40, also lange nach der Ausmusterung?
@anneroth ich hab halt Ehrlicherweise auch immer noch nicht rausgefunden wo man diesen Antrag den jetzt genau stellen sollte...

@dav_zeug

Kreisweherersatzamt… Pardon, seit Modernisierung „Karrierecenter der Bundeswehr“.

@anneroth

@Saupreiss @anneroth hm. Online gibt's den wohl aber nicht. Natürlich sehr smart wenn man schon im Ausland ist 😂

@dav_zeug

Ist halt blöd, weil man genau dann, EU hin, EU her, Reisepässe benötigt. Der ist unter 24 maximal sechs Jahre gültig.

@anneroth

@Saupreiss @anneroth was hat das denn mit Reisepässen zu tun?

@dav_zeug

Der Zusammenhang wird sichtbar werden, wenn Mann sich einst ohne Genehmigung entzogen haben wird und der weitere Aufenthalt im Ausland noch immer von der Neuausstellung dieses Dokuments abhängt.

Jene, die das in der Vergangenheit so gelöst hatten, bekamen jedenfalls regelmäßig Schwierigkeiten, Pässe in Auslandsvertretungen verlängert zu bekommen, während ihnen bei Einreise die Zuführung drohte.

@anneroth

@anneroth hat aber auch was: Es wird eine neue Generation Wehrflüchtlinge geben 🤓
@anneroth Die jungen Leute hätten vielleicht doch überhaupt und dann was anderes wählen sollen.
@anneroth
Es ist ein Unding, dass so ein Einschnitt in die Freizügigkeit genderabhängig verabschiedet wird. Das wird die Debatte um Gleichberechtigung zu Recht richtig kosten.

@pumkin

Es ist ein Unding und zugleich ein möglicher Ausweg.
Die Plicht gilt aktuell nur für „Männer laut deutschem Gesetz‟ nicht für alle „Männer gemäß Biologie‟.

https://www.gesetze-im-internet.de/sbgg/BJNR0CE0B0024.html
@anneroth

SBGG - Gesetz über die Selbstbestimmung in Bezug auf den Geschlechtseintrag

@menschlich

Spannende Beobachtung, danke für den Hinweis!
Mittelfristig ist es trotzdem wichtig, dass auch Pflichten von allen abled Menschen gleich getragen werden. Sonst ist die Emanzipation nur eine Frage der Privilegien, nicht der Gleichberechtigung.
Und unter solchen Bedingungen verstehe ich es auch, wenn sich Menschen dagegen stellen.
(geschrieben von einem femininen Wesen)

@anneroth

@anneroth Find geil. Wie im Osten. Eingesperrt. Den grössten Teil des Lebens! 😂👍
@anneroth Um Ihre Kinder zu schützen müssen Eltern jetzt also rechtzeitig auswandern.
@anneroth Dieses Land unter dieser Regierung ist nur noch eine Schande 😔
@anneroth
Studenten?
Meine Kollegen aus dem Service sind weltweit im Einsatz. Einsätze über 3 Monate sind normal. Bin gespannt ob sich mein Arbeitgeber dazu äußert.
@anneroth früher war das auch schon so. Und die Zahl der Männer, die länger als 3 Monate Deutschland verlassen wollen, in dem Alter, erscheint mir eher gering. Also, den Ball flach halten.
@Poweruser nein. Niemand teilt deine unbegründete Sorglosigkeit. @anneroth

@Poweruser

Der Punkt ist, dass es ein Baustein ist, jenen, die das wollen, Steine in den Weg zu legen und sehr einfach später zu einem Instrument ausgebaut werden kann, das Entziehen von einer dann womöglich zwingenden Wehrpflicht unmöglich zu machen. Genau deshalb gab es diese Regelung auch zuvor schon.

@anneroth

@Poweruser @anneroth Gering? 17-45 Jahre alte Männer in Frankreich, der Schweiz, Österreich, Dänemark, Tschechien, Polen, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg länger als drei Monate arbeiten?
@anneroth
Wieso nur Männer?
Diskriminierung!
Wo bleibt die Gleichstellung!

@lress

Artikel 12a Grundgesetz.
Um den zu ändern, braucht es eine ⅔-Mehrheit. Möchtest du nicht sehen. Ich auch nicht.

Zumal Artikel 12a schlichtweg nicht ins Grundgesetz passt und ich, falls es drin bleibt, im Zweifel auch aufs GG scheiße.

@anneroth

@anneroth "Männer"? Im Ernst? Ist es jetzt 1950? Oder vielleicht früher?

@anneroth Ich glaube, dass den Wenigsten aus der Gruppe der 17- bis 45jährigen wirklich klar ist, was das bedeutet.

(Besonders der Gruppe „Och, Politik. Hör auf. Dafür interessiere ich mich nicht.“)