Finds lustig, wie immer alle sagen: "Ja, du KI kein Problem, da kommt schon keine Massenarbeitslosigkeit, das ist wie bei Digitalisierung, das hat auch mehr neue geschaffen als es vernichtet hat! Und am Ende werden eh nur langweilige Routinejobs kaputtgehen, um die es nicht schade ist!"

1. Menschen, die bis eben noch diese "langweiligen Routinejobs" hatten, werden das durchaus schade finden

2. KI ist in keiner Form mit bisherigen Wellen vergleichbar, es greift den Kern des Menschseins an

Zudem sind die Annahmen über bisherige Wellen der Maschinisierung kompletter Unfug.

Maschinisierung, Automatisierung, Digitalisierung hat uns im Mittel NICHT von langweiligen Aufgaben befreit, es hat ganz im Gegenteil gerade repetitive und gnadenlos von Routineaufgaben geprägte Jobs geschaffen. Fließband, E-Mails in Dauerschleife beantworten, SEO-Texte schreiben, Stockfoto-Datenbanken durchforsten statt selber Fotos machen.

Unsere Jobs heute sind so beschissen & öde WEGEN der Maschinisierung.

Und jetzt wird mit generativer KI noch die letzte Zuflucht geschleift in der Menschen sich Freiräume schaffen konnten!

Denn das ist, was Menschen kaputt macht. Diese absurd verdichtete Arbeitswelt, in der wir nur angeblich viel weniger Stunden arbeiten als vor der Maschinisierung - aber uns praktisch als Sklaven 1 von außen vorgegebenen Tempos fühlen. Wir arbeiten fast alle längst Fließband, nur dass nicht bei allen ein echtes Fließband läuft.

Und jetzt ist Kreativität endlich auch Fließband!

Und weil uns Maschinen immer mehr abnehmen, werden unsere Jobs folgerichtig auch immer sinnloser. Ich mein, bitte, heute ist HUNDEFRISÖR ein richtiggehend seriöser Job! Was zur FUCKING Hölle! Nix gegen Hundefrisöre by the way, aber das ist nicht direkt Prio 1 wenns ums Überleben geht.

Und das gilt ja auch für mich. Ich bin Musiker, Grafiker und Influencer und selbst mein Job fühlt ich im Vergleich zu dem, was jetzt so aufkommt, seriös an. Das doch völlig bescheuert!

und das ist halt der Punkt: Vielleicht werden neue Jobs entstehen, aber die werden NOCH sinnloser sein, NOCH entkernter, NOCH unsicherer, und NOCH mehr von außen gnadenlos getaktet. Wie eben halt Lieferando-Fahrer, die im Grunde längst nur noch von KI gesteuerte Drohnen sind.

Und ich sags euch: Das Glück ist in der Schnittmenge von: "Außen vorgegeben aber völlig sinnlos" sicher nicht beheimatet.

Das ist die verdammte DEFINITION von DEPRESSION.

Die KI kriegen wir nicht mehr weg, die ist aus Pandoras Büchse, aber wir können den Umgang mit ihr so gestalten, dass wir uns Freiräume und Jobs erhalten, die tatsächlich sinnstiftend sind und Glück erzeugen.

Mit einem neoliberalen bis libertären Wirtschaftssystem wird selbiges aber ein Ding der Unmöglichkeit.

@captainfutura

ich sags ja nur ungern aber. "Arbeit ist scheiße" Zeit für Bürgerrente ab 18, die Roboter übernehmen die Arbeit... 🤷

Heute nennen wir es Bürgergeld aber ja. warum sollen wir alle Arbeiten wenn wir Maschinen dafür bauen? Warum bauen wir Maschinen wenn wir selber arbeiten wollen?

Warum arbeiten wenn wir es nicht müssten?
What's the point?

https://youtu.be/8J3EjWq9jtI?is=kPHIMrFC-gplduXY

APPD Berlin Wahlkampfsendung

YouTube
@TheOneSwit Es stellen sich aber auch immer alle das Leben ohne Arbeit als Paradies vor, ich glaube das Paradies ist eher Leben mit schöner und selbstbestimmter Arbeit. Das komplett ohne Arbeit und Richtung ist auch nur eine Hölle mit Engelsflügeln und Harfe.

@captainfutura

Ich bin der Meinung wir haben noch wahnsinnig viel Luft was unterhaltungs und erholungsindustrie oder Tourismus angeht. Zum Paradies fehlt da m.e. auch noch ne menge mehr was soziale und ökologische Politik betrifft. Aber theoretisch könnten wir es ziemlich Paradiesisch haben wenn ein paar einzelne nicht so maßlos gierig wären.

@captainfutura @TheOneSwit

nur gibt es leider nicht genügend Jobs bei denen man schön und selbstbestimmt den Reichtum anderer vergrößern kann.
Ich könnte mit einem Leben ganz ohne Arbeit ganz gut leben, wenn ich es mir leisten könnte.

Viele von diesen Fließband Jobs gibt es wahrscheinlich nur weil es billiger ist Menschen zu verschleißen als dafür eine Maschine zu konstruieren und einzusetzen.

