@kuketzblog
Die Beobachtung, dass zunehmend mit KI programmiert wird, ist aus meiner Sicht absolut korrekt. Die Schlussfolgerung, dass dadurch bald kaum noch jemand programmieren kann, greift für mich aber zu kurz.
KI verändert vor allem die Arbeitsweise, nicht die Notwendigkeit von Fachkompetenz. Für mich ist entscheidend, ob der erzeugte Code wirklich verstanden, bewertet und auch verantwortet wird. Genau da sehe ich den Unterschied: Wer fachlich sauber arbeitet, nutzt KI als Werkzeug und wird effizienter. Wer ohne echtes Verständnis arbeitet, produziert am Ende nur schneller fehlerhaften oder unsicheren Code.
Dieses Muster ist für mich nichts Neues. Auch früher wurde viel Code aus Bibliotheken, Frameworks oder Foren übernommen, ohne alles im Detail zu verstehen. KI verstärkt dieses Verhalten einfach.
Gerade aus Sicht der IT-Sicherheit sehe ich das kritisch. Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass KI-generierter Code oft funktional ist, aber häufiger sicherheitsrelevante Schwächen enthält. Wenn dieser Code nicht sauber geprüft wird, steigen die Risiken entsprechend.
Langfristig glaube ich daher nicht, dass niemand mehr programmieren kann. Ich sehe eher eine Verschiebung: weniger reine Implementierung, dafür mehr Fokus auf Verständnis, Architektur, Validierung und Sicherheit. Genau diese Fähigkeiten werden aus meiner Sicht wichtiger – nicht unwichtiger.