Was ich mir von Männern wünschen würde? Dass sie sich untereinander sagen:

- Das war nicht witzig.

- Was hat die Frau dir getan, dass du so über sie redest?

- Ich möchte mit Sexismus nichts zu tun haben.

Dass sie sich selbsttätig über das Patriarchat und Feminismus informieren, damit sie nicht mehr sagen müssen, sie hätten nicht genug Kenntnisse, um was dazu zu sagen.

Weniger öffentliches Bedauern, mehr Solidarität im Alltag, wenn andere Männer Sexismus zeigen.

#Ulmen #Ally #Sexismus

RE: https://mastodon.social/@JanaBallweber/116256922242782331

Ich lese viele der ehrlichen und offenen Reaktionen hier:

https://norden.social/@JanaBallweber@mastodon.social/116256922348110224

Und eine Menge davon ist: "Ich weiß zuwenig über das Thema"

Was ich sehr gut verstehen kann. Und gleichzeitig ist es möglich, sich zu informieren. Und dann mit gegen zu halten. Das würde wirklich helfen.

@AngelaCarstensen

Wobei ich auch nicht von Männern lesen möchte sie wüssten wie das ist, sie würden sich auskennen.

Aber ja, wir müssen uns da mehr informieren und sensibler dafür sein.

@Gleisplan

Mit Kenntnis haben meine ich in diesem Fall nicht "Ich weiß, wie du dich fühlst", sondern eher: Ich habe mir mal die Faktenlage angesehen, so wie sie bisher zusammengetragen wurde, so wie sie mir zu verfügung stand.

Oder mit anderen Worten: Ich habe mich bemüht, zugehört und mich interessiert.

Es ist echt eine Frage der Haltung. Allys erklären Betroffenen nicht deren eigene Probleme. Sie sind eher aufnahmebereit für Erfahrungsberichte.

@AngelaCarstensen

Ich weiß gerade nicht was du mir sagen willst 🫤

Dem ergänzten Punkt würde ich zustimmen.

@Gleisplan

Ich stimme dir zu, dass so ein Erklärbärverhalten nicht hilfreich ist. Wollte aber nachreichen, dass das auch nicht war, was ich wollte.

Tut mir leid, wenn das vielleicht verwirrend war.

Ich schrieb ja, es sei möglich sich zu informieren. Und dann kam von dir etwas mit "wobei", da war ich mir nicht sicher, welchem Teil in meinem Kommentar du da widersprochen hast.

Aus meiner Sicht war das nur eine Klarstellung dessen, was ich mit dem früheren Kommentar gemeint hatte.

@AngelaCarstensen
Wenn ich die Kommentare zum Ursprungspost so lese, nennen enorm viele Männer als ihr Engagement, Artikel online zu teilen.
Wieso schreibt kaum jemand, dass er mal die Frauen in seinem Umfeld nach ihren Erlebnissen fragen möchte? Und dann einfach mal zuhören, nicht urteilen, "einordnen" oder sonstwas?
Ist das zu nahe, zu persönlich? Will man es dann doch nicht zu genau wissen? Vielleicht täte das aber allen Beteiligten grade gut, über diese Dinge zu sprechen?

Was ich mir auch wünsche: Dass eigentlich progressive Menschen nicht mehr sexistische Beleidigungen verwenden, wenn sie jemandem von der politischen Gegenseite verbal eins drüber geben wollen.

Es gibt genug Schimpfworte, die nichts mit der Mutter der zu beleidigenden Person zu tun haben.

Auch das wäre ein Anfang, die eigene Normalisierung von Frauenverachtung in der Sprache zu hinterfragen.

Ich meine das alles nicht vorwurfsvoll. Sondern wirklich als Information und als Denkanstoß.

In einer privilegierten Situation zu sein heißt auch, dass dir die eigenen Privilegien erstmal nicht bewusst sind.

Um es mit Maya Angelou zu sagen:

“Do the best you can until you know better. Then when you know better, do better.”

🙂

@AngelaCarstensen Es gibt gleich mehrere „Verballhornungen“ von PolitikERnamen, die ein Schimpfwort enthalten, das ein (scheiß!) Wort für Vulva ist. U. a. für den „Kanzler“ gibts so eine Bezeichnung. Obwohl Fratzenfritz viel besser passt.
@exil_inselette Bei diesem Wort wird mir echt schlecht. Und das wird so allgegenwärtig durch die Gegend geworfen.
@AngelaCarstensen @exil_inselette ich fand diese ganze Kampagne aus einem anderen Grund daneben. Genauso wie die Pimmel-aktion. Wäre es nicht eine gute Idee generell 'ad hominem' (wie gendert man Latein?) zu unterlassen ? Warum können wir in der Politik nicht einfach beim Thema bleiben?