Schön wäre es doch wenn die ganze Arbeit von Robotern erledigt würde und die Menschen sich Selbstverwirklichen könnten, wie und womit auch immer.

@Gehtso @captainfutura

hatte dieses wunderbare Video zum Thema gerade in meiner Timeline.

https://climatejustice.social/@lacybarry/116283588398188203

@captainfutura @TheOneSwit
Arbeit wäre doch genug da. Die will im Augenblick nur niemand bezahlen.

Ein paar Beispiele:

Menschen, die beim Ausfüllen von Formularen in Behörden helfen

Ein zweiter oder dritter Lehrer in der Klasse / Betreuer in der Kita

Ein oder zwei freundliche Pförtner in jedem öffentlichen Gebäude, die den Weg zur kostenlosen öffentlichen Toilette weisen, die von einer ordentlich bezahlten, festangestellten Reinigungskraft in Eigenverantwortung sauber gehalten wird

...

@captainfutura Das Problem sind da weniger die Maschinen als vielmehr wem sie gehören. Wenn die Maschine dem Kapital gehört, dann soll sie Profit abwerfen, nicht das Leben erleichtern.
@captainfutura das Wort ist "Entfremdung". Willkommen im 19. Jahrhundert
@captainfutura @captainfutura das sehe ich teilweises anders. Gerade im Programmierbereich schafft die KI ganz viele neue Freiheiten, weil ich in kurzer Zeit Probleme lösen (lassen) kann, die ich sonst nicht angegangen wäre (Informationsbeschaffung, Sprache, Framework lernen aufwändig (insbesondere Zeit) im Vergleich zum Nutzen). Jetzt muss ich "nur" noch mein Problem formulieren und danach das Ergebnis testen. Das gibt mir extrem viel Freiraum!
@cs42 du befindest dich gerade kurz in dem Raum, in dem die KI kurz neue Freiheiten schafft in dem sie dir das stumpfe Programmieren abnimmt ABER das Umfeld das noch nicht eingepreist hat. Das geht mir gerade in einigen Feldern ähnlich. Sobald der neoliberale Druck aber für die Einpreisung sorgt (und das wird kommen) bist du dann statt Programmierer, nur noch jemand der vor der im Akkord vor der KI sitzt wie vor einer Slot-Machine und darauf wartet, dass sie passenden Code rauswirft.

@captainfutura Ich habe nicht gesagt, dass das ohne Probleme wäre! Im Gegenteil, wir machen uns total abhängig und wenn dann die Fähigkeit zu Programmieren verloren gegangen ist, können die Preise hochgesetzt werden.

Aber es schafft (mir) gerade neue Freiräume. ;-)

@cs42 yeah, I know. Aber die Betonung liegt auf "gerade" - was dich aber nicht daran hindern sollte, es zu genießen. Man lebt halt schon jetzt und nicht gestern oder Morgen ;-)
@captainfutura die spannende Frage ist, ob man sich von den großen Providern lösen können wird, z.B. durch OSS und lokale Systeme.
@captainfutura insbesondere ist die Spezialisierung von der Generalisierung verdrängt worden. Jede/r muss inzwischen sämtliche Aufgaben mit abdecken, was bei seltener durchzuführenden, anspruchsvollen to do's enorm viel Zeit frisst und Frustration bringt. Die Entwicklung ist auch aus den USA zu uns gekommen, wo jeder alles können soll/muss.
@captainfutura
Was ist mit Arbeit am/mit Menschen(KiTa, Krankenhaus, Seniorenheim, Behindertenhilfe)? Ist die auch zu monoton/sinnloser?
@mo_ist_super Nö, die wird nur schlecht bezahlt und wird dadurch überfordernd. Auch das hängt mit dem neoliberalen bis inzwischen teilweise libertärem Überbau zusammen.
@captainfutura Wie selbst Adam Smith wusste (aus Wealth of Nations)

@Merovius

Adam Smith wird ja gerne vorgeworfen, er sei so etwas wie der Erfinder des Kapitalismus gewesen.

In Wahrheit ist die Entfernung zwischen ihm und Marx wahrscheinlich geringer als die zwischen ihm und heutigen Neoliberalen.

@captainfutura

@captainfutura Ist jetzt nur ne Vermutung: Die meisten der von LLMs/genAI ersetzbaren Jobs fallen wohl in David Graebers Definition von Bullshit-Jobs.

Eher sinnlose Jobs ohne „Schöpfungshöhe“ sondern Text/Info/Bild-Verarbeitung nach etablierten Prozeduren. Pseudo-Dienstleistungen, vor allem solche ohne materielle Produkte und ohne konkrete Nützlichkeit.

Graeber argumentierte, diese Jobs seinen vor allem dafür da, bullshit Strukturen auf einem gewohnten Standard am Leben zu erhalten. Zum Beispiel durch Hochglanz-Reports, die maximal einmal präsentiert werden, um irgendwessen Dasein und Arbeit zu legitimieren. Aber ohne damit irgendetwas zu erschaffen.

