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scientist • bohemian • hsp •
•
• 
loves tea, games, conversations and nature
researching robot understanding and awareness at tu delft
| Culture | European (mostly) |
| Beliefs | Humanism |
| Pronouns | they/them |
| 🏠 Den Haag, 🌐 | https://agabriel.net |
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Fälle von Beziehungsgewalt sind inzwischen zu oft passiert, als dass ich noch ernsthaft darüber schockiert sein könnte.
Das ist allerdings nicht nur was, was in den Medien steht, worüber Zeitungen berichten, sondern was, was für viele von uns leider Alltag ist.
So was passiert rein statistisch jeden Tag um uns herum und wenn wir nicht selbst betroffen sind (Glückwunsch, ich hoffe sehr für dich, dass du da nie durch musst!), dann ist es unsere beste Freundin, Schwester, Kommilitonin, Arbeitskollegin. Manchmal wissen wir es, ganz oft aber auch nicht.
Nehmt das Thema, vor allem um euch herum, bitte ernst. Zu Betroffenen existieren auch Täter. Das kann dein bester Kumpel (aber der ist doch lieb!), ein Promi (der kann jede haben und hat das doch bestimmt nicht nötig!) oder n entfernter Bekannter (der hat meinen Drucker repariert, der ist korrekt) sein, hypothetisch gesprochen, um die Nähe zum eigenen Alltag zu verdeutlichen.
Wir sind nicht wütend genug
RE: https://social.heise.de/@heiseautos/116261010832945910
Grüne: "Wir machen mit euch rechte Politik, wenn ihr nicht mit den Rechten rechte Politik macht."
Und genau das ist das Problem, das ich mit den Grünen (und der SPD) habe.
Dadurch werden wir nicht alle zu Gewaltätern, aber es beeinflusst wen wir attraktiv finden, wer unsere Idole sind, wen wir einstellen oder befördern, welches verhalten wir erwarten oder dulden, wen wir mobben, mit wem wir uns solidarisieren und in extremen Fällen auch wem wir Gewalt antun.
Wir werden Gewalttäter vermutlich nie loswerden. Aber vielleicht können wir reflektieren, was gesellschaftlich sinnvolle Eigenschaften sind, und uns dann an denen orientieren, unabhängig vom Geschlecht.
4/4
Dieser Gegensatz begünstigt eine Abwertung der Eigenschaften des jeweils anderen Geschlechterstereotyps im eigenen Wertesystem und in Folge eine Abwertung der Menschen, die diese Eigenschaften zeigen. Das wirkt auf gleichgeschlechtliche Personen als sozialer Druck, der Konformität verlangt, und auf andersgeschlechtliche Personen in Form von Sexismus.
3/4
Das Problem ist sehr viel größer als einzelne Personen und ihre Taten. Es liegt in unseren Überzeugungen.
Die beeinflussen, wer sich wodurch gekränkt fühlt und wer sich wem gegenüber wie verhalten darf.
Die Männlichkeits- und Weiblichkeitsideale, an denen wir uns orientieren, sind im Gegensatz zueinander definiert: Ein "toller" Mann ist nicht weiblich, eine "tolle" Frau ist nicht männlich.
2/4
Ich habe gerade @JanaBallweber 's thread[1] (also all die Antworten) gelesen. Dazu ein paar Gedanken:
Die spektakulären Fälle spülen von Zeit zu Zeit gegenderte Gewalt in den Vordergrund, woraufhin sich die gesellschaftliche Debatte um all die extremen und schrecklichen Aspekte dreht.
Menschen können das dann nicht nachvollziehen, erkennen das nicht in sich wieder und sehen sich nicht als Teil des Problems.
Das bringt uns nicht weiter.
[1] https://mastodon.social/@JanaBallweber/116256922242782331
1/4
Als nonbinärer Mensch, der als Junge/Mann erzogen wurde (AMAB), lese ich die Aufforderungen, dass Männer einander stärker auf inakzeptables Verhalten ansprechen müssen, mit Zustimmung, aber leider auch mit Skepsis.
Ich habe mich aus "Männerrunden" so früh und so oft wie möglich verabschiedet, weil ich mich dort immer zutiefst unwohl gefühlt habe. Ein Grund ist, dass dort vielfach eine Gesprächskultur herrscht, die von Bräsigkeit und Selbstzufriedenheit, aber auch von Sexismus und Spott gegenüber allem, was anders ist, durchzogen ist. Es gibt nicht immer die eine unmögliche Bemerkung oder den einen unangemessenen Witz, auf die man jemanden ansprechen könnte. Man müsste bei jedem Satz unterbrechen und sagen: Wie reden wir hier eigentlich miteinander?! So habe ich es zumindest empfunden. Da ist teilweise ein kompletter Kulturwechsel nötig und nicht nur eine leichte Kurskorrektur.
Außerdem glaube ich, dass viele Männer die Wahrheit sprechen, wenn sie sagen, dass ihnen bestimmte Arten von Äußerungen nicht oder kaum begegnen. So, wie wir alle wissen, mit welchen Kolleg*innen man einen Witz über die Chefetage teilen kann und bei wem man lieber den Mund hält, wissen Männer auch, wer "empfindlich" ist (oder sich sogar schon mal kritisch geäußert hat) und mit wem man "Spaß haben" kann, und passen ihre Bemerkungen und Witze auf die Runde der Anwesenden an. Ich habe sexistische Sprüche gehört, aber ich habe sie noch viel häufiger mitgehört aus Runden, zu denen ich nicht gehörte (und in denen ich vermutlich nicht willkommen wäre).
Dazu kommt, dass für viele Männer ihr "harmloses" eigenes Verhalten von Fällen wie Pelicot, Epstein usw. so weit entfernt ist wie zwei Bäume an unterschiedlichen Enden eines Waldes voneinander entfernt sind. Aber in Wahrheit hängen die zwei Phänomene so eng zusammen, wie die zwei Bäume durch ein unterirdisches Pilzgeflecht verbunden sind. Sogenannte "Extremfälle" entstehen immer auf einer Basis von patriarchaler Frauen- (und oft auch Queer-)Verachtung. Ein sexistischer Witz schafft diese Basis nicht, ein permanenter Strom von Millionen von Bemerkungen und Witzen schon.
Und als Letztes fällt mir ein, dass für viele Männer überhaupt kein Anreiz besteht, sich in dieser Hinsicht zu engagieren oder etwas zu ändern (unter anderem wegen den vorherigen Punkten, dass sie es nicht immer mitbekommen oder den Zusammenhang nicht sehen wollen). Frauen haben für Veränderung gekämpft, weil sie sich damit (teilweise) aus der untergeordneten, misslichen Lage, in die sie das Patriarchat drängen will, befreien konnten. Viele Männer sind mit ihrer Lage einigermaßen zufrieden und denken sich: Don't rock the boat, spar dir den Aufstand.
Guten Morgen, ihr lieben Tröten!
Dieser Cartoon von @schwarwel passt heute sehr gut - mich hat das Schicksal von Collien Fernandes auch in der Nacht noch beschäftigt, da ich sie kürzlich sichtlich bewegt in einer Talkshow sah.
Dort wurde sie auch nach dem Täter gefragt, ob er gefunden sei. Sie konnte zu dem Zeitpunkt noch nicht offen sprechen & man merkte, wie schwer ihr das fiel.
Habt einen möglichst stressarmen Freitag!