@MaSch @exil_inselette

Wobei ich den F-Fritz tatsächlich sehr aus der Perspektive derjenigen betrachte, auf die sich Frauenverachtung richtet. Da ist für mich dann allgemein konstruktiver Umgang und auch politische Strategie zweitrangig. Ich finde das Wort unfassbar ekelhaft und abwertend. Und so ist es ja auch gemeint.

@AngelaCarstensen Überhaupt diese ganze Verwendung von sexuell konnotierten Ausdrücken zu Beschimpfungszwecken - ob es sich nun um Körperteile oder Handlungen handelt. Ich denke da echt jedes Mal, dass offenbar viele eine ganz ungesunde Sexualität haben, wenn sie das okay finden oder ihnen sowas als Erstes einfällt, wenn sie schimpfen wollen. Und auch das ist wahrscheinlich eine der Wurzeln des Übels ...
@lipow Zu 100%
@lipow Betrifft auch ableistische und antiqueere Schimpfwörter. Da bin ich auch meinen Schüler:innen gegenüber immer sehr humorlos.
@AngelaCarstensen Auf jeden Fall, allerdings erlebe ich da oft Gegenrede inzwischen, bzw. die werden weniger gebraucht. Das, was ich meine, sehe ich reichlich bei (hauptsächlich cis männlichen) Leuten, die sich ansonsten anders geben - es dann aber irgendwie okay finden, einen Mann zu beleidigen, indem sie ihn als weibliches Geschlechtsteil bezeichnen oder ihm unterstellen, ein inadäquates männliches Geschlechtsteil zu haben - das lässt einfach sehr tief blicken.
@lipow Das finde ich auch immer extra enttäuschend.

@lipow Mein Unbewusstes haut im Straßenverkehr auch immer das A-Wort raus. Aber auch, weil das I-Wort ableistisch ist und dann lieber das A-Wort! @AngelaCarstensen

Gestern flog allerding auch mal ein Blitzbirne von mir durchs offene Autofenster. Transporter-Fahry stoppte, und bedeutete mir, zu fahren. Oder besser zu fliegen, mit dem Lastenrad kam ich nämlich nicht durch die Lücke …
„ja, wie denn, du Blitzbirne?“

@exil_inselette @AngelaCarstensen Ja, es gibt so Sachen, die kommen sicher als tiefsitzender Reflex, und z. B. das F-Wort ist, wenn laut gebrüllt, für mich auch von der sexuellen Bedeutung getrennt. Aber nicht mehr, wenn es es als Verb verwendet wird, um auszudrücken, dass man wen anders fertigmacht, bestraft, erniedrigt ...
@lipow Absolut. Bei guten Schimpfwörtern ist ihre Länge das Problem. Arschloch und das I-Wort lassen sich in zwei Silben sprechen. Schon Blitzbirne hat 3. (Und man kann es auch entfernt ableistisch deuten).
Manchmal murmel ich auch „Eimer“. Aber es ist einfach nicht stark genug. Wenn ich mit dem normalen Fahrrad 10 km fahre, hab ich mind. 1, eher 2 Situationen, die zu schweren Unfällen führen könnten. Der Druck ist riesig … @AngelaCarstensen
@exil_inselette Unhold wäre was zweisilbiges. Dass es etwas aus der Zeit gefallen wirkt, macht es für mich eher stärker als schwächer.
@sibylle Hm, ich hab den Eindruck, dass ich ca. 70 % der Personen, die ich anbrülle, das Wort erstmal erklären müsste. 25 % der Bürger*innn in Hamburg haben Migrationshintergrund und ich wohne noch dazu in einem eher Bildungsfernen Stadtteil.
@exil_inselette "Eimer" laut schreien könnte funktionieren (und dann einfach hoffen, dass Eimer wirklich kein Bewusstsein haben, denn Eimer sind ja eigentlich sehr nützliche, oft schöne und multifunktionale Dinge) @AngelaCarstensen

@lipow

Man kann mit ihnen zum Beispiel Kröten über die Straße tragen 🤭

@exil_inselette @AngelaCarstensen

@exil_inselette

Mir gefällt ROTZLÖFFEL in diesem Kontext sehr gut. Es hat keinerlei sexualisierte Bedeutung, klingt auch nicht so billig vulgär, und brüllt sich gut.

@lipow @AngelaCarstensen

@lipow @exil_inselette

Es ist sehr bezeichnend, dass ein Verb, das eigentlich eine (idealerweise) erfreuliche und verbindenende Handlung beschreiben soll, für

- zerstören
- besiegen
- erniedrigen

steht.

Das sagt alles über die Haltung der Gesellschaft Frauen gegenüber aus.

Und gleichzeitig sollen wir über Angebote sexueller Betätigung begeistert sein.

