Gestern Gespräch im Fitnessstuio. Ich: "Warst Du wählen?" Er, ~23: "Ja klar! Das ist so wichtig. Der Soundso, der geht nicht, aber ich hab ihm gesagt, Hauptsache, Du wählst irgendwas, CDU, SPD, ganz egal. Denn, wenn Du nicht wählen gehst, dann gewinnen die Linken." Etwas verblüfft warte ich eine Weile, dann frage ich: "Was finden die Leute schlimm an den Linken?" Er: "Ach, richtig schlimm sind die nicht. Aber das mit dem Gendern und das sich jeder sein Geschlecht aussuchen können soll, ..." 1/x
"Er nutze ja keine sozialen Medien mehr, aber..." und dann kam eine kurze interessante Revue rechter, memetisch aufbereiteter Narrative. Ich muss sagen, ein wenig Bewunderung empfinde ich schon für "die Rechten", wie es ihnen gelingt, die Köpfe zu verdrehen. Ich glaube, es ist eine Szene aus dem Film Hitlerjunge Salomon, wo das entzückend unschuldig blonde BDM-Mädel, auf die Frage, was sie denn täte, begegnete ihr ein Jude, begeistert antwortet: "Ich schnitte ihm die Kehle durch." 2/x
@plinubius Oh je 🤦🏽‍♀️

@plinubius was ich bemerkenswert finde:

- er hat prioritäten im leben: antifeminismus, antiwokeismus
- er hat einen plan, wie er die politisch umsetzt: "cdu/spd wählen"

@plinubius wähle SPD sonst gewinnen die Linken. #aha
@plinubius unsere welt ist verloren 🤦🏻‍♂️

@plinubius Wir verlieren die Demokratie an eine Nazi Diktatur wegen Gendern und weil die Leute sein können, wer sie sind.

Wieso sind solche Leute nochmal wahlberechtigt?

@susannelilith Wieso lassen wir so viele hier so ungebildet herumlaufen!? Wieso lenken wir sie mit Politunterhaltung ab, anstatt sie zu bilden?
Jetzt legen SIE Demokratieförderung trocken. 🙈 🙉 🙊

@plinubius

@susannelilith @plinubius die Wahl zeigt, wie unfähig die Politik, die Medien und die feministische Bewegung (inkl. Mann und Flinta*, also wir alle) sind, der Männlichkeit - was auch immer dieses Wort noch sein darf/möchte/soll - einen Platz in der Gesellschaft, eine Perspektive zu skizzieren. Klar, hier im Fediverse tummeln sich vermutlich eher die CIS Männer, die für sich einen guten Weg gefunden haben. Die vielen Anderen? Nur die AFD „kümmert“ sich um sie!
@Jay23Jay @susannelilith @plinubius ähm... In welcher Welt hat "Männlichkeit" keinen Platz in der Gesellschaft?
@susannelilith Anders: Warum haben wir die nochmal mit "professionalisierten Wählerparteien" alleingelassen, die voll auf die Karte "Mediendemokratie" gesetzt haben, bis keine persönliche Beziehung zwischen demokratischem Verein und Bürger*in mehr übrig geblieben ist, sodass die Gehirne nun vollumfämglich via Medien und Microtargeting programmiert werden können, wo der gewinnt, der nur hoch genug investiert?
@plinubius
Es gibt nur noch "Bilder", "Labels" und Klischees. 🤪
Inhalte, Fakten - egal.
Wir leben längst in eine Idiocracy, wo auch egal ist was gestern ..verlautbart wurde oder was in "irgendeinem" Gesetz steht.
Wir sind politisch/gesellschaftlich auf einem TikTok "Niveau" angekommen, wo "tolle Bilder", Follower und Klicks mehr gelten und oft sogar bewirken (sollen) als Fakten, Perspektiven und Empathie/Ubuntu (Nein, *nicht* das OS).