@captainfutura Gestern habe ich wieder den Vergleich mit der industriellen Revolution gehört, die der Menschheit ja schließlich auch zu mehr Wohlstand und Lebensqualität verholfen hat. Joa, stimmt. Es hat mal kurz gewackelt, aber den Überlebenden geht es netto besser als früher.
@oli meinst du mit "mal kurz gewackelt" zufällig zwei Weltkriege? (Ironie im Internet)
@captainfutura Um ganz ehrlich zu sein, habe ich bis dahin nicht mal gedacht. Mit dem ironischen "kurz gewackelt" meine ich eher die sozialen Verwerfungen, die sich aus der Industriellen Revolution ergeben haben. Strukturelle Verarmung, die Entstehung einer zunächst rechtelosen Arbeiterklasse, massive Ausbeutung.

@oli @captainfutura und das es irgendwie deutlich mehr Überlebende gibt als vorher, was ohne Industrialisierung nicht möglich gewesen wäre...Produkte wie Kunstdünger oder Penicillin hätten ohne Industrie kaum die Wirkung gehabt.

Daher bringt das Verdammen der KI analog zur industriellen Revolution nichts, weil am Ende das Negative eher durch einen extremistischen Kapitalismus versucht wird und nicht von der technischen Revolution selber.

@urwumpe Ja, es ist so ein Doppelding. Große Schritte in der Technik bringen meist große Verwerfungen mit sich, die nicht selten krigerische Folgen haben. Ist der Fortschritt deshalb schlecht? Nein. Ist verhinderbar? Nein. Ist er besser managebar? Ja!

Und gerade sehe ich halt nicht einmal den Versuch, den Fortschritt wirklich in den Dienst der Menschheit zu stellen. Eher komplett andersherum

@captainfutura Stimme ich teilweise zu. Wir haben halt kein Mitspracherecht bei KI. Die Richtung bestimmen andere. Momentan sehen halt Manager die Chance, sich von vielen Fachkräfte unabhängig machen zu können. Und weniger die Gegenrichtung, das KI-Agenten das untere und mittlere Management viel besser ersetzen können als Fachkräfte der Produktion.

Ist im Grunde das selbe wie mit agiler SW-Entwicklung und dem Gegenwind aus dem Management dazu.

@captainfutura
Zufällig heute gehört und denke tangential in dem Zusammenhang interessant-reded ua über Pseudoproduktivität durch neue digitale Werkzeuge https://podcasts.apple.com/de/podcast/deep-questions-with-cal-newport/id1515786216?l=en-GB&i=1000756737275
Ep. 397: Why Do “Productivity Technologies” Make My Job Worse?

Podcast Episode · Deep Questions with Cal Newport · 23 March · 1h 7m

Apple Podcasts

@captainfutura

der kern des menschseins ist das sein allein
wir haben ihm das nur durch jahrhunderte der lohn- und sklavenarbeit ausgetrieben bis er es nicht nur vergessen hat sondern mittlerweile sogar aktiv bekämpft

edit: ich meine nicht das allein-sein, sondern das alleinige sein
(ist ein zitat aus junge römer von falco, das tun kommt aus dem sein allein)

@pmj Puh, Also vom Sein allein, wird mir doch auch manchmal ordentlich öde. Also ja, vielleicht, aber dazu muss man auch im ersten Schritt erleuchtet sein und im zweiten ohne permanende Existenzangst. Und das ist beides ja nur bedingt gegeben.

@captainfutura

ja, die ursache weshalb das so ist habe ich ja erklärt - die menschen kenne das nicht mehr
und die resourcen um jede existenzangst für alle 8 milliarden zu eliminieren hätten wir auch, sogar nachhaltig ohne den planeten zu zerstören (es würde je nach studie sogar für 12-15 milliarden reichen)

@captainfutura
Ein System, das Arbeit primär als Kostenfaktor begreift und Automatisierung als reine Profitchance, wird KI so einsetzen, dass Gewinne privatisiert und Verluste (Jobverlust, Sinnverlust, Abhängigkeit) sozialisiert werden. Das ist keine Prognose, der shice ist schon im Gange.
Ohne politische Gestaltungswillen und Gegenmacht, durch Regulation, kollektive Eigentumsmodelle, Arbeitsrechte, oder Besteuerung von KI-Gewinnen. Der Markt allein wird gar nichts regeln. Das ist nur Gelaber.

@Sylviaborin @captainfutura

das schlimme ist das unser German-CEO in das gleiche horn stösst, es fehlt eigentlich nur noch das alles was nicht arbeitn kann, entsorgt werden muss.

alleine sein umgang und seine sprache verraten sein ambitionen.

mensch ist nur der der Produktiv ist ... und wobei produktiv nichts anderes ist als nur reines Geld haben ausszureichen.

ansonsten wäre man schon längst gegen Privatiere vorgangen. die Wirklich nur von dem geld anderer leben. auf grund von besitzt

@captainfutura @AwetTesfaiesus
"Menschen, die bis eben noch diese "langweiligen Routinejobs" hatten, werden das durchaus schade finden", dass sie, jetzt wegen KI, etwas neues lernen müssen.
Das erlebe ich (89) seit >50 Jahren. Die brauchen dazu Empathie und unsere Hilfe!