@lipow @AngelaCarstensen unsere Sprache ist ein einziger ismen-Pfuhl. Ist es nicht sexistisch, ist es ableistisch und wenn es das nicht ist, haben wir immer noch Rassismus & Spezieszismus zur Hand & Saneismus natürlich auch.

Es wäre hilfreich, wir würden ganz generell drauf achten, sowas mehr & mehr zu vermeiden.

@Seitansbraten @lipow

Wenigstens bisschen Mühe geben und ein Problembewusstsein entwickeln, das wäre was.

@AngelaCarstensen @lipow definitiv, ja. Mir rutscht ja auch immer wieder und immer noch was durch, weil es einfach so gewöhnt ist.

Moritz findet passende Worte aus Männersicht:

https://youtu.be/0rwxS2liFeE

Moritz Neumeier findet sexistische Männerrunden problematisch | Am Ende is eh egal

YouTube
@AngelaCarstensen
☝🏻
Das bei sich selbst
Bei Freunden und Bekannten
Bei jedem anderen Mann
@AngelaCarstensen
Es ist schon sehr bezeichnend, wenn sich Männer darüber ausschweigen. Sie sind doch wahrscheinlich selbst mit einer Frau zusammen und falls nicht, haben sie vielleicht eine Tochter, Schwester oder Mutter...
@AngelaCarstensen Ich finde vor allem die Reaktion cringe, man selbst habe damit ja nichts zu tun. Aber alle, die mitlachen, nicht dagegenhalten, nicht ihre Stimme erheben, alle, die in dieser Gesellschaft irgendwie teilhaben, haben etwas damit zu tun.

@sarah_ist_muede

Ja und unterm Strich profitieren Menschen mit Privilegien vom System. Auch wenn es ihnen nicht bewusst ist, haben sie Vorteile davon, dass Frauen tendenziell Angst vor Männern haben.

@sarah_ist_muede

Genauso wie ich als privilegierte Person in diesem System von der Diskriminierung Anderen gegenüber profitiere und mir das immer wieder aktiv ins Bewusstsein rufen muss.

@sarah_ist_muede

Ich hab das Gefühl, viele vergessen dabei, dass sie in einer Gesellschaft bestehend aus allen Geschlechtern existieren, nicht nur ihrem eigenen.
Die Reaktionen auf sie werden durch die Erfahrungen geprägt, die andere in ihrem Leben machen. Sind diese oft negativ, wird man auch ihnen mit Skepsis begegnen. Insofern betrifft es sie sehr wohl. Dieser Zusammenhang scheint nur nicht bewusst.

@AngelaCarstensen

@lichtscheu @AngelaCarstensen Und viele vergessen, dass wir als Betroffene sehr wohl registrieren, wer sich wie positioniert, das meine ich gar nicht mal online. Vielen cis Männern fehlen meines Erachtens die Antennen, um missbräuchliches Verhalten bei anderen (und auch bei sich selbst!) zu erkennen, eben weil es kein individuelles Problem ist, sondern ein gesellschaftliches. Ich beschäftige mich ja nicht nur als betroffene, sondern auch als beratende Person damit. Und es bleibt gruselig.

@sarah_ist_muede

Ich hab ehrlich gesagt oft das Gefühl, gerade cis hetero Männern fehlen die Antennen für irgendwas. Bei so Diskussionen, wann und wo es z.B. okay ist, jemaden anzusprechen zwecks Kennenlernen. Wo ich mir immer denke, merken sie wirklich nicht, ob da auch nur ein Hauch Interesse vom Gegenüber kommt bzw. ob sich die Person gerade in einer Situation befindet, in der ein Ansprechen nicht störend wäre?
Read the room können sie anscheinend nicht.

@AngelaCarstensen

@lichtscheu @AngelaCarstensen Zumal viele Frauen schon total aufpassen, auch ja keine falschen Signale zu senden, denn jedes Berührung an der Schulter, jedes Lächeln zu viel könnte ja als Einladung verstanden werden...
@lichtscheu @sarah_ist_muede @AngelaCarstensen Wenn dir schon von Kindheit an immer applaudiert wird, wenn du der lauteste, frechste, forschste "Lausbub" von allen bist, dann bist auch nicht auf "read the room" angewiesen. Dann gehört dir der Raum, sobald du ihn betrittst.
@AngelaCarstensen wünsche ich mir auch, denn es ist die Grundlage für eine gleichberechtigte Gesellschaft. Und es sagt viel aus, dass man erst darum bitten muss, dass sich so ein Missstand bessert.
@AngelaCarstensen "Würdest du auch lachen, wenn ich das über deine Frau/Tochter sagen würde?" hat bisher fast immer deutlich gewirkt.