@plinubius
...wenn Parteiprogramme lesen schon zu viel "Inhalt" ist. 🙄 🤪

Ja ok. Wer soll die auch ernst nehmen wenn das nichtmal die jeweiligen Parteispitzen...
Aber ich wiederhole mich.😒

@grootinside Show me, and I will look, tell me, and I will listen, but involve me, and I will care.
Parteiprogramme lesen? Seriously?
Wäre es Alltagserfahrung, das "Parteiprogramm" selbst "zu schreiben", niemand käme auf die Idee, man müsse die "erstmal lesen".
@plinubius @grootinside
Beim Parteiprogramme lesen bin ich prinzipiell bei dir, aber die Parteien halten sich ja nicht so oft dran, kann es dann schon verstehen wenn man sich da keine Mühe macht, vor allem wenn es nicht die eigene Partei ist.

@gsc @plinubius
Wohl wahr.
Aber wie soll sich mensch als WählerIn dann entscheiden können?
Was bliebe sonst als wirklich "inhaltlich fundierte Entscheidungshilfe"? 🤨

Das ist, denke ich, momentan unser aller Problem. Nicht nur das PolitikerInnen einfach nicht "ihren Job machen", ganz zu schweigen von Kompetenz.

Mal ein S.Irwin Zitat paraphrasiert:
Faschisten sind easy. Sie wollen totale Kontrolle oder töten Dich.
Politiker sind komplizierter. Sie machen Dir zuerst vor Dein Freund zu sein.

@Plinubius 🇪🇺

Da zeigen sich eben die Grundlagen der Memetik in der gesellschaftlichen Praxis. Meme auszutauschen bedeutet, sich gegenseitig zu signalisieren:

- “Ich höre dir zu."
- “Es gibt etwas Gleiches zwischen uns”
- “Ich verbinde mit dir etwas”.

Das ist der neue Kitt der Gemeinschaften, diese Kommunikation selbst schafft Gemeinschaften.

Zersetzendes an Memen ist, dass sie über bestehende gesellschaftliche Strukturen hinweggehen und neue Zusammengehörigkeiten, Zusammenhänge und neue Strukturen schaffen, dynamische, sich verändernde, wabernde Strukturen.

Dagegen kommt ein starrer Parteiapparat nicht mehr an.
@hamiller Ich finde die Vorstellung interessant, es könnte sowas wie "starre Parteiapparate" geben. Ich bezeichne die als #RSV. Ich für meinen Teil sehe "politische Vereine" als memetisch vermittelte, sich verändernde, wabernde Strukturen, die im Grunde nur von einer gemeinsamen Sache ihrer Mitglieder zusammengehalten werden, nämlich von der individuellen Beschaffung und kollaborativen Verarbeitung von Information im Kontext eines oder mehrerer gemeinsamer Themen, kurz #IVV.
@Plinubius 🇪🇺 Er hat aber Recht, Hauptsache die Stimmen gehen nicht an Links und Rechts. Nicht wegen gendern sondern weil die Linken nix gegen ihren Antisemitismus unternehmen.
@warzazel stimmt, "deshalb" hat er halt einfach Recht.
/s
@gsec Was stört dich jetzt genau?
@warzazel nur weil es für dich jetzt einen Grund gibt, keine Linken zu wählen, heißt es nicht, dass seine Argumentation richtig ist. Was mich an deiner Aussage stört, ist das du etwas als logisch richtigen Schluss darstellst, was eben keiner ist.
@gsec Seine Kernaussage war, man solle wählen damit die eigene Stimme nicht an extreme Parteien geht. Ob der jetzt keinen Bock auf Geldern hat ist sein Ding. Mein Ding ist das mich linke Doppelmoral ankotzt.
@warzazel verstehe ich auch, aber Zweck heiligt nicht die Mittel, ist auch nicht so wichtig.
In dem linken Antisemitismus Ding bin ich nicht wirklich drin, kenne es aber aus Erzählungen im Umfeld. Antisemitismus ist Scheisse und gehört verboten. Jedoch erklärt Israel (und Freunde?) seit dem Angriff am 7. Oktober das sämtliche Kritik an seinen kriegerischen Handlungen, der allgemeinen menschliche Maßstäben entspringt, als Antisemitismus und verwässert dadurch den Ausdruck. Finde ich zum kotzen, was eine Entwürdigung der Opfer der Shoa.