Der ehemalige fachverlach so:
Oh, man braucht für diesen möglicherweisekonjunktiv unter einer halben milljon qubits? Wie viel denn unter der halben milljon? Ach, das steht im abgeschriebenen reklametext von guhgell gar nicht so genau drin, und deshalb sagt ihr es nicht.
Zurzeit sind die systeme, die man einigermaßen stabil für ein paar sekundenbruchteile zum laufen kriegt, auf maximal rd. 5.000 qubits beschränkt (d-wave advantage), wenn man sehr hohen und teuren aufwand treibt. Es ist nun einmal schwierig, ein größeres kwantensystem stabil zu halten. Was im moment läuft, sind in der praxis nicht einsetzbare labormodelle. Die dekohärenz eines kwantensystems — „ungangssprachlich“ der kollaps der wellenfunkzjon — tritt schon bei kleinigkeiten ein, auf die man keinen einfluss hat. Und danach hat man kein kwantensystem mehr, das irgendein kwantenzeugs tun könnte. Deshalb beschränkt sich ernsthafte wissenschaft auf relativ kleine kwantensysteme, die man im labor mit überschaubarem aufwand hinkriegt. Schwierig meint hier also: verdammt scheiße schwierig. Mit der gegenwärtig verwendeten technik scheint man an eine grenze gekommen zu sein, die sich nur mit großem aufwand ausweiten lässt. Das hindert zwar niemanden daran, allerlei lustige PResseerklärungen der marke „wenn wir zwei größenordnungen mehr haben, dann ist die kryptografie und das kryptogeld im arsch“ zu verfassen, aber das heißt ja noch lange nicht, dass man diesen mit heißluft aufgepusteten reklamekwatsch auch noch drucken oder mit klickbäjht-übelschrift auf einer jornalistischen webseit vermelden muss.
Bislang hat sich übrigens noch keine halbwegs praktisch relevante anwendung eines kwantenkompjuters gefunden, in der klassische algoritmen auf billig verfügbaren prozessoren so unterlegen wären, dass es einen kwantenvorteil gibt. Es sah mehrfach danach aus, und das wurde auch immer mit großer tröte und tollen reklametexten für ein matematisch analfabetisches publikum PRessegemeldet, aber dann wurden bessere klassische algoritmen gefunden, worüber die scheißPResse nicht mehr so viel meldet, weil sie lieber reklametexte als wissen bringt. Reklame ist eine knalldumme und ziemliche gefährliche form der erwaxenenbildung und das einzige und eigentliche geschäft des contentindustriellen scheißjornalismus. Dieses „wir können vielleicht eventuell kryptografie brechen, wenn wir an die anzahl der qubits noch zwei nullen angehängt kriegen“ ist vor allem ein betteln um immer mehr staatsgeld und risikokapital, weil es eine für totalüberwachungsstaaten, geheimdienste und staatlich besoldete mörderbanden interessant-geile verheißung ist. Bis jetzt funkzjoniert die nummer mit solcher heißluft recht gut. Was man am ende mit viel kleineren kwantenprozessoren vermutlich gut hinbekommen könnte, sind anwendungen in der fysik und in der chemie, etwa bei der vorhersage von proteinfaltungen. Wobei die chemischen anwendungen inzwischen auch von längst fertigen angelernten neuronalen netzwerken erledigt werden — zwar mit monströsem aufwand und ein bisschen unzuverlässig, aber immer noch viel billiger als der aufwand für ein auf ein paar kelvinbruchteile runtergekühltes kwantensystem mittlerer größe.
Zurzeit sind kwantenkompjuter eine lösung ohne zugehöriges problem.
Kwantenkompjuter sind genau so ein irrazjonaler scheißheip wie die „künstliche intelligenz“, wenn auch eine ganze größenordnung seriöser. Ich bin schon seit sehr langer zeit immer nur so ein jahrzehnt vom funkzjonierenden kwantenkompjuter entfernt gewesen, ähnlich wie von der kernfusjon, die mehr energie erzeugt, als man reinsteckt. Das nagt ein bisschen an der glaubensbereitschaft. Vermutlich werden beide durchbrüche am st. nimmerleinstag des selben jahres kommen.
Aber ich lasse mich gern überraschen.
Wenn das kryptogeld dabei kaputtgeht, werde ich mich sogar darüber freuen.
Ich gebe weiter an den heiseforumnutzer mopplkopter, der das benannt hat, was der artikel verschweigt. Die zahl 15 hat übrigens die primfaktoren 3 und 5, was jeder viertklässler mit sehr geringem energetischen und technischen aufwand wie von allein rausbekommen können sollte.
#Blah #Google #Heise #LösungOhneProblem #Link #Quantencomputer