@dejan Das fasst sehr gut zusammen, warum ich mit der Mitgliedschaft in einer der etablierten Parteien hadere. Solange das lediglich Organisationen sind, die alle Hebel in Bewegung setzen, um Personen in Machtpositionen zu bringen (was ich als #RSV bezeichne), ohne die so erworbene Macht als Mittel zum Zwecke der Inhalte zu verstehen (die von dem erarbeitet und getragen werden, was ich als #IVV bezeichne), ist es reiner Zufall, ob in der Sache etwas gewonnen wird.
@reeeen Wie kann man solch einen von einem Antrag angestoßenen Vorgang nachhalten? Wie wird er nach der Einreichung in den Informationsverarbeitungsprozess der Kommunalverwaltung eingespeist (Aktenzeichen?), wie gelangt er in die Gremien, wie wird auf ihn weiter Bezug genommen? Wie gelangt er über die Gremienmitglieder in die #Parteien, #IVV und in die Öffentlichkeit? Wie hält die ihn nach? Wie kann ich mir über einen Zeitraum von 5 Jahren jederzeit die Akte ziehen?

Bis jetzt befasse ich mich eher normativ, deskriptiv und präskriptiv mit der Möglichkeit, Parteien als politische Vereine zum Zwecke der Deliberation, der gesellschaftlichen Selbstberatung, als Informationsbeschaffungs- und -Verarbeitungsvereine #IVV zu beschreiben. Michael Seemann stößt mit seiner Überlegung für mich eine Tür auf, die ungute Entwicklung begrifflich zu fassen, die die Rekrutierungs- und Selektionsfunktion von Parteien (#RSV) mit sich bringt. 1/2

@mspro https://fnordon.de/@mspro/116385825175513228

Michael Seemann (@[email protected])

außerdem muss man verstehen, wie die moderne cdu funktioniert. ihre aufgabe ist immer weniger einen "parteiwillen" zu organisieren und dann als organisation umzusetzen, sondern sie fungiert wie die republikanische partei zunehmend als plattform für polit-entrepreneure, die im auftrag ihrer jeweiligen "sponsoren" um einfluss auf politik ringen. merz und reiche sind beides sponsorships, nur aus unterschiedlichen industrien. so lange man sich da nicht in die queere kommt, gibts kein rücktritt.

Fnordon
Der Wahl-O-Mat ist steril, weil er die Existenz und Leistung von #IVV suggeriert und simuliert, auf deren Schultern #RSV eigentlich stehen müssten 2/2

@mro Zwei Ansätze der Analyse schlage ich vor: 1) Follow the money. 2) Parteien als Informationsbeschaffungs- und -verarbeitungsvereine #IVV.

Zu 1) Der Wahl-O-Mat wird aus Mitteln der Bundeszentrale für politische Bildung betrieben. Eine retroperspektive Analyse des faktischen politischen Handelns setzte journalistische Arbeit voraus. Wie diese bezahlen?

Zu 2) #IVV können diese Analyse leisten, haben jedoch das Problem, damit ihren auf Wahlsiege orientierten #RSV in die Quere zu kommen 1/2

In diesem Zusammenhang wird dann digitale Infrastruktur für #IVV relevant: Es bedarf einer kollaborativ benutzbaren Notation, das für die Kollaborierenden relevante Themenset, das in Berichten überlieferte Geschehen innerhalb dieser Themenfelder, die bekanntermaßen im Geschehen als Handelnde und Betroffene erkannten Stakeholder und die verfügbar werdenden Analysen und Handlungsempfehlungen als Information zu halten und zu verarbeiten. Das Fediverse ist m.E. ein Teil solch einer Notation. 9/x
Als Beispiele in Frage kommender Themen- bzw "Handlungsfelder" auf kommunaler Ebene siehe
https://plinubius.de/ueberlegungen-zu-issue-management-mittels-civicrm-in-kommunalpolitischen-arenen/#__RefHeading___Toc1671_310610299
und als Beispiel, wie eine solche, von einem Mitglied eines #IVV hervorgebrachte Information aussehen kann, siehe für die Gemeinde Bürstadt https://gruene.social/@herdsoft/116268240995635257 8/x
Weiterführende Überlegungen zu Issue Management mittels CiviCRM in kommunalpolitischen Arenen | Plinubius

Informationsbeschaffungs- und Verarbeitungsvereine #IVV leisten m.E. genau das bzw. stiftet gerade dies den Nutzen für ihre Mitglieder. Es geht darum, sich nicht von Themenkonjunkturen ablenken zu lassen, sondern in einem Set eigener Themen nicht den Faden zu verlieren und Berichte und Nachrichten zu Neuigkeiten einzuordnen, die solche Themensets betreffen. Und zwar insbesondere in Nischen, die vom breiten Nachrichtenstrom kaum abgedeckt werden. Z.B. im kommunalen Horizont. 7/x
@AwetTesfaiesus Genau deshalb arbeite zu politischen Vereinen als Informationsbeschaffungs- und -verarbeitungsvereine #IVV, deren Rekrutierungs- und Selektionsfunktion #RSV sekundär ist. Die Hoffnung, ein vorgefundenes System zu reparieren, besteht darin, institutionenökonomisch preiswerter wegzukommen, als die Organisation als Institution vollständig neu zu erschaffen. Ich komme aber vermehrt zu der Vermutung, dass der Neubau wahrscheinlicher ist, weil die etablierten RSV zu dominant sind.